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Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Archive for 14. Mai 2014

Rezension: Steht uns das Schlimmste noch bevor?

Posted by krisenfrei - 14/05/2014

Rezension: 14. 05. 2014: Michael Obergfell,
Dieter Sordon: Steht uns das Schlimmste noch bevor?

von Michael Obergfell (fortunanetz)

Was geschieht, wenn ein Psychologe über Ökonomie schreibt? Richtig: Er holt die Themen hervor, die man sich sonst lieber nicht so gerne anschaut!

Wir alle haben unseren „Schatten“. Damit sind alle jene Themen gemeint, die man lieber vergessen möchte wie z. B. persönliche Enttäuschungen und Kränkungen, Ängste und eigene Fehlleistungen. Und daher schauen die meisten Menschen lieber eine Fußball Weltmeisterschaft an oder einen schönen Heimatfilm, oder sie berauschen sich an einem tollen Buch oder auch an ihrer Briefmarkensammlung. Es ist ja nichts zu sagen gegen Fußball Weltmeisterschaften, tolle Boxsportkämpfe, schöne Cabrios oder Briefmarkensammlungen, sofern man es dabei nicht unterlässt, die eigenen Schattenthemen auch anzuschauen.

Es ist wie mit einem Schrank: werfen sie dort Müll hinein und räumen nie auf, machen sie lieber eines Tages die Türe nicht mehr auf, bzw. bekommen auch noch Angst davor, die Türe eines Tages zu öffnen. Schattenthemen summieren sich auf und ballen sich zusammen zu einer oft lebensbedrohlichen dunklen Seite, die wie eine vielköpfige Hydra irgendwann auch nach dem schnappt, was es an Gutem im Leben gibt.

Das Buch des Diplom-Psychologen Dieter Sordon beschäftigt sich mit wirtschaftlichen und politischen Schattenthemen unserer westlichen Gesellschaft. Er beginnt sein 210 Seiten starkes Buch mit der Gründung der US-amerikanischen Federal Reserve Bank (FED) im Jahr 1913. Schon diese Gründung ist seiner Meinung nach gleich mehrfach mit Schattenthemen überfrachtet. Einerseits ist den wenigsten bekannt, dass die FED eine Bank in Privatbesitz ist, die aber vortäuscht eine staatliche Bank zu sein. Sind Zentralbanken in privater Hand, so agiert die Zentralbank nicht mehr im Interesse der Allgemeinheit, sondern hauptsächlich im eigenen Interesse. Und deshalb wird diese Tatsache zu einem echten Schattenthema. Ebenso wird aus dem staatlich garantierten Tauschmittel Geld unter der Führung einer privaten Zentralbank zu reinem Schuldgeld. Und wie im richtigen Leben produziert jeder Schatten neue Schatten, so wie jede Lüge weitere Lügen geradezu erzwingt. Dies versucht Dieter Sordon in vielen Einzelbeispielen aufzuzeigen. Hierzu gehören für ihn Themen wie die Große Depression von 1929, die Inflation, die derzeitige Bankenkrise die durch unseriöse Geschäfte mit Derivaten hervorgerufen wurde, die Staatsschuldenproblematik, die Eurokrise, die Dollarhegemonie und die Kämpfe mancher Staaten, sich gegen diese Dollarhegemonie zu wehren, die Rolle der Politik in diesem Spiel, etc. Der Autor zeigt noch viele weitere Schattenthemen unserer westlichen Welt auf, die hier alle zu nennen zu weit führen würde.

Leser, die sich gerne mit Zahlen, Daten und Fakten beschäftigen, kommen in diesem Werk sicher voll auf ihre Kosten. Das Buch bietet auch eine große Liste an Quellen im Internet an. Dort kann man sich ebenso wie bei den im Buch zitierten Autoren in einzelne Aspekte all jener Themen vertiefen, die wir lieber in „den Schrank“ geworfen haben und die dort seit fast 100 Jahren schlummern. Bei der Beschäftigung damit ist die eine oder andere geistige Erschütterung garantiert, weil sich bisher doch sehr vieles angesammelt hat, was nicht in der Schule unterrichtet wurde und was nicht im Abendprogramm des Fernsehers auftauchte.

Beim Lesen des Buches hat sich bei mir eine weitere Erkenntnis aufgetan: Ganz sicher kann die derzeitige Gesellschaft eines oder mehrere Themen für längere Zeit im Schrank verschlossen halten, doch mittlerweile sind es schon so viele Schattenthemen, dass die Schranktür irgendwann von alleine aufgrund des inneren Drucks aufspringt und dann nicht mehr geschlossen werden kann. Und spätestens in diesem Augenblick sieht jeder die über 100 Jahre gesammelten Schattenthemen offen daliegen. Ab diesem Moment hilft vermutlich kein Polizeistaat und kein Überwachungsapparat mehr, die daraus folgenden Wahrheiten zu unterdrücken…

Danach kann es aber vielleicht auch sehr schnell gehen, so wie damals bei Erich Honecker, der noch kurz zuvor tönte: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.“ Und schon kurze Zeit später stimmten die Ostdeutschen in Massen mit den Füßen ab und der damalige Staat „DDR“ ging unter. Honecker saß dann in einem Flugzeug nach Chile und plärrte mit erhobener und geballter Faust in revolutionärer Manier auf dem Flug in die Kamera: „Venceremos!“… Wer dieses Buch liest, kann sich auf den einen oder anderen Schock vorbereiten, wenn die Schranktüre aufgeht. Niemand muss enden wie Honecker,

meint

Michael Obergfell

Die Daten zum Buch:

Dieter Sordon: Steht uns das Schlimmste noch bevor?
Der Zerfall unseres Wohlstands

Die Neugier, die das eigenwillige Format des Covers hervorruft, wird im Innenteil nicht enttäuscht.

