krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Das intelligenteste Sklavensystem, das es je gab!

Posted by krisenfrei - 05/05/2014

von Susanne Kablitz (cafeliberte)

Das intelligenteste Sklavensystem, das es jemals gab! Lektion 1

Eigentlich ist es eine ganz logische Konsequenz und ich wundere mich, dass unsere Regierung auf diese grandiose Idee nicht schon viel früher gekommen ist. Sie ist der Meinung, dass Schüler mehr Fachwissen in Sachen Geld bekommen sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden „renommierte“ Einrichtungen in die Schulen geschickt. Unter diesen „renommierten“ Einrichtungen befinden sich dann unter anderem der Lobbyisten-Verband der deutschen Banken und die Commerzbank. Trotz dieser grundsätzlich logischen Konsequenz benötigte ich doch einen Moment bis mein Puls wieder auf ein normales Maß gesunken war.

Grundsätzlich ist es durchaus sinnvoll, gerade Kindern so früh wie möglich beizubringen, wie das Geldsystem funktioniert, was Zinsen sind und warum man keine fünfte Playstation im Jahr benötigt und die am besten auch noch auf Kredit, sobald man alt genug dafür ist. Wenn aber für diesen „Bildungsauftrag“ gerade die beiden Hauptverantwortlichen der immer wiederkehrenden Finanz-Schulden- und Wirtschaftsdesaster in Stellung gebracht werden, ist dies gelinde gesagt, pervers.

Seit gefühlten ewigen Zeiten passieren immer wieder die gleichen kapitalen Fehler und anstatt endlich einmal das Übel an der Wurzel zu packen und das Falschgeldsystem zu eliminieren und somit dem finanziellen Sklaventum ein Ende zu setzen, ist es im Moment mal wieder total hip, „den Reichen“, den „Kapitalisten“, den „Unternehmern“ die Schuld in die Schuhe zu schieben und das Zinssystem im Ganzen zu verteufeln. Was sollen die Abgesandten der Bankenwelt den Schülern erzählen? Wie es wirklich ist? Dass die Staaten den Bankensektor missbraucht haben, um ihre verlogenen Versprechen vom ewigen Wohlstand aufrecht zu erhalten? Dass sie sich ihre Wählerschaft durch Wahlgeschenke kaufen mussten, dafür aber eigentlich kein Geld hatten, somit immer mehr Schulden machen mussten und dies nur im verbrecherischen „funny-money-System“ möglich ist? Dass die Banken sich gerne „missbrauchen“ ließen, weil sie von den Zinsen für das aus dem Nichts geschaffene Geld in exzessivem Reichtum leben konnten? Dass mit dem ganzen Hokuspokus sofort Schluss wäre, wenn es wieder Warengeld geben würde? Was wollen sie den Schülern erzählen? Ich bin davon überzeugt, dass nichts davon bei den Zuhörern ankommen wird. Schon gar nicht, wenn der Auftraggeber der Staat ist.
Vielleicht wäre eine solche Unterrichtseinheit von Wert?

Lehrer: Was, liebe Schüler versteht ihr unter einem Sklaven bzw. der Sklaverei?

Schüler: Ein Sklave ist ein Mensch, der von anderen Menschen ausgebeutet wird. Sklaverei ist der Zustand, in dem Menschen als Eigentum anderer behandelt werden. Unter Sklaverei versteht man auch eine Freiheitsberaubung und Nötigung von Menschen.

Lehrer: Ok! Ich werde Euch nun erzählen, wie unser modernes und seit vielen, vielen Jahren bestehendes Geldsystem funktioniert und ihr entscheidet dann am Schluss, wie ihr diesen Zustand bezeichnen wollt. Meine Geschichte geht über mehrere Unterrichteinheiten. Das ist wichtig, weil von den meisten Menschen nur ein Teil erzählt wird und sich dann Halbwahrheiten ergeben, die eure Sichtweisen verbiegen können. Das machen diese Menschen absichtlich, weil sie eigentlich nicht wollen, dass ihr alles erfahrt. Wenn man nur Ausschnitte kennt, kann man leichter manipuliert werden und das ist für viele sehr praktisch, weil ihr dann leichter zu steuern und zu kontrollieren seid.
Stellt Euch bitte vor, der Staat benötigt Geld, viel Geld. Geld, das er nicht hat, weil die Steuereinnahmen nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachen, die der Staat benötigt.

