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Russische Panzer in Berlin – Die kalten Krieger sind wieder da

Posted by krisenfrei - 17/04/2014

von Joachim Jahnke (jjahnke)

Leider muß man bei dem sehr kurzen Gedächtnis der rechts-konservativen Presse wieder einmal daran erinnern, was die russischen Panzer des 2. Weltkriegs für Deutschland bedeuten. Ohne sie wäre das Dritte Reich nicht geschlagen worden, ebenso wenig wie ohne die vielen Millionen an gefallenen russischen Soldaten. Wir hätten noch für lange Jahre eine Nazi-Diktatur in und über Europa gehabt. Hätte der Krieg auch nur einige Jahre länger gedauert, so hätten die industriell organisierten und von IG-Farben/BASF mit Gas versorgten Gaskammern ihr noch unvollendetes grausam menschenvernichtendes Werk fortsetzen können und hätte Deutschland entweder selbst eine Atombombe entwickelt oder wäre Berlin durch amerikanische Atombomben vernichtet worden.

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu gespenstisch, wenn die Massenblätter BILD und BZ nun zu einer Petition an den Bundestag auffordern, in der die Entfernung der russischen Panzer vom russischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten gefordert wird . Als Begründung wird vorgetragen:

„Wir wollen dem unermesslichen Leid und den Opfern des russischen Volkes im Zweiten Weltkrieg weder das ehrende Gedenken noch unseren Respekt verweigern. Wir glauben aber, dass das Andenken der im Ehrenmal beigesetzten Soldaten der Roten Armee genau so würdig gewahrt wird, wenn es nicht missverständlich mit der hegemonialen Militärpolitik der heutigen Kreml-Führung und Putins Panzern in Verbindung gebracht wird.“

Dazu verzeichnen BILD/B.Z. jede Menge unterstützende Stimmen für ihre Petition, meist vom rechten Rand von CDU oder CSU, wie beispielsweise Erika Steinbach: „Ich habe mich immer schon sehr über die beiden Panzer in der Nähe des Brandenburger Tors geärgert. Es spricht kein Friedenswille daraus. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Zeichen eines grausamen Krieges zu beseitigen.“ Das klingt so, als hätten die Russen den 2. Weltkrieg vom Zaune gebrochen und sei die Grausamkeit von ihnen ausgegangen. Natürlich melden BILD/B.Z. keine einzige Stimme gegen die Petition. Die Petenten sollen den Eindruck gewinnen, sich in bester Gesellschaft zu befinden.

Ja, hätten diese russischen Soldaten, denen BILD/BZ angeblich den Respekt nicht verweigern wollen, ohne Panzer nach Berlin stürmen sollen? Und sollte man dem Rotarmisten auf dem Denkmal dann nicht auch sein aufgepflanztes Gewehr wegnehmen, weil auch Russen mit Gewehren an der ukrainischen Grenze aufgetaucht sind? Soll hier noch einmal medial der deutsche Volkssturm gegen die russischen Panzer antreten? Eine solche Forderung ist eine schlimme Beleidigung des russischen Volkes, das wegen Hitler-Deutschland diese millionenfachen Opfer gebracht hat. Zudem hat sich Deutschland in bilateralen Vereinbarungen mit der Russischen Föderation verpflichtet, die Kriegsgräberstätten zu erhalten.

Dabei wird die ziemlich arrogante Verbindung zwischen dem Panzer-Ehrenmal und der Ukraine doch nicht von Putin hergestellt, sondern sehr willkürlich erst von BILD/BZ. Wie doof und geschichtsvergessen sollen die Leser dieser Zeitungen eigentlich sein, um eine solche Forderung zu unterschreiben? Es steht schlimm um Deutschland, wenn Kräfte, die – wie die Springerpresse – immer gegen die Entspannung waren, ihr Gift wieder verspritzen können. Die von Rußland unterstützte Wiedervereinigung scheint deutsche Arroganz in bestimmten Lagern noch gestärkt zu haben.

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Danke Herr Jahnke für Ihren Klartext zum braunen Denkgut in Deutschland. Die ekelhafte Kriegshetze der Regierung und in verschiedenen Hetzpropaganda-Medien ist nur noch widerlich. Vom rechten Rand war nichts anderes zu erwarten, aber das die SPD hier mitspielt, ist nur noch verwunderlich, zumal Williy Brandt 1971 für die Versöhnung mit dem Ostblock den Friedensnobelpreis erhielt. 

 

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5 Antworten to “Russische Panzer in Berlin – Die kalten Krieger sind wieder da”

  1. Sven Boernsen said

    „Leider muß man bei dem sehr kurzen Gedächtnis der rechts-konservativen Presse wieder einmal daran erinnern, was die russischen Panzer des 2. Weltkriegs für Deutschland bedeuten. Ohne sie wäre das Dritte Reich nicht geschlagen worden, ebenso wenig wie ohne die vielen Millionen an gefallenen russischen Soldaten. Wir hätten noch für lange Jahre eine Nazi-Diktatur in und über Europa gehabt.“

    Herr Jahnke, da schwingen Sie ja ganz ordentlich die rechte Keule. Nun ich bin so alt, ich habe noch echte Zeitzeugen kennengelernt. Darunter auch eine Frau, die als damals junge Frau durch die Rotarmisten von Hitlerdeutschland befreit wurde, nicht mit der Kalaschnikow sondern mit runtergelassener Hose. Sie war zutiefst dankbar, noch nach Jahrzehnten. Das können Sie sich sicher gut vorstellen.

    Man kann natürlich versuchen alte, abgenutzte Lügen durch neue zu ersetzen. Ziel sollte allerdings sein, die Wahrheit zu suchen und auch zu publizieren. Von diesem Ziel sind Sie aus meiner Sicht verdammt weit entfernt. Hierzu noch ein Beispiel:

    „Dazu verzeichnen BILD/B.Z. jede Menge unterstützende Stimmen für ihre Petition, meist vom rechten Rand von CDU oder CSU, wie beispielsweise Erika Steinbach: “Ich habe mich immer schon sehr über die beiden Panzer in der Nähe des Brandenburger Tors geärgert. Es spricht kein Friedenswille daraus. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Zeichen eines grausamen Krieges zu beseitigen.” Das klingt so, als hätten die Russen den 2. Weltkrieg vom Zaune gebrochen und sei die Grausamkeit von ihnen ausgegangen.“

    Bild/B.Z. und offfenbar auch Sie implizieren hier auf einem weit her geholtem Weg die fiktive Behauptung, dass irgenjemand den Russen (also dem russischen Volk, welches seinerzeit unter Diktator Stalin unendlich leiden musste) die Kriegsschuld zuschieben wolle. Da haben Sie Recht, das wäre wirklich Blödsinn. Aber wie immer bei Propaganda, diese Frage stellt sich gar nicht. Das wissen natürlich Ihre(?) Kollegen der Bild ganz genau und Sie hoffentlich auch.

    Es stellt sich immer mehr eine ganz andere Frage, nämlich die, wer tatsächlich für WK1 und WK2 die Verantwortung trägt. Und da gibt es zunehmend mehr Historiker, die diesen Part der Geschichte solide aufarbeiten. Selbst ein ehemaliger deutscher General (Bundeswehr nicht Wehrmacht, denken Sie also bitte nichts Falsches und lassen Sie die rechte Keule einfach in der Tasche) hat hier hervorragende Arbeit geleistet.

    Nun ja, bei Gold misst man den Goldgehalt. Wenn ich bei Ihrem obigen Text den Wahrheitsgehalt nur ansatzweise schätzen sollte, so wäre das ein verdammt schlechter Wert. Ich vermute, das ist Ihnen bewußt.

    Herr Jahnke, haben Sie Angst vor der Wahrheit?

  2. Gottfried said

    Dem allgemeinen Inhalt stimme ich zu, er ist aber teilweise doch sehr einseitig und auf einem Auge zumindest sehbehindert.
    Für die Gegner des Denkmals:
    Als Erstes muss man bedenken, die Russen haben seit 90 nur ihre friedliebende Rolle, gezeigt. Sie waren die diejenigen, die vorzeitig ihre Besatzung nach dem Potsdamer Abkommen beendeten, sie haben in verschiedenen „Konflikten“ deren Entstehung nicht ganz transparent ist (wie übrigens auch die des hier angesprochenen 2.WK) z.B. Libyen, als friedlicher Vermittler versucht das zu verhindern was jetzt die „befreiten“ Menschen dort aushalten müssen. Sie sind nicht provozierend durch die Welt gezogen und bauen fern ab ihres Territoriums „Raketenschilde“ und eine unendliche Zahl von Militärbasen auf.

    Andererseits ist eine Aussage wie: „…und sei die Grausamkeit von ihnen ausgegangen“ etwas sehr verharmlosend, wenn man sieht, wie z.B. die Vertriebenen dahin gemetzelt und wie sie sonst behandelt wurden. Diese Gewalt ging nicht nur von den Deutschen, aus, wie immer gern mit der Schuldkeule behauptet wird, derer haben sich ALLE Beteiligten bedient!!!
    Man muss hier nicht wirklich mit braunen (sprich: staatlich initiierten polit. Phrasen) Gedankengut und der ewigen Schuldkeule kommen!!! Ich war an nichts Schuld, auch nicht an dem Tun des Arminius, also lasst mich und die die sich angesprochen fühlen mit dieser Schuldpropaganda in Frieden, sonst seid Ihr nicht besser als jene deren Propaganda hier mit recht kritisiert wird.

    Solange hier noch fremde Besatzungstruppen stationiert sind, ist dieses und andere russ. Denkmäler nur ein Witz im Verhältnis dazu. Die Volkszertreter wollen wiedermal nur mit Populismus und ihren üblichen üblen Schmierentheater, die Wähler beeinflussen, obwohl es nichts mehr zu beeinflussen gibt. Die meisten von ihnen trocknen ihre Haare sowieso in der Mikrowelle, mit den sichtbaren Folgen für ihr nicht mehr vorhandenes Denk- und Beobachtungsvermögen.

    Aus welchen Beweggründen die Russen bzw. der liebe Gorbi, damals die Wiedervereinigung unterstützten, ist doch wieder eine ganz andere Sache.

    Das die Verräterpartei auch hier mit von der Partie ist, wundert doch nicht wirklich jemanden oder?

  3. Hier steht aber wirklich nur die halbe (Geschichte) Wahrheit. Unterhalten Sie sich mal mit wirklichen Historikern und nicht mit Knopp!!!

  4. chris said

    ….natürlich gegen die Petition…..

  5. chris said

    Was will man von einem latent korrupten (Ober)Bürgermeister erwarten, der nicht einmal den Mut aufbringt, dagegen vorzugehen.

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