krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Der Euro – und nichts dazugelernt!

Posted by krisenfrei - 04/02/2014

von Uwe Schröder (cafeliberte)

Als der Euro eingeführt wurde war der Jubel unter den Politikern, insbesondere in Brüssel groß. Ob wir, die Bürger, diese Währung haben wollten, wurde als Frage gar nicht erst zugelassen. Mittlerweile gibt es eine politische Dreifaltigkeit – ich nenne es das „Brüsseler Dogma“: „Europa, EU und Euro sind eins!“ Wer es auseinander dividiert, wird in Frage oder am besten gleich in die „rechte Ecke“ gestellt.

 Historisch gesehen, wieder einmal ein großer politischer Fehler, dieser Euro als gemeinsame Währung in Europa. Die wenigsten wissen, dass es vor circa 150 Jahren schon einmal einen solchen Versuch gab. Ich spreche von der „Lateinischen Münzunion“.

Im Gegensatz zu damals hatte man jedoch dieses Mal beim Euro zwei wichtige Dinge berücksichtigt und ausdrücklich in die Verträge genommen. Eine Begrenzung der Verschuldung der EURO-Staaten und die sogenannte „no-bail-out“-Klausel – kein Staat haftet für die Schulden des oder der anderen Staaten.

Diese wichtigen Klauseln gelten schon lange nicht mehr und wir sind genauso schlau, oder besser dumm, wie damals vor 150 Jahren.

 Jene Währungsunion trat am 1. Januar 1866 in Kraft, die Gründungsmitglieder waren damals:  Frankreich, Belgien, die Schweiz und Italien. Weitere Staaten in Europa (Spanien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und Österreich-Ungarn) traten der Union bei. Einige Zeit später, am 21. Dezember 1868 trat ein weiteres Land der Währungsunion bei. Raten Sie mal! Richtig! Griechenland ! Ein Schelm, wer böses denkt.

 Übrigens – ein amerikanischer Ökonom (Henry Parker Willis) warnte schon damals vor dem Beitritt Griechenlands. Zitat Anfang: “In keinem Fall ist Griechenland ein wünschenswertes Mitglied der Währungsunion. Das Land ist in einem bemitleidenswerten Zustand, wirtschaftlich unseriös, von politischen Streitereien gelähmt und finanziell verrottet.” Zitat Ende. Und er sollte Recht behalten.

Die damaligen Zeitungen schrieben begeistert:

 „Von Antwerpen bis Brindisi” können Reisende nun “mit derselben Münze bezahlen, ohne das Risiko und die Unannehmlichkeit des Geldwechselns”, so die Edinburgh Review.

Die Times: Die Union ist ein sehr wichtiger Fortschritt in der Entwicklung der europäischen Zivilisation.“ Und der Economist:  „Von nun an gibt es keinen Grund, warum jedes Land eine separate Währung haben sollte“.

 Was denken Sie jetzt, wenn Sie das lesen? Merken Sie etwas? Aber weiter. Sie werden es nicht glauben!

Für den damaligen Vizepräsidenten des französischen Staatsrats war die Münzunion

·         – der erste Schritt zu einer Europäischen Union mit der späteren Gemeinschaftswährung dem „EUROP“!

·         – der erste Schritt zu einem europäischen Föderalstaat unter Leitung einer Europäischen Kommission

·         – die von einem Europäischen Parlament gewählt werden sollte.

 Trotz der euphorischen Artikel in den Zeitungen Großbritanniens blieben dieses Land und auch Deutschland der Münzunion fern. Man hatte in diesen Ländern anscheinend erkannt, welche Fehler das System oder besser gesagt, jämmerliche Experiment, hatte – die Möglichkeit der Mitgliedsländer die Geldmenge beliebig auszuweiten, nämlich Papier mit Symbolen zu bedrucken und wertloses Geld zu schaffen, das nur durch den Annahmezwang einen Wert hatte.

 Das erinnert mich an unseren derzeitigen Bundesbankpräsidenten, der meinte, der Euro ist nichts anderes als bedruckte Baumwolle. Wie Recht er doch hat. Aber selbst solche Äußerungen gehen in unserem Lande sang- und klanglos unter. Es hat sich nichts geändert an diesem katastrophalen Geldsystem.

