krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Vorhang auf

Posted by krisenfrei - 15/07/2014

von Gert Flegelskamp (flegel-g)

Eine Komödie wird uns frei Haus geliefert, gespielt auf der Bühne, die man gemeinhin die Weltbühne nennt.

Der Spiegel weiß wie fast der gesamte deutsche Blätterwald zu berichten, dass der oberste Vertreter der CIA ausgewiesen wurde. Ausgewiesen? Nicht so richtig. Er wurde gebeten, das Land zu verlassen.

Nun, der deutsche Michel freut sich. Endlich zeigt die Landes-Stiefmutter mal Kante. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten sieht das allerdings ein wenig anders. Für ihn ist das lediglich Theaterdonner. Recht hat er.

Der eine oder andere Deutsche muss nun sein Verständnis über Geheimdienste vielleicht ein wenig ändern. Wer wusste schon, dass ganz offiziell ein oberster Koordinator eines ausländischen Geheimdienstes die Aktivitäten seiner Agenten in Deutschland leitet? Spule ich die Zeiten um ein paar Jahrhunderte zurück, war Spionagetätigkeit noch ein wenig gefährlicher, denn wurde man erwischt, wurde man gevierteilt, gehängt, zum Fressen für die Geier in einen Stählernen Käfig gesperrt und in einen Baum gehängt oder auf eine andere, gerade übliche Tortur vom Leben zum Tode gebracht. Und heute haben die sogar Chefs, die offenbar im Bundestag ein- und ausgehen? Oder ist das nur in einem nur inoffiziell besetzten Land so? Vielleicht sitzen aber auch solche „Geheimdienstleute“ auf dem Schoß von Hollande, Cameron und Obama und den jeweiligen EU-Kommissaren?

Ein Grund könnte natürlich sein, dass der Mensch humaner geworden ist. Nein, nicht wirklich, sondern eher reinlicher. Die früher üblichen Methoden beschmutzten nicht selten die Kleidung und es war schwer, die Flecken wieder herauszubekommen, weshalb man heute Maschinen einsetzt, die das Gleiche aus großer Höhe bewerkstelligen und die Henker dabei unbeschmutzt bleiben, zumindest was die Kleidung betrifft. Den verschmutzten Charakter kann man ja nicht sehen.

Aber lassen wir das und betrachten lieber einmal den Ablauf der Schmierenkomödie, die uns vorjoachimen (pardon, ich meinte natürlich vor_gauck_eln) soll, dass unsere Landesstiefmutter endlich etwas gegen die nicht akzeptable Spionage seitens der USA tue.

Soweit es mich betrifft, amüsiere ich mich prächtig über diese Vorstellung, die mich stark an US-Slapstick-Komödien erinnert, also Stücke ohne Handlung, nur auf Lacher ausgerichtet und, falls die ausbleiben, werden diese per Lautsprecher eingespielt. Im vorliegenden Fall übernimmt die Presse die Rolle der Lautsprecher.

Machen wir uns doch mal mit den Thema Spionage ein wenig vertraut. Welchen Auftrag haben Spione wirklich? Sie sollen die Politik, das Militär und die Wirtschaft infiltrieren. Dazu gehört auch, dass man bei Möglichkeit das Handy der Kanzlerin abhört. Einen Spion im Lager der Gegenspionage zu haben, gehört ebenfalls zur Spionage, so wie möglichst in jedem Ministerium, wenn möglich mehrere. Auch zur Spionage gehört es, die Wirtschaft auszukundschaften, damit man jederzeit informiert ist, ob die kriegswichtige neue Technik entwickeln, oder, als kleines Zubrot, auch rechtzeitig von neuer Technik erfahren, die man schnell kopiert und möglichst schon vor den Erfindern auf den Markt bringt. Neu ist lediglich, dass sie dank vorhandener Technik nun auch alle Bürger auf ihrem Plan haben und dabei geht es nicht um mögliche Terroristen, nicht einmal um Kriminelle, denn dann müssten sie in den eigenen Reihen anfangen und die Politik mit einbeziehen. Nein, sie haben erkannt, dass die Manipulation der Massen sich viel leichter bewerkstelligen lässt, wenn man alles über jeden weiß, die technische Form des Profiling.

Als dank Snowden ganz offizielle bekannt wurde, dass die Ausspähung aller Bürger keine Verschwörungstheorie ist, sondern harte Wirklichkeit, hat das die Regierungen nicht sonderlich beeindruckt. Das ist verständlich, denn sie wussten das längst. Als dann aber erkennbar wurde, dass der Unmut der Bürger nicht wie üblich nach wenigen Tagen verklungen ist, musste man Gegenmaßnahmen einleiten und Gegenmaßnahmen bedeutet Ablenkung.

Die erste Stufe war die Info, die NSA habe auch das Handy von Merkel abgehört und das geht ja nun entschieden zu weit, wie auch die Presse in zahlreichen Kommentaren zum Besten gab. Was für eine Schmierenkomödie. Als ob die in einer Diktatur aufgewachsene und dort auch für diese Diktatur tätige Merkel nicht genau gewusst hätte, dass man vertrauliche Dinge nicht per Telefon erledigen oder besprechen darf. Höchstens mal auf einer arrangierten Geburtstagsparty.

Es war eine Inszenierung, davon gehe ich aus. Aber das Grummeln in der Bevölkerung hörte nicht auf. Also wurde der Komödie zweiter Akt aufgelegt. Man „erwischte“ einen BND-Agenten, der für die USA spioniert hatte, was ja nicht wirklich schlimm war, aber nun sein Geschäftsfeld auch auf Russland ausweiten wollte und das ist schlimm, zumindest für den atlantischen Teil der Politik (also nahezu alle). Wie er das gemacht haben soll, lässt vermuten, dass die Politik und die Geheimdienste davon ausgehen, dass kein Bürger über einen IQ verfügt, der größer 50 ist. Er soll das per Mail gemacht haben, die rein zufällig dem BfV in die Finger fiel. Aber nicht genug damit, ein weiterer Verdacht, dieses Mal das Militär betreffend, tauchte auf, wieder einer erwischt, der dort spionieren wollte, wo das nach öffentlicher Meinung verboten ist. Nur frage ich mich, warum die CIA dazu noch separate Informanten braucht, reichen der BND, das BfV und vermutlich auch das BKA nicht aus?

Für mich ist das billigster Klamauk und der Höhepunkt soll die Ausweisung des CIA-Chefs sein, um der Bevölkerung Aktivität vorzumachen, wo keine ist. Obama sei verstimmt, so hat es der Sprecher des Weißen Hauses verkündet. Nun, wenn Obama verstimmt war, beruht das vermutlich auf einer zu starken Strapazierung des Zwergfells, weil er regelrechte Lachkrämpfe bekommen hat.

Politik hat schon eine gewisse Verwandtschaft mit der Religion. Wir sollen glauben, nicht wissen. Denn ist der Glaube stark genug, kann man alles auftischen, was ins Bild passt. In das der Machthaber, nicht in das der Wissenden (sofern diese nicht ohnehin zu den Machthabern gehören).

 

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