Taschenbuch
Edition Octopus
ISBN 978-3-95645-200-0
Preis 15,10 Euro

Bestellung hier möglich. 

 

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Russland: Abkehr vom US-Dollar

Posted by krisenfrei - 14/05/2014

von Henning Lindhoff (ef-magazin)

Die Finanzwirtschaft ist bereit

14. Mai 2014

Seit geraumer Zeit forciert die russische Regierung eine radikale monetäre Wende. Schon bereits vor Beginn des Konflikts in der Ukraine schossen immer wieder Gerüchte und Andeutungen ins Kraut, nach denen die BRICS-Staaten und vor allem die Mitgliedsländer der Eurasischen Union und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, allen voran China und Russland, eine Abkopplung vom US-Dollar vorbereiten würden.

Ernst genommen wurden sie kaum. Ohne die Bindung an den US-Dollar würde diesen Staaten ein ganz ähnliches Schicksal drohen wie Venezuela und Nordkorea drohen. Eine Abkehr würde zu exorbitanten Inflationsraten und  einer tiefgreifenden Rezession führen. So zumindest wollten es die westlichen „Experten“ stets glauben machen.

Doch Wladimir Putin hört schon lange nicht mehr auf die Ratschläge aus dem Abendland. Seine Pläne, dem Dollar abzuschwören, werden von Tag zu Tag konkreter. Wie die staatliche Nachrichtenagentur „Stimme Russlands“ berichtet, hatte Russlands Finanzminister Anton Germanowitsch Siluanow bereits am 24. April 2014 zu einem geheim gehaltenen Treffen eingeladen. Vertreter der Energie- und Finanzwirtschaft sowie Regierungsbeamte diskutierten dort, wie die Bedeutung des US-Dollars für russische Exporte konkret verringert werden könnte. Später ließen Regierungsvertreter das allgemeine Stimmungsbild durchsickern. Danach sei zumindest der „Bankensektor bereit, eine hohe Zahl von in Rubel notierten Transaktionen zu handhaben.“ Wie es heißt, erachten die Konferenzteilnehmer diesen Schritt als eine wichtige Maßnahme gegen die laufenden Wirtschaftssanktionen der USA.

Eine anschließende Diskussionsrunde wurde von Alexey Moiseev, dem stellvertretenden Finanzminister Russlands, geleitet. Gegenüber dem staatlichen Nachrichtensender Rossija 24 stellte er später unmissverständlich fest: „Die Menge der in Rubel dotierten Kontrakte wird erhöht.“ Die Finanzindustrie sehe hier keinerlei operativen Schwierigkeiten. Im Fernsehinterview skizzierte Moiseev zudem den exekutiven Weg. Mittels eines bereits bestehenden Währungsänderungsgesetzes halte die Regierung unter Wladimir Putin bereits alle notendigen rechtlichen Werkzeuge in Händen, um russischen Unternehmen die Menge der in Rubel gehandelten Waren vorschreiben zu können. Ob diese Quote jedoch eines Tages gar 100 Prozent betragen werde, ließ Moiseev offen: „Es ist eine extreme Option. Ich kann momentan nicht sagen, ob die Regierung so weit gehen würde.“

Denkbar ist diese Option jedoch allemal. Im Fall des Falles stünden zumindest China und der Iran beiseite. Am 20. Mai wird Wladimir Putin zu Verhandlungsgesprächen in Peking erwartet. Unmöglich erscheint es angesichts der neuesten Entwicklungen nicht, dass russische Rohstoffe danach gegen Rubel die Grenze passieren werden.

 

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Europawahlen: Die Euro-Show in ARD und ZDF

Posted by krisenfrei - 14/05/2014

von Michael Lehner (neopresse)

14. Mai. 2014

Am 25. Mai 2014 dürfen die europäischen Hamsterrad-Inschwunghalter wieder einmal ihr Kreuzchen machen. Dabei fällt mir immer Andreas Popp ein, der Wahlen immer so schön mit zwei Bildern umschreibt: Erstens gibt man bei Wahlen im wahrsten Sinne des Wortes seine Stimme ab und hat demzufolge die nächsten vier oder fünf Jahre gefälligst nichts mehr zu sagen. Zweitens gibt man seine Stimme in eine Wahlurne und eine Urne ist nach Definition auch ein

krugartiges, bauchiges, meist künstlerisch verziertes Gefäß aus Ton, Bronze o.Ä., in dem die Asche eines Verstorbenen aufbewahrt und beigesetzt wird und die früher auch zur Aufnahme von Grabbeigaben diente.

Also, ein “Aufbewahrungsmittel” für sterbliche Überreste – ergo, eine Stimme, deren Vitalität, Bedeutung und Wichtigkeit bereits mit dem Einwerfen obsolet wird.

Doch zurück zum eigentlich Titel des Artikels.

Vorgestern durfte der geneigte Rundfunkbeitragssteuerzahler sich in geballter Form mit den “Errungenschaften des Euros” durch die gleichgeschalteten Medienanstalten ARD und ZDF beglücken lassen. Los ging es mit der ZDF-Sendung WISO. Untertitel: WISO-Fiktion: Deutschland ohne EU (Link zum Video)

Dazu eine kurze Zusammenfassung – gedacht zuerst ohne jegliche Kommentierung, da die Inhalte sich selbst entlarven, doch leider konnte ich es nicht ganz ohne Kommentare durchhalten:

Szenario der WISO-Sendung:

Welche Folgen hat ein Austritt Deutschlands aus der EU und damit aus dem Euro? Der Beitrag spielt dabei in der nahen Zukunft (2015). Ausgelöst durch Unruhen der Bevölkerung wird im Bundestag über den Verbleib in der EU und im Euro-System entschieden, sowie Merkel die Vertrauensfrage gestellt.

