krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Syrien – Eine Pflichtlektüre

Posted by krisenfrei - 27/01/2014

Der Auftakt zu den als »Genf-2« bezeichneten Verhandlungen zu Syrien, an der

die Aussenminister von fast 40 Staaten und Regionalorganisationen teilnahmen, fand bekanntlich am 22. Januar in Montreux statt. Bei diesem Anlass hielt der syrische Aussenminister Walid al-Muallim eine längere Rede, die, soweit ich feststellen konnte, bislang lediglich von der stets aktuell informierten US-website Global Research aufgegriffen wurde. Vermutlich ging sie im Getriebe des WEF in Davos unter, wo die Journalisten damit beschäftigt waren, sich wie jedes Jahr redlich abzumühen, um die dort versammelten Häupter als Elite erscheinen zu lassen, obgleich die weltweit rasant ansteigende Armut nicht mehr zu überdecken ist, so dass diese lorbeerbehaftete Verbrämung wahrlich nicht länger dazu angetan ist, als zutreffend akzeptiert zu werden. Die Rede stellt eine schwere Anklage gegen den Westen dar, somit auch gegen die EU. Und dies mit voller Berechtigung. Die Veröffentlichung trägt den Titel: »The West Publicly Claims to Be Fighting Terrorism, Whilst It Is Covertly Nourishing It«  –  Der Westen behauptet öffentlich, den Terrorismus zu bekämpfen, während er diesen auf verdeckte Weise alimentiert. Insofern habe ich es mir angelegen sein lassen, die wesentlichen Feststellungen und Gedanken zu übersetzen, denn dieser Vortrag wirft ein für alle wissenswertes Licht auf die Vorgänge, die die Zerstörung Syriens eingeleitet haben, und die wir regelmässig auf politonline aufzuzeigen versucht haben, dies insbesondere in aller Ausführlichkeit in dem Aufsatz »Syrien – Die programmierte Zertrümmerung« auf  http://www.politonline.ch/index.cfm?content=news&newsid=1994

Meine Damen und Herren,
ich spreche hier im Namen der arabischen Republik Syrien mit ihrer geschichtsträchtigen, siebentausend Jahre umspannenden Vergangenheit, und die stolz ist auf ihr panarabisches Erbe, trotz der vorsätzlich begangenen Aggressionen angeblich brüderlich gesinnter arabischer Staaten. Im Namen einer Republik, gegen die einige von Ihnen, die in diesem Raum sitzen, den Versuch unternommen haben, in mittelalterliche Zeiten zurückzuwerfen. Nie zuvor habe ich mich in einer ähnlich schwierigen Lage befunden: Auf meiner Delegation und mir selbst lastet das Gewicht von drei Jahren des von meinen Landsleuten erduldeten Elends. Heute ist der Moment der Wahrheit, die viele systematisch versucht haben, in einer Serie von Kampagnen von Falschinformationen, Täuschung und Lügenmärchen, die zu Mord und Terror führten, zu beerdigen. Eine Wahrheit, die sich weigerte, begraben zu werden, und die für alle klar sichtbar ist: Die Delegation der arabischen syrischen Republik, die das syrische Volk, die Regierung, den Staat, die Armee und den Präsidenten Bashar al-Assad repräsentiert.

