krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Die Dekadenz des Wohlstands

Posted by krisenfrei - 27/04/2014

von Susanne Kablitz (cafeliberte)

Mark Twain behält Recht!

„Die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich nur!“ Und einer, der diesen Reim in Perfektion beherrscht, ist Heiko Maas, seines Zeichens SPD-Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz.

„Bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen darf die zulässige Miete höchstens auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete zuzüglich zehn Prozent steigen”, so heißt es in einem 40-seitigen Referentenentwurf des zuständigen Bundesministeriums. Herr Maas bekommt aus der von steigenden Mieten betroffenen Bevölkerung ordentlich Rückendeckung, was aus deren Sicht auch durchaus nachvollziehbar ist.

Fragt man jedoch die Menschen danach, ob ihnen bekannt ist, woher diese auf den ersten Blick charmante Idee stammt, dann werden in der Regel die Sozialdemokraten oder die Grünen als die Inkarnation des sozialen Gewissens mit der Mietpreisbremse in Verbindung gebracht.
Nun – die Idee ist keineswegs neu und sie ist vor allem keine Ausgeburt moderner Sozialingenieure sondern schlicht und einfach die Fortsetzung einer der Maßnahmen, mit der Adolf Hitler sich pünktlich zu seinem Geburtstag am 20. April 1936 ein Denkmal setzen ließ. Mit dem Erlass der „Preisstopverordnung“, die sich eben auch auf den Immobilienmarkt bezog, wurde Punkt 17 des Parteiprogramms wortgetreu umgesetzt.

„Ungerechtfertigte Mieterhöhungen“ sind auch heute wieder ein Anstoß zur Empörung und selbstverständlich werden der „entartete Kapitalismus“ und „gierige Spekulanten“ für die in guten bis sehr guten Lagen attraktiver Großstädte in der Tat deutlich angezogene Mieten verantwortlich gemacht. Keine Einschätzung ist falscher als diese.

Wenn man den wahren Ursachen der nun in gewissen Gebieten enormen Preissteigerungen im Wohnungsmarkt auf den Grund gehen will, so sollte man sich an der Vergangenheit orientieren. Ausufernde Staatsausgaben, eine hohe Verschuldung und eine damit verbundene enorme Entwertung des Geldes führten immer wieder dazu, dass Menschen ihr Vermögen in Immobilien umschichteten. Als die Eurokrise offen ausbrach, strömten Unmengen von Immobilienanbietern auf den Markt und wussten gar nicht, wem sie zuerst ein Stück „Betongold“ verkaufen sollten. Jeder, der Vermögen hatte, um es entsprechend anzulegen, wurde zum stolzen Immobilienbesitzer – raus aus dem Euro, rein in die Immobilie – koste sie, was sie wolle.

Die seit der Abschaffung der Goldpreisbindung im Jahre 1971 durch Präsident Richard Nixon enorm ausgeweiteten Geldmengen, die auf keinem echten Wert beruhen und einem Zins, der von Zentralbanken (durch Regierungen dazu legitimiert) permanent manipuliert wird, haben dazu geführt, dass unser Tauschmittel namens Geld sein Gesicht verlor. Auch dies ist in der Geschichte beständig wiederholt worden. Ein kontrollierter Geldmarkt führt in andere kontrollierte Märkte – eine andere Folge ist gar nicht möglich. Die wahren Inflationsraten werden verschwiegen, zumal „Inflation“ beständig falsch übersetzt wird. Inflation, also die Ausweitung der Geldmenge, führt zwangsläufig zu einer Preisinflation und diese Preisinflation führt zwangsläufig dazu, dass ökonomisch versierte Investoren aus diesen staatlichen Eingriffen ihren Vorteil ziehen.

Trotz alledem geht die Investition in fremd vermietete Immobilien beständig zurück. “Die seit Jahren rückläufige Bautätigkeit kann den steigenden Bedarf in den Metropolregionen nicht decken. Der Preisdruck bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen halte an. Die Differenzen zwischen den Bestands- und Marktmieten betrage in manchen Städten mehr als 35 Prozent. Spitzenreiter ist laut Entwurf Regensburg mit 36 Prozent Abstand, danach folgen Münster mit 34 Prozent und Heidelberg mit 32 Prozent“, so die „Passauer Neue Presse“. Ja, Potz Blitz, so was! Aber kann diese Entwicklung wirklich wundern? Strengste Regulierung, hanebüchene Auflagen und immer niedrigere Renditeerwartungen lassen nun einmal keinen anderen Schluss zu.

Es bedarf schon einer enormen Gedankenverschwurbelung, einen kaum noch vorhandenen „Markt“ auch noch mit einer Mietpreisbremse zu beglücken. Rund 280 Millionen Euro pro Jahr soll der Mehrwert für die rund 4 Millionen betroffenen Mietverträge in Deutschland sein. Rund 70 Euro pro Jahr dienen der Rechtfertigung, dass man für einen Bevölkerungsanteil von rund 3 % dem kontrollierten Geldmarkt den kontrollierten Immobilienmarkt folgen lässt.

Im immer näher kommenden Sozialismus 2.0 ist eine solche Entwicklung nur folgerichtig. Markteingriffe ziehen immer weitere Markteingriffe nach sich. Die Politik wird zunehmend unverzichtbarer, die Kontrolle immer umfassender und die „Eliten“ bleiben unter sich. So wie das staatsmonopolistische Scheingeldsystem nur dem Staat, den Konzernen und dem Geldadel dient, so helfen Mietobergrenzen auch nur den Besserverdienern. Der überwiegende Teil der Mietwohnungen werden schon heute vom Staat reguliert und die Entwicklung zeigt in eine ganz klare Richtung.
General Francisco Franco (1892-1975), der „Caudillo von Gottes Gnaden“, wie er sich nennen ließ, hätte an unseren Plänen seine helle Freude gehabt. So konnte der Mieter nach Ablauf der Vertragslaufzeit immer wieder die Verlängerung des Mietvertrages verlangen, eine faktische Unkündbarkeit war die Folge. Mieterhöhungen waren nahezu unmöglich, sodass bis heute noch Mietverträge bestehen, wo rund 100 Euro Miete für eine3-Zimmerwohnung zu zahlen sind.

In Österreich etwa gab es bis 1982 so etwas wie einen Mietstopp. Und die Folge? „Wer als Mieter neu an eine Altbauwohnung in Wien kommen wollte, musste astronomische Ablösegelder fürs Mobiliar zahlen“, so Michael Voigtländer, Immobilienexperte im Institut der Deutschen Wirtschaft. Für schrottreife Küchen werden dann plötzlich Unsummen verlangt. In Spanien führte der Mietstopp dazu, dass viele Hauseigentümer ihre Wohnungen gar nicht vermieteten, sondern lieber leer stehen ließen und auf Käufer warteten.
Die überwunden geglaubte Vergangenheit lebt wieder auf – die Dekadenz des Wohlstands schlägt unbarmherzig zurück.

Ich bin sehr gespannt, ob wir noch rechtzeitig wieder zu Verstand kommen werden.

Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form zuerst in der Zeitung „Junge Freiheit“ am 11. April 2014.

 

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