Die Europäische Union ist nur einer von 4 Blöcken, auf dem Weg zur Weltregierung. Die Globalisierung der Eliten und Bänker hat nur ein Ziel: Die totale Kontrolle über die Menschen. Sie bezeichnen es als Neue Weltordnung, doch in Wahrheit ist es eine Welt(un)ordnung.
Wir wollen uns nunmehr, lieber James, der Frage zuwenden, wie das Geld, entsteht. Wohlgemerkt, das wirkliche, echte Geld, nicht das Scheingeld, das die Staaten heute im Großbetrieb herstellen. Die Entstehung des Scheingeldes ist ganz uninteressant. Es gehört dazu nur ein weites Gewissen und eine Notenpresse. Aber wie ich Dir schon in einem früheren Briefe schrieb: Auf diese Weise kann niemals wirkliches Geld entstehen. Ein Papierzettel wird nicht zu Geld, wenn der Staat ihn als solches bezeichnet und die Bevölkerung zwingt, ihn als Geld anzusehen. Wirkliches Geld entsteht infolge eines ganz bestimmten wirtschaftlichen Vorgangs und hat stets eine Leistung zur Voraussetzung. Es ist kein Geschöpf der staatlichen Rechtsordnung oder der staatlichen Willkür, sondern ein Produkt des Verkehrs. Und so belanglos es ist, zu wissen, was eine Regierung sich dabei denkt, wenn sie ihre bunten Zettel druckt, so interessant ist es, die Entstehung des wirklichen Geldes zu verfolgen.
Du und ich, jeder einzelne Kulturmensch, wohnt täglich der Geburt von Geld bei. Trotzdem sieht es nur selten einer von uns körperlich entstehen. Das scheint rätselhaft und ist doch im Grunde ganz natürlich. Man muss sich nur den Hergang genau vergegenwärtigen.
Jeder Bäcker, der ein Brot verkauft, jeder Handwerker, der eine Arbeit ausführt, verschafft sich dadurch einen Güteranspruch. Machen sie diesen Anspruch sofort geltend, lässt sich also der Bäcker für sein Brot eine Tüte Zucker, der Handwerker für seine Arbeit ein paar Zigarren geben, so hinterlässt der Vorgang keine weiteren Folgen. Wir sprechen dann von einem Tausch. Schieben die Beiden aber die Geltendmachung ihres Anspruchs auf, so werden sie dadurch Inhaber eines Bezugsrechts, das sie zu beliebiger Zeit und in beliebiger Weise ausüben können, und wir sprechen dann von Geldverkehr.
Denn jenes Bezugsrecht ist ja nichts anderes als Geld. Trotzdem sehen wir nicht, dass bei dieser Gelegenheit körperliches Geld entstanden wäre. Vielmehr sehen wir, dass das Geld, das der Bäcker und der Handwerker empfangen, und in dem sich das Bezugsrecht verkörpert, bereits vorhanden ist und nur die besitzende Hand wechselt. Wie kommt das? Sollte am Ende die Behauptung, dass bei jeder Leistung, die nicht sofort mit einer Gegenleistung abgegolten wird, Geld entsteht, falsch sein? Und wenn sie falsch ist, wann entsteht dann das Geld in Wirklichkeit? Denn irgendwann, das ist klar, muss jedes Geldzeichen, das sich im Verkehr befindet, entstanden sein.
