Geldpolitik: Das deutsche Gold
von Godfrey Bloom und Patrick Barron
Eine realwertgedeckte deutsche Währung kann den Restbestand freier Marktwirtschaft retten
Die größte Bedrohung für den weltweiten Wohlstand ist der Zusammenbruch der Überreste der freien Marktwirtschaft. Nicht der Abbau der knappen Naturresourcen. Nicht die Umweltzerstörung. Nicht die globale Erwärmung – oder heißt das jetzt „Klimawandel“? Nein, die größte Bedrohung für den weltweiten Wohlstand ist der totale Zusammenbruch des kleinen Rests dessen, was von der freien Marktwirtschaft übrig geblieben ist. Auf der ganzen Welt, nicht nur in totalitären Ländern, ist der Staat auf Kosten der wirtschaftlichen Freiheit auf dem Vormarsch. Das unentbehrliche Werkzeug, das es dem modernen Staat ermöglicht, sich unserer Freiheiten zu bemächtigen, ist der Zugang zu unbegrenzten Mengen von ungedecktem Papiergeld oder Fiatgeld, das von Zentralbanken kontrolliert wird – das heißt die unheilige Allianz des Staates mit der Zentralbank.
Das Wachstum der Fiatgeldmenge hat den Vormarsch des Staates möglich gemacht, weil er mit diesem Geld die Bedürfnisse der Menschen als höchste Instanz der Staatsausgaben übergehen konnte. Der Staat kann von seiner Zentralbank eine fast unbegrenzte Summe Fiatgeld erhalten. Er muss keine Steuern erhöhen oder ehrlich am Bondmarkt Geld leihen, so dass er weder eine Steuerrebellion noch hohe Zinsen befürchten muss. Er muss lediglich die Zentralbank überzeugen, seine Schulden zu kaufen. Der Staat übernimmt dann mehr und mehr Ressourcen, verschwendet diese in Kriegen und in Wohlfahrtsausgaben und entzieht der freien Marktwirtschaft ihre Kapitalbasis. Sobald die Kapitalbasis aufgebraucht worden ist, wird die Wirtschaft in einen dauerhaften Niedergang übergehen.
Das Aushängeschild dieses Phänomens ist die ehemalige Sowjetunion. Jawohl, ein totaler Zusammenbruch ist eine reale Möglichkeit – auch für uns. Die Leute in Russland mögen geglaubt haben, der Rückgang würde ein Plateau erreichen, stoppen, und sich dann umkehren. Wie von Dr. Yuri Maltsev, dem ehemaligen Wirtschaftsberater von Michael Gorbatschow, im Buch „Requiem for Marx“ in aller Deutlichkeit erklärt, glitt die sowjetische Wirtschaft in eine Subsistenzwirtschaft ab. Die Kapitalbasis Russlands wurde zerstört und bald darauf folgte der Zusammenbruch.
Die Gelddruckmaschine wird als Alternative zum Sparen und Investieren als Mittel zum Wachstum der Kapitalbasis angesehen. Mit monetärem Stimulus wird versucht, eine hauptsächlich durch Exporte angetriebene wirtschaftliche Erholung herbeizuführen.
Wenn eine Nation ihre Exporte erhöhen kann, so die Logik, kann sie die Beschäftigung erhöhen, Schulden abzahlen und so weiter. Statt die Wirtschaft anständig zu reformieren, beteiligen sich die Währungshüter also an einer zerstörerischen „Abwärtsspirale“ einer wetteifernden Entwertung ihrer Währungen. Erst greift ein Land, dann ein anderes in seinen eigenen Geldmarkt ein, um seine Währung gegen alle anderen zu verbilligen. Aber, wie im Artikel „Value in Devaluation?“ erläutert, die Währungsabwertung wird nicht funktionieren.
Was dringend gebraucht wird, ist, dass ein Landes aus diesem gescheiterten und letztendlich katastrophalen Modell des Fiatgeldmengenwachstums und dessen entsetzlichen Auswirkungen ausbricht. Dieses eine Land müsste in einer besonderen Situation sein, an der leicht ersichtlich ist, dass es durch eine Währungsabwertung, über die es keine Kontrolle hat, geschädigt wird. Zum Glück für die Welt existiert so ein Land: Deutschland.