Nach Abzug aller Kosten und Ausgaben, die der Staat für seine Staats-Laufburschen, für „Subventionen“ und „sozialen Wohltaten“ benötigt, bleibt von den Steuereinnahmen nichts mehr übrig, im Gegenteil. Nun könnte er einen Teil der Laufburschen laufen lassen, weniger subventionieren und den Wohlfahrtsstaat verschlanken, aber das möchte er nicht. Er braucht treue Verbündete, sonst würde ja jeder merken, dass der Staat in großen Teilen überflüssig, sogar schädlich ist und mehr Probleme schafft als er löst! Also, der Staat braucht Geld und da kommen die Banken ins Spiel.

Die Banken sind grundsätzlich eine nützliche Einrichtung, da sie als Kapitalgeber dafür Sorge tragen sollen, dass Wirtschaftsteilnehmer, die noch nicht ausreichend Geld ansparen konnte, aber dennoch sinnvolle Investitionen tätigen möchten, mit Kapital versorgt werden und somit am Wirtschaftsleben teilnehmen können. Grundsätzlich sollen Banken also Geld von anderen Menschen einsammeln, sorgfältig darauf aufpassen und es im Bedarfsfall an andere Menschen zum Zwecke der Investitionen verleihen. Nach einer vereinbarten Aufbewahrungsfrist wird das Eigentum dann nach Rückzahlung des Ausleihers wieder an den Eigentümer zurückgezahlt. Für Geld, das der Eigentümer verleiht und somit nicht selber nutzen kann, bekommt er eine Wiedergutmachung, die nennt sich Zins. Dieser Zins ist ein gesunder Zins, weil er denjenigen entschädigt, der für einige Zeit auf sein Eigentum verzichtet; die Bank bekommt für die Zeit der Aufbewahrung eine Gebühr. Sollten die Einzahlungen nicht reichen, um die gewünschten Verleihungen vorzunehmen, können die Geschäftsbanken zudem bei der Zentralbank selbst um Kredite bitten, die nach einer gewissen Zeit zurückzuzahlen sind. So weit, so gesund!

Nun ist auch der Staat ein Kunde der Bank und um von dieser Geld zu bekommen, gibt er sogenannte Staatsanleihen heraus. Staatsanleihen sind bunt bedruckte Papiere, die dem Inhaber der Staatsanleihe versprechen, das geliehene Geld mit Zins zu einem bestimmten Zeitpunkt an den Geldgeber wieder zurückzuzahlen. Staatsanleihen gelten immer noch als sicher, weil die Menschen glauben, dass nur so viele Staatsanleihen ausgegeben werden, wie Sparer, also die Steuerzahler, beim Staat, also eigentlich bei sich selbst, ihr Geld investiert haben. Staatsanleihen sind in ganz vielen Dingen vorhanden, zum Beispiel in Lebensversicherungen. Inhaber heißen übrigens auch Gläubiger – sie heißen so, weil sie daran glauben, dass sie ihr Geld zurückbekommen.

Das nur so viele Staatsanleihen ausgegeben werden können, wie vorher an Ersparnissen eingesammelt wurden, stimmt übrigens nicht. Der Staat kann so viele Staatsanleihen ausgeben wie es ihm beliebt, diese Staatsanleihen dann bei der Bank verpfänden und so an Geld über Kredite kommen. Staatsanleihen sind im Prinzip frisch gedrucktes Falschgeld, das im Markt umherfließt. Mit diesen Staatsanleihen kann der Staat sich also sehr viel Geld bei den Banken leihen, ohne vorher den Gegenwert bei den Investoren und Sparern eingesammelt zu haben.
Dieses Vorgehen – liebe Kinder – ist euch natürlich nicht gestattet. Wenn ihr mehr verleiht als ihr eigentlich zur Verfügung habt, ist dies Betrug, somit eine Straftat und wird hart bestraft. Also vergesst ganz schnell einen solchen Plan, das ist den Staaten und wie ihr gleich sehen werdet, auch den Banken vorbehalten! Ja, das klingt verwirrend, das ist auch so gewollt. Wenn jeder dieses System nämlich sofort verstehen würde, wäre damit wohl bald Schluss. Weil uns der Staat aber immer einredet, dass alles in Ordnung ist und die Zeitungen und das Fernsehen das bestätigen, glauben wir das, auch Eure Eltern.