Die Sache klärt sich auf höchst einfache Weise auf, lieber James, sobald wir korrekt sprechen und die Begriffe „Geld“ und „Geldzeichen“ auseinanderhalten. Die meisten Irrtümer und Missverständnisse entstehen ja daher, dass die Menschen mit einem bestimmten Wort verschiedene Begriffe verbinden, also gleichsam verschiedene Sprachen sprechen und so aneinander vorbeireden. Verstehen wir uns also recht: Der Güteranspruch, den ein Mensch besitzt, die Kaufkraft, die er infolgedessen ausübt, ist „Geld“. Ich habe es Dir ja häufig genug wiederholt, dass Geld nichts materielles, sondern etwas ideelles, nämlich ein Recht ist. Dieses Recht muss natürlich, um respektiert zu werden, äußerlich irgendwie kenntlich gemacht werden. Es kann z.B. in ein öffentliches Buch eingetragen und durch Umbuchung von einem Berechtigten auf den anderen überschrieben werden. In diesem Falle nimmt das ideelle Geld keine körperliche Gestalt, sondern nur die abstrakte Form einer Buchung an. Man spricht dann von „Giralgeld“. Meist zieht man es aber vor, Dokumente über das Recht anzufertigen und den Berechtigten auszuhändigen. Diese Dokumente sind dann „Geldzeichen“ oder „Zahlungsmittel“ . Der Sprachgebrauch hat sich leider daran gewöhnt, diese Dokumente ebenso zu nennen wie das in ihnen verbriefte Recht, nämlich „Geld“. Daraus entsteht eine fortgesetzte Konfusion der Begriffe, und Du selbst, mein Sohn, bist vielleicht eben einer solchen Konfusion zum Opfer gefallen. Denn solltest Du Dich wirklich darüber wundern, dass Du noch niemals Geld hast ins Leben treten sehen, obwohl doch stündlich rund um Dich herum tausende von Güterbezugsrechten entstehen, so würdest Du ganz einfach „Geld“ und „Geldzeichen“ miteinander verwechseln. Sobald Du Dich korrekt ausdrückst, fällt der vermeintliche Widerspruch in sich zusammen. Denn dass täglich in unzähligen Fällen neue Bezugsrechte, Geld genannt, zur Entstehung kommen, braucht durchaus nicht zur Folge zu haben, dass über jedes dieser Bezugsrechte ein neues Dokument, Geldzeichen genannt, ausgefertigt wird. Es würde im Gegenteil sogar sehr sonderbar sein, wenn das der Fall wäre.
Über zwei Dinge, hoffe ich, bist Du Dir heute im klaren, lieber James. Erstens darüber, dass jedes Geldzeichen ein Recht, und zwar ein beglaubigtes Bezugsrecht, darstellt; zweitens darüber, dass die Menge dieser Rechte, die Menge des umlaufenden Geldes, nie zu groß und nie zu klein ist, sondern immer gerade dem Bedarf entspricht. Wie groß dieser Bedarf ist, und welche absolute Geldmenge infolgedessen im Lande umläuft, das werden wir in einigen Tagen sehen, nämlich, wenn wir uns der interessanten Frage zuwenden, wie das Geld entsteht. Bis dahin müssen wir manches noch auf sich beruhen lassen; so z. B. auch die eigentümliche Erscheinung, dass es in jedem Lande und zu jeder Zeit so aussieht, als ob bei weitem zu wenig Geld vorhanden wäre, und zwar ganz gleichgültig, ob in dem Lande 1 Million oder 100 Milliarden Geldzeichen im Umlauf sind. Ich weiß sehr wohl, dass diese universelle Erscheinung Dich stutzig macht, obwohl Du ahnst, dass irgend ein Irrtum dahinter steckt. Aber wir können nicht alle Details auf einmal behandeln, sondern müssen immer hübsch eins nach dem anderen vornehmen. Sind erst die Hauptfragen aufgeklärt, so verschwindet mancher Irrtum in den Einzelheiten ganz von selbst.
Die erste Hauptfrage war die nach der Menge des Geldes; mein letzter Brief hat sie in großen Umrissen behandelt, und wir können uns nunmehr der zweiten Hauptfrage zuwenden: Welchen Wert hat das Geld?