Es ist bedauerlich, meine Damen und Herren, dass hier in diesem Raum unter uns Vertreter der Länder sitzen, die das Blut von Syrern an ihren Händen haben, von Ländern, die den Terrorismus exportiert haben, dies gleichzeitig mit der Nachsicht gegenüber den Übeltätern, als ob es ihr Gott wäre, dem das Recht eingeräumt ist, zu bestimmen, wer in den Himmel und wer in die Hölle Eingang findet. Es sind dies Länder, die verhindert haben, dass Gläubige ihnen heilige Andachtsstätten aufsuchen können, während sie Terroristen begünstigten, finanzierten und unterstützten. Länder, die sich selbst das Recht einräumten, anderen die Legitimität zuzugestehen oder zu verweigern, ganz so, wie sie das für sie als passend erachteten, und die nie einen Blick auf ihr eigenes archaisches Glashaus warfen, bevor sie Steine auf befestigte Türme warfen. Länder, die uns ohne Scham in Sachen Demokratie, Entwicklung und Fortschritt belehren, während sie in ihrer eigenen Ignoranz und mittelalterlichen Normen ertrinken. Länder, die sich daran gewöhnt haben, dass sie ausschliesslich von Königen und Prinzen besitzt werden, denen das alleinige Recht zusteht, den Reichtum des Landes zu verteilen, wobei sie die mit ihnen Verbündeten bedenken, dies aber denjenigen, die in Ungnade gefallen sind, verweigern. Und sie belehrten Syrien über Ehre. Nach all diesen Anstrengungen und den darauf folgenden Fehlschlägen fiel ihnen jedoch die Maske vom Gesicht, so dass ihre perversen Ambitionen sichtbar wurden: Der Wunsch, Syrien zu destabilisieren und zu zerstören, indem sie ihr nationales Produkt exportierten, den Terror. Sie haben ihre Petrodollars zum Kauf von Waffen und zur Rekrutierung von Söldnern eingesetzt, aber auch zur Beeinflussungder Medien, um ihre ohne Verstand durchgeführten Brutalitäten mit Lügen zu decken, dies unter dem Vorwand der sogenannten syrischen Revolution, die die Ziele der syrischen Bevölkerung erfüllen würde. Wie kann ein Tschetschene, Afghane, Saudi, Türke oder sogar französische und englische Terroristen zur Erlangung dieser Ziele beitragen, und mit was? Etwa ein islamischer Staat, der nichts über den Islam weiss, den perversen Wahhabismus ausgenommen? Und wer hat überhaupt dekretiert, dass die Syrer danach streben, in einer Zeit zu leben, die Tausende von Jahren in der Vergangenheit liegt?

In Syrien wird der Schoss von Frauen, die ein Kind erwarten, geschlachtet und der Fötus getötet; Frauen werden vergewaltigt, tot oder lebendig, dies unter Umständen, die derart abscheulich, widerlich und abstossend sind, dass man sie lediglich einer perversen Doktrin zuordnen kann. In Syrien werden Männer vor ihren Kindern im Namen der Revolution abgeschlachtet; wie können sogenannte Revolutionäre das Herz eines Mannes zum Kannibalen machen und gleichzeitig behaupten, Freiheit, Demokratie und ein besseres Leben zu fördern? Unter dem Vorwand der Grossen Syrischen Revolution werden Zivilisten, Kirchenleute, Frauen und Kinder getötet; Opfer werden ungeachtet ihrer politischen Einstellung oder ihrer Ideologie in Strassen und Gebäuden  wahllos in die Luft gesprengt, Bücher und Bibliotheken werden verbrannt, Gräber aufgerissen und Kunstgegenstände gestohlen. Im Namen dieser Revolution werden Kinder in ihren Schulen gemordet, Studenten in den Universitäten, Frauen werden im Namen des jihad al-nikah dazu gezwungen, von ihrer Konfession abzufallen, Moscheen werden bombardiert, während die Gläubigen darin ihre Gebete verrichten, Köpfe werden abgehackt und in den Strassen aufgehängt, und Menschen werden lebendig verbrannt, dies in einem wahrhaften Holocaust. In Adra, von dem Sie sicherlich nichts gehört haben, das jedoch von denselben ausländischen Monstern angegriffen wurde, hat sich ein Familienvater mit den Seinen in die Luft gesprengt, um die fremden Eindringlinge daran zu hindern, bei ihm einzufallen. Auch dort ist gemordet, geplündert, geköpft, geschlachtet, vergewaltigt und Menschen lebendig verbrannt worden. Und immer ist dabei der blutige Finger auf die syrische Armee und die syrische Regierung gerichtet worden. Das ist es, was ihre Meister ihnen aufgetragen haben.

