krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Bedenke, um was Du bittest…

Posted by krisenfrei - 18/03/2014

von Susanne Kablitz (cafeliberte)

„Wenn du dich weigerst, ungerechte Steuern zu bezahlen, wird dein Eigentum konfisziert. Wenn du versuchst, dein Eigentum zu verteidigen, wirst du festgenommen. Wenn du dich der Festnahme widersetzt, wirst du niedergeknüppelt. Wenn du dich dagegen wehrst, wirst du erschossen. Diese Maßnahmen sind bekannt als Rechtsstaatlichkeit.“ Edward Abbey (1927 – 1989)

Ist es für unser Wohlbefinden und unser Seelenheil nicht geradezu erhebend, wenn endlich mal wieder „ein Reicher“ so richtig zur Raison gebracht wird? Herrlich – können wir uns mal wieder die 10-Tage-Empörungs-Phasen-Regel gönnen, uns vollkommen politisch korrekt echauffieren und dem Kapitalismus und seinen unfassbar frechen Auswüchsen mit Schwung in den Allerwertesten treten. Ja, der Uli, so ein Ungeheuer! Wie gut, dass wir solche Leute haben – worüber würden wir uns nur sonst aufregen? Nichts schürt dermaßen den Volkszorn wie “die Reichen, die den Hals nicht vollkriegen können!” So fühlt sich ein nahezu jeder dazu berufen, sich als moralische Instanz aufzuspielen und hinauszuposaunen, was für drastische Strafen denn nun gerechtfertigt erscheinen.

Ein solch bösartiges, unverzeihliches, menschenverachtendes Verbrechen wie Steuerhinterziehung ist zutiefst verabscheuenswürdig, widerlich! Sogar unsere Bundeskanzlerin wendete sich bereits vor Monaten „enttäuscht“ ab. Das wird ihr sicher schwer gefallen sein, war doch der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München stets ein treuer Freund und hingebungsvoller Fürsprecher unserer Regierung. Und jetzt? Abgestürzt! Ab in den Knast, Du Schuft – jemand wie der Uli hat seine Freiheit zu Recht verspielt!

Grundsätzlich sind Steuerhinterzieher fies und gemein, sie lungern am untersten Ende der menschlichen Abgründe herum, denn sie machen sich des „Diebstahls an der Gemeinschaft“ schuldig! Hier ist es ganz egal, dass so mancher „Steuerhinterzieher“ in der Regel lediglich sein selbsterworbenes, erarbeitetes Geld „am Fiskus“ vorbei in Sicherheit bringen möchte. Es ist auch egal, dass viele, die ihr erwirtschaftetes Geld im Ausland anlegen, nur dem krakenartigen Zugriff der deutschen Umverteilungsmaschinerie entgehen wollen, weil sie eben der Meinung sind, dass Eigentumsrechte noch etwas gelten und nicht akzeptieren und noch viel weniger einsehen  wollen, dass der Staat mit dem Geld besser umgehen kann als sie selbst.

Es ist auch egal, dass es Menschen wütend macht, wenn ihre nur einmal einzusetzende Lebenszeit und Lebensenergie dazu genutzt wird, ihnen genau dies – in Geld umgerechnet – wegzunehmen, um einem völlig aus den Fugen geratenen Regierungsmoloch dienlich zu sein.

Es ist völlig ausgeschlossen, ein System in Frage zu stellen, dass längst jedes Maß für Normalität und Verhältnismäßigkeit verloren hat. Es ist auch völlig ausgeschlossen, die parasitären Machenschaften in Politik und der begünstigen Kartell-Wirtschaft in Frage zu stellen, die von diesem System der immer perverser werdenden Steuererhebungen in ungehöriger Weise profitieren.

Und natürlich sind Steuer“hinterzieher“ Kriminelle! Selbstverständlich! Wer dem Staat nicht dient, ist des Lebens in Freiheit nicht würdig. Rein in den Knast – „Ende der Ansage“- wie ich in einem Kommentar gelesen habe. Steuerhinterzieher sind Menschenfresser – wenn das überhaupt reicht. Dein Geld ist mein Geld – und wem das nicht einleuchtet, wird mindestens als asozial und was noch viel schlimmer erscheint, als Verräter der „sozialen Gerechtigkeit“ gebrandmarkt.

Ich bin nun wahrlich kein Fan irgendwelcher Sportfunktionäre, die sich zudem in der Vergangenheit durch ihr hochmoralisches Auftreten und ihre anmaßenden Belehrungen hervorgetan haben. Dies spielt hier aber keine Rolle. Allerdings spielt es eine Rolle, in welch erschreckendem Maße wir zu Dienern des Staates verkommen sind. Wollen wir allerdings kein Dienstleister des Staates sein, was mit dem freien Willen eines Menschen grundsätzlich vereinbar sein sollte, macht uns das Finanzamt gewaltigen Ärger.

Über mögliche Kontosperrungen, die uns den Zugang zum normalen Leben fast unmöglich machen, über das Androhen von „Beugehaft“ und im schlimmsten Fall dem Besuch der Steuerfahndung, wo man dann vor lauter Angst wohl die kompletten Sünden seines ganzen Lebens abbüßt – den Maßnahmen der Machtausüber sind hier nahezu keine Grenzen gesetzt.

Ich möchte gar nicht wissen, in welcher Anzahl die Finanzämter in den letzten Jahren gerade kleineren Unternehmen den Todesstoß versetzt haben, weil diese ihrem “Dienst am Allgemeinwohl” nicht nachkommen konnten oder dies schlichtweg im Sinne ihrer Mitarbeiter und Kunden auch nicht wollten. Das interessiert aber offensichtlich nur die Betroffenen, die sich oft unter dem vollständigen Verlust ihrer Existenz damit trösten konnten, dass sich “das Allgemeinwohl” mit den abgepressten Geldern ein paar Tage länger der Illusion hingeben kann, sie hätten ein Anrecht auf den Arbeitsertrag unbekannter Menschen.

Längst stellt sich schon kaum einer mehr die Frage, wem das Geld, das der Einzelne aus eigener Arbeitskraft, einer besonderen Fähigkeit, einem außergewöhnlichem Talent, einer kreativen Idee oder einfach nur aus der Tatsache heraus, am rechten Platz zur rechten Zeit zu sein, erwirtschaftet, eigentlich zusteht. Für uns alle scheint vollkommen klar zu sein, dass wir einen Großteil unseres Geldes sofort abzuliefern haben. Tun wir dies nicht, sind wir kriminell!

Verzeihung,  aber hier ist irgendetwas total schief gelaufen. Wir sind in erster Linie zunächst einmal besonders dämlich! Statt uns in der Gemeinschaft einem ausbeuterischen System entgegenzustellen und den Machtgenießern den Saft abzudrehen – nein – wir sprechen die schuldig, die ihr Eigentum schützen wollen.

Es ist völlig klar, dass unsere Politiker moralisch aufs Höchste entrüstet sind – leben sie doch recht fürstlich von den Steuern, die wir zu zahlen haben. Sie hängen wie Parasiten an unserer Lebensenergie und vor allem an unserer Lebenszeit. Wir sind bereit, uns die Früchte unserer Arbeit wegnehmen zu lassen. Wir sind bereit, unsere begrenzten Lebensstunden unabhängig von unserem eigenen Willen zu opfern, damit andere entscheiden, für welche Zwecke diese Stunden im besten Fall genutzt, im schlimmsten Fall verschwendet werden.

Wir lassen den Staat zu Eigentümern unserer Schaffenskraft werden. Wenn uns unser Nachbar dazu auffordern würde, mehr als die Hälfte unseres Tages für ihn zu arbeiten – wir ließen ihn wohl im hübschen, weißen Jäckchen abholen. Aber wenn es der Staat so macht, sind wir eifrig dabei, dieses Spielchen mitzuspielen. Im Gegenteil, wir wollen auch noch mehr davon.

Dermaßen von jahrelanger Indoktrinierung manipuliert, können es sich unsere Parteien auch noch leisten, ihren Wahlkampf mit der Forderung nach höheren Steuern zu führen. Mit moralischer Überlegenheit, die selbstgerecht verteidigt wird, fordern sie harte Strafen für die niederen Menschen, die sich an ihrem eigenen Geld vergriffen haben.

Klar ist Frau Merkel „enttäuscht“, wie sollte es auch anders sein? Klar toben die Politiker, die sich auf Steuerzahlerkosten satt futtern. Aber mit welchem Recht führen sie sich eigentlich so auf?

Die meisten von ihnen können in ihrem ganzen Leben keinerlei wirtschaftliche Erfahrung, geschweige denn einen Erfolg, aufweisen. Sie haben in der breiten Masse überhaupt keine Vorstellung davon wie es ist für den eigenen Lebensunterhalt, eine ausreichende Altersvorsorge und ein angstfreies Leben sorgen zu müssen. Sie gehen in die Politik, um anderen Menschen befehlen zu können, wie diese sich verhalten müssen. Sie gehen in die Politik, um den moralischen Superapostel zu spielen, ohne dabei selbst in finanzielle Schwierigkeiten geraten zu können.

Sie üben Macht aus, ein wahrhaft berauschendes Gefühl. Nichts ist faszinierender als Macht. Jeder noch so kleine Behörden-Sesselpupser kann zum Oberbefehlshaber mutieren, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt. Und wir alle können nichts dagegen tun. Wir haben zu gehorchen, wir haben zu parieren. Egal, ob es der Hartz 4 Empfänger ist, der sich gefälligst minderwertig zu fühlen hat, oder der Reiche, der sowieso ein moralisch in Frage zu stellender Zeitgenosse ist, immer sind wir abhängig von den Machtgenießern.

Der Umverteilungsstaat hat uns jeglichen natürlichen Instinkt für Verhältnismäßigkeit geraubt. Wurde früher „der Zehnte“ zur Aufrechterhaltung und Ausbau des Allgemeingutes benötigt, so sind wir in diesem Land wahrscheinlich auch irgendwann noch einmal dankbar, wenn uns „der Zehnte“ für unsere persönlichen Wünsche und Bedürfnisse bleibt.

Und da wir nichts Besseres zu tun haben, uns auf den jeweils anderen zu stürzen statt einmal die Grundsatzfrage zu stellen, geschieht es uns völlig recht, dass wir bis auf die Unterbuxe ausgezogen werden. An Uli Hoeneß wurde ein Exempel statuiert – ein Exempel, wonach Steuerhinterziehung als Staatsverbrechen geahndet wird. Wie auch immer dieses Exempel auf Dauer gehandhabt wird – die Botschaft ist klar. Und wir bitten genau darum! Wir sollten allerdings bedenken, um was wir bitten – noch sind es die “Reichen”, wo wir mit Begeisterung zusehen, wenn sie hoch aufgehängt werden. Irgendwann sind wir es absolut sicher selbst – mal sehen, wer dann lacht!

 

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2 Antworten to “Bedenke, um was Du bittest…”

  1. Werner Bürgel said

    Es grüßt Sie (dich)
    Werner Bürgel

    (Von meinem iPhone gesendet)

    >

  2. Werner B said

    Sehr geehrte Frau Kablitz,
    genau so wie Sie es geschrieben haben läuft es ab. Sie haben es in Hinsicht auf Geld und Moral im staatlichen Bereiche gesehen und den Regeln die existieren und oft schon über den Grenzen in anderen Ländern nicht oder eben anders. Dies betrifft auch Meinungsbildungen, Einstellungen über Lebensweisen und den Umgang mit uns Menschen generell.
    Was passiert ist einfach so wie Sie schrieben..nach ein paar Tagen interessiert es nicht einmal die Mainstream-Presse, weil eben diese News keine so news mehr sind und damit kein Profit ergeben.
    Gruss aus Unterallgäu
    Werner B.

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