krisenfrei

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Warum die Krim dem Herzen Russlands so teuer ist

Posted by krisenfrei - 13/04/2014

aus voltairenet

Für Russland ist die Krim kein fremdes Land, das eine impulsive Stimmung dazu führte, ihren Anschluss an das Gebiet seines Nachbarn zu erbitten. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Geschichte, ohne die das heutige Russland nicht existieren würde. In einem sehr hagiographischen Stil klärt die Oriental Review ihre Leser über die organischen Verbindungen der beiden Länder auf.

JPEG - 19.8 kBAm 18. März 2014 gab Präsident Wladimir Putin eine historische Rede, in der er die Wiedervereinigung von der Krim und der Russischen Föderation begrüßte. Viele waren erstaunt über die Ergebnisse des Referendums, das zwei Tage zuvor unter Achtung der demokratischen Regeln und Grundsätze des Völkerrechts stattfand: 82 % der Wähler beteiligten sich an der Wahl und fast 97 % davon haben für die Wiedervereinigung mit Russland gestimmt. Diese Ergebnisse sind so überraschend, dass viele im Westen sich weigerten zu glauben, dass sich die Bewohner der Krim in den Tiefen ihres Seins gesehnt hätten, in den Schoss ihrer Heimat zurückkehren zu wollen. Man muss wohl zugeben, dass solch eine weit verbreitete Begeisterung irrational oder sogar künstlich erscheinen mag, für den der die heroische Geschichte dieses so reichlich mit russischem Blut getränkten Landes ignoriert.
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Symbol zur Erinnerung an die Taufe der Großfürsten von Kiew, Wladimir Swjatolawitsch (Heiliger Wladimir), in Chersones auf der Krim, im Jahre 988 unserer Zeit

Man kann nicht verstehen, warum sie diesen Entschluss gefasst hat, wenn man nicht zuerst und mit der geziemten Aufmerksamkeit das tiefe Verhältnis berücksichtigt, das die Krim immer mit Russland und umgekehrt gepflegt hat. Auf der Krim, wohin immer man den Blick wendet, egal wofür man sich interessiert, fühlt man diese gemeinsame Geschichte und diesen gemeinsamen Stolz. Es ist da, wo Chersones auf Tauris [Goethes Iphigenie auf Tauris Anm.d.Ü], die antike griechische Polis gegründet wurde, wo der Heilige Wladimir, Großfürst von Kiew, im Jahr 988 getauft wurde. Es ist nicht leicht Worte zu finden, die sagen, wie teuer dieses erlauchte Land dem Herzen Russland ist. Die Bevölkerung der Krim-Halbinsel stammt aus dem Altertum, etwa 500 Jahre vor der Geburt Christi, mit der Errichtung einer griechischen Kolonie. Man findet dort die Spuren von Sankt-Andreas, einem der ersten Jünger Jesu Christi, bekannt als „der Apostel der Gestade vom südlichen, nördlichen und östlichen Schwarzen Meer“. Die Krim ist der Ort, wo Sankt-Klemens, Schüler von Apostel Petrus, geopfert wurde, und der sein Blut im Namen Christi vergoss, und so die Rus, die das Licht der Welt erblickte, mit Christus verankerte. Es ist hier, wo die slawischen Apostel, die Heiligen Kyrill und Methodius das Evangelium gepredigt haben. Die Konversion zum Christentum und die Taufe von Prinz Wladimir in der Stadt Chersones ebneten den Weg für die Entwicklung der russischen Kultur, wodurch ein unschätzbarer Beitrag zur Weltkultur und der Geschichte der Menschheit geliefert wurde.

Im zehnten Jahrhundert gründeten die russischen Fürsten an den Ufern des Schwarzen Meer und Asowschen Meer das Fürstentum von Tmutarakan. Dieses Fürstentum dehnte sich entlang der Küste der Krim, auf der Halbinsel Kertsch aus und beinhaltet die Stadt Kertsch, heute des gleichen Namens wie die Halbinsel. Es war in dieser Übergangszeit der Geschichte, als die Slawen der Kiewer Rus sich nach und nach in der Krim ansiedelten. Die Städte, in denen die Bevölkerung slawischen Ursprungs vorherrschte, waren: Staryi Krym (wörtlich: Alte Krim), Sudak, Mangup und Chersones.