Von diesem Podium aus vernehmen Sie jetzt laut und deutlich, und Sie wissen das genauso wie ich, dass sie nicht mit Syrien aufhören werden, das wissen sogar einige von Ihnen, die hier im Saal sitzen und sich weigern, dies zu bestätigen oder sich in dieser Hinsicht als unangreifbar betrachten. Was Sie hier hören, wäre nicht möglich gewesen, wenn sich die Länder, die an uns angrenzen, als gute Nachbarn erwiesen hätten. Davon waren sie leider weit entfernt: Im Norden befinden sich solche, die uns in den Rücken fallen, im Westen finden sich Nachbarn, die sich im Angesicht der Wahrheit schweigsam verhalten, dann haben wir einen schwachen Süden, daran gewöhnt, dem Gebot anderer nachzukommen; hinzu kommt der müde und erschöpfte Osten, der noch von den  Komplotten erschüttert ist, ihn zusammen mit Syrien zu zerstören. Das Elend und die Zerstörung, die Syrien verschlingen, ist auch der Entscheidung von Erdogans Regierung, die kriminellen Terroristen vor ihrem Eindringen in Syrien einzuladen und in der Türkei zu beherbergen, geschuldet. In Nichtbeachtung der Tatsache aber, dass sich Magie zuletzt klar gegen den Zauberer selbst richtet, beginnt diese inzwischen, die sauren Früchte dessen zu erleiden, was sie gesät hat. Denn der Terrorismus kennt keine Religion und ist nur sich selbst gegenüber loyal. Einige dieser Nachbarn legten innerhalb von Syrien Feuer, während andere die Terroristen rund um den Globus rekrutierten; diesbezüglich sind wir mit einer schockierenden Farce an Doppelstandard konfrontiert: Insgesamt sind es 83 Nationalitäten, die in Syrien kämpfen, was von niemandem angeprangert und verurteilt wird; niemand unterzieht die Lage einer Neubeurteilung; hingegen wird auf impertinente Weise damit fortgefahren, das Ganze als glorreiche Revolution zu bezeichnen. So brach auch die Hölle los, als einige junge Widerstandskämpfer die syrische Armee an einigen Orten unterstützten und dies urplötzlich zu einer ausländischen Intervention erklärt wurde.

Ich beteuere, dass Syrien als souveräner und unabhängiger Staat weiterhin alles Notwendige unternehmen wird, um sich zu verteidigen, unter Einsatz aller Mittel, die hierfür als erforderlich erachtet werden, ohne dem von anderer Seite erfolgten Aufschrei sowie den Verleumdungen, Erklärungen oder Einstellungen auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu schenken. Die Syrer sind dennoch standhaft geblieben, mit dem Resultat, dass unsere Nahrungsmittel, so auch die Milch für unsere Kinder, mit Sanktionen belegt wurden. Gleichzeitig sind Fabriken geplündert und angezündet worden, um die Nahrungsmittelherstellung sowie die pharmazeutische Industrie des Landes lahmzulegen. Es erfolgte die Zerstörung von Krankenhäusern und Gesundheitszentren; unserer Eisenbahnlinien und Stromleitungen wurden sabotiert. Als all dies nichts bewirkte, drohte die USA, Syrien anzugreifen. Hierzu fabrizierte sie zusammen mit ihren westlichen und arabischen Verbündeten die Story über den Einsatz von Chemiewaffen, was allerdings fehlschlug, da sie ihre eigene Öffentlichkeit nicht zu überzeugen vermochte, geschweige denn die unsrige. Und dann entstanden plötzlich die Freunde Syriens; von diesen verkörpern vier autokratische, repressive Monarchien, die nichts von Demokratie verstehen, während die anderen dieselben Kolonialmächte darstellen, die Syrien vor weniger als hundert Jahren besetzten, plünderten und aufteilten. Diese sogenannten Freunde beraumen jetzt Konferenzen an, um ihre Freundschaft mit dem syrischen Volk öffentlich kundzutun, während sie insgeheim die Wege erleichtern, die das Elend dieses Volkes vergrössern und ihren Lebensunterhalt zerstören. Während sie ihre Empörung über das humanitäre Elend der Syrer öffentlich vortragen, täuschen sie die Internationale Gemeinschaft über ihre Mittäterschaft. Wenn Sie sich wirklich über die humanitäre Situation Sorgen machten, würden Sie Ihren Würgegriff, der Syriens Wirtschaft erstickt, von unsere Land nehmen, die Sanktionen sowie das Embargo aufheben und zusammen mit der syrischen Regierung die Sicherheit stärken, indem Sie das Eindringen von Waffen und Terroristen bekämpften. Nur wenn das geschieht, versichere ich Ihnen, wird es dem Land wieder gutgehen wie zuvor.