Ablauf der Sendung:

1. Los geht’s mit dem klassischen Gelddrucken
De la Rue druckt bereits die neuen DM-Scheine, die den Euro ersetzen sollen. 250 Mrd. DM (neu) sollen ausgeliefert werden.

2. Was passiert, wenn die neue Währung eingeführt ist?
Die neue DM wertet sofort gegenüber dem US-Dollar (30%), dem Euro (50%) und dem Renminbi (30%) auf. In Folge dessen werden Benzin, Elektroartikel und Waren aus China billiger. Aber die Konsumenten, warnt der “Experte” Marcel Fratzscher (übrigens bis 2008 unter anderem Leiter der Abteilung International Policy Analysis (Internationale wirtschaftspolitische Analysen) bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt und bei der Weltbank), werden unter der Aufwertung stark leiden: Sie verlieren ihre Arbeit. Fallenden Preisen ist eine steigende Arbeitslosigkeit gegenüber zu stellen, die aufgrund des einbrechenden Exports unweigerlich eintritt. 40% des Exports gehen in die Euro-Zone, 60% in die EU.
Ich kann mir eine kurze Kommentierung doch nicht verkneifen – dazu ein Hinweis auf den DIHK, der zu den endgültigen Außenhandelszahlen für 2012 schreibt:

Der Handel mit den EU-Mitgliedstaaten stellt mit 57 Prozent bei den Exporten und 56 Prozent bei den Importen nach wie vor den Hauptteil des Warenverkehrs. Die Dynamik hat hier merklich nachgelassen, insbesondere beim Handel mit der Eurozone.

Doch weiter mit dem Aspekt der Aufwertung in der WISO-Sendung am Beispiel VW.

VW hat ca. 50.000 Beschäftigte und produziert jährlich ca. 800.000 Autos in Deutschland. Aufgrund der neuen DM steigen die Preise um 50% und die Produktion muss daher ins Ausland verlagert werden. Die billigeren Vorprodukte aus dem Ausland bleiben unerwähnt, um die 50% beibehalten zu können. Die “Experten” Friedrich Heinemann und Gustav Horn bestätigen in groben Zügen das Szenario. Heinemann ist übrigens Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und Vorstand des Arbeitskreises Europäische Integration und Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik. Horn ist Leiter des Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung und forderte 2012 den Verkauf der deutschen Goldreserven durch die Bundesbank, da es keine rationalen ökonomischen Gründe mehr gibt, derartig hohe Goldreserven zu halten. Also zwei wahrlich unabhängige und neutrale “Experten”, die hier zu Wort kommen.

Nochmals “Experte” Fratzscher: Viele deutsche Unternehmen würden ihre Produktion in Deutschland aufgeben, da zu teuer. Herbe und dauerhafte Arbeitsplatzverluste wären die Folge. Somit ist Deutschland ohne den Euro nicht denkbar, da exportabhängig. Dass Deutschland durchaus zu DM-Zeiten Aufwertungen ohne größere Probleme durch Innovationen, Optimierungen usw. “verkraftet und aufgefangen hat”, wird geflissentlich “vergessen”. Das ein Exportüberschuss immer den Export von Geld und Arbeitsleistung, die wir derzeit auch noch per Kredit selbst finanzieren, und somit eine Wertschöpfung, die dem “Produktionsland” nicht zugute kommt, bedeutet, wird dummerweise auch nicht erwähnt.

3. Die neue DM
Es gibt immer noch viele Menschen, die alte DM-Bestände zu Hause haben und die alte Währung schätzen. Jetzt greift WISO einen psychologischen Trick auf und vergleicht das Geld mit der Familie, die viel wichtiger ist (was sie natürlich de facto wirklich ist), und meint das Geld nur Papier sei. Hier unternimmt das ZDF den Versuch die DM über den Vergleich mit der Familie als wertlos und nicht erstrebenswert darzustellen.

4. Die Rentner
Darstellung eines Rentners, der für seine Rente demonstrieren geht, die er wegen der Währungsumstellung zu verlieren droht. Wieder der Griff in die psychologische Trickkiste: Liebe Rentner, der Euro ist gut, eine neue Währung böse – stimmt für den Euro, wählt die Blockparteien.

Dazu der “Experte” Stefan Sell (Professor an der FH Koblenz): Weil die neue DM aufwertet und die Privatrenten in Euro ausgestellt sind, erfolgt eine Benachteiligung der Rentner. Sell betont, dass nur die Privatrenten betroffen sind und ein Wertverlust von 30% – 50% des angelegten Kapitals denkbar ist. Nur zu dumm, dass Importe wie unter 2. beschrieben billiger werden.
In diesem Zusammenhang kommt auch noch der ehemalige Minister für Arbeit und Soziales Norbert Blüm zu Wort, der die staatliche Rente als die bessere Alternative im Vergleich zu Privatrenten ansieht und deswegen den Euro für unabdingbar hält.

5. Die Folgen für und in Europa
Der “Experte” Udo van Kampen (Leiter des ZDF-Studios in Brüssel) weist daraufhin, dass Deutschland bei einem Austritt keine Stimme mehr in Europa hätte und die anderen Staaten wieder Angst vor Deutschland und (Achtung! Jetzt kommt’s!) einem wachsenden Nationalismus hätten. Die Nazikeule, die wir tagtäglich in den diversen Spartenkanälen der Öffentlich-Rechtlichen “um die Ohren gehauen bekommen”, darf hier natürlich auch nicht fehlen – Ukraine und Faschisten und deren Anerkennung durch die BundesreGIERung und den Medien hin oder her. Europa würde wieder in Einzelstaaten zerfallen. Die aktuelle “Rezession” wurde durch Frankreich und Deutschland überwunden und darf nicht preisgegeben werden (Implizierung: Wir sind auf dem richtigen Weg, Euro gut, EU gut, alles in Butter.)