Vor allem Italien machte damals von dieser Möglichkeit des Gelddruckens schon sehr bald regen Gebrauch. Und Griechenland nahm sich Italien gerne zum Beispiel, weil die Politiker Geld brauchten, um Wahlgeschenke zu verteilen. Im Jahr 1893 verkündete der griechische Premierminister lapidar: „Bedauerlicherweise sind wir bankrott“.

Belgien und Frankreich als solide wirtschaftende Länder finanzierten damals über Jahrzehnte die griechischen und italienischen Defizite mit, da ein Auseinanderbrechen der Union zu erheblichen Verlusten in diesen Ländern geführt hätte. Denn diese Länder bzw. deren Banken, Versicherungen und andere Gläubiger hatten in riesigem Umfang Forderungen gegen italienische und griechische Adressen in ihren Büchern. Während ich dieses schreibe, merke ich, dass sich auch hier nichts geändert hat.

 Ein Bankrott Italiens bzw. Griechenlands hätte zu einem Ausfall und damit auch zu einer erheblichen Schieflage in Frankreich und Belgien geführt. Diesen Offenbarungseid wollte die Politik natürlich so lange wie möglich hinausschieben bis man einem Sündenbock die Schuld für das Scheitern des eigenen Versagens unterschieben konnte.

 Man machte also immer weiter, da man sich aus der selbst geschnürten Zwangsjacke nicht mehr befreien konnte. Die Bankrotteure diktierten also den Zahlern, wie lange und zu welchen Bedingungen die gemeinsame Währung weiterbestehen sollte! Das erinnert mich übrigens an „Biedermann und die Brandstifter“ – lohnenswert zu lesen und die Parallelen zur EU, dem europäischen Haus, zu erkennen. Hierzu hat Carlos E. Gebauer einen herrlichen Vortrag gehalten, der auf der Internetseite der Partei der Vernunft zu sehen ist.

 Wie verrückt heute die Situation und wie verwirrt die Öffentlichkeit ist, zeigen die Demonstrationen in den Bankrottstaaten. Die Nettozahler, allen voran Deutschland, werden für die Misere im eigenen Land, Korruption, Betrug und Selbstbedienung verantwortlich gemacht. Das ist gelebte europäische Solidarität? Das ist Wahnsinn!! Wo blieb und bleibt denn angesichts dieser „Erfolgsbilanz“ der Lateinischen Münzunion das historische Bewusstsein unserer Europapolitiker, allen voran seinerzeit Kohl und Weigel, bei Schaffung des Euro?

 Die Nachfolger (egal welcher Couleur) haben den Beitritt Griechenlands in die Währungsunion durchgepeitscht und wegen des erhöhten deutschen Haushaltsdefizits den Stabilitätspakt ausgehebelt. Die Haftung für die Schulden der anderen Staaten ist auch Realität. Rechtsbruch spielte keine Rolle in diesem Zusammenhang. Und so wird es immer weiter gehen. Bis wann? Ich weiß es nicht.

 Jedenfalls, die Lateinische  Münzunion zerbrach letztendlich mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der folgenden Weltwirtschaftskrise und die Leute hatten Wichtigeres zu tun, als sich mit den Gründen für das Scheitern der Währungsunion auseinander zu setzen.

 Sie sehen, dass die EU sich insbesondere mit dem Euro in eine gefährliche Richtung bewegt und wir bald an einem Punkt angelangt sind, an dem es kein Zurück mehr gibt. Allerdings befürchte ich, dass wir diesen bereits erreicht haben! Damit Europa noch eine realistische Chance hat, muss sich die EU drastisch verändern und die Gemeinschaftswährung umgehend verschwinden.

 Übrigens, im Jahr 2014 jährt sich der Ausbruch des ersten Weltkrieges zum 100. Mal.

Ist meine Angst berechtigt oder schaffen wir den Euro friedlich ab?

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3 Antworten to “Der Euro – und nichts dazugelernt!”

  1. Murksel said

    Zitat:
    Übrigens, im Jahr 2014 jährt sich der Ausbruch des ersten Weltkrieges zum 100. Mal.

    Ist meine Angst berechtigt oder schaffen wir den Euro friedlich ab?
    Zitat ende

    Ihre Befürchtungen teile ich.
    Allerdings gehe ich davon aus, dass der Krieg von den Eliten gewollt und unvermeidlich ist.

