Archive for the ‘EZB’ Category
Verfasst von: krisenfrei - 09/06/2012
Geld ohne Auflagen: Regierung in Madrid will »Rettungsschirm« umgehen und pokert um Milliardenhilfe für marode Banken
Von Rainer Rupp
An den Finanzmärkten herrschte in dieser Woche Alarmstimmung. Wieder einmal. Und es ging um Spanien. Dessen Finanzminister Christobal Montoro hatte erstmals offiziell große Schwierigkeiten seines Staates bei der Geldbeschaffung eingeräumt. Dennoch lehnt er die dringlichen Aufforderungen aus Brüssel und Berlin ab, das Land möge doch unter den Schirm des EU-Bankenrettungsfonds EFSF (European Financial Stability Facility) schlüpfen. Das käme einer Bankrotterklärung gleich und würde den Run auf die spanischen Banken und die Flucht des Privatkapitals aus dem Land verstärken, ließ man in Madrid verlauten. Eigentlicher Grund für die Ablehnung war aber, daß die EFSF-Gelder mit einschneidenden Haushaltskürzungen unter Aufsicht der EU und Aufgabe nationaler Souveränitätsrechte verbunden sind. Beides wollte die konservative Regierung in Madrid bislang nicht riskieren.
Das hat nicht zuletzt mit der desolaten Lage der Wirtschaft des Landes zu tun. Die Produktion der herstellenden Industrie ist (laut Financial Times Deutschland vom 7. Juni) um ein Drittel eingebrochen, die Industrieproduktion insgesamt auf das Niveau von 1994 zurückgefallen. Offiziell liegt die Arbeitslosigkeit bei 24 Prozent, die der Jugendlichen unter 25 Jahren bei über 50 Prozent. Angesichts der ständig wachsenden sozialen Unruhen wären die Folgen eines weiteren, diesmal direkt aus Brüssel gesteuerten »Sparprogramms« zugunsten der Bankenrettung nicht abzusehen. In ihrer Not setzte die Regierung auf einen ebenso subtilen, wie riskanten Erpressungsversuch.
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Verfasst von: krisenfrei - 05/06/2012
Wolf Schäfer
Es ist klug, sich auf den baldigen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ökonomisch und politisch vorzubereiten. Es ist gut, daß man dies inzwischen nüchtern feststellen und fordern kann, ohne daß man der Europafeindlichkeit verdächtigt wird. Es ist rational, nicht zu erwarten, daß die Exit-Option aus der Euro-Zone allein bei Griechenland hängenbleibt. Es ist vielmehr weitsichtig, davon auszugehen, daß weitere Krisenländer über kurz oder lang Griechenland folgen werden. Es ist deshalb vernünftig, für die mittlere und längere Frist zu erwarten, daß die Euro-Zone zusammenschrumpft auf einen Kern von Mitgliedern, die willens und in der Lage sind, die notwendigen Regeln für eine funktionsfähige Euro-Währungsunion zu erfüllen. Es wäre erfreulich, diese Entwicklung nicht als Schwächung, sondern im Gegenteil als Stärkung des verbleibenden Euro-Währungsclubs zu klassifizieren. Es ist deshalb sachdienlich zu erkennen, daß ein solcher Euro dann überhaupt keinen „Rettungsschirm“ welcher Art auch immer benötigt. Schließlich ist es ehrlich zuzugestehen, daß – wie die Erfahrung seit der Euro-Einführung 1999 zeigt – politischer Währungskonstruktivismus gegen marktliche Fundamentalprinzipien nicht erfolgreich ist: in der Vergangenheit nicht, heute nicht, zukünftig nicht.