Mit dieser Frage müsstest Du eigentlich schon ganz allein fertig werden können. Denn sobald Du Dir vergegenwärtigst dass das Geld weiter nichts ist als ein attestiertes Recht, ein Recht zum Bezuge von Gütern, musst Du ohne weiteres erkennen, dass die Fragestellung an sich sinnlos ist. Ein abstraktes „Recht“ kann niemals einen konkreten „Wert“ haben. Es kann wohl den Wert, den irgend eine Sache hat, von einer Person auf die andere übertragen, es kann die Besitzverhältnisse an diesem Werte regeln, aber es kann den Wert nicht in sich selbst verkörpern. Du darfst Dich nicht dadurch irre machen lassen, dass es Geld einer bestimmten Art gibt, welches tatsächlich ungefähr den konkreten Wert hat, den es attestiert, dass also z.B. ein englischer Sovereign und eine deutsche Doppelkrone nicht nur ein Bezugsrecht im Werte von 20 Schilling und 20 Mark darstellen, sondern diesen Wert kraft ihrer körperlichen Beschaffenheit, weil sie nämlich aus Gold bestehen, auch wirklich haben. In diesem Falle ist es nicht das Geld, nicht das Güterbezugsrecht, das einen Eigenwert hat, sondern nur das Metall, auf dem (durch Prägung) das Bezugsrecht bescheinigt ist. Solltest Du zufällig eine Doppelkrone aus der Vorkriegszeit in unsere papierne Gegenwart hinübergerettet haben, so kannst Du sofort die Probe auf das Exempel machen, indem Du das Goldstück einschmelzen lässt. Obwohl das Gold nunmehr keine Doppelkrone, kein Geld mehr ist, hat es doch denselben Wert wie früher, nämlich20 Goldmark oder 4 3/4 Dollar. Die papiernen Zwanzigmarkscheine dagegen, die Du etwa noch aus der Vorkriegszeit liegen hast, sind tief, tief unter diesen Wert gesunken. Würde das Geld seinen Wert wirklich aus sich selbst, aus seiner Eigenschaft als Geld herleiten, so müssten die beiden Geldzeichen, die eins wie das andere 20 Mark darstellen, genau den gleichen Wert haben. Tatsächlich hat sich nur die Doppelkrone ihren alten Wert von 20 Goldmark = 4 3/4 Dollar erhalten, und zwar deshalb, weil sie seit jeher noch etwas anderes als Geld gewesen ist, nämlich Gold, d.h. eine Ware von ganz besonderer Wertbeständigkeit.
Einen Satz, mein lieber James, kannst Du Dir gar nicht fest genug in Deinen Verstand hämmern. Der Satz, der die Quintessenz meines vorigen Briefes ausmacht, lautet: „Geld ist die Verkörperung eines Güteranspruchs, der dadurch entstanden ist, dass jemand etwas geleistet, die Gegenleistung aber noch nicht erhalten hat.“ Oder kürzer: „Geld verkörpert den aus einer Leistung entstandenen Anspruch auf gleichwertige Gegenleistung.“ Dieser Satz ist das A und O der ganzen Geldlehre. Aus ihm ergibt sich alles, was über das Geld zu sagen ist, eigentlich von selbst. Würden nur alle Völker sich diesen harmlosen Satz einprägen und niemals gegen seinen Sinn verstoßen, so würde es in der ganzen Welt kein Geldelend und keine Valutafrage geben.