    1) Sind doch die Menschen dann so mit dem Versuch beschäftigt zu überleben, dass Konsequenzen irgendwelcher Art, für die Abzockerei der Hyperreichen von dem Rest der Menschheit, ausbleiben.

    2) Lässt sich doch von den Hyperreichen wieder trefflich am Krieg verdienen. Unterstützt werden natürlich wieder beide Seiten.
    Und anschließend wird dann am Wiederaufbau reichlich verdient.

    Man betrachte wie die imperialistischen Usraelis und ihr europäisches Protektorat an allen Ecken versuchen zu zündeln, siehe Syrien, Iran, Ukraine usw.
    Und wenn man sieht wie diese Kriegstreiber inzwischen ganz offen versuchen Russland immer weiter einzukreisen und zu reizen, dann lässt dies nur einen Schluss zu. Diese Imperialisten wollen den Krieg vom Zaun brechen! Und das bitte schön in Europa!
    Man will doch keinen Krieg auf amerikanischem Territorium!

    Ich denke wenn es dann zum 3. WK kommen sollte, wird China natürlich nicht still halten,– nicht still halten können,– sonst wären sie das nächste Ziel der Imperialisten.

    Nicht ohne Grund haben Russen und Chinesen vereinbart militärisch stärker zusammen zu arbeiten. Da braut sich etwas zusammen.
    Habe letztens sogar irgendwo gelesen, dass China und Russland das erste gemeinsame Manöver (bin mir nicht sicher, aber ich glaube im Mittelmeer)
    durchführen.

    Und USA-Kriegschiffe liegen ungebeten! bereit, falls ein Terroranschlag in Sotschi stattfindet!
    Warum? Um dann selbstherrlich und ungefragt auf russischem Territorium einzugreifen.
    Das gibt dann Krieg!

    Sind dies nicht ein paar Zufälle zu viel?

    Da kann man eigentlich nur noch hoffen, dass Russland und China die Amerikaner auf amerikanischem Territorium angreifen. Und das sie Washington und Wallstreet einäschern.
    Hier einige Links bezüglich des zündelns und der Vorbereitungen von Usrael und EU.

    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2014/02/02/amerikanische-panzer-zuruck-in-deutschland/

    http://julius-hensel.com/2014/02/demonstration-in-muenchen-ukraine-und-sicherheitskonferenz/

    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/18081-Konterrevolution-der-Ukraine-gewinnt-Fahrt.html

    • Harald Münzhardt said

      Hallo Murksel,

      Ihrer Analyse fehlt die Präzision.
      Daher sind ihre Folgerungen auch falsch und recht depressiv.

      1) „gehe ich davon aus, dass der Krieg von den Eliten gewollt und unvermeidlich ist“

      Was soll „der“ Krieg sein?

      Kontrollierbare lokale Kriege mögen gewollt sein, von wem auch immer.

      Aber alle, die mit militärischen Ausrüstungen näher bekannt sind, wissen ganz genau, dass
      Krieg zwischen Großmächten für niemanden einen Sinn macht.
      Danach gibt es nur Verlierer.

      2) Ihre Behauptung „unvermeidlich“ zeugt von einer großen Ohnmacht, die sie sich selbst
      einreden!
      Sie tun weder sich noch anderen einen Gefallen, wenn Sie solche Negativ-Behauptungen
      verbreiten.
      Wichtig ist Aufklärung über Ursachen.
      Daraus ergeben sich auch friedliche Lösungen!

      3) „Da kann man eigentlich nur noch hoffen, dass Russland und China die Amerikaner auf amerikanischem Territorium angreifen.
      Und das sie Washington und Wallstreet einäschern.“

      Was haben Sie sich dabei gedacht, so etwas zu schreiben?
      Wollen Sie wirklich, dass Mio Menschen leiden und sterben?
      Was wäre wohl, wenn Sie zufällig nicht in Europa sondern in den USA auf die Welt gekommen wären und heute in Washington
      mit Ihrer Familie leben würden?
      Würden Sie dann auch noch so denken und schreiben?

      Ich hoffe, Sie überdenken Ihre Äußerungen gründlich und revidieren Ihre Kriegsvorstellungen in einem Kommentar.