Spätestens seit den Wahlen in Frankreich zeigt sich aber, daß dieser Konstruktivismus flächendeckend politischen Aufwind bekommt: Europa wird sozialistischer und entfernt sich zunehmend von den ordnungspolitischen Grundsätzen der Stabilität. Verkettungseffekte des ökonomischen Denkens offenbaren sich transnational: Die Renaissance Keynes-affiner Theoriegebäude, denen sich insbesondere Frankreich traditionell verbunden fühlt, blüht und schwappt grenzüberschreitend – auch aus den USA – in die politischen Konstruktionsbüros der institutionellen Euro-Retter. Neben den Rettungsschirmen und Brandmauern zum sogenannten Euro-Schutz gegen unerwünschte Spekulanten sei mehr Binnennachfrage in den Euro-Krisenländern vonnöten, um deren Rezession zu begegnen, aber auch in Deutschland, damit es die Funktion der europäischen Konjunkturlokomotive – mit einem Fiskalmultiplikator von angeblich weit über 1 – erfüllt. Dem würden auch kräftige Lohnsteigerungen über die Produktivitätsentwicklung hinaus dienen, denn diese schwächen ja „zum Wohle der Krisenländer“ die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, weil der für sie „schädliche“ deutsche Außenhandelsüberschuß abgebaut würde.
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Verfasst von: krisenfrei - 26/05/2012
Euro, Dollar und Gold im Wechselspiel der Geopolitik (Zweiter Teil – Schluss)
Was wird aus Europa?
Von Dr. Bruno Bandulet, Bad Kissingen D
Der erste Teil von Bruno Bandulets umfassender Betrachtung zu den Ursachen der Aushöhlung der Weltwährungen erschien, als die Euro-Überschuldungskrise neue katastrophale Entwicklungen Tatsache werden liess. Am Beginn des heute erscheinenden zweiten Teils steht die Frage: Was für Opfer werden den Steuerzahlern im Namen angeblicher Euro-Rettungsaktionen noch zugemutet?
Gerechtfertigt werden die von unserer politischen Klasse geforderten finanziellen Opfer mit dem Argument, dass Deutschland als Exportnation schliesslich auch am meisten vom europäischen Binnenmarkt profitiere. Das Argument ist dümmlich, weil ein Binnenmarkt, also der freie Handel, immer allen zugutekommt. Warum muss dafür noch extra bezahlt werden? Niemand in Frankreich wird gezwungen, statt eines Peugeot einen Mercedes zu kaufen. Er tut es, weil er sich davon Vorteile verspricht.
Warum extra bezahlen?
Verschwiegen wird auch, dass die deutsche Exportstruktur nichts mit dem Euro zu tun hat, da der Grossteil der deutschen Ausfuhren schon vor dem Euro und sogar schon vor 1914 nach Europa ging, dass der Anteil der Euro-Zone an den deutschen Exporten seit ihrer Gründung abnimmt (von 46 auf 41 Prozent) und dass Deutschland im Zeitraum 1999, also angefangen mit der Einführung des Euro als Buchgeld, bis 2010 in punkto Wirtschaftswachstum zusammen mit Italien das Schlusslicht in der Euro-Zone bildete. Dass die deutsche Wirtschaft jetzt so gut abschneidet, hat verschiedene Gründe und hat mit der Einheitswährung als solcher nichts zu tun.
Seitdem der Euro ständig gerettet werden muss, hat die deutsche Rolle des Zahlmeisters wahrhaft furchterregende Dimensionen angenommen. Was uns die Fehlkonstruktion Euro nach jetzigem Kenntnisstand einschliesslich Bürgschaften kosten könnte, hat das Münchner Ifo-Institut berechnet: 785 Milliarden Euro. Das ist mehr als das Dreifache der jährlichen Steuereinnahmen des Bundes nach dem Stand von 2012. Und darin sind die Kosten möglicher Euro-Bonds und damit einer Vergemeinschaftung der Schulden aller 17 Euro-Mitglieder noch nicht einmal enthalten.
