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Wahlen für ein weiteres Schwindelregime in Afghanistan

Posted by krisenfrei - 07/04/2014

Eric S. Margolis (antikrieg)

Die landesweiten Wahlen in Afghanisten, die in dieser Woche abgehalten werden, sind eine Augenauswischerei. Eine Gruppe von Kandidaten, handverlesen von den Vereinigten Staaten von Amerika, wird so tun, als wetteifere sie in einer Wahl, deren Ergebnis schon längst festgelegt worden ist – von Washington.

Unter den Kandidaten befinden sich in den Vereinigten Staaten von Amerika vorbereitete Politiker, sowie drogenhandelnde Warlords aus dem tadschikischen und usbekischen Norden. Der führende Kopf unter ihnen ist Rashid Dostum, ein größerer Kriegsverbrecher und hauptsächlicher Alliierter der CIA, der das Massaker an über 2.000 gefangenen Taliban angeordnet hat.

Das ist also das brüchige Fundament, auf dem Washington eine gefügige afghanische „Demokratie” zu errichten hofft, die weiterhin Stützpunkte für Soldaten und Kriegsflugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika zur Verfügung stellen wird. Afghanistans Mehrheit, die Paschtunenstämme, haben wenig zu reden bei dem Wahltheater.

Die größte, populärste Partei in Afghanistan, Taliban, und ihr kleinerer Verbündeter Hisbi-Islami wurden als „Terroristen” von den laufenden und vergangenen Wahlen ausgeschlossen. Sie boykottieren die Wahl und behaupten zu Recht, dass diese von den Mächten des Westens und ihren örtlichen Kollaborateuren gefälscht sein werden. Wir sehen dieses gleiche Muster der manipulierten Demokratie im ganzen Mittleren Osten.

Würden heute offene Wahlen abgehalten, dann würden die Taliban wahrscheinlich gewinnen. Amerikaner haben kein Problem, mit afghanischen Kommunisten, Kriegsverbrechern und Drogenbossen zu arbeiten. In der Tat hat unter amerikanischer Herrschaft die Opium-, Morphin- und Heroinproduktion in Afghanistan Rekordhöhen erreicht. Das heißt dann „nation building“ (Staatsbildung, Schaffung und Stärkung staatlicher Strukturen, laut Leo-Wörterbuch).

Nachdem es 12 Jahre lang alles in seinem Arsenal bis auf Atomwaffen eingesetzt hat, hat das mächtige Militär der Vereinigten Staaten von Amerika es nicht geschafft, die leicht bewaffneten Kräfte der Taliban zu besiegen. Die Paschtunenstämme sind sich fast sicher, den Kampf unbegrenzt weiterzuführen. Ein beliebter Sager der Taliban lautet: „die Amerikaner haben Uhren, wir haben Zeit.“ Die Paschtunen haben vier britische Versuche, Afghanistan zu kolonisieren, den sowjetischen Versuch in den 1980ern, und jetzt die Okkupation der Vereinigten Staaten von Amerika abgeschmettert.

Afghanistan hat sich als der längste Krieg in Amerikas Geschichte erwiesen. Als Soldaten und schwere Bomber der Vereinigten Staaten von Amerika die Position der Taliban angriffen, schrieb ich in der Los Angeles Times und anderen Zeitungen, dass der Einmarsch nach Afghanistan ein schrecklicher Fehler sei, ein Krieg, der nicht gewonnen werden könne. Nicht überraschend wurde ich weitgehend denunziert.

Meine seit 26 Jahren bestehende Kolumne bei einer bedeutenden Zeitungsgruppe kam auf die schwarze Liste, nachdem ich zu sagen wagte, dass der Krieg verloren war und eine Verschwendung von Blut und Geld.

Das war mir klar, da ich mit den afghanischen Mujahidin im Großen Jihad in den 1980ern gegen die sowjetischen Besatzer Afghanistans unterwegs gewesen war, was ich in meinem Buch „War at the Top of the World“ beschrieben habe.

Einige Jahre später war ich dabei bei der Geburt der Taliban. Die paschtunische Bewegung wuchs im afghanischen Bürgerkrieg in den frühen 1990ern, um die Massenvergewaltigung afghanischer Frauen zu beenden und die vom Ausland unterstützten afghanischen tadschikischen und usbekischen Kommunisten zu bekämpfen.

Washingtons laufender Plan besteht darin, ein neues afghanisches Klientenregime nach Karzai in Kabul zu installieren und die Kontrolle über die 400.000 Mann starke Polizei und Armee zu behalten, die für US-Dollars kämpfen. Das zahme afghanische Regime wird dann um die 16.000 Soldaten und Luftwaffenangehörige der Vereinigten Staaten von Amerika „einladen,“ nebst großen Zahlen von lokalen Söldnern, die im Land bleiben und die Taliban in Schach halten.

Der Schlüssel zur weiteren Kontrolle Afghanistans durch die Vereinigten Staaten von Amerika sind die Luftwaffenstützpunkte in Bagram, Kandahar, Herat und Shindand, die von Basen in Zentralasien, Pakistan und am Golf versorgt werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierte könnten ihre im ganzen Land verstreuten Stützpunkte in Afghanistan nicht halten, ohne ungeheuer aufwendige 24 Stunden bereit stehende Luft-Kampfeinheiten zu betreiben, die innerhalb von Minuten auf Angriffe der Taliban reagieren. Ohne ständige Versorgung und Unterstützung aus der Luft wären die westlichen Kräfte schnell abgeschnitten und besiegt.

Das ist ein gewichtiger Grund, warum der Krieg gegen Afghanistan die Vereinigten Staaten von Amerika bis jetzt eine Billion Dollars gekostet hat. Durch massive Korruption sind Milliarden verschwunden. Ohne einen ständigen Zustrom von US-Dollars würde das afghanische Regime in Kabul zusammenkrachen. Seit 2001 wurden über 18 Milliarden Dollars an Pakistan bezahlt, um die eigenen Taliban zu bekämpfen und militärische Operationen der Vereinigten Staaten von Amerika zuzulassen.

Inzwischen werden Präsident Barack Obamas Bemühungen, die Okkupationskräfte der Vereinigten Staaten von Amerika zurückzustutzen, offen und unverschämt von seinen eigenen aufsässigen Militärkommandanten kritisiert, welche nicht ihre Niederlage durch die Taliban eingestehen können – die ultimative Demütigung für die hochtechnisierten Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika.

Aber jetzt, wo China und Russland die Vereinigten Staaten von Amerika herausgefordert haben, hat das Pentagon einen neuen Feind und Gründe für ständig steigende Budgets gefunden. Es könnte also widerwillig das Missgeschick in Afghanistan wegstecken. Wer erinnert sich denn schon noch an den Vietnamkrieg und die schmachvolle Flucht aus Saigon?

 

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