6. Die Schweiz
Wieder der Ex-Studioleiter der USA zu Zeiten von 9/11 v. Kampen: Die Schweiz ist nur ein kleiner Staat und daher nicht vergleichbar mit Deutschland. Begründung von v. Kampen: Fehlanzeige. Die Schweiz sei nur aufgrund des Bankgeheimnisses stark. Deutschland würde alle Vorteile der EU (*Irone an* Nettobeitragszahler, böser Mann in Europa *Irone aus*) gegenüber dem Rest verlieren (kurz zurück zu Punkt 5: Hier sagt der gleiche “Experte”, dass Europa/die EU wieder in Einzelstaaten zerfallen wird – wie passt das zusammen?). Auch wenn Deutschland viel für Europa zahlt, ist es der größte Profiteur (die übliche, nicht argumentativ unterlegte Behauptung).

7. Die Grenzen und der Wegfall des Schengen-Abkommens
Mehrere Millionen Euro müssten für neue Grenzbeamten/Grenzkontrollen aufgebracht werden. Aha, Millionen… allein HRE wurde mit 7,7, Milliarden Direkthilfe und 123,98 Garantien gerettet.
Dazu noch der “Experte” Jörg Radek von der Polizeigewerkschaft: Mehr Personal ist auch ohne einen Austritt aus dem Euro und der EU notwendig. (Frage: Wurde der im Vorfeld nicht sauber gebrieft?)

8. Reisen und Urlaub
Zwar zerfiel Europa unter Punkt 5 wieder in Einzelstaaten, aber die Logik des ZDFs und der WISO-Redakteure benötigt an dieser Stelle wieder eine Beibehaltung der EU/des Euro (nur ohne Deutschland). Denn bei Reisen müsste man dann wieder Geld wechseln (welch Aufwand!) und müsste auf billige Flüge verzichten, da die Flughafengebühren zu hoch wären. Komisch nur, dass ja die neue DM gegenüber dem Euro aufgewertet hat! Jedenfalls würde der geliebte Urlaub flachfallen und wer will schon “tausende” Fremdwährungen mit sich führen, wieder Passkontrollen über sich ergehen und sein Gepäck durchsuchen lassen. Ergo – so Moderator Martin Leutke: Urlaub gibt es nur noch in Deutschland.

Soweit die WISO-Propaganda-Pro-EU-Pro-Euro-Show. Noch kurz als Randnotiz: Im gleichzeitig stattfinden Online-Chat des ZDFs zeigte sich eine weit kritischere Zuschauersicht auf das Szenario. Die meisten Zuschauer im Chat folgten den ZDF– und “Experten”-Analysen nicht.

Um 20:15 Uhr übernahm dann das Erste Deutsche Fernsehen mit einem EUdSSR-Spezial und versuchte den letzten Widerstand ab 21:00 Uhr mit der Sendung Hart, aber fair – Europa wählt und keiner geht hin zu brechen. Hier durften sich dann zwei Politdarsteller, ein jornalistischer Erklärbär, ein pöbelnder Broder und ein sachlicher Henkel mit EU und Euro beschäftigen.

Fazit: Der Euro und die EU wurden durch die Propaganda-Sender ARD und ZDF in das derzeit beste Licht gestellt und dem deutschen Michel einmal mehr die “Alternativlosigkeit” des Euros aufgezeigt. Mit psychologischen Tricks wurden dem Zuschauer Ängste gemacht ohne im Detail die getroffenen Annahmen zu begründen. Eine wahre journalistische Meisterleistung. Ganz im Sinne der EUkraten. Wir werden am 25. Mai sehen, ob die Propaganda noch verfängt.

Quellen:
Duden – die Urne
WISO-Fiktion: Deutschland ohne EU
Wikipedia – Marcel Fratzscher
DIHK – Statistiken zum Außenhandel
ZEW – PD Dr. Friedrich Heinemann
Wikipedia – Gustav Horn
Wikipedia – Stefan Sell
Wikipedia – Udo van Kampen
Wikipedia – Hypo Real Estate
Hart aber fair – Europa wählt und keiner geht hin

 

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Richter Vonnahme wendet sich gegen manipulative Ukraine-Berichterstattung

Posted by krisenfrei - 14/05/2014

Richter Vonnahme wendet sich gegen manipulative Ukraine-Berichterstattung der Medien

Der Richter am Bayer. Verwaltungsgerichtshof (i.R.) Peter Vonnahme schreibt an Chefredakteure über “Mein Unverständnis über  hetzerische Medienkommentare zum Ukraine-Konflikt”

Guten Morgen!

Ich habe gegenüber dem Chefredakteur meiner Heimatzeitung, der Augsburger Allgemeinen*, mein Unverständnis über seine hetzerischen Kommentare zum Ukraine-Konflikt geäußert. Leider prägt dieser Stil auch die einschlägige Berichterstattung dieser Zeitung zu diesem Konflikt.

Da dieser tendenziöse Journalismus für den Großteil der deutschen Leitmedien (von ARD über Bild, … FAZ, Focus, … Spiegel, SZ, taz, Welt … bis Zeit und ZDF) stilprägend ist, habe ich mich entschlossen, meinen Brief auch anderen Medien sowie einem ausgewählten privaten Empfängerkreis zur Kenntnis zu geben.