Da der Staat dies über viele Jahre so gehandhabt hat und nie mit seinem verfügbaren Geld ausgekommen ist, hat sich der Schuldenberg ganz hoch aufgetürmt. Auf diesen Schuldenberg müsse Zinsen gezahlt werden, weil der Staat ja das Geld bei den Banken geliehen hat und sie auch eigentlich zurückzahlen muss.
Warum das den Banken ganz recht ist, warum Falschgeld eben Falschgeld ist und warum auf einmal jeder, der spart, ein Depp ist – das liebe Kinder, erzähle ich euch morgen!

Das intelligenteste Sklavensystem, das es jemals gab! Lektion 2

Lehrer: So, liebe Schüler, heute geht es mit unserer Unterrichtseinheit weiter voran. Wir werden nun zunächst einen kleinen Exkurs in die Geldgeschichte einlegen, da ihr sonst den gleichen dummen Märchen aufsitzt wie eure Eltern und den meisten Erwachsenen, auch wenn sie sonst sehr schlau sein mögen. Früher gab es das sogenannte Warengeld; dieses Geld stellte einen echten Wert dar wie zum Beispiel Silber oder Gold. Mit diesem „Geld“ konnte man Waren kaufen, also die „Geld-Ware“ gegen die „Waren-Ware“ tauschen. Für beide Wirtschaftsteilnehmer war dies von Vorteil. Beide hatten nun mehr von dem, wonach es ihnen verlangte. Dies war und wird immer Marktwirtschaft sein!

Marktwirtschaft bedeutet, dass Waren freiwillig zu einem vereinbarten Preis getauscht werden. Um mit Warengeld bezahlen zu können, musste man es vorher verdient habe, es war also gedecktes Geld. Die Banken waren aber sehr schlau und mit Hilfe der Regierungen, die das Sparen schon vor vielen Jahrhunderten nicht so sehr schätzten, wurde das sogenannte Kreditgeld erfunden. Kreditgeld entsteht aus der Kreditschuld heraus und ist ein Versprechen für die Zukunft. Kreditgeld entsteht, wenn jemand eine Schuld auf sich nimmt und diese Schuld dann irgendwann zurückzahlen wird oder auch nicht. Regierungen und Banken haben im Laufe der Geschichte immer wieder auf das Mittel des Kreditgeldes zurückgegriffen, da es viel einfacher für sie ist, wenn Geld keinen realen Wert mehr hat. Es ist beliebig vermehrbar, ein teuflischer Akt und nur möglich, wenn man ein reines Papiergeldsystem hat. Auf ein nahezu vollständig wertloses Stück Papier wird einfach eine bestimmte Zahl gedruckt – und siehe da, es ist neues Geld entstanden. Dieses sogenannte Kreditgeld ist reine Zauberei und müsste Schuldgeld genannt werden.

Der Begriff Schuldgeld würde nämlich den Menschen klar machen, welchem Bären sie da dauernd aufsitzen. Schuldgeld wird am Computer geschaffen und ist in beliebiger Menge vermehrbar. Das ist zum einen für die Regierungen von großem Vorteil, weil sie uns vorspielen können, dass immer genug Geld vorhanden ist und sie uns mit Versprechungen bestechen, um Ihre hoch bezahlten und aus Steuergeldern finanzierten, meist völlig überflüssigen Pöstchen zu behalten, zum anderen ist es für die Banken im wahrsten Sinne „die Lizenz zum Gelddrucken“!
Die Banken sind sehr klug! Sie haben sehr schnell erkannt, dass Menschen naiv und vertrauensselig sind. Wenn eure Eltern zur Bank gehen und dort ihr Erspartes einzahlen, glauben sie, dass es dort entweder sicher aufbewahrt oder an andere Menschen weiterverliehen wird. Dafür bekommen sie eine Belohnung, den sogenannten Zins. So wäre das gut und richtig in einem funktionierenden Wirtschaftskreislauf. So ist es aber nicht. Wie ihr euch erinnern könnt, verkauft der Staat seine Staatsanleihen in unbeschränktem Ausmaß an die Banken. Die Bank hat nun die Staatsanleihen gekauft und ist somit Eigentümerin eines Staatsanteils geworden, die Regierung hat Geld, um es für allerlei Dinge auszugeben. Der Staat ist Schuldner der kreditgebenden Bank geworden und muss nun an die Bank einen vereinbarten Zins bezahlen.