Sobald der Anspruch auf Gegenleistung, den jeder marktmäßige Güteraustausch zur Folge hat, durch das Geld gesichert wird, geht mit ihm eine äußerliche Veränderung vor sich. Du erkennst das sofort, wenn Du Dir einen konkreten Fall vorstellst. Denke Dir einen Arbeiter, der für 200 Mark Arbeit geleistet, das heißt, sich einen Anspruch auf Güter im Werte von 200 Mark erworben hat. Er hat diesen Anspruch bis zum Zahltage ausschließlich gegen seine Arbeitgeber. (Bis zum Zahltage gewährt jeder Arbeiter seinem Arbeitgeber Kredit.) In dem Moment aber, wo dieser dem Arbeiter die 200 Mark auszahlt, fällt der Anspruch gegen ihn selbst fort. Die Beiden sind „Quitt“ . Dadurch ist aber nicht etwa auch der Anspruch an sich erloschen, vielmehr bleibt derselbe, im Gelde verkörpert, in der unveränderten Höhe von 200 Mark bestehen. Nur richtet sich der Anspruch jetzt nicht mehr gegen einen Einzelnen, den Arbeitgeber, sondern gegen die Gesamtheit, den Markt. Der Arbeiter kann die ihm für seine Arbeit zugesicherte Gegenleistung nunmehr einkassieren, wo und in welcher Form er will. Er kann sich beim Schuster ein Paar Stiefel, beim Kaufmann Lebensmittel und Zigarren, beim Gastwirt Bier kaufen. Erst wenn er das getan und seine 200 Mark ausgegeben hat, ist sein Güteranspruch erloschen. Dann erst ist der Zweck des Tausches erfüllt, den der Arbeiter mit seinem Arbeitgeber vorgenommen hat: er hat für seine Arbeitsleistung Stiefel, Lebensmittel, Zigarren und Bier eingetauscht. Der Empfang des Geldes war nur eine Zwischenstufe, die notwendig war, weil der Arbeitgeber die Waren, die der Arbeiter zu erhalten wünschte, nicht selbst hatte, weil es mithin einer Garantie bedurfte, dass der Arbeiter die durch seine Hände Arbeit verdienten Waren auch wirklich irgendwo erhielt.
Halte das recht fest, mein Sohn: Solange jemand für eine Leistung keinerlei Gegenwert, auch nicht in der Interimsform von Geld erhalten hat, besitzt er lediglich einen Anspruch an eine bestimmte Person, nämlich eine Forderung an den Empfänger seiner Leistung. Unser Arbeiter beispielsweise hat zunächst eine Forderung in Höhe von 200 Mark einzig und allein an seinen Arbeitgeber. Sobald aber derselbe Jemand Geld für seine Leistung erhalten hat, besitzt er eine Forderung an die Allgemeinheit.
Wie kommt es, lieber James, dass die Menschen unter denen sich doch auch kluge, selbständig denkende Leute befinden, das Wesen des Geldes so schwer ergründen können? Ich glaube, es kommt daher, dass sie von Kindesbeinen auf mitten im Gelde leben, zu eng mit ihm verwachsen sind und daher nicht die nötige Distanz zu ihm finden. Das Geld verrichtet eine bestimmte Funktion im täglichen Leben, nämlich die Funktion des Kaufens und Bezahlens, mit solcher Selbstverständlichkeit, dass man nur schwer von der Vorstellung loskommt, das Geld und die Funktion seien ein und dasselbe. Und der Sprachgebrauch bestärkt uns in dieser Vorstellung. Wenn wir einen gewissen Dickhäuter mit einem langen Rüssel „Elefant“ nennen, so kann kein Zweifel daran bestehen, dass ein Elefant nichts anderes als dieser gewisse Dickhäuter mit dem langen Rüssel ist. Und wenn wir alle Dinge, mit denen wir im Alltagsleben kaufen und bezahlen, „Geld“ nennen, so ist Geld natürlich nichts anderes als das Ding, das jeweils als allgemeines Kauf- und Zahlmittel dient. Ob es sich dabei um Goldmünzen oder papierne Scheine, um Salzbarren oder Kaurimuscheln handelt, ist gleichgültig, solange man nur in seinem Lande damit kaufen und bezahlen kann, denn alles, womit man das zu tun vermag, nennt der Sprachgebrauch „Geld“.
Hinter dieser allbekannten Funktion steckt aber ein verborgener Sinn, ein Gesetz. Ganz wie hinter dem Vorgang des fallenden Steins, des rollenden Rades bestimmte Naturgesetze stecken. Diesen Gesetzen kommt man nicht auf die Spur, solange man ein Rüsseltier Elefant, und den Elefanten ein Rüsseltier nennt, sich also begrifflich immer im Kreise dreht. Wenn man sich aber vergegenwärtigt, was allen Vorgängen und Funktionen einer bestimmten Art gemeinsam, was das Typische in ihnen ist, so kommt man sehr schnell hinter ihre tiefere Bedeutung und hinter die Gesetze, denen sie gehorchen.