      Viele Grüße

      Harald Münzhardt

      • Murksel said

        Zuallererst möchte ich Ihnen in einem Punkt zustimmen, nämlich dass meine Folgerungen depressiv sind.
        Aber meine Interpretationen und Schlussfolgerungen zu den politischen Ereignissen sind eben anders als die Ihren.
        Das gehört (zumindest noch) zur Meinungs- und Gedanken-Freiheit.
        Zu den kontroversen Ansichten von uns nun noch einige Anmerkungen von mir.

        Zu ihrem Punkt 1)
        Zitat:
        Kontrollierbare lokale Kriege mögen gewollt sein, von wem auch immer.
        Aber alle, die mit militärischen Ausrüstungen näher bekannt sind, wissen ganz genau, dass
        Krieg zwischen Großmächten für niemanden einen Sinn macht.
        Danach gibt es nur Verlierer.
        ————–
        Meiner Ansicht nach sind die Imperialisten ausschließlich im sogenannten „Westen“ zu finden. Es sind die Eliten der USA mit ihrem Protektorat Europa.

        Und ich halte die amerikanische Elite für vermessen genug einen Krieg der Großmächte, den 3. WK, zu riskieren, wenn sie der Meinung sind sie könnten diesen gewinnen.

        Nicht ohne Grund haben die Amerikaner immer mehr militärische Stützpunkte in fremden Ländern um Russland und China herum aufgebaut.
        Nicht ohne Grund wollen und werden die Raketenabwehrschilde von den Amerikanern auf europäischem Grund und Boden installiert.
        Wir können u.U. nur hoffen, dass diese „Dinger“ auch tatsächlich funktionieren.
        Nicht ohne Grund sollen die amerikanischen Atomwaffen und Panzer in Deutschland modernisiert/erneuert werden.
        Nicht ohne Grund wird in der Ukraine von den Amerikanern mit Hilfe ihres Protektorats Europa interveniert.
        Je mehr es gelingt die Einflussbereiche der Russen zu dezimieren desto mehr wird Russland geschwächt werden und irgendwann deshalb nicht mehr tatenlos zusehen können!

        Und das China und Russland ihre militärische Zusammenarbeit verstärken ist doch auch eine Reaktion darauf!

        Zu ihrem Punkt 2

        Das sehen Sie richtig.
        Wir stehen meines Erachtens diesen Entwicklungen ohnmächtig gegenüber, weil viele Menschen diese negieren oder davon nichts wissen wollen. Das bedeutet es gibt zu wenig informierte Bürger und zu viele die MSM-artig gehirngewaschen sind.

        Diese 2 Sätze von Ihnen sind sehr schön:

        Wichtig ist Aufklärung über Ursachen.
        Daraus ergeben sich auch friedliche Lösungen!

        Ich wüsste gern wie Sie sich die Aufklärung über die Ursachen vorstellen.
        Und von wem die friedlichen Lösungsvorschläge kommen sollen und noch wichtiger wer die umsetzen soll. Eine Antwort ihrerseits würde mich sehr freuen.

        Ich bin absolut und immer gegen Krieg!!! Aber was können wir tun wenn die westlichen Kriegstreiber uns mit Hilfe der europäischen Politiker und Medien in den Krieg führen sollten?
        Deutschland führt doch jetzt schon grundgesetzwidrig

        –(Artikel 26 Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Angriffskrieg

        Krieg in Afghanistan, Teilen von Afrika und unterstützt die Drohnenkriege der Amerikaner auf deutschem Boden.

        Zu ihrem Punkt 3)

        Ginge es nach meinem Ermessen würden nie und nimmer Kriege geführt werden und würde auch nie nur ein Mensch durch Krieg oder sonst wie getötet werden.

        Aber wenn die Amerikaner planen sollten die Europäer als Kanonenfutter für ihre Kriegspläne zu benutzen, finde ich es nur legitim (natürlich nicht politisch korrekt) ihnen Vergeltung zu wünschen.

        Denn sollten meine Vermutungen korrekt sein, können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Amerikaner versuchen werden, den Krieg mit amerikanischen Truppen und amerikanischem Kriegsgerät und Waffen auf Europa und vielleicht auch Asien zu beschränken.

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