Normalerweise sollte nun nach einer gewissen Zeit der Kredit zurückgezahlt sein, also der Staatsanteil wieder an den Staat zurückgegeben werden, damit die Zinslast nicht zu sehr steigt (diese Zinslast muss nämlich auch der Steuerzahler bezahlen). Dies funktioniert aber bei Staatsanleihen nie. Die Regierung hat kein Geld, um sie zurückzukaufen und muss nun daher immer wieder die alte Schuld in eine neue Schuld umwandeln. Warum aber hat der Staat kein Geld? Nun, zum einen mögen die meisten Menschen eher spendable Regierungen, auch wenn sie das Gegenteil behaupten und zum anderen werden viele Ausgaben getätigt, die überflüssig und nichtsnutzig sind. Da der Staat ja aber kein eigenes Geld ausgibt, sondern das Geld seiner Bürger und unsinnige Ausgaben daher nicht wehtun, ist er sehr freigiebig. An diesem Geschäft verdienen die Banken prächtig. Sie haben aber noch andere Einnahmequellen, die sehr lukrativ sind.

Wie ich euch eben erzählt habe, zahlen viele Menschen, auch eure Eltern und Großeltern, ihr Geld bei der Bank ein. Dieses Geld ist die sogenannte Einlage, die sie je nach Vereinbarung zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch wieder abheben können. Vor vielen Jahrhunderten machten die Banken die Entdeckung, dass immer weniger ihr Geld von der Bank abheben als andere über Geld verfügen möchten. Also erfanden die Banken die „Mehrfach-Verpfändung“. Eine geniale Erfindung, vor allem in Zeiten, wo ein Geldschein wie der andere aussieht, sofern die eingedruckte Zahl stimmt. Es ist ein ganz einfaches Prinzip, eigentlich. Aber fragt mal eure Eltern und deren Freunde. Die Konsequenzen aus diesem Voodoo-Zauberspielchen sind kaum jemandem bekannt und das macht die ganze Sache umso faszinierender. Durch das sogenannte „fractional banking“, ein Vorgang, der eine eigene Unterrichtsstunde in Anspruch nimmt, schaffen die Banken Geld aus dem Nichts, indem sie aus 100 Euro bis zu 5000 Euro machen, die sie dann gegen Zinsen verleihen. An dieser Stelle wird das Zinssystem teuflisch, weil man auf Geld, das nicht erwirtschaftet wurde und das nicht jemand erst ansparen musste, Zinsen gezahlt werden müssen. Es ist für die Banken noch viel spannender, weil ihnen sogar das Bürgerliche Gesetzbuch zur Seite steht. Extra für die Banken wurde ein ganz besonderer Paragraph eingeführt.

Weiterhin können sich die Banken bei ihrer „Mutter“ – der Zentralbank – gegen einen vergleichsweise sehr geringen Zins Geld leihen; dieses Geld kann dann wieder mit einem vielfachen Hebel an Verbraucher zu einem deutlich höheren Zins verliehen werden. Die Zentralbank ist ein Wunder an Zauberkraft – es werden einfach Zahlen in einen Computer eingetippt und schwupp – wer hat noch nicht, wer will nochmal? Im Gegenzug müssen aber die Verbraucher echte Werte wie zum Beispiel Immobilien als Pfand hinterlegen. Wenn die Menschen das aus dem Nichts gezauberte Geld nicht zurückzahlen können, wird ihnen der reale Wert weggenommen. Ein Handstreich der allerfeinsten Sorte. Es ist wie ein üppiges Buffet an dem sich die Banken bedienen können, ganz ohne jegliche Sorge vor jeglicher Magenverstimmung.

Schüler: Aber alles, was Sie uns bis jetzt erzählt haben, klingt nach Betrug!