Denke also, lieber James, jetzt einmal nicht an das Geld, das den Verkehr vermittelt, sondern überlege Dir, welchen Sinn der wirtschaftliche Verkehr zwischen den Menschen als solcher hat. Dann drängt sich Dir zunächst eine Beobachtung auf, die schon, viele Menschen vor Dir gemacht haben: dass nämlich dieser Verkehr im Grunde genommen nur ein Tauschverkehr ist. So kompliziert unser Wirtschaftsleben auch aussieht, letzten Endes läuft es doch lediglich darauf hinaus, dass täglich zahllose Gegenstände für den Verbrauch hergestellt und zu diesem Zweck zwischen Herstellern, Händlern und Verbrauchern ausgetauscht werden. Wer auch immer eine Ware verkauft oder eine Leistung anbietet, immer kommt es ihm darauf an, andere Waren oder andere Leistungen dafür zu erhalten. Mache einmal die Probe. Blicke um Dich herum und prüfe, woraus sich das Vermögen Deiner Nachbarn zusammensetzt, das heißt, was sie für ihre Jahrzehnte lang geleistete Arbeit eingetauscht und aufgesammelt haben. Was siehst Du dann? Du siehst Häuser, Möbel, Kunstgegenstände. Ferner siehst Du Maschinen, Wagen, Schiffe. Endlich siehst Du Gegenstände des täglichen Bedarfs, nämlich Vorräte an Kleidung, Wäsche, Fleisch, Brot. Alle diese Dinge sind der wirkliche Gegenwert für die Waren, welche Deine Nachbarn verkauft, und für die Arbeit, die sie geleistet haben.
Umfassende weltweite Krise – USA 2012/2016 : Ein zahlungsunfähiges und unregierbares Land
– Pressemitteilung des GEAB vom 17. Dezember 2011 (GEAB N°60) –
Wie in den vorhergehenden Ausgaben des GEAB angekündigt, stellen wir in dieser 60. Ausgabe des GEAB unsere Vorhersagen über die Entwicklungen in den USA für die Jahre 2012 bis 2016 vor. Dieses Land, Epizentrum der umfassenden weltweiten Krise und tragender Pfeiler der Nachkriegsweltordnung, wird in den kommenden Jahren eine besonders tragische Epoche durchleben müssen. Es ist heute schon zahlungsunfähig und wird bald unregierbar sein. Das wird für die Amerikaner und all die, die von den USA abhängen, wirtschaftlich, finanziell, geopolitisch, währungspolitisch und sozial schlimme Folgen zeitigen. Heute schon ist von der „Hypermacht“ des Jahres 2006, als wir in den ersten Ausgaben des GEAB den bevorstehenden Ausbruch der umfassenden weltweiten Krise und das Ende der Vormachtstellung der USA vorhersagten, nicht mehr viel übrig. Aber die Entwicklungen der kommenden Jahre, die wir vorhersagen, sind noch viel umfangreicher und werden dieses Land, seine politischen Institutionen und seine gesellschaftliche Struktur vollkommen umkrempeln und sein wirtschaftliches und finanzielles Gewicht auf einen Bruchteil seines einstigen Gewichts reduzieren.
Gleichzeitig, wie jedes Jahr im Dezember, bewerten wir unsere Vorhersagen für das vergangene Jahr. Diese Übung, die wenige Think tanks, Experten und Medien (1) praktizieren ist für uns und unsere Leser (2) ein Mittel zu überprüfen, ob unsere Arten weiterhin einen Mehrwert erbringen und ob sie eine realistische Einschätzung der kommenden Entwicklungen ermöglichen. Dieses Jahr konnten wir unser Ergebnis zum Vorjahr mit einer Trefferquote von 82% leicht verbessern.Auch enthält diese Ausgabe wieder Empfehlungen zu Währungen, Gold, den Aktienmärkten, bewertet die Folgen der Isolierung Großbritanniens in der EU (3) auf Gilts, Pfund und die britischen Staatsschulden und zuletzt stellen wir einige Überlegungen zu notwendigen Reformen der US-Verfassung vor (4).
