krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Willkommen im Raubtiersozialismus…

Posted by krisenfrei - 05/06/2014

von Susanne Kablitz

Ich muss zugeben, dass dieser vortreffliche Begriff der seit Jahrzehnten stattfindenden Enteignung und Freiheitsberaubung der Menschen in diesem Land nicht aus meiner Gedankenfabrik stammt. Roland Baader hat unsere Lebensform nicht weniger treffend mit Turbo-Etatismus beschrieben und nur noch Hardcore-Staatstreue können für das, was heute mit der Entscheidung der EZB seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat, Verständnis aufbringen.

Das “Geld quillt jetzt schon aus allen Ritzen”, so der Chef der Sparkassen, Georg Fahrenschon, dem die Interventionen der EZB in einen eh kaum noch vorhanden freien Markt deutlich zu weit gehen und der „befürchtet“ (über das Befürchten sollte man eigentlich schon lange hinaus sein!), dass die Banken durch die massive Geldflutung in eine noch größere Schieflage geraten als dies sowieso schon der Fall ist.

Der Teufel spricht in der Tat mit süßer Stimme und er hat viele Gesichter. Stets allerdings kommt er im Antlitz des Gemeinwohls daher und verspricht alles zu tun, was im Interesse der Gemeinschaft ist. Die „Verwechselung“ des Turbo-Etatismus mit dem Turbo-Kapitalismus ist dabei die größte Dummheit, allerdings eine von der antikapitalistischen Propaganda gerne ausgenutzte. Man nehme die offensichtlichen Probleme staatlichen Papiergeldes, schiebe diese auf die fiesen Spekulanten, phantasiere Probleme des unregulierten Marktes herbei, die dann am besten durch noch mehr staatliche Kontrolle gelöst werden soll.

„Im Notfall sind wir – im Rahmen unseres Mandats – hier nicht fertig“, so Mario Draghi, der Chef der staatlich beauftragten Megaenteignungszentrale EZB in bester Eintracht mit dem grünen Europaabgeordnete Sven Giegold: “Ich bin froh, dass wir mit der EZB eine europäische Institution haben, auf die noch Verlass ist. Menschen, die leichtfertig von Enteignung der Sparer reden, sollten sich vor Augen führen, welches Elend im letzten Jahrhundert durch Deflation ausgelöst wurde.”

Tja, so sind sie – unsere Superhirne der Ökonomie, die wohl zum einen niemals verstehen werden (wollen), was Inflation und Deflation eigentlich ist und das Publikum schluckt es, denn die „üblichen Verdächtigen“ haben es nach jahrzehntelanger Gehirnwäsche geschafft, das für das Publikum heutzutage Inflation gleichbedeutend ist mit Preissteigerung und unter Deflation das Gegenteil verstanden wird.
In einer gesunden Marktwirtschaft ist eine Deflation überhaupt kein Problem. Jeder, der heute einen Fernseher kauft, der kaum im Wohnzimmer Platz findet und dafür einen Betrag bezahlt, der früher drei Monatsgehältern entsprach, ist ein Profiteuer der Deflation. Sinkende Preise sind in einer gesunden Marktwirtschaft für jeden Konsumenten von großem Vorteil.

In unserem degenerierten System allerdings ist alles auf den Kopf gestellt. Vor allem auf den Kopf gestellt ist der Kopf an sich. Und mit dem Kopf das darin in manchen Fällen befindliche Gehirn.
Noch mehr Geld soll zu mehr Konsum führen, noch mehr Geld, das keinen echten Wert in sich trägt. Statt sich mal zu fragen, warum kaum noch investiert wird, wird die Kreditvergabe jetzt mit Gewalt durchgedrückt. Der DAX springt über die Marke von 10.000 Punkten und die Profiteure dieser unfassbaren staatlich initiierten Umverteilungsorgie kommen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Am allerlustigsten müssen sie es jedoch finden, dass die, die am meisten geschröpft werden genau davon noch mehr wollen. Man mag sich fragen, was da im Oberstübchen so vor sich geht, man mag aber auch einfach bei soviel Ignoranz des Offensichtlichen einfach kapitulieren.

Die Schwundgeldanhänger diverser Denkrichtungen werden jetzt Zeuge ihres erhofften Experiments. Ein Experiment, dass von Millionen Sparern (das ist diese komische Spezies, die der Meinung ist, dass man für etwas, das man sich nicht sofort leisten kann, für eine gewisse Zeit Verzicht über muss!) nun am eigenen Leib ausprobiert werden muss. Sicherlich wird man am Ende, wenn wieder einmal alles in Schutt und Asche liegt, behaupten, dass der Sozialismus nur nicht richtig umgesetzt wurde und dass er grundsätzlich „gut“ sei. Ja und dann stehen die Enteigneten vor ihrem Trümmerhaufen und wundern sich, dass die, die den Unsinn gepredigt haben, sich selbst alles erhalten haben.

Und warum? Weil sie es besser wussten! Weil sie nicht das getan haben, was sie anderen angeraten haben. Dass für sie so viel übrig blieb, weil sie all den Menschen in diesem Land den letzten Cent aus der Tasche gezogen haben und dabei ihr Begräbnislied von der „sozialen Gerechtigkeit“ und von den Gefahren der „Deflation“ gesungen haben.

Der Raubtiersozialismus nimmt nun im Endstadium nochmals so richtig Fahrt auf. Das ist in seinen Schlussphasen immer der Fall. Das hatten wir 1929, das hatten wir Ende der Achtziger Jahre, das bekommen wir weltweit nun zum x-ten Mal präsentiert. Aber wir scheinen nicht aufgeben zu wollen. Irgendwann muss der Sozialismus doch mal gelingen!

Margaret Thatcher sagte schon vor vielen Jahren, dass der Sozialismus eine Idee von Intellektuellen für Intellektuelle ist, um den Rest zu beherrschen. Traurig ist nur, dass die Nicht-Intellektuellen – also die, die den Wahnsinn bezahlen – einfach nicht erkennen wollen, zu welchen Deppen sie degradiert werden. Sie scheinen den diversen Reinkarnationen Silvio Gesells ihr Erspartes gar nicht schnell genug zum Vernichten anvertrauen zu wollen – so als würden sie sich für ihre Lebensleistung schämen. Es ist als hätten die Menschen keinen Respekt vor sich selbst, denn wie lässt es sich sonst erklären, dass es so viele gibt, die auf das billige und fadenscheinige Geschwafel hereinfallen?

Ich war schon immer der Ansicht, dass 99 % der Politik nicht nur überflüssig sondern massiv schädlich ist. Ich habe meine Meinung geändert – es sind 99,9 %! Staatliche Eingriffe waren seit jeher von großem Übel – dies ist oft genug am lebenden Objekt eindrucksvoll bewiesen worden. Aber es eben auch oft genug eindrucksvoll bewiesen worden, dass die, die von diesen staatlichen Eingriffen in ungehöriger Weise profitieren, einfach die einlullenderen Worte finden und die Gehirne der Menschen effektiver vernebeln. So werden wir also zum wiederholten Male das Spiel der Enteignung spielen!

Der Teufel scheint ein gerechtes Geschöpf zu sein – er liefert uns nur das, worum wir bitten.

 

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