Lehrer: Ja, das stimmt, es klingt nach Betrug! Aber kann das sein? Es handelt sich doch schließlich um unseren Staat, der will doch immer nur unser Bestes! Würde uns der Staat nicht vor so einem System schützen? Haben unsere Volksvertreter nicht geschworen, allen Schaden vom deutschen Volk abzuwenden? Wie passt das denn zusammen? Bringen Regierungen durch die Staatsverschuldung ihr Volk wohlwissend in ernste Schwierigkeiten? Sind Regierungen die Steigbügelhalter der Banken? Käme man ohne Banken aus? Oder würde dann alles nur noch schlimmer?

Liebe Schüler, diesen abschließenden Teil werden wir im dritten und letzten Teil unserer Unterrichtsreihe besprechen. Es wird interessant, das verspreche ich Euch!

Das intelligenteste Sklavensystem, das es jemals gab! – Die Abschlusslektion

Lehrer: In der letzten Unterrichtsstunde habe ich euch erzählt, wie unser modernes Bankensystem funktioniert. Selbstverständlich habt ihr das euren Eltern weitererzählt, was auch sehr gut und richtig ist.
Viele eurer Eltern sind jedoch jetzt sehr wütend auf mich und wollen, dass mir gekündigt wird. Sie sagen, dass ich euch aufwiegeln würde und mich Verschwörungstheorien hingebe, die mit der Realität nichts zu tun haben. Sie sind der Meinung, dass der Staat eine gute Einrichtung ist und eine soziale Gerechtigkeit garantiert. Sie sind auch der Meinung, dass die Banken den Menschen im Prinzip oft schaden, aber das Geld bei den Banken trotzdem sicher sei. Diese Sicherheit garantiere schließlich der Staat.

Auf die Frage, wer denn der Staat sei, sagten sie mir, dies tue nichts zur Sache. Die Banken würden auch gar kein ungedecktes Geld herausgeben. Ein Vater von euch hat seinen Bankberater danach gefragt und der hat gesagt, dass er sich das nicht vorstellen kann. Das wäre ja unmoralisch und könnte im Prinzip auch gar nicht so sein, weil man ja sein Geld auch immer wiederbekommen würde. Dafür gäbe es ja schließlich die Einlagensicherung. Und Frau Merkel, unsere Bundeskanzlerin, sei sehr vertrauenswürdig und habe nochmals wiederholt, dass das Geld der Sparer sicher sei. Das hat sie in 2008 auch schon gemacht zusammen mit Herrn Steinbrück und so ist es ja dann auch eingehalten worden. Das Geld ist immer noch da, sogar noch sehr viel mehr als damals. Meine Verunsicherung und Skepsis sei vollkommen überflüssig.

Ich habe gefragt, wie sich eure Eltern denn erklären, dass jetzt so viel mehr Geld da sei als noch vor ein paar Jahren und ob dies in deren Augen vernünftig wäre. Sie haben geantwortet, dass das selbstverständlich vernünftig und vor allem notwendig sei. Wenn die Welt nicht mit Geld zugestopft würde, dann würden wir untergehen. Die Wirtschaft muss wachsen, das weiß ja nun wirklich jedes Kind. Und wie soll sie wachsen, wenn man sparen muss? Und dass es gute und schlechte Zinsen gibt, das sei alles kompletter Unsinn. Zinsen sind immer schlecht, Zinsen sind unmoralisch und im Islam vollkommen zu Recht verboten. Ich habe erwidert, dass Zinsen nur dann schlecht sind, wenn sie auf nicht erwirtschaftetes und nicht gespartes Geld erhoben werden und somit dafür sorgen, dass die Zinslast dramatisch zunimmt (übrigens ist das mit dem Zinsverbot im Islam auch so nicht richtig).

Eure Eltern sagen mir, dass das nicht sein kann; in den Talkshows wird immer den Zinsen die Schuld gegeben, also muss das auch stimmen. Die „Josephs-Pfennig-Geschichte“ kann ja nicht lügen. Ich gebe zu bedenken, dass die Geschichte nicht so realistisch ist, weil kein Mensch 2000 Jahre lang spart, sondern in der Regel irgendwann stirbt und dann der ursprüngliche Vertrag in der Regel endet oder eine eben einach eine Rückzahlung erfolgt. Egal, sagen sie, wir verbieten Ihnen, dass sie unsere Kinder in dieser Weise unterrichten.