Mitternacht. Draußen, lieber James, läuten die Silvesterglocken wieder einmal ein tolles Jahr zu Grabe. Ein weihevoller Moment für die Menschen, die sich die Stunden ihrer inneren Erhebung vom Kalender vorschreiben lassen. Disraelis »two nations«, die beiden großen Völker, in die jeder sogenannte Kulturstaat sich spaltet, leben in diesem Augenblick ihr Dasein doppelt intensiv. Der Reichtum steigert sein Wohlleben in Wein, Tanz und Spiel bis zum Rausch; ich blicke ihm von meinem Arbeitszimmer aus in die festlich blitzenden Fenster.
Die Armut, die ich nicht sehe, weil sie sich in weit entfernten Stadtvierteln zwischen ihre kahlen vier Wände verkriecht, bringt dem neuen Jahr das schuldige Opfer, indem sie die Tränen des Alltags doppelt reichlich fließen lässt. Ich selbst habe, wie Du weißt, keinen Sinn für Feierlichkeit. Aber ganz kann ich mich der Magie der Silvesternacht dennoch nicht entziehen. Sie zwingt mich zur inneren Sammlung, zur geistigen Einkehr, und manche unklare Empfindung in mir nimmt feste, scharf umrissene Gestalt an.
Ich sehe mich gleichsam auf dem schmalen Grat stehen, der die beiden großen Völker in unserem Vaterlande trennt, die Tanzenden hier, die Weinenden dort. Und indem ich hinunterblicke in dieses zweigespaltene Leben und Treiben, ist es mir, als könnte ich deutlich alle Hebel und Räder des großen Mechanismus erkennen, der die sozialen Verhältnisse der Länder und Kontinente bestimmt und der dem profanen Auge meist verborgen bleibt.
Mein geschärfter Blick übersieht die wirtschaftlichen Gesetze, die Reichtum und Armut entstehen, anwachsen, stillstehen oder abnehmen lassen. Ich sehe, wie unter bestimmten Voraussetzungen die Scheidewand zwischen dem Volk der Besitzenden und dem der Besitzlosen sich hebt oder senkt. Und mit erschreckender Klarheit drängt es sich mir auf, wie verhängnisvoll jene ewigen Wirtschaftsgesetze gerade in dem eben abgelaufenen Jahre wirksam gewesen sind: Um ein ungeheures Stück hat sich die schroffe Scheidewand zwischen den beiden Völkern eines und desselben Landes erhöht. In verdreifachter Menge fließen diesseits die Tränen, jenseits der Wein. Und zugleich mit der Scheidewand wächst aus; dem uralten Groll der beiden Völker, die einander niemals verstehen werden, ein ungeheurer Hass empor, der eines Tages die Kulturwelt in Trümmer legen wird, wenn man seine Ursachen nicht noch rechtzeitig beseitigt.
Über 200 Jahre Zentralbanken … und nichts daraus gelernt !
Inflation
Vor über 200 Jahren gab es schon Zentralbanken, die die Regierungen für ihre Kriege mit Geld versorgten. Genau wie heute wurde Geld ohne Ende gedruckt und in Umlauf gebracht. Das Ergebnis war, wenn mehr Geld als Waren und Dienstleistungen vorhanden ist – und ist auch heute noch: Inflation. Inflation ist eine versteckte Steuer, die die Bürger mittel- bis langfristig enteignen.
In naher Zukunft wird auch auf uns eine galoppierende Inflation zukommen, denn „Die Politik will die Inflation“. Und wen haben wir das zu verdanken? Den Zentralbanken und den Politikern! Sie verhalten sich verantwortungslos, indem sie Schulden mit immer mehr Schulden bekämpfen wollen. Die Begründungen, die hochverschuldeten Staaten und Banken zu retten, sind haltlos. Nicht die Staaten oder Banken werden gerettet, sondern die Vermögen der Reichen!