Tmutarakan, auf der Taman-Halbinsel, gegenüber Kertsch, war die Kreuzung von fast allen Handelsrouten, die die Steppe und die Meere durchquerten. Die Stadt wurde schnell der zweitgrößte Hafen der Welt, nach Konstantinopel. Mstislaw, Sohn von Großfürst Wladimir, regierte das Fürstentum von 1024 bis 1036 und erweiterte und konsolidierte die Grenzen. Was vom Königreich vom Bosporus überblieb (das von Byzanz auf Rom überging, und dann wieder von Byzanz restauriert wurde, bevor es militärisch durch die Rus von Kiew besiegt wurde) wurde dem Fürstentum Tmutarakan am Ende des zehnten Jahrhunderts einverleibt. Man sollte viel später eine Spur dieses Ereignisses auf der Taman-Halbinsel entdecken, eine Marmor Gedenktafel aus dem Jahr 1068, mit dieser gravierten Inschrift:
«Im Sommer des Jahres 6576 [seit der Erschaffung der Welt, d.h. in 1068, Anm. von Oriental Review] hat Prinz Gleb 14.000 Faden [ca. 28 km – Anm.von O.R.] gemessen, als er das eisige Meer von Tmutarakan bis Kertsch durchquerte. »

Gegen Ende des elften Jahrhunderts isolierten die wiederholten Einfälle des Kuman-Volkes in die Rus von Kiew praktisch Tmutarakan von den anderen russischen Gebieten. Das Fürstentum verliert schließlich seine Unabhängigkeit im Jahr 1094 und kam unter die Kontrolle der Kumanen und dann in Besitz von Byzanz, der Goldenen Horde, von Genua und der Türkei.

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Katherina II. von Russland

 

Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts war die große Kaiserin Katherina II. erfolgreich, und brachte die Krim in den Schoss Russlands zurück. Es ist die Wiederherstellung der Souveränität des russischen Reiches auf dieser Erde, die die Ruinen von Chersones, Symbol der heiligen Geschichte Russlands, aus der Vergessenheit zu retten vermochte. Die Geschichte wird auch Kaiserin Katherina II. für die Gründung der Marinebasis Sewastopol erwähnen, in dem Hafen von Akhtiar (heute „die Bucht von Sewastopol“ genannt), mit der freundlichen Unterstützung von Fürst Grigori Potemkin. Die Geschichte von Sewastopol, ist mit der erstaunlichen Geschichte der tapferen russischen Armee und ihrer beispielhaften Soldaten gleichzustellen.

Balaklawa, Sewastopol, Kertsch, der Malachow-Berg und die End Linie des Sapun-Berges sind Meilensteine, die die glorreichen Taten, die Tapferkeit und den authentischen Wert der russischen Soldaten verkörpern. An allen diesen Orten ist die Erde mit dem Blut der Soldaten getränkt, die tapfer kämpften, um eine Zukunft in Frieden und Sicherheit zu verteidigen. In Russland und auf der Krim werden die 349 Tage der heroischen Schlachten für die Verteidigung von Sewastopol während des Krimkrieges (1853 – 1854) bis zum Ende der Zeit gefeiert werden und für immer in der Geschichte dieser beiden Länder und dieser beiden brüderlichen Völker graviert bleiben, wie es auch der 250 Tage lange erbitterte Widerstand gegen die Belagerung der Stadt 1941-1942 während des zweiten Weltkrieges sein wird.