Wir möchten, dass unsere Kinder in dieser Welt gut zurechtkommen und angesehene Berufe ausüben. Wir möchten unseren Kinder Schwierigkeiten ersparen, wir möchten stolz auf sie sein können. Was sollen denn die Leute denken, wenn unsere Kinder den Staat kritisieren und das Geldsystem in Frage stellen? Das ist uns sehr unangenehm.

Wir wollen auch nicht, dass sie unsere Kinder mit den im ersten und zweiten Teil gestellten Fragen belästigen. Wir wollen, dass Sie Ihren Bildungsauftrag ernst nehmen und unseren Kindern das beibringen, was im Lehrplan steht. Wir wollen, dass sie lernen wie man den Müll trennt und wie man sich politisch korrekt verhält. Wir wollen, dass sie verstehen, dass es gut ist, wenn alle Menschen möglichst gleich sind. Wir wollen, dass sie ihren Mitschüler auch noch das siebzehnte Mal helfen, auch wenn sie sich selbst zu Tode langweilen und die Lust am Unterricht verlieren. Wir wollen, dass sie lernen, dass Eigenverantwortung unnötig und es sozial gerecht ist, wenn man anderen das Erarbeitete stiehlt. Wir wollen, dass sie wissen, dass ihnen dies zusteht und dass sie sich dafür nicht schämen brauchen. Wir wollen, dass sie lernen, dass Einkommen über 500.000 Euro im Jahr grundsätzlich unmoralisch und widerwärtig sind. Wir wollen, dass sie begreifen, dass Leistung sich vor allem dann für sie lohnt, wenn andere sie erbringen.

Wir wollen, dass sie dem Staat gehorchen und keine überflüssigen Fragen stellen. Wir wollen, dass sie gute und dienstbereite Bürger dieses Landes werden, die auch bei Steuerabgaben über 70 % noch fröhlich sind und überzeugt, dass dies gerecht und richtig ist. Wir wollen, dass sie es in Ordnung finden, dass der Staatsapparat immer größer wird, denn schließlich wollen Politiker nur unser Bestes. Wir wollen, dass sie den Euro mit Europa gleich setzen, denn wenn sie dies nicht tun, merken sie, wie dumm sie sich verhalten. Wir wollen, dass sie nur noch mit dem Fahrrad fahren und noch gerades Gemüse essen. Wir wollen, dass sie begreifen, dass Wirtschaft Teufelszeug ist und dass jeder, der Geld verdient, ein Verbrecher ist. Sie sollen lernen, dass sie nur so viel zu verdienen haben, dass unsere Politiker nach Abzug ihrer „Unkosten“ genug zum Umverteilen haben. Sie sollen „verdammt nochmal“ begreifen, dass wenn wir endlich alle gleich sind, Frieden auf der Welt herrscht.

Sie sollen verlernen, dass es wunderbar sein kann, wenn man besser ist als jemand anderes. Sie sollen verlernen, dass es bitter sein kann, wenn man jemand anderem unterliegt. Sie sollen verlernen, was Begeisterung, Kreativität und Einsatz ist. Sie sollen verlernen, dass Erfolg und auch Misserfolg Eigenverantwortung bedeutet. Sie sollen verlernen, dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen. Sie sollen verlernen, dass eine Niederlage zum Leben gehört. Sie sollen verlernen, dass Fehlverhalten zu negativen Konsequenzen führen kann. Sie sollen verlernen, dass das Leben Höhen und Tiefen hat. Sie sollen verlernen, dass Diebstahl unmoralisch ist, wenn der Staat diesen an seinen Bürgern begeht. Sie sollen verlernen, dass man für seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen hat. Sie sollen verlernen, dass man sich nur auf die Hilfe der Gesellschaft verlassen sollte, wenn man sie wirklich braucht. Sie sollen all das verlernen, was wir erfahren haben. Und sie sollen verlernen, dass es unnötig ist, sich gegenüber dem Staat und dem Schuldgeldsystem so zu versklaven wie wir das getan haben und noch immer tun!
Und vor allem – sie sollen verlernen, wie es ist, ein Mensch zu sein!

Lieber Lehrer, haben Sie uns verstanden?

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: