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Sanktionen gegen Russland: Wer wird der Dumme sein?

Posted by krisenfrei - 13/05/2014

von Oleg Ubuchow (Stimme Russlands)

STIMME RUSSLANDS Die Europäische Union hat bekräftigt, dass sie ihre Sanktionen gegen Russland erweitert. Das ist dem Kommuniqué des EU-Außenministertreffens zu entnehmen. Zur früheren Liste wurden 13 Namen hinzugefügt. Auf der Sanktionsliste stehen nun Namen von 61 Personen. Außerdem wurde mitgeteilt, dass die Aktiva von zwei Unternehmen aus Sewastopol und der Krim gesperrt seien.

Im russischen Außenministerium wurde schon mehrmals bemerkt, es sei unakzeptabel und konterproduktiv, mit Moskau in der Sprache von Sanktionen zu reden. Die Experten, darunter aus dem Westen, sagen, die Verhängung neuer Sanktionen werde der Wirtschaft der EU und der USA schaden. Diese Meinung vertritt auch der Lehrstuhlleiter für Weltwirtschaft und Politik an der Wirtschaftshochschule, Maxim Braterski. Er sagte Folgendes:

„In den letzten 15 bis 20 Jahren festigte sich in der Welt das Verstehen, dass Wirtschaftssanktionen meistens, obwohl es Ausnahmen gab, ihre Ergebnisse nicht erreichen. Das heißt, es gibt zwar einen wirtschaftlichen Schaden, aber keine politische Wirkung. Der zweite Aspekt ist der, dass Washington auf Sanktionen besteht, welches mit Russland recht begrenzte Handels- und Wirtschaftsbeziehungen unterhält, und so letztendlich wenig verlieren wird. Indessen schlägt es den Europäern, die wirtschaftlich mit Russland sehr viel enger verbunden sind und auf denen die möglichen Verluste lasten werden, vor, die Sanktionen zu realisieren. Das sind die beiden Gründe, weshalb im Westen hinsichtlich der Sanktionen keine einheitliche Meinung existiert.“

Der Altkanzler Gerhard Schröder rief den Westen auf, weniger an Sanktionen gegen Russland zu denken. Er meinte, es wäre jetzt besser, gemeinsam über Russlands Interessen in der Sicherheitssphäre nachzudenken. Gegen einen Druck auf Moskau sprach sich auch der niederländische Außenminister Frans Timmermans aus. Er meinte, es bestehe gegenwärtig keine Notwendigkeit, ein „drittes Stadium“ der Wirtschaftssanktionen einzuleiten. Inzwischen hat man im US-Finanzministerium bereits damit begonnen, die Verluste zu zählen. Wie der US-Vizefinanzminister David Cohen erklärte, hätten die gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen den europäischen Ländern bereits Verluste gebracht, denn die Integration der russischen Wirtschaft in die Weltwirtschaft sei in den letzten Jahren merklich gestiegen. Genaue Zahlen zu nennen, dazu sind die Analytiker noch nicht bereit. Es könne sich um Milliarden Dollar handeln, bemerkt Maxim Braterski.

In der EU fürchtet man nicht von ungefähr die möglichen Verluste infolge des wirtschaftlichen Drucks auf Russland. Die britische Zeitung „Daily Telegraph“ schreibt unter Berufung auf einen von der EU ausgearbeiteten internen Bericht, dass die Sanktionen fähig seien, die Prognose des Wirtschaftswachstums in Deutschland um fast ein Prozent zu verringern. Das werde Berlin einem Wirtschaftsrückgang nahe bringen, was sich auf die gesamte Euro-Zone verderblich auswirken könne. Ein derartiges Szenarium sei möglich, so die britische Zeitung, sollte ein Verbot für den Gas- und Erdölimport aus Russland verhängt werden.

Deshalb sei in der letzten Zeit keine Eile bei der Erweiterung der antirussischen Sanktionen zu beobachten, bemerken die Analytiker. Immerhin hänge davon das Schicksal der 28 EU-Länder ab. Je schlechter es um ihre Wirtschaft stehen werde, desto näher rücke ein Untergang der EU selbst, heißt es. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, Alexander Kokejew, sagt hierzu Folgendes:

„Der Politik können nicht nur wirtschaftliche Interessen zugrunde liegen, auch rein politische oder, wie man jetzt oft sagt, geopolitische Interessen können nicht alles bestimmen, indem man die Wirtschaft missachtet. Oder das, was in Deutschland die Unternehmen Siemens, Adidas, BMW und andere sagen … Man wird die Wirtschaft berücksichtigen. Man berücksichtigt sie auch in Deutschland und in vielen Ländern der EU. Für Spanien ist es auch noch der Tourismus, ebenso wie für Italien.“

Es ist offensichtlich, dass die antirussischen Sanktionen Europa nichts Positives bringen können. Ja, die EU kann in mehreren Jahren zum Beispiel auf das russische Gas verzichten, das gegenwärtig für Europa durchschnittlich 380 Dollar je 1.000 Kubikmeter kostet. Aber dann wird Europa mit Asien konkurrieren müssen, wo der Brennstoff um das Anderthalbfache bis Doppelte teurer ist. Neben den höheren Preisen für Energieträger werden die europäischen Unternehmen auch den russischen Markt verlieren, der für viele von ihnen einer der bedeutsamsten ist.

Vorteile können die USA erhalten. Sie können einen Teil des europäischen Energieträgermarktes erhalten. Das strebt man in Washington auch an, indem man Brüssel gegen Moskau aufbringt. Allerdings scheint man in den Vereinigten Staaten eine Nuance zu übersehen. Die Intrige gegen Russland kann zum Wachstum der wirtschaftlichen und folglich auch politischen Beziehungen zwischen Moskau und Peking führen. Und das könnte für die USA den Verlust ihres Status der führenden Weltmacht bedeuten.

 

 

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Eine Antwort to “Sanktionen gegen Russland: Wer wird der Dumme sein?”

  1. Rolf L. said

    Wer der Dumme sein wird? Es gibt nur einen… der Deutsche Michel! Sanktionen sind Schäden ohne Wirkung, wie wahr doch diese Worte sind! Sanktionen sind einseitig und treffen in der Regel den, der sie auslöst.
    Zwei Dinge bezeichnen die Aktualität im Eurasischen Konflikt:
    Erstens. Es zeichnet sich ab, dass die Länder der EU erstmals in ihrer politischen Geschichte faschistische Gruppen in einem anderen Land unterstützen. Gemeint sind die Ziele und Inhalte rechtsradikaler Gruppierungen in der Ukraine. Da ist von ethnischen Säuberungen die Rede, Pogrome werden zugelassen. Nationalisten und Kriminelle rufen zu Gewalt gegenüber Menschen anderer Abstammung auf. Menschen werden ermordet… Und da sprechen unsere Politiker von einer „sauberen“ Lösung des Konflikts?
    Zweitens. Die EU ist augenscheinlich der verlängerte Arm der USA und der NATO. Der Osten und Teile Eurasiens sollen die Politik eines Brückenkopfes verdeutlichen. Wieder prostituiert sich eine Hure, Geld wird in klamme Regionen gepumpt. Ziel ist die Einbeziehung von an Russland grenzenden Länder zur Vorbereitung einer kriegerischen Auseinandersetzung. Der Aufbau einer Drohkulisse im Schwarzen Meer gehört dazu. USA- Bulgarien- Rumänien halten hier Manöver ab. Polen und die Ukraine selbst werden ins strategische Konzept einbezogen.
    Wen wundert es, dass Putin sich bedroht fühlt und er auf die Verteidigung seines Landes und den Schutz der Russen setzt. Ach so, die Geschichte lehrt mehrfach, was es bedeutet, wenn man mit den Russen „falsch“ umgeht. Sanktionen hin Sanktionen her auch diesmal lässt sich nichts erzwingen. Sanktionen sind völkerrechtlich umstritten, weil die Gründe oft von der Realität abweichen.
    Und dann erwähnte ich in einem früheren Kommentar, dass Frau Merkel den Anschein erweckt als sei sie eine Raubkatze ohne Krallen und Zähne. Aber selbst wenn der „Herr von Gas und Öl“ den Hahn allmählig zuschraubt, so bleibt Frau Merkel noch die Chance, selbiges von falschen Freunden, sprich zum mehrfachen Preis, zu beziehen. Wir (gemeint ist das Deutsche Volk) haben’s doch, weil ja Ottonormalverbraucher die Zeche bezahlt…
    Schlaf weiter, deutscher Michel,
    bist ja gegen Hammer und Sichel,
    was Mutti macht, dient einem gute Zweck
    und ruck zuck ist Dein Erspartes weg.

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