krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

FIFA-WM: die andere Seite

Posted by krisenfrei - 06/07/2014

FIFA-Chef Sepp Blat­ter uni­sono mit Kai­ser Be­cken­franz:
”Meine Mis­sion ist noch nicht beendet!”

Bildquelle: tornante

Die Proteste gegen die Rekordausgaben für die WM gehen in vielen brasilianischen Städten weiter. Gleichzeitig geht die Militärpolizei dort mit Tränengas und Schusswaffen gegen die Demonstrierenden vor. Im Zuge der WM-Vorbereitungen wurden auf Druck der FIFA Polizei und Militär massiv aufgerüstet. So hat die deutsche Polizei die Polizei von Rio in der „Kessel-Taktik“ ausgebildet, während Krauss-Maffei Wegmann zusammen mit Siemens 34 Gepard-Panzer mit Flugabwehrgeschützen und VW Wasserwerfer lieferte. Die WM wird zum Anlass für den größten Einsatz von Streitkräften im Inneren in der Geschichte Brasiliens. Die staatliche Gewalt richtet sich besonders gegen die Menschen in den Favelas. Für WM und Olympia sind schätzungsweise 250.000 Menschen vertrieben worden oder akut von Vertreibung bedroht. Kein Haus eines Reichen sei angetastet worden, so Thomas Fatheuer, betroffen seien ausschließlich ärmere Menschen. Die Militärpolizei führe schon lange einen „Krieg gegen die Armen“.Die WM in Brasilien gilt als die teuerste aller Zeiten. Der brasilianische Staat hat mehr als zehn Milliarden Euro für die WM ausgegeben, während in Bereichen wie Gesundheit und Bildung lebensnotwendige Investitionen fehlen. Drei der Stadionneubauten sind in Städten entstanden, in denen es nicht einmal einen Drittliga-Fußballclub gibt — ein Milliardengeschäft für große Baukonzerne wie Odebrecht, die auch zu den wichtigsten Wahlkampffinanziers von Regierung und Opposition gehören. Sportliche Megaevents würden benutzt, so Thomas Fatheuer, um eine massive Kommerzialisierung von Städten durchzusetzen. Die Stadt werde zu einem Verwertungsraum für das Kapital umgebaut, während elementare Bürgerrechte zurückgedrängt würden. Dazu zählen auch Fifa-Regeln wie die Sondergesetze zum Ausschluss lokaler Händler. Dabei sei der volkswirtschaftliche Nutzen sportlicher Großereignisse, so der Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Maennig, faktisch gleich Null.Mit
Thomas Fatheuer, Sozialwissenschaftler und Buchautor, bis 2010 Leiter des Büros der Heinrich-Böll Stiftung in Rio de Janeiro
Wolfgang Maennig, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Hamburg, Ruder-Olympiasieger (1988)
Dave Zirin, US-Sportjournalist, Autor des Buches „Brazil’s Dance with the Devil. The World Cup, the Olympics, and the Fight for Democracy“
sowie Ausschnitten aus dem Dokumentarfilm „Dominio Publico“ von Fausto Mota

 

Quelle: www.kontext-tv.de

Und Millionen Menschen auf diesem Planeten jubeln seit drei Wochen über die Verarmung in Brasilien und der Korruption der FIFA. Aber solange einem es nicht selber trifft, sieht man gerne darüber hinweg. Das Schlimmste steht uns noch bevor. Wie lange wollen die 99 Prozent der Bevölkerung noch die Augen schließen? Von den Armen ist nichts mehr zu holen. Die Ausplünderung der Mittelschicht läuft bereits. Die meisten merken es nur noch nicht.

 

 

 

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Eine Antwort to “FIFA-WM: die andere Seite”

  1. Murksel said

    Zitat:
    Und Millionen Menschen auf diesem Planeten jubeln seit drei Wochen über die Verarmung in Brasilien und der Korruption der FIFA. Aber solange einem es nicht selber trifft, sieht man gerne darüber hinweg. Das Schlimmste steht uns noch bevor. Wie lange wollen die 99 Prozent der Bevölkerung noch die Augen schließen? Von den Armen ist nichts mehr zu holen. Die Ausplünderung der Mittelschicht läuft bereits. Die meisten merken es nur noch nicht.

    Dieser Aussage muss ich (leider!!) voll und ganz zustimmen!!

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