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Zentralstaat: Zum Scheitern verdammt

Posted by krisenfrei - 27/03/2014

von Henning Lindhoff (ef-magazin)

Der Schwanenhals des Staatlichkeitswahns

Die Sigmoidfunktion, auch Schwanenhalsfunktion oder S-Funktion genannt, wird in der Betriebswirtschaft dazu genutzt, den voraussichtlichen Entwicklungsweg neuer Produkte, Verfahren und Technologien abzubilden. Der S-förmige Verlauf des Graphen macht dabei die einzelnen Entwicklungsphasen deutlich. In der Entstehungsphase ist der Graph noch flach, der Forschungs- und Produktionsaufwand ist genauso hoch wie die Unsicherheit der Protagonisten bezüglich der ökonomischen Rentabilität ihrer Neuentwicklung. Bei günstigem Verlauf steigt der Graph dann allerdings in der Wachstumsphase stark an. Das Produkt entwickelt sich zu einem sogenannten Schlüsselprodukt. Dieses generiert verstärkten Umsatz und die anfänglichen Investitionen beginnen sich zu rentieren. In der anschließenden Reifephase verflacht der Graph dann stetig. Das Produkt hat sich auf dem Markt etabliert und gilt als sogenanntes Basisprodukt. Die Umsätze pendeln sich auf einem stabilen Niveau ein. In dieser Phase wird es Zeit, über neue Innovationen nachzudenken, das Produkt aufzuwerten oder einen verbesserten Nachfolger zu entwickeln.

So weit so gut. Doch warum das alles?

Der Knüller: Auch Vater Staat kann mit Hilfe der Sigmoidfunktion analysiert werden. Einen solchen Versuch will ich an dieser Stelle unternehmen.

Wir gehen von einem leeren Spielfeld aus. Der Zentralstaat wurde soeben erst errichtet. Die erste Regierung kuschelt sich in die Sessel. In der nun beginnenden Entstehungsphase erweisen sich ihre Investitionen, zum Beispiel in die Infrastruktur einer Gesellschaft, in Verkehr, Technologie, Bildung und Wissenschaft, als rasch gewinnbringend für die Bürger. Diese erfreuen sich anfangs einer hohen Rendite ihrer Steuergroschen. Der unternehmerische Staat bewirkt in dieser Phase gar Anreize für private Investitionen. In der folgenden Wachstumsphase steigen Staatsquote und Steueraufkommen rapide an. Der Wohlfahrtsstaat wächst und gedeiht, treibt immer verwirrendere Blüten. Seine Kompetenzbereiche weitet der Zentralstaat in dieser Phase selbstbewusst aus. Er reglementiert Glühbirnen, Duschköpfe und Klospülungen und wirft mancherlei Augen auf die Bürger, die mehr und mehr zu Untertanen degenerieren. Diese bleiben allerdings noch gelassen, weil sie weiterhin manche Vorteile staatlicher Planwirtschaft zu erkennen glauben. Doch auch die Entwicklungskurve von Vater Staat erreicht bald ihre Reifephase. Es kommt zu einem Umschwung. Staatliche Investitionen fruchten nicht mehr. Die Effizienz des Monopolisten ist rückläufig. Und bald schon schwindet auch das privatwirtschaftliche Wachstum, weil Unternehmer und Angestellte unter der gestiegenen Steuerlast ächzen. Die Phase der Stagnation ist erreicht.

An diesem Punkt nun begeht der Zentralstaat seinen großen Fehler. Unbeirrt legt er Konjunkturprogramm nach Konjunkturprogamm auf, setzt Finanzspritzen an jede erdenkliche Stelle des fragilen Geldsystems und lässt Kreditzinsen ins Bodenlose purzeln. Die Staatsausgaben steigen damit weiter und die Privatwirtschaft schrumpft.

In dieser Krise, in der außer im jährlichen Regierungsbericht zum Steueraufkommen weit und breit keine schwarze Zahlen mehr zu erblicken sind, ergeben sich schwere strukturelle Defizite. Der Monopolist taumelt. Nur noch Kriege, (Klima-)Katastrophen und andere „unerwartete“ Ereignisse können an diesem Punkt seine Existenz noch aufrecht erhalten.

Für eine kurze Zeit.

Denn wie manch andere Produkte aus Menschenhirn und –hand auch, wird der Zentralstaat ohne grundlegende Innovation am langen Ende zum Scheitern verdammt sein.

 

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