Berücksichtigt in den 785 Milliarden sind sowohl die Forderungen der Deutschen Bundesbank an die Krisenländer im Rahmen des grenzüberschreitenden Zahlungssystems Target-2, von denen ein Teil wahrscheinlich abgeschrieben werden muss, als auch die deutschen Anteile am bestehenden Euro-Rettungsschirm EFSF und am permanenten Rettungsschirm ESM, der vorzeitig in diesem Sommer in Kraft treten soll. Entsprechend dem deutschen Anteil am Kapital der Europäischen Zentralbank (EZB) sind das 27,2 Prozent der Gesamtsummen.
Riskantes Spiel
Wenn man genau hinsieht, entdeckt man eine Skurrilität: Für die Rettungsschirme bürgen theoretisch auch die Krisenländer, und für den ESM sollen sie sogar die vorgesehene Bareinzahlung leisten. Auch Griechenland! Mit welchem Geld eigentlich? Mit dem Geld, das sie sich vorher leihen müssen. Sie sollen sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Passieren wird folgendes: Je mehr Länder nicht mehr zahlungsfähig sind, desto mehr bleibt an Deutschland hängen. So sehen es auch die grossen Operateure an den Finanzmärkten. Sie sehen in Deutschland den Kreditgeber der letzten Instanz.
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Verfasst von: krisenfrei - 25/05/2012
Manfred Gburek
Wenn ein für seine Offenheit bekannter Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken wie Andreas Schmitz kein Blatt vor den Mund nimmt, ist er es wert, hier mit einigen brisanten Aussagen zitiert zu werden. Zumal seine Amtszeit demnächst ausläuft und er deshalb umso freimütiger über alle anstehenden Probleme und ihre Lösungen reden kann, wie in diesem Fall vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten am vergangenen Mittwoch. Sein Rundumschlag hat es mehrfach in sich:
Die Krise sei „zum Normalzustand geworden“, so Schmitz, der Interbankenmarkt werde praktisch nur noch von der Europäischen Zentralbank zusammengehalten. Der Sparkurs Griechenlands sei „nicht aufrecht zu erhalten“, die Proteste der dortigen Bevölkerung werden noch zunehmen und auch auf andere Euroländer ausstrahlen. Schmitz nennt das einen „psychologischen Dominoeffekt“. Für die Lösung des Problems der Eurozone gebe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder eine politische Union, oder die Währungsunion kann in ihrer jetzigen Form nicht mehr bestehen bleiben. Was die zweite Alternative betrifft, „nehmen die Risiken eher zu“, so Schmitz.
Für Spanien, Portugal und weitere Euroländer sei nie die Integration der Währungsunion das wichtigste Ziel gewesen, „sondern an die Fleischtöpfe der EU zu kommen“. Kanzlerin Angela Merkel habe vor zwei Jahren, nachdem die Griechenland-Krise offen ausgebrochen und das Land dringend auf Hilfe von außen angewiesen war, einen Fehler begangen: Statt Bedingungen auszuhandeln, habe sie einfach „einen Scheck unterschrieben“. Frankreich sei immer noch „der Idee der Grande Nation verhaftet“, stehe aber ökonomisch viel schlechter da als allgemein bekannt. Und Spanien? Dort sind die Risiken, nicht zuletzt auch die der in Spanien über faule Kredite involvierten deutschen Banken, sehr ernst zu nehmen. Und sobald die Konjunktur in Deutschland zu stottern beginnt, besteht die Gefahr, dass die Krise eskaliert.
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Verfasst von: krisenfrei - 25/05/2012
Die Mainstream-Medien meiden ihn wie der Teufel das Weihwasser.
Warum nur, fragt man sich immer wieder. Weil er die Wahrheit sagt, was in unserem Lande und in ganz Europa, ja sogar in den USA und sonstwo vor sich geht? Die Wahrheit, was die Eurokratten in Brüssel auf Anordung des FED (Goldman Sechs und Co.) veranstalten, darf halt nicht unter’s Volk verbreitet werden. Was ist die Wahrheit? Ausplünderung und Versklavung der Menschen auf dieser Welt.