Einige der hier Anwesenden fragen sich womöglich, ob es allein die ausländischen Kräfte sind, die die Vorgänge in Syrien bewerkstelligen. Nein. Diejenigen sich hier befindlichen Syrer, die  von fremden Kräften legitimiert wurden, haben eine Rolle gespielt, die zu dem Ganzen beigetragen hat, indem sie dazu dienten, hierzu notwendige Massnahmen zu erleichtern und umzusetzen. Sie taten dies auf Kosten syrischen Bluts und des Volkes, dessen Bestrebungen sie zu vertreten behaupten, während sie unter sich Hunderte von Malen zerstritten waren und während einige ihrer Führer die Flucht antraten. Sie verkauften sich an Israel, indem sie zur Zerstörung Syriens zu dessen Augen am Ort des Geschehens wurden und zu dessen Finger am Abzug. Und als auch dies fehlschlug, intervenierte Israel direkt, um die Kapazität der syrischen Armee zu reduzieren und so sicherzustellen, dass sich die Implementierung ihres Jahrzehnte alten Plans für Syrien fortgesetzt. Dennoch erheben sie noch immer Anspruch darauf, im Namen des syrischen Volkes zu sprechen.

Was habt ihr, die ihr behauptet, für das syrische Volk zu sprechen, geleistet? Wo ist eure Vision für dieses grosse Land? Wo sind eure Ideen und euer politisches Manifest? Was sind eure Agenten vor Ort anderes als bewaffnete kriminelle Banden? Ich bin sicher, dass ihr nichts aufzuweisen habt, was in den Gegenden, die eure Kriegsknechte besetzt haben, nur zu offensichtlich ist, auch wenn ihr sie als befreit bezeichnet. Habt ihr die dortige Bevölkerung befreit oder sie überfallen, um ihrer einfachen Lebensweise eure radikalen und repressiven Praktiken aufzuzwingen? Habt ihr ein Entwicklungsprogramm eingeleitet, um Schulen und Gesundheitszentren zu bauen? Nein, ihr habt sie zerstört und es zugelassen, dass die Poliomyelitis, die wir in Syrien ausgerottet hatten, zurückgekommen ist. Habt ihr Syriens Kunstschätze und Museen beschützt? Nein, ihr habt unsere nationalen Stätten für euren Profit ausgeraubt. Habt ihr bezeugt, dass ihr euch für die Justiz und die Menschenrechte einsetzt? Nein, ihr habt öffentliche Hinrichtungen und Enthauptungen erzwungen. Kurz gefasst: Ihr habt nichts getan, ausser die Schande auf euch zu nehmen, Amerika darum zu bitten, Syrien anzugreifen. Nicht einmal die Opposition, zu deren Führer und Hüter ihr euch selbst ernannt habt, erkennt euch oder eure Methoden an, mit denen ihr eure eigenen Geschäfte handhabt, geschweige denn die Staatsangelegenheiten.

Niemand, der für Syrien sprechen möchte, kann ein Verräter der Sache des syrischen Volkes oder  ein Agent seiner Feinde sein. Diejenigen, die für Syrien sprechen wollen, sollten dies innerhalb des Landes tun, in den zerstörten Häusern leben und ihre Kinder morgens zur Schule schicken, ohne zu wissen, ob diese sicher und unerreicht von Minenwerfern nach Hause zurückkehren; sie sollten  ebenso die Eiseskälte des Winters ertragen, die hier infolge des Mangels an Heizöl  herrscht, desgleichen stundenlang anstehen, um Brot zu kaufen, da die Sanktionen verhindern, dass wir Weizen importieren, den wir zuvor exportierten. Und jeder, der im Namen Syriens zu sprechen wünscht, sollte zuvor drei Jahre Terrorismus erlitten haben. Die arabische syrische Republik hat ihre Pflicht als Staat und Volk erfüllt. Sie hat Hunderte von internationalen Journalisten willkommen geheissen, ihren Zutritt erleichtert und ihre Bewegungsfreiheit und Sicherheit geschützt. Und diese haben ihrerseits die Realität des Horrors, dessen Zeuge sie wurden, ihren Lesern aufgezeigt und somit eine Wirklichkeit dargestellt, die viele westliche Medienorganisationen, die es nicht ertrugen, ihre Propaganda und Berichterstattung auf diese Weise aufgedeckt und widersprochen zu sehen, betroffen zurückliess. Wir haben es internationalen Hilfsorganisationen ermöglicht, ins Land zu kommen, aber die klandestinen Agenten bestimmter hier ansässiger Gruppen haben sie daran  gehindert, diejenigen zu erreichen, die die Hilfe dringend benötigten. Diese Helfer waren wiederholt den Attacken der Terroristen ausgesetzt, während wir ihnen Schutz boten und ihre Arbeit erleichterten. Wir erliessen zahlreiche Amnestien und liessen Tausende von Inhaftierten frei, von denen sogar einige Mitglieder bewaffneter Gruppen waren, dies zum Missfallen der Familien ihrer Opfer. 

Ich frage Sie, wo befinden sich die vagen moderaten Gruppen, hinter denen Sie sich verstecken? Sind es die gleichen alten Gruppierungen, die militärisch und öffentlich vom Westen unterstützt werden, und die jetzt ein noch hässlicheres Facelift erhielten, in der Hoffnung, uns davon überzeugen zu können, dass sie den Terror bekämpfen? Wir alle wissen, dass gleich wie massiv ihre Propaganda versucht, ihr Image im Namen der Mässigung aufzubessern, der Extremismus und der Terrorismus dieselben geblieben sind. Sie wissen  – wie wir alle –  dass unter dem Vorwand, erstere Gruppen zu unterstützen, al-Kaida und seine Verbündeten in Syrien, im Irak und in anderen Ländern unserer Region bewaffnet werden. Das ist die Realität. Wachen Sie auf und begreifen Sie die nicht zu leugnende Tatsache, dass der Westen einige arabische Länder unterstützt, um die Lieferung von tödlichen Waffen an al-Kaida zu bewerkstelligen. Der Westen erklärt öffentlich, den Terrorismus zu bekämpfen, während er diesen in Tat und Wahrheit auf verdeckte Weise nährt. Jeder, der diese Wahrheit nicht erkennen kann, ist entweder ignorant und blind, oder willentlich blind, damit das zu Ende gebracht wird, was der Westen in die Wege geleitet hat.

Ist es dieses Syrien, das Sie wünschen? Der Verlust Tausender für ihre Überzeugung Geopferter und der Verlust unserer nationalen Sicherheit, die sich durch apokalyptische Verwüstungen ersetzt sieht. Sind dies die Bestrebungen der Syrer, die Sie zu erfüllen wünschen? Keineswegs. Syrien wird nicht in diesem Zustand verharren, und deswegen sind wir hier. Wir sind hierher gekommen, um Syrien zu retten: um die Enthauptungen zu stoppen, die Kannibalisierung und das Abschlachten zu beenden. Wir sind hier, um den Zivilstaat und die der Aufgeschlossenheit verpflichtete Form unseres Staates zu schützen, und ebenso, um den Marsch der Tataren und Mongolen quer über unsere Region aufzuhalten. Wir sind hier, um den Zusammenbruch des gesamten mittleren Ostens zu verhindern, um die Zivilisation, die Kultur und die Diversität zu schützen und den Dialog der Kulturen im Geburtsland der Religionen zu bewahren. Wir sind  hier, um dem toleranten Islam, der verdreht wurde, Schutz zu bieten und um die Christen in der Levante zu beschirmen. Wir sind hier, um unseren sich im Ausland befindlichen Syrer zu sagen, dass sie nach Hause kommen sollen, denn woanders werden sie überall Fremde sein. Wir sind hier, um den Terrorismus zu beenden und zu erklären, dass nur ein Dialog zwischen Syrern die Lösung sein kann. Wir sind verfassungsmässig verpflichtet, unsere Bürger zu verteidigen, und wir werden damit fortfahren, den Terrorismus, der die Syrer, gleich welcher politischen Zugehörigkeit, attackiert, zu bekämpfen. Wir sind hier, um die Anstifter zur Verantwortung zu ziehen, denn solange bestimmte Nationen den Terrorismus weiterhin unterstützen, wird diese Konferenz keine Früchte tragen. Politischer Pluralismus und Terrorismus können in ein und demselben Land nicht nebeneinander existieren. Die Politik kann nur dann gedeihen, wenn sie den Terrorismus bekämpft, sie kann nicht in dessen Schatten entfalten.  