Der 3. und 7. US-Präsident – Ein Kampf gegen die Banken
Thomas Jefferson, der 3. US-Präsident (1801-1809), schrieb 1814 an John Adams, der vor ihm US-Präsident war:
„Stets war ich der Feind der Banken, nicht derjenigen, die Zinsen für echtes Geld verlangen, sondern ein Feind derer, die uns ihr eigenes Papier unterschieben und damit unsere Währung gefährden. Mein Eifer gegen diese Institutionen war so ehrlich und offen, dass ich als Wahnsinniger verspottet wurde von der Brut der Bank-Krämer, die von der Öffentlichkeit die erschwindelten und armseligen Gewinne stehlen wollten … Sollten wir einen Altar dem alten Papiergeld der Revolution errichten, das Individuen ruiniert, aber die Republik gerettet hat, und alle früheren und künftigen Bankkonzessionen und gleichzeitig auch alle Banknoten selbst darauf verbrennen? Denn diese ruinieren sowohl die Republik als auch die Menschen. Doch es kann nicht getan werden. Die Besessenheit ist zu stark. Sie hat mit ihren Irreführungen und Täuschungen alle Mitglieder der Regierungen und alle Individuen ergriffen.“
Wie ich bereits in meinem Artikel vom 21.11.2011 hingewiesen habe, werden für die vier größten EU-Länder (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) im nächsten Jahr Staatsanleihen im Wert von etwa 935 Mrd. Euro fällig.
Zwei Tage später wollte Deutschland 6 Mrd. Euro bei einer Versteigerung neuer Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit einsammeln. Die Versteigerung wurde zu einem Flop. Wo doch sonst in der Vergangenheit deutsche Staatsanleihen immer gerne gefragt waren, wurden hier gerademal zwei Drittel des Volumens nachgefragt, woraufhin der Euro und die Aktienmärkte unter Druck gerieten.
Es gab Stimmen, die meinten, dass es an der niedrigen Rendite von 1,98 Prozent gelegen haben könnte. Nun ja, bei einer Inflation von 6 und mehr Prozent (die offizielle Inflation von etwa 3 Prozent ist erlogen und erstunken) lassen sich mit diesen Anleihen keine Gewinne mehr erzielen. Die Großinvestoren kaufen dann schon lieber über ihre Banken italienische Anleihen mit einer Rendite von etwa 7 Prozent oder Griechenanleihen von weit über 10 Prozent. Falls dieser Deal schief gehen sollte, haftet ja bekanntlich der Steuerzahler. So einfach ist das!
Die folgende Grafik zeigt, dass besonders Frankreich und Italien in den ersten vier Monaten des kommenden Jahres auf einer Staatsanleihen-Zeitbombe sitzen. Wie sollen diese Anleihen bei einem mickrigen Wachtstum von nahezu NULL refinanziert werden? Mister Goldman-Draghi von der EZB wird es bestimmt schon richten. Auf ein paar mehr Mrd.-Schrottpapiere in der EZB-Bilanz kommt es dann auch nicht mehr an.
Wie jetzt bekannt wurde, droht Standard & Poor’s Deutschland mit Abstufung. Und was ist mit Großbritannien? Angeblich ist das Königreich mit 1000 Prozent des BIP verschuldet. Was soll’s. Schulden, Schulden, Schulden, wohin man auch schaut. Die USA haben inzwischen auch die 100 Prozent zum BIP erreicht. Schulden, die NIEMALS auf Null reduziert werden können. Das Zinssystem läßt es nicht zu.
Der Kollaps der Schuldenstaaten lauert bereits um die Ecke. Ein Schuldenschnitt ist unausweichlich. Wie dieser ausfallen wird, mag ich nicht zu beurteilen. Er wird aber extrem grausam sein. Langjährige Ersparnisse in Papiergeld werden sich von einem Tag auf den anderen auf ein Minimum reduzieren.
Die Zeitbombe Staatsanleihen wird platzen. Wenn der Tag kommt, werden auch die Preise von Immobilien und Aktien in den Keller rauschen. Letztendlich zählt dann nur noch Echtes Geld.
Das Kartell der Rating-Agenturen und Das PPT und die FED beeinflussen die Finanzmärkte nach belieben und zu deren Gunsten. Sie manipulieren nicht nur die Aktien- und Anleihenmärkte, sondern auch die Gold- und Silberpreise. Wer letztendlich hinter diesen Manipulationen steckt, dürfte nicht schwer zu erraten sein. Verantwortlich für all das ist „Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf“. G. Edward Griffin nannte dieses Ungeheuer auch Die Kreatur von Jekyll Island.
Der republikanische US-Abgeordnete Ron Paul möchte am liebsten diese Kreatur abschaffen. Er meint:
„Durch die Abschaffung des Federal Reserve Systems wird der Kongress in die Lage versetzt, seine verfassungsmäßigen Befugnisse über die Geldpolitik wieder zu erlangen. Die Verfassung der Vereinigten Staaten räumt dem Kongress das Recht ein, Geld zu schaffen und den Wert der Währung zu regulieren. Die Verfassung gibt dem Kongress nicht das Recht, diese Kontrolle über die Geldpolitik an eine Zentralbank zu delegieren. Des Weiteren ermächtigt die Verfassung die Bundesregierung mit Sicherheit nicht dazu, den amerikanischen Lebensstandard über eine inflationäre Geldpolitik auszuhöhlen.“
Genau das wäre der richtige Weg. Eine Geldpolitik gehört in staatlicher Hand. Neben der Abschaffung dieser Kreatur sollten auch gleichzeitig die Big-Three abgeschafft werden.
Leider aber wird Ron Paul NIE US-Präsident! Dafür wird das schreckliche Ungeheuer schon sorgen und …
Wie könnte ein Plan zur Abschaffung dieser Kreatur aussehen?
Wer hat Lösungen?
Der transatlantische Geldkrieg und die Sicherheit von Geldanlagen
So etwas habe ich noch nie erlebt: Dass eine Zeitung sich derart einseitig gegen den Euro in Front bringen lässt wie die Financial Times Deutschland (FTD) vom Freitag. Mit „Europa am Abgrund“ beginnt der Schmäh gleich auf Seite 1. Ab Seite 9 folgt dann ein Sonderteil, eingeleitet durch „Ein Kontinent zwischen Himmel und Hölle“, danach „Der Untergang“ und „Der Tag des Jüngsten Gerichts“, schließlich einige Seiten weiter „EU-Parlament ignoriert EZB-Chef“ und als nochmaliger Höhepunkt „Angela Merkel ist in diesem Spiel der Schurke“, das Zitat eines Institutsdirektors aus Washington.
Offenbar haben wir es hier mit einer Variante des transatlantischen Geldkriegs zu tun, den ein anderer – in diesem Fall deutscher – Institutsdirektor neulich so kommentierte: Eigentlich sei Großbritannien, die Heimat des FTD-Schwesterblatts Financial Times, zur Hälfte schon ein amerikanischer Bundesstaat. Er bezog sich auf die vielen gemeinsamen Interessen von Briten und Amerikanern, die unter anderem darin gipfeln, dass man alles unternimmt, um den Euro nicht zu stark werden zu lassen.
Doch der Devisenmarkt belegt: Kaum dass die konzertierte Aktion der Zentralbanken sich am vergangenen Mittwoch auch nur angedeutet hatte, schoss der Euro gegen den Dollar und das Britische Pfund nach oben. Das heißt, mehr Geld zur Abwendung einer Kriseneskalation begünstigte den Euro. Daraus folgt: Eine dosierte Geldschwemme im Euro-Raum kann der europäischen Gemeinschaftswährung nichts anhaben.