Ich verbinde damit die Hoffnung,

·         dass sich einerseits der politische Journalismus unter dem Eindruck der wachsenden Kriegsgefahr allmählich wieder seiner ursprünglichen Aufgabe (objektive Information) besinnt und

·         dass andererseits die Leser, Rundfunkhörer und TV-Zuschauer einen kritischen Blick auf die journalistische Arbeit „ihrer“ Medien werfen und – falls erforderlich – mit Nachdruck mehr Objektivität einfordern.

Für etwaige Erfahrungsberichte oder Kommentare wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Vonnahme
Richter am Bayer. Verwaltungsgerichtshof (i.R.)

Quelle: tv-orange

 

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Arbeitszeit

Posted by krisenfrei - 14/05/2014

von Michael Winkler (481. Pranger)

So richtig mit der Arbeitszeit konfrontiert wurde ich im dritten Band der Serie „Das neue Reich“, wo für Rüstungsbetriebe eine 72- oder gar 78-Stunden-Woche angeordnet wird. Dies ist natürlich eine Maßnahme des nationalen Notstands, eine Frage des Überlebens. Die Orientierungsgröße für Vollzeitbeschäftigung ist nach wie vor die 40-Stunden-Woche (oder knapp darunter), die Gewerkschafts-Kampagne für die 35-Stunden-Woche ist längst ausgelaufen.

Wie schaute das früher aus? Ich möchte zunächst auf die Feudalzeit eingehen, das Mittelalter, die Zeit des Kathedralen-Baus, ungefähr die Jahre 1000 bis 1300. Damals gab es so nette Dinge wie Leibeigenschaft und Frondienste. Und ja, wer Pech hatte, konnte an einen richtig üblen Menschenschinder gelangen. In aller Regel waren die Feudalherren jedoch weniger korrupt als unsere heutigen Demokraten. Kein Lehnsherr wäre auf den Gedanken gekommen, „Fachkräfte für Sozialhilfebezug“ ins Land zu lassen. Wer sich auf seinem Land ansiedeln wollte, hatte tüchtig zu arbeiten, wie seine bisherigen Untertanen auch.

Die heutigen Demokraten haben eine Perspektive von genau einer Legislaturperiode. Für diese Zeit sind sie gewählt, in dieser Zeit können sie sich die Taschen füllen und Pöstchen für Günstlinge schaffen. Für ihre Dummheiten und Fehler haften ihre Nachfolger, das heißt, um eine Haftung wird sich sowieso immer gedrückt. Der Lehnsherr des Mittelalters mußte selbst für seine Fehler geradestehen, und wenn nicht er, so seine Kinder und Kindeskinder. Der Ritter besaß Waffen und Rüstung, er hatte mit seiner Burg einen festen, stabilen Wohnsitz, aber er war zugleich Großbauer, der seine Landwirtschaft im Fluß halten mußte. Er hatte für Wintervorräte zu sorgen, und wenn seine Bauern hungerten, hungerte er mit.

Die Arbeitszeit entsprach ungefähr der Tageslänge. Im Sommer waren das durchaus 16 Stunden, dafür herrschte im Winter weitgehende Ruhe. Die Kirchenfeste wurden eingehalten, Frondienste wurden abgeleistet, wenn die Felder nur wenig Aufmerksamkeit erforderten. Die Menschen lebten im Rhythmus der Natur. Gehen wir in die Städte, dann haben wir ungefähr 150 kirchliche Sonn- und Feiertage im Jahr. Damit verbleiben 215 Arbeitstage, wenn ich pro Arbeitstag zehn Stunden ansetze, kommen wir auf 2.150 Jahresarbeitsstunden, mithin eine durchschnittliche 42-Stunden-Woche. Nicht schlecht für das ach so finstere Mittelalter, oder?

Zur Fugger- und Reformationszeit sah das bereits anders aus. Die Vermögensverteilung war in Schieflage geraten, großer Reichtum auf der einen, Elend und Ausbeutung auf der anderen Seite. Adel und Klerus herrschten über ihre Mitmenschen, hatten deren Notlage hinter sich gelassen. Das führte zu den Bauernkriegen, dem ersten Revolutionsversuch in Europa.

Die richtig paradiesischen Zeiten für Ausbeuter und Unterdrücker kamen mit der industriellen Revolution. Während Sklaven Kapital darstellten, dessen Wert erhalten werden mußte, waren Industriearbeiter ein Kostenfaktor, der jederzeit ausgetauscht werden konnte. 14-Stunden-Tage im Arbeitstakt der Dampfmaschinen, Arbeiter, die sich wortwörtlich zu Tode schufteten – das ist England, um 1850, das ist Manchestertum. Es gab keine Krankheits- oder Altersvorsorge, es gab nur die Fabriken und Arbeit, Arbeit, Arbeit. Sechseinhalb Tage zu jeweils 14 Stunden ergeben die 91-Stunden-Woche.

In England hat man schließlich eingesehen, daß Arbeiter, die in den Fabriken zugrunde gerichtet wurden, nicht mehr als Soldaten und Matrosen für Ihrer Majestät Empire taugten, weshalb Arbeitszeit-Beschränkungen und Arbeiter-Schutzgesetze erlassen wurden. Die Kapitalisten versuchten, getreu nach Karl Marx, die Arbeit, die bislang in 14 Stunden geleistet worden war, in die nun zulässigen 12 Stunden zu pressen.

Im Deutschen Reich erließ Bismarck die fortschrittlichsten Sozialgesetze der damaligen Zeit. Wie fortschrittlich sie waren, mag man daran ermessen, daß in den USA das „Obamacare“ nicht an die Krankenkassen heranreicht, die es in Deutschland seit 125 Jahren gibt. In den zwanziger Jahren wurde in Deutschland der 8-Stunden-Tag propagiert, acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf. In den fünfziger Jahren hieß die Kampagne „Samstag gehört Vati mir!“ Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg war jedoch eher von der Sechs-Tage-Woche und dem 10-Stunden-Tag geprägt. Die 40-Stunden-Woche setzte sich in den Sechzigern langsam durch.