Bei YouTube findet man viele interessante Vorträge von ihm, wobei der eine oder andere auch schon mal gelöscht wurde. In einer Demokratie nennt man so etwas, wenn es aus dem Internet verschwindet, „Meinungsfreiheit“. In Deutschland bedeutet Meinungsfreiheit, was der Springer-Verlag und Bertelsmann veröffentlicht.
Von wem ist hier die Rede? Die Antwort ist nicht schwer. In den Augen unserer US-gesteuerten Politiker ist ein Systemkritiker wie Prof. W. Hankel ein Feind, dem man in den System-Medien möglichst keine Plattform bietet. Deshalb hier ein aktuelles Statement von ihm:
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Billionenpoker: Der Protest der Völker zwingt zur Umkehr / Rückkehr zu nationalen Währungen
Die Franzosen wählten nicht Angela Merkels Wunschpartner Nicolas Sarkozy sondern den Sozialisten François Hollande zum neuen Staatspräsidenten. Die Griechen stimmten zu zwei Dritteln für rechte und linke Parteien, die das Spardiktat von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) grundweg ablehnen. Der Ausgang dieser Wahlen macht auch dem letzten Euro-Retter klar: So wie bisher geplant läßt sich die Gemeinschaftswährung nicht mehr retten.
Was nützen ein billionenschwerer Europäischer Stabilisierungs-Mechanismus (ESM), eine 1,1 Billionen-Kreditlinie europäischen Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und weitere etwa 800 Milliarden Euro Überbrückungshilfen der Bundesbank an ihre notleidenden Zentralbankschwestern in den Euro-Krisenländern, wenn die einen (Griechen) ab sofort nicht mehr sparen und die anderen (Franzosen) bei der Sanierung (dem Fiskalpakt) partout nicht mehr mitmachen wollen.
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Verfasst von: krisenfrei - 22/05/2012
Am Rande des Desasters
Eigentlich stellt sich nur noch die Frage, wann die Euro-Zone auseinanderbricht – die Folgen jedenfalls würden gravierend sein
Von Tomasz Konicz
Während Teile der Euro-Zone nach der griechischen Wahl Anfang Mai in den offenen Panikmodus überzugehen drohen, schwanken Deutschlands Meinungsmacher zwischen Wunschdenken und imperialen Drohgebärden: »Wenn Griechenland fällt, dann alleine«, deklarierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Mitte Mai. Das Szenario eines Dominoeffekts, bei dem »Griechenland als erster Stein die ganze Währungsunion zum Einsturz bringt«, sei unglaubwürdig, da andere Krisenländer schon weit vorangekommen seien auf dem »Sanierungskurs«. Sollten die Griechen der Wahlempfehlung der FAZ nicht Folge leisten, müßte an Hellas ein »Exempel statuiert« und das Land aus der Euro-Zone geworfen werden. Das konservative Leitmedium träumt auch schon von Militärinterventionen, die noch im Konjunktiv formuliert werden: »An internationale Schutztruppen, wie sie weiter nördlich zur Stabilisierung taumelnder Staaten stationiert sind, wird man hoffentlich nicht denken müssen«, hieß es in einem Kommentar der FAZ vom 18. Mai.
Läßt sich die Krisendynamik bei einem Ausschluß Griechenlands tatsächlich auf dessen ökonomischen Kollaps beschränken, eventuell gepaart mit Entsendung von Soldaten zur Aufstandsbekämpfung? Die bisherigen Reaktionen der Märkte auf das Patt nach den Wahlen legen eher nahe, daß eine die gesamte Euro-Zone zerreißende Kettenreaktion nur sehr schwer abwendbar wäre. So erreichten die Zinsen spanischer und italienischer Staatsanleihen umgehend ihren Jahreshöchststand. »Es sieht zurzeit alarmierend aus. Der Markt versucht effektiv, einen unregelmäßigen Austritt Griechenlands zu beziffern«, kommentierte ein Analyst gegenüber der Financial Times (London) Mitte Mai die angespannte Lage auf den Finanzmärkten.