Die militärische Koalition aus Großbritannien, Frankreich, der Türkei und dem Königreich Sardinien drang in die Halbinsel Krim im Jahre 1854 ein. Sewastopol, das bisher nur vom Meer kommende Angriffe konfrontieren musste, wurde am 13. September desselben Jahres belagert. Unter dem Feuer eines in Zahlen und Rüstung sehr überlegenen Feindes wurden die Befestigungsanlagen gebaut und die Batterien aufgestellt. Der Befehlshaber der Flotte des Schwarzen Meeres, Admiral Vladimir Kornilow, übernahm mit seinem Stellvertreter, Vizeadmiral Pavel Nakhimow die Leitung der Verteidigung der Stadt. Fünf Kriegsschiffe wurden am Eingang zum Hafen versenkt, um den feindlichen Zugriff auf den Hafen von Sewastopol zu verhindern. Die Schiffs-Besatzungen der Flotte verstärkten die Truppen mit ihrer Artillerie, um die Stadt zu verteidigten. Die Hartnäckigkeit und die patriotischen Inbrunst der Soldaten, Matrosen und der Bewohner der Stadt haben die Welt erstaunt. Am 5. Oktober haben die Invasoren die erste Bombardierung von Sewastopol gestartet, ohne dass viele Opfer unter den Verteidigern zu beklagen waren. Leider wurde Admiral Kornilow tödlich verwundet. Das wichtigste Einsatzgebiet wechselte dann auf den Malachow Berg. Am 28. März 1855 starteten die Invasoren einen zweiten Angriff. Zum Preis von schweren Verlusten gelang es ihnen, die russischen Stellungen zurückzudrängen. Die zwei folgenden Angriffe hatten dasselbe Ergebnis wie die vorherigen zwei, aber Vize-Admiral Nakhimow wurde während eines Artilleriefeuer-Austausches am 28. Juni getötet. Der französische General Jean-Jacques Pélissier, der die feindliche Koalition befehligte, erhielt von Kaiser Napoleon III. den Auftrag, die Festung um jeden Preis einzunehmen. Nach der fünften und ebenso erfolglosen Offensive bereiteten sich die Koalitionstruppen vor, um den halb zerstörten russischen Befestigungen einen entscheidenden Schlag zu versetzen. Der sechste und letzte Angriff startete am 27. August. Das Sperrfeuer der Artillerie der Angreifer konzentrierte das Feuer von acht französischen Divisionen, fünf britischen Divisionen und einer sardischen Brigade, das insgesamt 60.000 Soldaten mobilisierte. Ihnen gegenüber kämpften 40.000 Mann der russischen Truppen, die zum größten Teil auf die letzte Verteidigungslinie verlegt wurden. Das Ergebnis der Schlacht war lange unsicher, das Glück war manchmal dem einem, manchmal dem anderen Lager hold. Den Franzosen gelang es den Malachow Berg einzunehmen. Ihrem Oberkommandanten, General Mikhaïl Gorchakov gehorchend, setzten sich die Verteidiger, nachdem sie die Munitionsbunker in die Luft gejagt und die noch über Wasser gebliebenen Schiffe versenkt hatten, auf die südliche Flanke von Sewastopol ab. Das Misslingen aller dieser Versuche der Koalitionstruppen, Sewastopol zu besiegen, klang wie eine Niederlage, und erschütterte schließlich die Entschlossenheit und die offensiven Fähigkeiten der Invasoren. Das gegnerische Lager musste sich mit Friedensgesprächen begnügen, deren Bedingungen sich von den Erwartungen zu Beginn des Krieges sehr unterschieden. Die Verteidigung Sewastopols zeigte aufs Neue eine bewundernswerte Seite der Geschichte des Krimkrieges, zeigte Stärke, Mut und die Festigkeit der russischen Soldaten, und als die Schlacht unter den schlimmsten Bedingungen einer Belagerung hoffnungslos erschien, ihre Fähigkeit zu widerstehen.

87 Jahre später sollte die Stadt eine neue Belagerung erfahren, eine neue Seite ihrer epischen Verteidigung schreiben, und noch einmal ihre unerschütterliche Entschlossenheit, mit Widrigkeiten fertig zu werden, demonstrieren. Die Nazi-Truppen überfielen die Krim am 20. Oktober 1941. Zehn Tage später waren sie schon am Stadtrand von Sewastopol. Die Stadt war nicht auf einen Land-Angriff vorbereitet. Aber als die deutschen und rumänischen Armeen versuchten, die Stadt im ersten Sturm einzunehmen, scheiterten sie. Die hartnäckige Verteidigung der Stadt begann. Während der Kampf tobte, wurden Land-Befestigungen gebaut, obwohl der Nachschub an Mann und Materialien, sowie die Evakuierung von Verwundeten und der zivilen Bevölkerung nur über den Seeweg, unter Beschuss feindlicher Luftangriffe durchgeführt werden konnte. Am 4. November unternahmen die sowjetischen Truppen eine Gruppierung innerhalb des Perimeters der Verteidigung der Stadt. Am 11. November starteten die feindlichen Kräfte, deren Feuerkraft und Truppenstärke bedeutend höher waren, eine neue Offensive. Nach harten Kämpfen und schweren Verlusten unterbrachen die Deutschen ihren frontalen Angriff am 21. November und unternahmen die Belagerung der Stadt. Mit Unterstützung von gepanzerten Fahrzeugen wurde vom Feind am 17. Dezember eine neue, in Zahlen sehr überlegene Offensive gestartet, mit sieben deutschen Infanteriedivisionen und zwei rumänischen Brigaden. Die Angriffe wurden mit Hilfe der Artillerie der russischen Marine zurückgeworfen. Die Vorsätze des Feindes neue Einfälle durchführen zu wollen, wurden durch russische Truppen-Landungen bei Kertsch und Feodosia gestoppt. Sie zwangen die Deutschen, die 11. Armee der Wehrmacht, die die Stadt unter dem Kommando von General Erich von Manstein belagerte, auf Feodosia zu richten, und die Bataillone der regionalen Kräfte starteten dann eine begrenzte Offensive. Im März 1942 waren sie in der Lage, ihre Positionen zu festigen.