Betrachten wir nun die andere Seite. Wir nehmen ein kleines Dorf mit 100 Haushalten und einem Möbeltischler. Zunächst ist der Bedarf an Möbeln hoch, der Tischler weiß vor lauter Arbeit nicht, wo ihm der Kopf steht. Am Anfang habe er nur altväterliches Werkzeug, da braucht er für einen einfachen Tisch einen vollen Zwölf-Stunden-Tag. Später, mit elektrischem Werkzeug, produziert er zwei derartige Tische an einem Tag, seine Produktivität liegt deutlich höher. Nach einer gewissen Zeit ist der Grundbedarf gedeckt, obwohl das Dorf größer geworden ist, weil die Kinder der Bewohner eigene Hausstände gegründet haben.

Der Tischler kann nun mit der „Luxusproduktion“ beginnen. Der neue Tisch ist höhenverstellbar, hat eine marmorne Tischplatte, Messingbeschläge und läßt sich zur Tafel ausziehen. Mit dieser Produktion kann der Tischler seinen Geschäftsbetrieb und seine Angestellten für eine weitere Periode erhalten. Danach kann er eine Werbekampagne zur gezielten Bedarfsweckung einleiten. Er überredet seine Mitmenschen zur Anschaffung von Gartenmöbeln. Doch auch hier ist der Bedarf schließlich gedeckt. Der Großbetrieb schrumpft danach zu einer kleinen Tischlerei, die den Erhaltungsbedarf abdeckt, oder er erschließt sich neue Kunden jenseits der heimischen Gefilde.

Betrachten wir noch eine richtige Industrie, die Unterhaltungselektronik. 1950 gab es in den Wohnungen allenfalls einen Radioempfänger, Fernsehen gab es im besiegten Deutschland noch nicht wieder. 1960 waren Radioempfänger Allgemeingut und Fernsehempfänger verbreiteten sich rasant. Grundig, Nordmende, Telefunken, Saba – das waren alles renommierte Firmen, die es heute in dieser Form längst nicht mehr gibt. 1970 zogen die Farbfernseher in die Wohnzimmer ein, ab 1980 auch in die Kinderzimmer. Der Markt war gesättigt, die Kinder aus den „Baby-Boom-Zeiten“ gründeten ihre eigenen Hausstände, doch auf deren Geräten standen immer öfter Firmennamen wie Sony, Panasonic oder Toshiba. 66cm Röhrendiagonale waren noch das Maß der Dinge, die Großbild-Fernseher sind jüngeren Datums.

Die Politik hat den Fernsehproduzenten eine Sonderkonjunktur beschert, nach dem Beitritt der BRD zur DDR wurden in „Neufünfland“ neue Geräte angeschafft. So ungefähr ab dem Jahr 2000 wurden die Röhrengeräte gegen Flachbildschirme ausgetauscht, aktuell gibt es die HD-Geräte, die ersten UHD-Fernseher werden bereits angeboten. Gemessen an der Zahl der dafür erforderlichen Arbeitsstunden ist ein heutiges großformatiges 4k-Gerät billiger als ein Schwarz-Weiß-Guckkasten vor 60 Jahren. Der Radioempfänger, ursprünglich mit einem Lautsprecher und Mittelwellen-Empfang, wurde zur Stereoanlage mit UKW, heute ist es ein Digitalradio, außerdem gibt es „Quattro“ und „Surround-Sound“. Die Entwicklung ist nicht stehen geblieben.

Mit dieser Entwicklung einher ging die Steigerung der Produktivität. Zwei Dutzend Arbeiter mit Hacke, Schaufel und Schubkarre schaffen weniger als ein einziger Bagger. Die Werkstatt wurde zur Manufaktur, diese zur Fabrik mit Fließbändern und daraus die heutigen Roboter-Fabriken. Die höllischen, lauten, stinkenden Folterarbeitsstätten der industriellen Revolution gibt es noch als „Sweat-Shops“ in fernen Ländern Ostasiens, bei uns in Deutschland stehen Maschinenhallen, in denen die Arbeiter die Maschinen bedienen, welche die eigentliche schweißtreibende Arbeit übernehmen.

Schon heute könnte ein 3D-Drucker die Arbeit eines Möbeltischlers erledigen. Die Platinen eines Fernsehers werden in einem Bestückungsautomaten gefertigt, Menschen stecken sie bestenfalls noch zusammen und verschrauben das Chassis mit der Bildschirmeinheit. Vor hundert Jahren waren die Arbeiter mindestens so fleißig und arbeitsam wie ihre heutigen Kollegen, und doch produziert der heutige Arbeiter ein Mehrfaches dessen, was 1914 möglich gewesen war.

Damit kollidieren diese beiden Entwicklungen: Marktsättigung und Produktivität. Vergleichen wir die Jahre 1954 und 2014 miteinander, so finden wir im Haushalt einzig und allein den Computer, der fundamental neu ist. Fernseher, Waschmaschine, Telephon, ja sogar Mikrowellenherde gab es 1954 bereits, auch wenn es noch Einzelstücke gewesen waren. Elektronenhirne waren zwar auch schon erfunden, nur hatte die noch keiner zu Hause. Ein Fernsehprogramm, stundenweise, in Schwarz-Weiß, das war 1954. Hunderte Programme, rund um die Uhr, in Farbe – alles ist größer, bunter, vielfältiger geworden. Vor allem die Werbung, die uns sagt, daß wir das alles brauchen.

Im Endeffekt haben wir eine Gesellschaft in Schieflage heranwachsen lassen. Der Arbeiter in den Fünfzigern konnte sich sein Häuschen bauen, er konnte seine Kinder aufs Gymnasium und zur Universität schicken, er konnte sich selbst hocharbeiten, zum Vorarbeiter, Werkmeister, Abteilungsleiter. Jetzt, im 21. Jahrhundert, ist das schwer geworden. Der Universitätsabgänger benötigt die Beziehungen seiner Eltern, will er nicht in der „Generation Praktikum“ enden. Der Handwerksgeselle muß einen ganzen Tag arbeiten, um sich eine einzige Arbeitsstunde seines Kollegen leisten zu können. Und über allem schwebt die Unsicherheit, ob man morgen nicht schon entlassen ist, übermorgen im „Jobcenter“ Hartz IV beantragen muß.

Wir haben das Mittelalter noch immer in unseren Köpfen. Damals hatte ein Mann einen Beruf, fing früh morgens mit der Arbeit an und hörte am Abend damit auf. So war es an jedem Tag, den Gott gibt, bis auf jene Tage, an denen Gott das Feiern erlaubte. Gott hatte den einen Bauern werden lassen, den anderen Steinmetz oder Tuchweber. Und einige wenige waren dank Gottes Gnade zu Herrschern berufen. Ein jeder hatte seinen Platz und sollte an diesem Platz für immer bleiben.

Der moderne Lebensentwurf sieht völlig anders aus. Was wir von unseren Vätern lernen, reicht allenfalls für den Berufseinstieg. Lebenslanges Lernen heißt die Zauberformel, die aus Automechanikern Mechatroniker werden ließ. Der Techniker kann sein Wissen zehn Jahre produktiv einsetzen, dann ist er verbraucht, tritt ein Nachfolger an seine Stelle, der gerade seine Ausbildung abgeschlossen hat und deshalb auf dem neuesten Stand ist. Wann soll jemand, der diese 40 Stunden pro Woche arbeitet, sein Wissen erweitern? Oh, die Antwort der Gesellschaft darauf lautet: In der Zeit der Arbeitslosigkeit, da kann sich der Betreffende fortbilden.

Der Mindestlohn, der noch nicht einmal in allen Branchen eingeführt ist, beträgt 8,50 Euro die Stunde. Der folgenden Tabelle entnehmen Sie, daß dies bei einer 40-Stunden-Woche 1.428 Euro Brutto pro Monat (21 Arbeitstage zu 8 Stunden) sind, bei 15 Stunden Teilzeit 535,50 Euro.

Wochenstunden 40 35 30 25 20 15 10
Monatslohn Euro 1.428.- 1.249,50 1.071,- 892,50 714,- 535,50 357,-

Können Sie vom Mindestlohn leben? Alleinstehend, 35-Stunden-Woche, in einer ländlichen Gegend mit niedriger Miete vielleicht gerade so, aber „reich“ werden Sie davon nicht. Ein altes, gebrauchtes Fahrrad wäre gerade noch drin, schon ein „Pedelec“ oder Mofa sprengen das Budget. Eine Familie läßt sich davon nicht ernähren, trotz Kindergeld. Eine kleine Nebenbemerkung: 1.250 D-Mark waren 1960 noch ein Traumgehalt – so viel zur Geldwert-Stabilität.

Wir sind heute an einem Punkt der Entwicklung angekommen, an dem die ganze Menschheit zu viel produziert und den Planeten mit Abfällen überlastet. In den gesättigten Märkten wird eine permanente Bedarfsweckung betrieben, Werbung für Dinge, die keiner wirklich braucht und die nur dazu dienen, den Geldfluß aufrecht zu erhalten. Dieser Geldfluß sorgt dafür, daß die Produktion in Gang gehalten wird, und gleichzeitig dafür, daß die Menschen fortwährend arbeiten müssen, um sich diese Überflußproduktion leisten zu können.

Ein alter Fernseher mit Bildröhre zeigt das gleiche Programm, das ein Plasma-Flachbildschirm wiedergibt. Nur ist dieses alte Gerät längst bezahlt, für das neue muß sich der Käufer womöglich verschulden, weil er es auf Raten kauft. Ein 15 Jahre altes Auto bringt einen ebenso von A nach B, und es ist bezahlt. Ein Kühlschrank mit Energieeffizienzklasse A – das beste, was es damals zu kaufen gab – muß nicht deswegen verschrottet werden, weil es jetzt Geräte der Klasse A++ gibt.
Es wäre uns jederzeit möglich, den Konsum zurückzuschrauben, also mit weniger Geld auszukommen. Geld, das wir nicht ausgeben, brauchen wir erst gar nicht einzunehmen. Bei dem Möbeltischler stand als letzter Ausweg, sich neue Märkte zu erschließen, also zu exportieren. Diesen Weg beschreiten wir als Nation seit längerem, um die 35- oder 40-Stunden-Woche beizubehalten, produzieren wir Güter für den Export. Nur, leider, wird dieser Export mit imaginären Einheiten bezahlt, die als „Geld“ bezeichnet werden. Dieses Geld besteht aus Zahlungsversprechen, nicht aus konkreten Werten. Dieses Geld ist zudem beliebig vermehr- und damit entwertbar.

Ein Geschäft, das mit Geld abgewickelt wird, ist erst dann vollständig, wenn für dieses Geld wieder neue, werthaltige Ware gekauft worden ist. Bei einer Nation, die ständig Exportüberschüsse erzielt, wie das in Merkeldeutschland der Fall ist, passiert netto ein Abfluß an Werten. Konkret verkaufen wir Mercedes-Automobile gegen ein Leistungsversprechen, das sich in Form eines Target-II-Saldos ansammelt. Bis diese Leistungsversprechen eingelöst werden, hat sich deren Wert verringert. Der Exportüberschuß bedeutet, daß wir generell mehr Waren liefern als wir im Gegenzug erhalten.

Damit wird das Spiel absurd. Wir belasten unsere Arbeiter mit langen Schichten und bezahlen ihnen niedrige Löhne, um damit Waren zu produzieren, die wir in letzter Konsequenz verschenken. Trotzdem haben wir Millionen Arbeitslose und weitere Millionen Menschen, die für einen Lohn arbeiten, der nicht ausreicht, um davon zu leben. Und weil selbst das noch nicht genug Idiotie ist, holen wir auch noch Fremde in unser Land, die in diesem Land niemals eine dem Lande dienliche Arbeit aufnehmen können. Die Feudalherren des Mittelalters hätten solche Zuwanderer entweder umgehend vertrieben oder sie als Arbeitssklaven verbraucht, bei Tätigkeiten, für die ihnen ihre Leibeigenen zu schade gewesen wären.

In „Das neue Reich“ ist es einfach. Da gibt es einen Zusammenbruch, es muß wieder aufgebaut werden, folglich gibt es mehr als genug Arbeit. Vorerst, jedenfalls. Der Zusammenbruch hat das Wertesystem verändert, statt Konsum zählt die persönliche Fortentwicklung, also genau das, was einer Demokratie widerstrebt. Mündige, informierte, gebildete Bürger werden zwar als das Ideal beschrieben, aber genau damit würden Politiker, die im gewöhnlichen Leben versagt und in ihrer Mittelmäßigkeit die Ochsentour durch die Parteihierarchie auf sich genommen haben, nie und nimmer zurecht kommen.

Spielen wir den Gedanken doch einmal durch: Eine 20-Stunden-Woche böte Arbeit für alle. Der Mindestlohn müßte allerdings 20 Euro betragen, wodurch wir auf ein Monatsgehalt von 1.680,- Euro kämen. Können wir uns das leisten? Aber ja, wir brauchen kein Hartz IV mehr zu finanzieren, keine Umverteilungsbürokratie, und wir leisten keine Tribute mehr ans Ausland in Form von Waren, die niemals wirklich bezahlt werden. Zuwanderer, die keine Arbeit finden, müssen das Land verlassen. Qualifizierte Fachkräfte dürfen mehr arbeiten, wenn sie das wollen.

Was machen die Menschen mit ihrer freien Zeit? Die übliche Antwort in einer Demokratie besteht darin, daß sie diese Zeit totschlagen oder im Alkohol ertränken. Volldemokraten haben generell eine derart hohe Meinung über ihre Wähler, was wohl darauf beruht, daß diese Wähler solchen Typen zu Ämtern und Würden verholfen haben. Deshalb werden wir mit einem derart miserablen Fernsehprogramm beglückt, daß Bier die bessere Alternative bietet. Mit elitärer, neuzeitlicher Kultur brauchen wir diese Freizeit auch nicht zu füllen, was heutzutage an Kunst und Theater angeboten wird, rechtfertigt eher einen Aufenthalt in einer geschlossenen Psychiatrie als die Bezeichnung „bildende“ Kunst.

Zum Glück gibt es genügend Kultur aus früheren Zeiten. Man muß nur rechtzeitig die Regisseure und Intendanten wegsperren, damit diese Kultur nicht modernisiert wird. Die Leute haben Zeit, um spazieren zu gehen, sie haben Zeit, um Sport zu treiben, sie haben Zeit, um Bücher zu lesen. Sie haben sogar Zeit, um am Computer zu spielen und sich Filme im Internet anzusehen. Sie haben Zeit für ihre Hobbys. Ganz entgegen der Annahmen unserer Volldemokraten verbringen die Rentner, die von einem Tag auf den anderen mit Arbeitszeit Null in den Ruhestand geschickt werden, ihre Zeit nicht damit, diese totzuschlagen oder totzusaufen.

Ideen über ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ werden im Internet gerne verbreitet. Warum stattdessen nicht eine Arbeitsstelle für alle bieten? Warum soll die Produktivität nicht denen zu Gute kommen, die sie erarbeiten? Und warum sollen Arbeiter, die nicht mehr der Tretmühle ausgesetzt sind, die nicht mehr im Hamsterrad ihren Konsumschulden hinterherrennen müssen, ihre Kreativität nicht nutzen? Die gewonnene Freizeit kann so dem Betrieb zu Gute kommen, weil Zeit bleibt, um über Verbesserungsvorschläge nachzudenken.

Es geht noch weiter: Wer weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringt, hat Zeit zum lebenslangen Lernen. Wer sich beruflich verändern will, kann seinen bisherigen Beruf ausüben und gleichzeitig eine Lehre in einem neuen Beruf anfangen. Wir haben sehr viele Möglichkeiten, wenn wir den Menschen die Freiheit zurückgeben – und damit auch die Verantwortung für das eigene Leben. Was hingegen auf der Strecke bleibt, ist der faschistische Sozialismus, ist die Demokratie heutiger Prägung. Einen Staat, der alles regelt und vorschreibt, der sich alles einverleibt und umverteilt, brauchen wir nicht mehr.

Aus diesem Grund wird sich diese neue, bessere Welt nicht aus der alten, heutigen Welt durch allmähliche Veränderungen herausentwickeln. Das ist wie bei einer Raupe: diese versucht, solange wie möglich zu leben. Erst, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden läßt, gibt sie auf, wird ausgelöscht – um als Schmetterling und damit ihrer Bestimmung gemäß neu zu erstehen.

© Michael Winkler

 

 

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