Wir richten diese Botschaft an alle, die hier versammelt sind und an alle, die die Vorgänge weltweit beobachten: Wir kämpfen in Syrien gegen einen Terrorismus, der ausschliesslich Zerstörung erzeugt hat und fortfährt, zu zerstören. Lasst uns daher alle zusammenstehen, um ihm gemeinsam entgegenzutreten, damit seine schwarze, Horror erzeugende und verdunkelnde Ideologie zum Erliegen kommt. Und danach sollten wir Syrer vereint bleiben, um Syrien wieder zu unserem Mittelpunkt zu machen und das soziale Netz sowie die materielle Struktur des Landes wieder aufzubauen. Wir sind hier als Vertreter des syrischen Volkes und des syrischen Staats. Dass es allen klar sei: Niemand hat das Recht, dem Präsidenten des Landes, der Regierung, der Verfassung, den Gesetzen oder irgendeiner Syrien betreffenden Angelegenheit die Legitimität zu verleihen oder abzusprechen, ausser die Syrer selbst. Dies ist ausschliesslich ihr eigenes konstitutionelles Recht resp. ihre Pflicht. Daher wird jegliche Einigung, die hier erzielt wird, einem Referendum unterstellt werden. Uns ist die Aufgabe gestellt, die Wünsche unseres Volkes vorzutragen, und nicht die, ihr Schicksal zu bestimmen; und nur die Syrer sind dazu berechtigt, ihre Regierung, ihr Parlament und ihre Verfassung zu wählen. Alles andere ist Gerede ohne Bedeutung.

Indessen zeichnet sich in diesem dunklen Bild noch eine andere Seite ab. Am Ende des Tunnels scheint ein Licht, das die Entschlossenheit und Standhaftigkeit des syrischen Volkes, die Tapferkeit der syrischen Armee, die sich im Schutz der Bürger zeigt, und die Unverwüstlichkeit sowie die Beharrlichkeit des syrischen Staats zeigt. Während all dem, was sich ereignet hat, gab es Staaten  – und gibt sie noch –  die uns echte Freundschaft erwiesen haben, ehrliche Staaten, die inmitten des Unrechts auf der Seite des Rechts stehen. Im Namen des syrischen Volkes möchte ich Russland und China dafür danken, dass sie die Souveränität und die Unabhängigkeit Syriens achten. Russland hat sich auf der internationalen Bühne als ein wahrer Verfechter der die Souveränität der Staaten respektierenden Gründungsprinzipien der UNO erwiesen, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Desgleichen haben China, die BRICS Staaten, der Iran, der Irak und andere arabische und muslimische Staaten  – zusätzlich zu afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten –  die Ziele des syrischen Volkes echt geschützt und nicht die Ambitionen, die andere Regierungen für Syrien hegen. Wie ich bereits dargelegt habe, ist der Dialog der Grundstein zu diesem Prozess. Dennoch beteuern wir  – dies trotz der Dankbarkeit, die wir unserem Gastland gegenüber hegen – dass ein echter Dialog zwischen den Syrern auf syrischem Boden und unter syrischem Himmel stattfinden sollte. Es ist genau ein Jahr her, dass die syrische Regierung ihre Sicht zu einer politischen Lösung vorgebracht hat. Bedenken Sie, wieviel unschuldiges Blut wir retten können hätten, wären einige Länder zur Vernunft zurückgekehrt anstatt zu Terror und Zerstörung. Ein ganzes Jahr hindurch haben wir einen Dialog verlangt; dessen ungeachtet hat der Terrorismus den syrischen Staat, unser Volk und seine Institutionen ohne Aussetzung angegriffen.

Heute ergibt sich für dieses Zusammentreffen arabischer und westlicher Mächte eine einfache Wahl: Wir können den Terrorismus und den Extremismus entweder zusammen bekämpfen und eine neue politische Entwicklung einleiten, oder Sie können damit fortfahren, den Terrorismus in Syrien zu unterstützen. Lassen Sie uns die schwarzen Hände und die falschen Gesichter, die öffentlich lächeln, aber im Geheimen die terroristische Ideologie alimentieren, zurückweisen und in die Isolation verbannen. Heute attackiert der Terror Syrien, aber letztlich wird er sich ausbreiten, um alle zu infizieren. Dies ist der Moment der Wahrheit und des Schicksals; stehen wir auf, um uns der Herausforderung zu stellen. 

Quelle:
http://www.globalresearch.ca/geneva-ii-syrian-foreign-minister-the-west-publicly-claims-to-be-fighting-terrorism-whilst-it-is-covertly-nourishing-it/5365833  22. 1. 14
Geneva II – Syrian Foreign Minister: »The West Publicly Claims to Be Fighting Terrorism, Whilst It Is Covertly Nourishing It«

——————–

Quelle: politonline

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: