krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Posts Tagged ‘Konjunktur’

Betreff: deutscher Export

Posted by krisenfrei - 09/02/2013

Auszug aus dem Tageskommentar vom 09.02.13

 von Michael Winkler

2012 hat die deutsche Industrie so viele Waren verschenkt wie nie zuvor. Was in den qualitätsfreien Medien als „Export“ bezeichnet wird, ist ein Geschäft Waren gegen Schuldscheine. Die Produkte deutscher Hände Arbeit kommen nicht den Besitzern dieser Hände zugute, sondern werden ins Ausland verfrachtet. Dafür wird mit Geld bezahlt, das keinen tatsächlichen Wert darstellt. Dieses Geld wird nicht als Lohn ausgezahlt, es versickert höchstens in den Taschen der Manager, ob diese nun fähig sein mögen oder nicht. Der größere Teil dieses Geldes fällt an die Banken, als Zinszahlungen oder für „Dienstleistungen“. Blenden wir das alles aus, tun wir so, als bekämen wir für die Waren Gold, also ehrliches Geld. Nun setzen wir an, daß wir Jahr für Jahr 1.000 Tonnen Gold verdienen.

Das ist doch schön, oder? In nicht mal 50 Jahren ist alles Währungsgold nach Deutschland geflossen, aber das System bricht schon vorher zusammen, weil die Liquidität an allen Ecken und Enden fehlt. Gold ist eben nicht beliebig vermehrbar, wenn ein Staat es hortet, zerfällt die Weltwirtschaft. Was bei Gold an den Fingern abzählbar ist, funktioniert bei Papiergeld genauso, es fällt nur weniger auf. Bedrucktes Papier läßt sich vermehren, und jede Vermehrung bewirkt, daß das bereits existierende Papier weniger wert wird. Der großartige Exportüberschuß schröpft folglich die Sparer.

 

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Politiker verstehen ökonomische Zusammenhänge nicht

Posted by krisenfrei - 06/09/2012

Weshalb der Euro die deutsche Exportwirtschaft nicht vor der anstehenden realen Aufwertung schützt

Roland Vaubel

Die großen deutschen Wirtschaftsverbände (BDI und BDA) verteidigen die Bailout-Politik der Bundesregierung. Sie wollen nicht, dass irgendein Mitgliedstaat aus der Währungsunion austritt. Wie ist das zu erklären? Werden Verluste aus Bürgschaften und Krediten an überschuldete Staaten nicht in erheblichem Umfang durch Unternehmenssteuern finanziert werden? Mehrere Erklärungen kommen in Betracht.

Erstens könnte es sein, dass die Verbände einfach reflexhaft die Wirtschaftspolitik einer ursprünglich bürgerlichen Bundesregierung unterstützen. Aber die wichtigsten Oppositionsparteien sind ja ebenfalls – sogar noch hemmungsloser – für die Bailout-Politik. Dadurch nehmen sie der FDP den Mut, die Koalitionsfrage zu stellen, und können sie zugrunde richten. Ist das im Interesse der deutschen Unternehmer und Manager?

Zweitens sind die Unternehmer und vor allem die Manager von den Banken abhängig. In fast jedem Aufsichtsrat sitzt mindestens ein Banker, der Schwierigkeiten machen kann. Niemand möchte sich mit seiner Hausbank oder gar allen Banken anlegen. Die Situation erinnert fatal an die Jahre 1967-69, als sich die deutschen Wirtschaftsverbände unter Führung eines Bankers – Hermann Josef Abs – gegen die DM-Aufwertung und die Freigabe des DM-Wechselkurses sträubten. Auch damals hatten Banken und Industrie die überwältigende Mehrheit der Ökonomen – auch der liberalen Ökonomen (zum Beispiel Herbert Giersch und Egon Sohmen) – gegen sich. Kiesinger und Strauss folgten Abs und den Wirtschaftsverbänden. Sie verloren die Wahl von 1969 und bereiteten einer 13-jährigen Herrschaft sozialdemokratisch geführter Bundesregierungen den Weg. Dieses Muster könnte sich wiederholen.

Werden die Wirtschaftsverbände – genauso wie CDU/CSU und FDP – einfach nur von den Banken beeinflusst, oder steht – davon unabhängig – drittens auch das Interesse der deutschen Exportwirtschaft auf dem Spiel? Würde ein Auseinanderbrechen der Währungsunion wirklich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährden, oder ist dies nur eine Schutzbehauptung, mit der die Manager ihre Abhängigkeit von den Banken zu kaschieren versuchen?

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Mit Silvio Gesell (negativer Zins) raus aus der €urokrise ?

Posted by krisenfrei - 10/07/2012

Die Lösung der Eurokrise in Europa

von Artur Schmidt 10.07.2012
Negativer Zins für gehortetes Geld

„Die aktuelle Krise in der europäischen Gemeinschaft ist eine Vertrauenskrise. Wenn keiner dem anderen mehr vertraut, wird Geld dem Umlauf entzogen und dann nützen Zinssenkungen wie zuletzt von der EZB auf ein historisches bisheriges Tief auf 0,75 Prozentpunkte nur bedingt.

Der von Silvio Gesell geforderte negative Zins für gehortetes Geld kann sehr schnell einen großen Wachstumsimpuls auslösen, der eine Reduzierung des Geldmengenanstieges und steigende Zinsen herbeiführt, was zu einem gesunden Wirtschaftswachstum dazugehört. Ein steigendes Wirtschaftswachstum sorgt für mehr Liquidität für die angeschlagenen Staaten und im Rahmen von Eurobonds zu einem Solidaritätsbeitrag der stärksten für die schwächeren Länder. Die Krise in Europa ist lösbar, es braucht jedoch auch den Willen der Politiker, wirklich etwas verändern zu wollen.“


Den kompletten Artikel und Lösungsansätze für die Eurokrise finden Sie hier: heise

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Infos zur „Freigeld-Zinstheorie nach Silvio Gesell“ hier.

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Die wirtschaftliche Lage Deutschlands ist deutlich schlechter als die Stimmung

Posted by krisenfrei - 06/07/2012

Die wirtschaftliche Lage Deutschlands Mitte des Jahres 2012

Von Mathias Erlei am 5. Juli 2012

Verfolgt man die Medienberichte über die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrisen, so könnte man dem Eindruck erliegen, die deutsche Wirtschaft gleiche einem überragend starken Mann, dem es prinzipiell möglich sei, seine ganze Nachbarschaft vor selbstverschuldetem Unheil zu bewahren. Die Arbeitslosigkeit ist so gering wie lange nicht mehr, die Erwerbstätigenzahlen erreichten wiederholt neue Spitzenwerte und selbst die Inflation war in den vergangenen Monaten rückläufig. Darüber hinaus sei Deutschland der Stabilitätsanker in einer zumindest teilweise überschuldeten Währungsunion. Die Statistiken scheinen hier eindeutig zu sein, doch soll im Folgenden gezeigt werden, dass der vermeintlich solide Zustand der deutschen Wirtschaft auf tönernen Füßen steht. Dies gilt sowohl für die konjunkturelle Lage als auch für die Staatsschuldenproblematik. Das Unheil, das mit dem Brüsseler Gipfel über die deutsche Volkswirtschaft hereinbrechen könnte, bestärkt diese Einschätzung auf höchst unerfreuliche Weise.

Um zu verstehen, warum der scheinbar so solide Zustand höchst fragil sein könnte, bedarf es eines Rückblicks auf die Entstehung der aktuellen Lage. In Verbindung mit einer marktprozesstheoretischen Interpretation dieser Entwicklung wird argumentiert, dass ein kritischer Zustand erreicht ist, der bei einer Fortführung der praktizierten Politik zu ökonomischen Verwerfungen führen kann.

1. Der Weg zum Hier und Heute

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase haben die wichtigsten Zentralbanken der westlichen Industrienationen zum wiederholten Mal eine gezielt expansive Geldpolitik vorgenommen, um die Wirtschaft aus dem konjunkturellen Tal herauszuziehen. Nach keynesianischer und monetaristischer Lehre ist dies die angemessene Handlung, um ein vorhandenes Nachfragedefizit durch vermehrte Investitionen zu füllen. Im Gegensatz dazu behauptet die Österreichische Konjunkturtheorie[1] – die Basis der hier folgenden Argumentation ist –, dass eine solche Politik neben den unbestrittenen konjunkturellen Impulsen auch einen negativen Einfluss auf die Struktur der Wirtschaft aufweist. Die künstliche Absenkung der Zinssätze führt nämlich nicht nur zu einer Ausdehnung der Investitionen, sondern auch zu anderen Investitionen. Niedrigere Zinssätze liefern Anreize, Projekte durchzuführen, deren Einnahmeüberschüsse – und damit auch die Produktion der darauf basierenden Konsumgüter – erst in einer ferneren Zukunft liegen. Diese Investitionen, die sich später als Fehlinvestitionen erweisen werden, rechnen sich betriebswirtschaftlich nur dadurch, dass sich der Zinssatz auf dem künstlich niedrigen Niveau befindet. In einem ökonomisch nachhaltigen Gleichgewicht wären sie nie getätigt worden.

Gleichzeitig verringern die niedrigeren Zinsen die Anreize zum Sparen, aus dem letztlich alle Investitionen gespeist werden. Als Folge sinkt das angestrebte volkswirtschaftliche Sparvolumen, die Konsumnachfrage steigt hingegen. Kurzfristig lässt sich die damit verbundene Investitions- und Konsumnachfrage dadurch verwirklichen, dass Lagerbestände an Konsumgütern abgebaut werden, die Sucharbeitslosigkeit durch steigende Arbeitsnachfrage über ihr normales Niveau hinaus verringert werden kann und vorhandene Anlagen intensiver genutzt werden. Letzteres verursacht eine stärkere Abnutzung der Anlagen und stellt faktisch eine Art ungeplanten Kapitalabbau dar, mit dem die nun höhere Nachfrage nach neuen Investitionsgütern zunächst befriedigt werden kann. Langfristig ist eine solche Politik jedoch zum Scheitern verurteilt, die Diskrepanz zwischen gesunkener Bereitschaft zum Sparen und höherer Investitionsnachfrage wird letztlich zu Zinserhöhungen oder einer immer stärker expansiven Geldpolitik – also langfristig Inflation – führen müssen.

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Die Verteidigung des Euro: ein österreichischer Ansatz

Posted by krisenfrei - 21/06/2012

Eine andere Meinung

Die Verteidigung des Euro: ein österreichischer Ansatz

Mit einer Kritik der Fehler der EZB und des Interventionismus aus Brüssel

Jesus Huerta de Soto am 21. Juni 2012

1. Einleitung: das ideale Geldsystem

Die Theoretiker der Österreichischen Schule haben große Anstrengungen unternommen, um das ideale Geldsystem einer Marktwirtschaft zu erläutern. Auf theoretischer Ebene haben sie eine Konjunkturtheorie entwickelt, die erklärt, wie ein wiederkehrender Zyklus durch eine nicht durch reale Ersparnisse gedeckte Kreditausweitung generiert wird. Diese Kreditausweitung durch ein auf Teildeckung operierendes Bankensystem wird von den Zentralbanken organisiert. Aus historischer Perspektive haben die Theoretiker das evolutionäre Entstehen des Geldes erklärt und ausgeführt wie die Zwangseingriffe des Staates angefeuert von mächtigen Interessengruppen die natürliche Evolution der Bankinstitutionen vom Markt entfernt und korrumpiert haben. Aus ethischer Perspektive haben sie die juristischen Erfordernisse und Prinzipien des Eigentumsrechts im Hinblick auf Bankverträge gezeigt. Diese Prinzipien entstehen aus dem Marktgeschehen selbst und sind gleichzeitig für sein Funktionieren unerlässlich.[1]

Die Schlussfolgerung der theoretischen Analyse ist, dass das aktuelle Geld- und Bankensystem mit einer echten Marktwirtschaft nicht kompatibel ist, an allen durch das Unmöglichkeitstheorem des Sozialismus erklärten Defekten leidet und eine kontinuierliche Quelle von finanzieller Instabilität und wirtschaftlichen Störungen ist. Mithin ist ein grundlegender Neuentwurf des globalen Geld- und Finanzsystems unerlässlich, welcher die uns quälenden Probleme bei der Wurzel packt. Dieser Entwurf sollte auf den folgenden drei Reformen basieren: (a) eine Wiedereinführung einer 100 prozentigen Reservedeckung als essentielles Prinzip des Privateigentumsrechts in Hinblick auf alle Gelddepositen und ihre Äquivalente; (b) die Abschaffung aller Zentralbanken, welche nach der vorherigen Reform (a) zu unnötigen Kreditgebern letzter Instanz werden und die als wahrhaftige Organe zentraler Finanzplanwirtschaft eine kontinuierliche Quelle von Instabilität sind. Dabei müssen auch die Regelungen für ein gesetzliches Zahlungsmittel und das sich kontinuierlich ändernde Gewirr an administrativen Regulierungen verschwinden, welches sich aus diesen ableitet; und (c) die Rückkehr zum klassischen Goldstandard, als einzigen weltweiten Geldstandard, der eine durch die staatlichen Kräfte nicht manipulierbare monetäre Basis bietet und fähig ist, den Inflationsgelüsten der verschiedenen sozialen Akteure ein Korsett anzulegen und sie zu disziplinieren.[2]

Die vorstehenden Ansätze erlauben nicht nur, wie gezeigt worden ist, die uns quälenden Probleme an der Wurzel zu lösen und damit ein noch nie dagewesenes ökonomisches und soziales Wachstum nachhaltiger Art anzustoßen, sondern haben auch den Vorteil zu indizieren, ob Reformenteilstücke in die richtige Richtung weisen. Zudem erlauben die Vorschläge ein besseres Urteil über die verschiedenen Alternativen der Wirtschaftspolitik für die uns umgebende reale Welt. Ausschließlich aus dieser Perspektive, aus den konjunkturellen Gegebenheiten und dem „Machbaren“, ist unsere Analyse der relativen „Unterstützung“ des Euro zu verstehen. Die vorliegende Arbeit versucht aus der Sicht der Österreichischen Schule ein solche Analyse zu entwickeln.

2. Die Österreichische Tradition der Verteidigung fester Wechselkurse gegen einen monetären Nationalismus und flexible Wechselkurse

Die Ökonomen der Österreichischen Schule haben, solange das ideale Geldsystem noch nicht erreicht worden ist, es stets als einen von vielen Ökonomen – vor allem der Chicagoer Schule – begangenen schweren Fehler der Wirtschaftstheorie und der politischen Praxis betrachtet, flexible Wechselkurse in einem Umfeld monetären Nationalismus zu verteidigen, so als ob diese mehr im Einklang mit einer Marktwirtschaft stünden.

Im Gegensatz dazu ist für die Österreicher, solange die Zentralbanken nicht abgeschafft und der klassische Goldstandard mit einer 100 prozentigen Reservedeckung nicht wiedereingeführt worden ist, alles zu unternehmen, damit sich das gültige Geldsystem sowohl in seiner Funktion als auch in seinen Ergebnissen dem Ideal annähert. Dies erfordert den monetären Nationalismus soweit als möglich zu begrenzen; die Möglichkeit zu beenden, dass jedes Land eine autonome Geldpolitik entwickelt; und der inflationären Politik der Kreditausweitung ein so enges Korsett wie möglich anzulegen. Dadurch wird ein monetärer Rahmen geschaffen, der die ökonomischen, politischen und sozialen Akteure, und im Besonderen die Gewerkschaften und andere Interessengruppen, die Politiker und die Zentralbanken so weit es geht diszipliniert.

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Der europäische Alptraum

Posted by krisenfrei - 23/04/2012

Das Schicksal des Euro entscheidet sich am Arbeitsmarkt

Von Norbert Berthold am 23. April 2012

„Letztlich wird die Währungsunion nicht durch Hilfspakete, sondern nur durch Reformen in den Peripherieländern gerettet“ (Jörg Krämer)

Zuerst die gute Nachricht: Seit März schaut die EWU nicht mehr direkt in den finanziellen Abgrund. Die EZB flutete im Februar 2012 zum zweiten Mal nach Dezember 2011 die Geldmärkte. Für viele hat das finanzielle Doping das Schlimmste verhindert. Nun die schlechte Nachricht: Die EZB monetisiert Staatsschulden und betreibt „monetäre Industriepolitik“. Damit schürt sie Inflation und nährt Zombie-Banken. Die Ruhe an der Finanzfront ist trügerisch. Nur wenn die Politik die Zeit nutzt, die realen Probleme zu lösen, bleibt die finanzielle Tragödie aus. Gelingt das nicht, fliegt uns der Euro eher über kurz als lang um die Ohren. Der Weg aus dem fiskalischen Schlamassel führt nur über mehr Beschäftigung und Wachstum. Von dieser Front kommen aber keine guten Nachrichten. Die Lage auf den europäischen Arbeitsmärkten ist schlecht. Im Februar lag die Arbeitslosenquote im Euroraum bei 10,8 %, nach 9,5 % vor einem Jahr. Besonders schlimm ist es in den PIGS. In Griechenland und Spanien ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Das Schicksal des Euro entscheidet sich auf den Arbeitsmärkten.

Arbeitslosigkeit in der EWU

Die Erfahrungen der Problemländer in der EWU zeigen, wie schwierig es für sie ist, adäquat auf Schocks zu reagieren. Vor allem bei asymmetrischen Schocks fehlt der Wechselkurs als Stoßdämpfer hinten und vorne. Aber auch der Weg über mobile Arbeit ist in Europa nur sehr schwer gangbar. Arbeit ist relativ immobil. Das gilt räumlich und beruflich. Die Anpassung an neue wirtschaftliche Gegebenheiten ist damit nur über (produktivitätsbereinigte) flexible Löhne möglich. In den PIGS kann man sehen, wie schwer es fällt, diesen Weg über interne Abwertungen zu gehen. Der eingeschlagene Weg, die Anpassungslasten über finanzielle Transfers der Anderen zu finanzieren, kuriert nur an Symptomen. Bestenfalls verschafft er den Ländern eine finanzielle Atempause, die sie nutzen, um sich an das Unvermeidbare anzupassen. Schlimmstenfalls produziert er lohnpolitisches „moral hazard“. Wie man es auch dreht und wendet, eine Währungsunion wie die Europäische überlebt nur, wenn die Anpassungslasten über flexible Arbeitsmärkte von den Arbeitsmarktakteuren getragen werden.

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Die japanischen Lehren für die Europäische Krise

Posted by krisenfrei - 08/04/2012

Von Gunther Schnabl am 8. April 2012

Japan ist nicht nur bei vielen Technologien Vorreiter, auch hinsichtlich der Erfahrung mit Krisen und Krisentherapien. Das Land der aufgehenden Sonne hat nicht nur 15 Jahre vor Europa einen großen Boom-und-Krisen-Zyklus erlebt, sondern auch wichtige Erfahrungen mit monetärer Lockerung, expansiver Finanzpolitik und der Rekapitalisierung von Finanzinstituten als Krisentherapien gemacht. Obwohl die (Nahe-)Nullzinsgrenze schon eine Dekade früher als in Europa erreicht wurde und die Staatsverschuldung auf Weltrekordniveau geklettert ist, stagniert das Wachstum. Können Japans Erfahrungen Europa helfen, ein ähnliches Schicksal zu umschiffen? Zur Beantwortung dieser Frage werden Krisenursachen, Krisenverlauf, Krisentherapien und (mögliche) Folgen der Krisentherapien verglichen.

Krisenursachen:
Die Übertreibungen auf den japanischen Vermögensmärkten wurden Mitte der 80er Jahre durch eine expansive Geldpolitik der Bank of Japan ausgelöst. Die Zinssenkungen sollten die durch das Plaza-Abkommen (Sept. 1985) angestoßene drastische Aufwertung des japanischen Yen ausbremsen. Der durch das billige Geld befeuerte Spekulationsboom auf den Aktien- und Immobilienmärkten (siehe Abb.) wurde nach dem Louvre-Akkord (Feb. 1987) durch eine expansive Finanzpolitik – die ebenso wie die gezielte Yenaufwertung Japans Handelsüberschuss zu reduzieren suchte – verstärkt.

Auch in der Europäischen Währungsunion sind die Wurzeln der europäischen Schuldenkrise in einer Kombination aus expansiver Geld- und Finanzpolitik in Teilen der Europäischen Währungsunion zu sehen. Nach dem Eintritt in die Eurozone lockerten einige Länder an der Peripherie der Währungsunion ihre Finanzpolitik, während Deutschland in Reaktion auf die hohen Kosten des Wiedervereinigungsbooms nach Konsolidierung des Staatshaushaltes strebte. Die Kombination aus restriktiver Finanzpolitik in Deutschland und expansiver Finanzpolitik in den Peripherieländern begünstigte Kapitalzuflüsse in die Peripherie.

Die Kapitalzuflüsse wurden durch die starken Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank in Reaktion auf das Platzen der Dotdom-Blase weiter angeheizt. Die Zinssenkungen komprimierten auch die Risikoprämien für die internationale Kreditvergabe. Die Folge waren Blasen bei den Staatsausgaben (insbesondere Griechenland), auf lokalen Immobilienmärkten (Irland, Spanien), beim Konsumverhalten (Griechenland, Portugal), bei Leistungsbilanzsalden (GIIPS-Länder, Deutschland) und in Finanzsektoren (Irland, Österreich, Luxemburg).

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Griechenland gerettet? – Alles Lügen!

Posted by krisenfrei - 29/03/2012

Aktueller Newsletter von fortunanetz

Liebe Leserinnen und Leser,

Griechenland wurde gerettet! Wirklich? Der ominöse Schuldenschnitt des griechischen Staates, verhandelt zwischen der EU und der griechischen Regierung hat stattgefunden, der angeblich nun dazu führt, dass Griechenland eine „Chance“ hätte seinen Haushalt zu sanieren und weiterhin ein fröhliches Mitglied des Euroraums zu bleiben.

Nur leider spricht die Realität eine andere Sprache.

Fakt 1: Griechenlands Gesamtverschuldung liegt wohl bei ca. 1 Billion Euro. Der Schuldenschnitt bezieht sich aber auf derzeit gerade einmal 100 Mrd. Euro Staatsschulden. Es ist zu vermuten, dass demnächst weitere Schnittchen, oder auch größere Schnitten unterwegs sein werden. Siehe Artikel in der Telebörse zu der Möglichkeit eines unkontrollierten Staatsbankrotts: http://www.teleboerse.de/nachrichten/Schuldenschnitt-droht-zu-scheitern-article5685481.html

Fakt 2: Durch die beschlossenen Kürzungspakete tritt nun der von uns immer wieder befürchtete Effekt ein, den auch Deutschland unter Reichskanzler Brüning mit seiner Kürzungspolitik erreichte. Vergleichbar mit der brüning’schen Politik kürzt Griechenland bei Löhnen, Gehältern, Zahlungen an Beamte, sowie bei den Renten und der sozialen Unterstützung durch den griechischen Staat. Hierzu findet sich viel Information in einem Artikel der NZZ zu diesem Thema:

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/griechenland_in_der_fiskalischen_abwaertsspirale_1.15787007.html

Natürlich sind die Effekte aus dieser Politik typisch: Kürzungen haben weniger Konsum, Firmeninsolvenzen, Arbeitslosigkeit und Steuerausfälle zur Folge, was die Lage nicht verbessert, sondern verschlimmert.

Fakt 3: Im Endeffekt bedeutet dies große Not für die griechische Bevölkerung wie man den Ausführungen dieses Blogs entnehmen kann:

http://elladazoi.blogspot.de/2012/02/selbsthilfe-in-griechenland.html

Nur leider sind diese Informationen keine Nachrichten in den Mainstream Medien wert, würde es doch zeigen, dass Griechenland nicht gerettet wurde, sondern ausgeplündert… Was nun auch unter dem Deckmantel des Schweigens fröhlich weiter geht.

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Wirtschaftspolitische Diskussion in der Sackgasse ?

Posted by krisenfrei - 13/02/2012

Ein, wie ich finde, interessanter Artikel zur europäischen Staatsschuldenkrise, den unsere unfähigen Politiker, insbesondere der Wirtschaftsminister Rösler, unbedingt lesen sollten. Allerdings vermute ich, dass die meisten Politiker gar nicht verstehen, was der Autor mit seinem Artikel zum Ausdruck bringen will.

Von Mathias Erlei

Warum die Wirtschaftswissenschaft den Niedergang der Eurozone nicht bremsen kann

1.     Die festgefahrene Diskussion

Die Ermüdungserscheinungen sind unübersehbar. Die Diskussionen um die Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise haben die Aufnahmebereitschaft der Zuhörer über Gebühr in Anspruch genommen. Alle Argumente sind längst vorgetragen worden, mindestens hundertmal. Das Interesse der Fernsehzuschauer und Zeitungsleser wendet sich folgerichtig anderen Themen zu. Gleichzeitig ist die Schuldenkrise viel zu wichtig, um tatenlos zuzusehen. Deshalb ist es vielleicht an der Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme: Wo stehen wir? Was kennzeichnete die vergangene Diskussion über die Bewältigung der Staatsschuldenkrise? Was folgt daraus?

Die internationale Stimmungslage ist durch eine Mehrheitsposition gekennzeichnet: Der Sparwille der  hochverschuldeten Länder sei durch ihre – nicht immer umgesetzten – Zugeständnisse doch vorhanden, nur wirke die Sparpolitik nicht hinreichend oder sie wirke zu langsam. Ein Festhalten an der die Staatsausgaben begrenzenden Austeritätspolitik wird nicht selten als dumme Sturheit gebrandmarkt. Folglich brauche man stimulierende Maßnahmen der Geld- und Fiskalpolitik, also im Wesentlichen das Gegenteil einer Sparpolitik, um die Schuldenkrise zu überwinden. Wie man mit höheren Neuverschuldungen den Schuldenstand abbauen und wie man mit konjunkturpolitischen Instrumenten strukturelle Missstände beseitigen kann, bleibt allerdings nebulös.

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Sofort aufhören!

Posted by krisenfrei - 10/02/2012

Von Ronald Gehrt

Sofort aufhören!

Liebe Leserinnen und Leser,

EZB-Milliarden kontra zerstörerische Erbsenzählerei, darum geht es in diesen Tagen. Mein Gott, ich bin so wütend! Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass das in den Medien so genüsslich breitgetretene, angebliche Ende der Welt gegen Ende dieses Jahres tatsächlich stattfindet .. aber nicht durch Naturkatastrophen, sondern durch eine Eskalation menschlicher Dummheit ausgelöst wird. Dieser Irrsinn muss jetzt schnell enden!

An den Börsen ringen die ab Ende Februar kräftig verstärkten Milliarden der EZB, in
beliebiger Verfügung europäischer Banken, gegen die langsam doch (endlich!) um sich
greifende Erkenntnis, dass die Erbsenzähler in den Chefpositionen der EU dieses mit so viel
Optimismus, Engagement (und Blauäugigkeit) begonnene Projekt durch ihre Engstirnigkeit,
Profilierungssucht und durch den permanenten Seitenblick auf die meist unqualifizierte
Meinung des Wahlvolks in Windeseile vernichten … und den Rest der Weltwirtschaft gleich
mit in den Abgrund reißen.

Ich hatte schon im Frühjahr 2010, als der ganze Mist losging, gefordert: Entweder, ihr lasst
die Griechen sofort aus der Zwangsjacke der EU heraus oder ihr zahlt gefälligst alle
zusammen, was zu zahlen ist! So wäre es gegangen. Jetzt geht gar nichts mehr.
Noch am Donnerstagmittag verkündete EZB-Präsident Draghi, dass sich die griechischen
Parteien auf die Annahme der Sparvorgaben der Troika aus EU, IWF und EZB geeinigt
hätten. Keine 24 Stunden später verkündete der Chef der rechtsgerichteten LAOS-Partei in
Griechenland, dass er dieses Sparpaket doch nicht mittragen werde. Und ich bin versucht
auszurufen: Bravo! Denn irgendwo ist mal Schluss. Überlegen Sie doch mal: Davon
abgesehen, dass die Griechen jetzt die schwärzeste Seite einer Solidargemeinschaft zu
spüren bekommen, nämlich dass diese „Solidarität“ im Falle einer Krise zu einem Diktat in
Bereichen ureigenster, nationaler Souveränität führt, zerstören diese Vorgaben jede Chance
auf eine Stabilisierung der im freien Fall befindlichen griechischen Wirtschaft.

Wenngleich jetzt – wenn auch viel zu spät – immer mehr Stimmen zu hören sind, die fordern,
dass die irrwitzigen, kontraproduktiven Sparvorgaben sofort von konkreten Maßnahmen zur
Stimulierung des Wachstums der griechischen Wirtschaft abzulösen sind, so wird doch
niemand ernsthaft reagieren. Denn das würde noch mehr Geld kosten (völlig logisch) und
erst in mehreren Jahren Erfolge zeitigen, während man sich jetzt mit der lächerlichen,
kurzfristigen Erfolgsperspektive eines reduzierten Haushaltsdefizits brüsten kann. Der
kurzfristige Erfolg steht meilenweit über Gesundung eines EU-Mitgliedslandes.

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