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Die Verteidigung Sewastopols (1942), Bild von Alexander Deyneka

Ab dem 27. Mai erhielt Sewastopol ein Trommelfeuer von Artillerie und Luftangriffen. Am Morgen des 7. Juni startete der Feind einen furchtbaren Angriff gegen die Kräfte der Perimeter-Verteidigungsanlagen der Stadt. Nach einem rücksichtslosen Kampf evakuierten die russischen Truppen den Malachow Berg am 30. Juni. Der Widerstand ging jedoch in der zerstörten Stadt weiter. Die Kämpfe dauerten bis zum 4. Juli, und selbst in manchen Bereichen bis zum 9. Juli. Die meisten Verteidiger der Stadt wurden getötet oder gefangen genommen. Nur wenigen gelang es, Zuflucht in den Bergen zu finden und den Partisanen beizutreten. Der 250 Tage dauernde Kampf für die Verteidigung Sewastopols, ungeachtet seines tragischen Endes, gab der ganzen Welt zu sehen, wie vorbildlich und selbstlos die russischen Matrosen und Soldaten sein konnten.

In den Köpfen und Herzen war die Krim von jeher nicht von der Russischen Föderation zu trennen. Diese durch den Wahrheits- und Gerechtigkeitsdurst unterstützte Überzeugung, ist unerschütterlich geblieben. Sie wurde von einer Generation auf die andere übertragen, ohne dass die Zeit oder die Umstände sie ändern konnten. Auch die spektakulären Umwälzungen, die Russland im 20. Jahrhundert erlebt hatte, konnten diese Gewissheit nicht antasten. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Ukraine und Russland eines Tages unterschiedliche Staaten werden könnten. Aber die Sowjetunion ist zusammengebrochen. Alles ging so schnell, sodass nur sehr wenige damals das Maß der tragischen Ereignisse, die sich anhäuften, und die Konsequenzen, die folgen sollten, ergreifen konnten. Und als von einem Tag zum nächsten die Krim in den Besitz eines anderen Landes gelangte, hat sich Russland nicht nur getäuscht gefühlt, sondern hat sich bestohlen gefühlt. Millionen von Russen sind in einem Land schlafen gegangen und in einem anderen aufgewacht, das sich im Handumdrehen in Minderheiten aufgeteilt hatte innerhalb der sowjetischen Republiken, die bis dahin existierten. Die Russische Föderation ist daher eine der am meisten dislozierten Nationen der Welt oder sogar die größte aller geworden. Das Volk hat sich nie mit dieser eklatanten historischen Ungerechtigkeit zurecht gefunden. In all diesen Jahren haben viele Menschen und angesehene Persönlichkeiten diese Frage immer wieder gestellt, und gesagt, dass Russland auf der Krim geboren wurde und Sewastopol eine wirklich russische Stadt ist. In diesen letzten dreiundzwanzig Jahren hat die Krim ihre russische Seele bewahrt. Jeder Bewohner forderte sehnlichst, ohne jemals aufzugeben, die Rückkehr der Halbinsel zur Russischen Föderation. Und jetzt ist es passiert, zur Freude aller, in dem allgemeinen Jubel und mit Glückstränen, und reparierte die Ungerechtigkeit von einst.

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Massiver Jubel auf der Krim, nach der Wiedervereinigung mit Russland am 18. März 2014

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Oriental Review

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