krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Warum verhandeln, wenn Israel alle Karten hält?

Posted by krisenfrei - 04/05/2014

Eric S. Margolis (antikrieg)

Hat jemand wirklich gedacht, dass John Kerrys neun Monate dauerndes Unterfangen, einen palästinensischen Ministaat hervorzubringen, jemals Erfolg haben würde? Falls ja, dann hatten diejenigen keine Ahnung vom Mittleren Osten, waren naiv oder zutiefst zynisch.

Das Beste, was man über Kerrys Fiasko sagen könnte, ist dass es ein Affentheater war, mit dem Amerikas arabischen Alliierten vorgeführt wurde, dass Washington wirklich eine Anstrengung unternimmt, um eine Lösung für das nahezu sieben Jahrzehnte andauernde Leiden der fünf Millionen heimatlosen Palästinenser zu finden.

2002 schrieb ich, dass die jüngste arabisch-israelische Friedeninitiative – genannt „the roadmap to peace“ (Fahrplan zum Frieden) – eine Sackgasse in die Wüste sein wird. So war es auch, und so war es auch mit jedem darauffolgenden Friedenskrampf, wobei Washington ersuchte, bettelte, flehte, schmeichelte und Israel anflehte, die Bildung eines kleinen, halb-unabhängigen Palästinenserstaates auf der von Israel okkupierten West Bank zu gestatten.

Ups! Der Governor von New Jersey Chris Christie, der republikanische Kandidat für das Präsidentenamt, fuhr nach Las Vegas, um die Hand des hyperzionistischen Medienmoguls und Milliardärs Sheldon Adelson zu lecken. Während des Katzbuckelns vor Adelson, der seine Milliarden durch die Ausbeutung der Spielsucht armer Leute machte, unterlief Christie ein Fehler, der leicht fatal sein könnte.

Der Governor von New Jersey nannte das, was die UNO als die „von Israel besetzte West Bank“ bezeichnet, die „von Israel besetzte West Bank.“ Adelson, ein Hauptfinanzier militanter jüdischer Siedler in der West Bank und auf dem Golan, rastete aus. Nein, nein, nein! Das ist Judäa und Samaria, donnerte der Kasinomogul, das von Gott selbst dem auserwählten Volk gegeben wurde!

Der arme Christie schlich zurück nach New Jersey. Seine klare Ausdrucksweise könnte ihn die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten kosten. Adelson wiederholte sein Angebot, für einen ausreichend für ein Größeres Israel eingestellten Kandidaten $100 Millionen zur Verfügung zu stellen.

Diese widerwärtige Geschichte über schmutziges Geld und einen amerikanischen politischen Mechanismus, der nunmehr durch uneingeschränktes Geld völlig korrumpiert ist erklärt, warum Israel keinerlei Absicht hat, ein Friedensabkommen mit den Palästinensern zu schließen. Warum sollte es auch?

Erstens haben Israels herrschende Likud-Partei und deren noch extremere Alliierte geschworen, dass es nie einen Palästinenserstaat geben wird. Punkt. Ihrer Ansicht nach gehört ganz Palästina den Juden, sogar wenn sie aus Russland, Marokko, Polen oder Litauen kommen. Der verstorbene General Ariel Sharon verkündete oft, dass Jordanien der wahre Palästinenserstaat ist. Es wird keine Rückkehr geben zu den Grenzen von 1967.

Zweitens gibt es keine Palästinenser, wie die verstorbene israelische Premierministerin Golda Meir so stolz verkündete: es sind nur landlose Beduinen. Wie lustig, dass der jüdische Denker Arthur Koestler so ziemlich das selbe über die Juden geschrieben hat, die er als Abkommen der nomadischen Chasaren bezeichnete.

Drittens, wie Sharon zu prahlen pflegte „macht euch keine Sorgen wegen der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich kontrolliere die Vereinigten Staaten von Amerika!“ hat Israels rechter Flügel den Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika zu dressierten Seehunden gemacht. Jeder Regierungsvertreter oder Politiker der Vereinigten Staaten von Amerika, der als nicht ausreichend pro-israelisch erachtet wird, hat eine kurze Karriere. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu demütigte sogar Präsident Obama und Vizepräsident Joe Biden – und wurde vom Kongress bejubelt.

 

Viertens hält Israel alle Karten. Die Mittelostpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika wird von der potenten Israel-Lobby bestimmt. Israel wird reich von der Hilfe der Vereinigten Staaten von Amerika ($3-5 Milliarden jährlich) und neuen Energieentdeckungen. Seine Wirtschaft floriert und sein Techniksektor ist einer der führenden auf der Welt. Israel hat die entscheidenden Wasserressourcen der Region annektiert.

Militärisch könnte Israel einen großen Teil des Mittleren Ostens innerhalb weniger Tage erobern. Israels amerikanische Alliierte, bekannt als Neokonservative, brachten den Irakkrieg zustande, der Israels potentesten arabischen Feind zerstörte. Jetzt, wieder dank den Neokons, liegt der andere ernstzunehmende Feind – Syrien – in Trümmern.

Ägypten, die führende Macht der arabischen Welt, wird jetzt regiert von einem brutalen faschistischen Regime, das insgeheim mit Israel verbündet ist. Der entfernt gelegene Iran bildet derzeit keine militärische Herausforderung für Israel. Zusätzlich genießt das atomar bewaffnete Israel uneingeschränkte amerikanische militärische und finanzielle Unterstützung.

Die Palästinenser sind gespalten zwischen der nutzlosen PLO – einer Hampelfigur für die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel – und der Hamas, die in Gaza eingesperrt ist. Diese belästigen Israel höchstens. Die einzige verbliebene ernstzunehmende arabische Kampfkraft ist die Hezbollah im Libanon – aber die ist nur effektiv, wenn sie im eigenen Land kämpft.

Israels Rechte ist bereit, einen Apartheidstaat durchzusetzen, in dem die Araber wenige Rechte und keine politische Macht haben. Es ist kein Zufall, dass Israel und Apartheid-Südafrika die engsten Verbündeten waren.

Letztendlich hat Israels zionistische harte Rechte immer gezögert, die Grenzen des Landes mit Syrien und Libanon festzulegen. Wer weiß, wie Israels endgültige Grenzen aussehen werden. Einige von Israels harten Rechten sehen goldene Gelegenheiten in einer kollabierenden zersplitterten arabischen Welt.

 

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Eine Antwort to “Warum verhandeln, wenn Israel alle Karten hält?”

  1. Hat dies auf deutsch769 rebloggt und kommentierte:
    Israel, das aggressivste, verlogenste und verbrecherischste auf dem Erdball! Ohne jährliche Milliarden aus der NGO Germany allerdings, unbedeutend!

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