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Verfasst von: krisenfrei - 19/05/2012
Manfred Gburek, 18. Mai 2012
Besondere Ereignisse erfordern entsprechende Kommentare aus der Anlegerperspektive. Deshalb heute ganz kurz, bevor ich mich Facebook, der Bewältigung der Euro-Krise, den Aktien und den wieder erstarkenden Edelmetallen zuwende, nur so viel: Der aktuelle G8-Gipfel markiert zum Teil schon die Wende von der Krise zu besseren Wachstumsaussichten, die „Blockupy“-Bewegung in Frankfurt, die ich von meinem Büro aus gewissermaßen hautnah miterleben kann, beschleunigt diese Wende eher noch (zu den Gründen komme ich in einer späteren Ausgabe), und was die Geldanlage angeht, winken jetzt mehr Chancen als Risiken.
Anleger im Facebook-Fieber, anders lässt sich der Rummel um den Börsengang des größten sogenannten sozialen Netzwerks – in Wahrheit eine gigantische Datenbank – kaum beschreiben. Die entscheidende Frage ist zunächst weniger, ob der Ausgabekurs von 38 Dollar angemessen war oder welcher sonstige Kurs als einigermaßen vernünftig gelten kann, sondern: Wann und in welchem Ausmaß wird es Facebook gelingen, die Zahl der weltweit auf eine Milliarde zusteuernden Nutzer nicht nur ein wenig (wie zurzeit), sondern voluminös und damit entscheidend in klingende Münze umzusetzen? Bis dahin ist alles möglich, auch das Gegenteil von allem, wie einst die Börsenlegende André Kostolany bei solchen Gelegenheiten zu formulieren pflegte. Das heißt, der Kauf und Verkauf von Facebook-Aktien – und erst recht von Facebook-Optionsscheinen an der Stuttgarter Börse – bleibt bis auf Weiteres ein Glücksspiel.
Kommt es 2012 zu einer Neuauflage des Krisenjahres 2008? Nein, denn die Europäische Zentralbank wird rigoros eingreifen und dabei vom Internationalen Währungsfonds kräftig unterstützt, von den Regierungen der Euroländer sowieso. Wie wird sich das Ganze abspielen? Das ist zwar noch nicht hundertprozentig klar, aber die Pflöcke sind eingeschlagen: im Zweifel alle Macht an EZB-Präsident Draghi & Co. Ihm liegen, so ist zu hören, zwei knallharte Lösungsvorschläge zur Abstimmung vor. Einen wird er wählen, voraussichtlich den, der neben dem Stabilitätspakt auch einen Wachstumspakt enthält.
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Verfasst von: krisenfrei - 11/05/2012
Manfred Gburek, 11. Mai 2012
Die „Bild“-Schlagzeile auf Seite 1 am Freitag war unmissverständlich: „Inflations-Alarm“. Was es damit auf sich hatte, war für die FAZ am selben Tag einen Leitkommentar ebenfalls auf Seite 1 wert. Hier eine Kostprobe: „Mit extrem lockerer Geldpolitik und vielen Notfallhilfen kauft die EZB Wackelbanken und Schuldenländern Zeit, allerdings auf Kosten ihrer Glaubwürdigkeit und unter Gefährdung ihres eigentlichen Auftrags, die Preisstabilität zu wahren.“ Dazu das Fazit, zur Finanzierung brauche Euroland „den Markt, der solide Staatsfinanzen und strukturelle Reformen verlangt. Wenn Euroland dazu nicht bereit ist, wird der Euro auch als Weichwährung keinen Bestand haben.“
Halten wir also fest: Die EZB macht sich unglaubwürdig, riskiert, dass die Preise steigen, und Euroland könnte eines Tages die Gemeinschaftswährung aufgeben. In so einem Umfeld und mit solchen Aussichten sind solide Staatsfinanzen und strukturelle Reformen bestenfalls ein frommer Wunsch. Und ganz nebenbei: Was ist Euroland? Die Brüsseler Bürokratie? Um Gottes willen. Die EZB? Im Prinzip ja, aber ohne politisches Mandat und damit machtlos. Oder etwa 17 Länder auf der verzweifelten Suche nach einem Konsens, den es wegen weit auseinandergehender Interessen jedoch nicht geben kann? Diese Interpretation kommt der Wahrheit am nächsten.
Daraus folgt: Euro hin, Euro her, jedes der 17 Länder wird weiter sein eigenes Süppchen kochen. Das erleben wir gerade wieder in Griechenland, Fortsetzung folgt. Das erleben wir auch in Spanien, wo der Staat das ehemals aus Sparkassen zusammengewürfelte Institut namens Bankia zu retten versucht, während immer größere Teile der Bevölkerung der Regierung in Madrid mit Protestmärschen die Hölle heiß machen. Da geht es nicht mehr um langfristig angelegte Reformen oder um den Euro, um solide Staatsfinanzen schon gar nicht, sondern in Anbetracht der extrem hohen Arbeitslosigkeit ums nackte Überleben.
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Verfasst von: krisenfrei - 05/05/2012

Von Gert Flegelskamp
Der Bundestag! Einst stand als Inschrift auf diesem Gebäude: DEM DEUTSCHEN VOLKE. Allerdings gehe ich davon aus, dass die ursprüngliche Inschrift noch nie der Wirklichkeit entsprach, denn dort wurde zu keiner Zeit FÜR das deutsche Volk agiert, nicht während der Monarchie unter Kaiser Wilhelm (Reichstag), noch in der Weimarer Republik. In der Nazizeit wurde es nicht genutzt, weil jemand oder eine Gruppe es abgefackelt hatte (Reichstagbrand). Als politisch genutzter Bau (Bundestag) wurde das Gebäude trotz Restaurierung in den 60er Jahren erst nach der Wiedervereinigung wieder genutzt, weil zuvor der Bundestag in Bonn ansässig war. Tatsächlich fand in den 90er Jahren ein erneuter Umbau statt, so dass der Bundestag das Gebäude erst 1999 wieder als Sitz des Bundestages nutzen konnte. Der Umbau in den 90er Jahren hätte genutzt werden können, eine wahrhafte Inschrift (DEM INTERNATIONALEN FINANZKAPITAL) anbringen zu lassen. Aber Bundestag und Wahrhaftigkeit sind aus meiner Sicht ohnehin nicht miteinander vereinbare Begriffe. Deshalb steht dort auch heute noch immer DEM DEUTSCHEN VOLKE, obwohl die von mir eingefügte Inschrift wesentlich wahrhaftiger wäre.
Ich habe über Geld und über das Finanzsystem schon einige Beiträge verfasst, so einen Abriss über die Geschichte des Geldes unter dem Titel Geld ist Plunder oder den nicht von mir verfassten Artikel über Fabian, mit welchem das Zinssystem und seine Auswirkungen beschrieben werden. Aber vermutlich trifft das nicht so ganz den Nerv des Einzelnen, weil der eigentliche Hintergrund nicht deutlich genug wird. Das will ich nun versuchen und am Schluss natürlich wieder auf die mit dem ESM verbundenen Gefahren hinweisen.
Zunächst noch einmal die zwei Grundbegriffe: Geld und Kapitalismus. Geld war und ist lediglich ein Tauschmittel und als solches nur ein Versprechen an den, der dieses Mittel gegen Waren eintauscht, dass er/sie für diesen Schein oder diese Münzen bei Bedarf einen dem aufgedruckten Wert entsprechenden Gegenwert bekommt. Bevor der Geldschein erfunden wurde, hatten Münzen, zumeist aus Edelmetallen wie Gold und Silber geprägt, den gleichen Zweck, nur mit dem Unterscheid, dass Gold und Silber oder auch Kupfer schon immer in sich einen Wert darstellten.
Zu allen Zeiten gab es Betrüger, die Geld fälschten, indem sie es äußerlich dem mit dem Geld zusammenhängenden Versprechen anpassten, aber minderwertige Materialien nutzten. Die größten Betrüger waren aber die Herrscher, die mit einer Änderung der Legierung den Anteil der Edelmetalle verringerten, was außerhalb des eigenen Herrschaftsgebietes natürlich gravierende Folgen hatte, weil dort nicht der eingestanzte Wert gewertet wurde, sondern lediglich der Gehalt an Edelmetallen, wie Gold und Silber.
Heute wird das Geld in den Staaten als Währung bezeichnet. Aber was unterscheidet den Währungsverlust durch Inflation und Geldabwertung von der Minimierung des Anteils an Edelmetallen früherer Zeiten?
Mit der Gründung der Bundesrepublik war eine Bedingung der Amerikaner verbunden, den amerikanischen Kapitalismus zu übernehmen. Doch was ist Kapitalismus wirklich? Ich kann natürlich nur meine eigene Sicht wiedergeben. Kapitalismus hat 3 Basis-Komponenten.
Wer von der Hand in den Mund lebt, hat kein Geld, das er anlegen könnte. Man muss also mehr haben, als man benötigt. Hat man es, kann man es investieren, also anlegen. Für diese Anlage erwartet man einen Gewinn.
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Verfasst von: krisenfrei - 05/05/2012
Manfred Gburek, 4. Mai 2012
Die Präsidentschaftswahl in Frankreich wird durch die Medien dramatisiert, als gelte es, halb Europa gleichermaßen vor dem Einfluss von Kommunisten und Rechtspopulisten zu bewahren. Dabei liegt die Wahrheit in der Mitte – allerdings weniger in der politischen als in der allzu menschlichen Mitte: Frankreich wählt im Zweifel mit dem Bauch und für den Bauch, also immer die Partei mit dem Kandidaten, der es besonders gut versteht, erstens Emotionen zu wecken und zweitens einen höheren Lebensstandard zu versprechen. Das hat zunächst wenig mit den Fakten zu tun, die sind jedoch letzten Endes entscheidend. Grund genug, sie kurz Revue passieren zu lassen; denn erst aus ihnen ergeben sich Rückschlüsse auf den Euroraum, speziell auf Deutschland und damit auf Sie als Steuerzahler und Anleger.
Die Staatsschulden Frankreichs sind von 2008 bis 2011 von 68,2 auf 85,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen. Das mag im Vergleich zu Deutschland gerade noch angehen, aber die Dynamik der französischen Neuverschuldung von zuletzt plus 5,2 Prozent jährlich lässt nichts Gutes ahnen. Legt man das Wirtschaftswachstum über einen doppelt so langen Zeitraum als Vergleichsmaßstab zugrunde, wird das Einknicken Frankreichs besonders deutlich: seit 2005 nur plus 0,8 Prozent jährlich verglichen mit plus 1,5 Prozent für Deutschland. Und ganz schlimm steht es um die Arbeitslosenquote, eine besonders sensible Kennzahl, weil sie etwas über die schwelenden sozialen Konflikte aussagt: in Frankreich während des Zeitraums von 2005 bis 2011 Anstieg von 9,2 auf 9,7 Prozent, in Deutschland dagegen Rückgang von 11,2 auf etwas unter 6 Prozent.
Damit genug der Fakten. Das Schlimme daran ist ja weniger, dass es den Franzosen im Durchschnitt schlechter geht als den Deutschen, sondern dass Politiker, führende Manager und zum Teil sogar Ratingagenturen uns lange Zeit glauben machen wollten, Frankreich und Deutschland stünden in puncto Wirtschaftskraft auf einer Stufe. Bester Beleg dafür war das „Merkozy“-Getue, das besonders den Italienern auf die Nerven ging, weil sie den Franzosen in mancherlei Hinsicht sogar ökonomisch überlegen sind, sei es bei der Arbeitslosenquote, sei es beim Budgetdefizit.
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