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Die Methode Jörges – Pöbeln und Posen für ein paar Likes

Posted by krisenfrei - 26/01/2014

von Felix Friedrich (freiheitsliebe)

“Haben Sie eigentlich Minderwertigkeitskomplexe im Bundestag?”; Quelle: Screenshot

Am vergangenen Donnerstag fand die Talk-Show von Markus Lanz im ZDF statt, die Deutschlands Fernsehzuschauer  in zwei Teile spaltet. Zum einen in diejenigen, die die Moderationsleistung des Moderators als nicht akzeptierbar bezeichnen. Zu denen gehören mittlerweile mehr als 180000 Fernsehzuschauer, die bei Open Petition ihre Stimme dafür gegeben haben, dass Lanz vom ZDF entlassen werden soll. Zum anderen diejenigen, die Lanz verteidigen. Stern-Kollumnist Hans-Ulrich Jörges – pöbelnder Gast in der Sendung – tut dies in seinem Video-Blog auf reißerische Weise. Er bezeichnet die aus journalistischer Perspektive berechtigte Kritik an Lanz’ Moderations- und Fragestil als “Shitstorm von Links” und unterstellt allen Kritikern verallgemeinernd den Versuch der “Tabuisierung einer kritischen Auseinandersetzung mit Sarah Wagenknecht.” Diese Kritik selbst ist allerdings oberflächlich, abwegig und populistisch.

“Bei Lanz haben Ungläubige gewagt, diese linke Ikone zu berühren.”

Hans-Ulrich Jörges versucht in seinem Video-Blog das Unmögliche. Er nimmt den Moderator Lanz in Schutz, indem er seine Kritiker unter Generalverdacht stellt, zu einem linken Shitstorm zu gehören. Jörges unterstellt allen Kritikern eine Inszenierung und spricht ihnen dadurch jegliche inhaltliche Zulässigkeit ihrer Kritik ab. Zu Beginn seiner Video-Botschaft konstatiert Jörges: “Ich glaube, es geht um die Tabuisierung einer kritischen Auseinandersetzung mit Sarah Wagenknecht.” Dann setzt er die Empörung vieler Talk-Show Zuschauer mit einer fanatischen Ikonenanbetung gleich: “Bei Lanz haben Ungläubige gewagt, diese linke Ikone zu berühren.” Solche eine Ikonenbeleidigung könne und dürfe nicht mehr passieren, legt Jörges den Wagenknecht-”Gläubigen” in den Mund. Er glaubt, deshalb inszeniere man ein abschreckendes Beispiel für andere Talkshowmoderatoren. Damit untergräbt er die Urteilsfähigkeit von mittlerweile mehr als 180000 Menschen!

Nach Jörges Auffassung habe Lanz Sahra Wagenknecht spitz und drängend befragt. Er sieht bei Lanz keine Fehler, sondern lediglich eine kritische Auseinandersetzung mit ihr und ihren “Halb- und Unwahrheiten.” Sahra Wagenknecht stünde neben vier, fünf anderen Politikern an der Spitze der Talk-Showgäste im letzten Jahr. Sie sei im Fernsehen die wirksamste propagandistische Waffe der Linken, stellt Jörges fest. Ist es also gerechtfertigt, Wagenknecht in die Ecke zu stellen, sie ständig zu unterbrechen, ihr Thesen in den Mund zu legen, die sie so nicht vertritt und Momente vorher noch von sich gewiesen hat? Natürlich nicht. Wenn Jörges davon redet, es werde versucht eine kritische Auseinandersetzung zu tabuisieren, dann ist das offensichtlicher Humbug, denn was Lanz gemacht hat, ging meilenweit an einem fairen und journalistisch einwandfreien Interview vorbei.

Die Methode Wagenknecht

Hans-Ulrich Jörges geht noch einen Schritt weiter. So unterstellt er nicht nur allen Kritikern, linke Fanatiker zu sein, die wie im religiösen Eifer keine Gegenmeinung akzeptieren. Sondern begründet Lanz’ harschen Inquisitionsstil indirekt damit die Methode Wagenknecht zu entlarven. Jörges habe sie lange beobachtet. “Da sitzt diese eigentümlich altbürgerlich aufgerüschte Dame”, die jede Diskussion darauf warte auf das ihr genehme Feld überzulenken. Als Beispiel nennt er “Kinderarmut”. Jörges unterstellt Wagenknecht, dass sie das Thema nicht aus der Überzeugung anspricht, dass es tatsächlich aus ihrer Perspektive ein wichtigeres Thema ist, als diese Themen, über die andere Parteien gerne reden, sondern unterstellt ihr, dass sie es nur tue um populistisch auf Wählerfang zu gehen und Applaus zu ernten. Sie instrumentalisiere das Thema, um Applaus zu ernten und dann direkt dabei und danach ihre Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten, verkündet Jörges.

Die Unterstellung, sie nutze jede Gelegenheit, um die Diskussion auf das ihr genehme Feld überzulenken, ist hirnrissig. Wer sich den Lanz-Talk aufmerksam anschaut, stellt fest, dass sie auf alle ihr gestellten Fragen eingeht. Sogar, wenn sie zig mal unterbrochen wird. Das Euro-Thema wurde von Jörges vorgeschlagen. Die militaristische EU ebenfalls. Die Frage nach ihrem Gehalt (what the ****?) kam von Lanz. Und. Und. Und.

“Da sitzt diese eigentümlich altbürgerlich aufgerüschte Dame”

Zu den Halbwahrheiten, die sie bewusst in die Runde streue: Bei Lanz habe sie behauptet, die SPD wolle den Mindestlohn erst 2017 einführen. Das stimmt. Ein Punkt, den sie machen wollte. Aber als Jörges ihr widerspricht, wird klar, was sie mit ihrer Behauptung meinte. Selbst unter Gewerkschaften ist der von der Regierung beschlossene Weg umstritten.

Außerdem habe sie dazwischen geredet, als er ihr vorgeworfen habe, dass sie sich in einem SPIEGEL-Interview mit Bernd Lucke, Vorsitzender der AfD, verschwistert hätte. Das sei ihr unangenehm gewesen, das zu hören, hält ihr Jörges vor. Doch das ist kaum verwunderlich, ist doch die Kritik von Jörges oberflächlich und populistisch. Wagenknecht erklärt in der Talk-Show selbst, dass sie Bernd Lucke in nur einem einzigen Punkt zugestimmt hätte. Nämlich in Bezug auf die Kritik der EURO-Rettungspolitik von Schwarz-Gelb. Dass Jörges das als “verschwistern” bezeichnet, offenbart Abgründe und lässt ernsthaft an seinem Intellekt zweifeln. Wer erzählt hier also Halbwahrheiten, Herr Jörges?

Außerdem kritisiert er im Video erneut ihre Wortwahl einer “militaristischen” Europäischen Union. Augenscheinlich hat Jörges’ angeschworener Hals auch seine Ohren zugeschwollen. Sonst hätte er mitbekommen, dass Wagenknecht selbst in der Sendung mehrmals betont, dass sie den Begriff so nicht gewählt hätte. Sie selbst spricht auch in der Sendung nicht von einer militaristischen EU. Sie versucht auszuführen, was genau sie bzw. die Linke damit meint, kommt aber nicht weit, da sie wieder von Lanz und Jörges unterbrochen wird. Selbst wenn Jörges und Lanz gute Argumente hätten, die EU als nicht militaristisch zu bezeichnen, ist das kein Argument gegen Wagenknecht in dieser Sendung, denn Wagenknecht selbst grenzt sich von der Begriffswahl ab. Eine kritische Auseinandersetzung würde akzeptieren, dass sie den Begriff nicht gut gewählt findet und weiter inhaltlich abklopfen, was sie an der EU genau zu kritisieren habe. Stattdessen wird auf plumpe Art und Weise versucht, sie immer wieder auf diesem Punkt festzunageln.

Die Methode Jörges – populistische Hetzjagd

Von Hans-Ulrich Jörges sollte man als Mitglied der Stern-Chefredaktion eigentlich mehr erwarten (oder nicht?) als billiges Gepöbel und plumpe Panikmache für ein paar Likes auf seinem Videoblog, der – schaut man frühere Folgen an – so unerfolgreich ist wie “Modern Talking” kurz vor Bohlens Abgang zu DSDS. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Für diese Warnung ist es aber bereits zu spät. Spätestens seit seiner Video-Stellungnahme liegt Jörges in seinem selbst verursachten Scherbenhaufen. Vielleicht realisiert er bald, dass seine richtige Forderung nach einer kritischen Auseinandersetzung mit Sarah Wagenknecht durch Markus Lanz’ und seine eigene (weitestgehend) unsachliche, kurzsichtige und unverschämte Argumentationsweise ad absurdum geführt worden ist.

Wir leben in einer offenen, freien und tolleranten Gesellschaft. Dort erträgt man andere Meinungen – auch wenn sie nicht der eigenen Überzeugung entsprechen, behandelt sich gegenseitig mit Respekt und Anstand, beleidigt sich nicht vor (und natürlich auch hinter) laufenden Kameras (“Sie reden Stuss!”) und unterstellt anderen nichts, was sie soeben verneinten. Eine kritische Auseinandersetzung ist natürlich notwendig. Darin hat Jörges recht, aber das, was Lanz geboten hat, war wirklich meilenweit davon entfernt. Die Kritik daran hat nichts mit Tabuisierung zu tun. Und schon gar nicht mit linkem Fanatismus. Sondern lediglich mit dem Eintreten für die Wahrung von Respekt und Anstand im Deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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Das Video von Hans-Ulrich Jörges im Original findet ihr hier:

http://www.stern.de/politik/deutschland/joerges-der-video-zwischenruf-die-methode-wagenknecht-2085007.html

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Eigentlich schaue ich mir derartige Verblödungs-Shows nicht an. Es werden doch immer nur die gleichen Leute eingeladen. Bei solchen Shows muss man sich doch immer wieder fragen, warum nicht Leute eingeladen werden, die dieses korrupte Polit-System fortwährend kritisieren. Da aber soviel über den Lanz-Abend mit Sarah Wagenknecht zu lesen war, habe ich mich durchgerungen, mir die 30 Minuten anzuschauen und auch die Rechtfertigung von Hans-Ulrich Jörges angesehen.

Nur soviel zu Ihnen, Herr Jörges. Sie sind ein propagandistisches Arschloch!

Herr Markus Lanz ist ein aufgeblasener Affe, der nicht einen Cent der GEZ-Zwangsabgabe wert ist. Wetten das … dieser aufgeblasene Affe, wenn er sein Scheck vom ZDF bekommt, sich schlapp lacht über die abGEZockten Gebührenzahler! 

 

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4 Antworten to “Die Methode Jörges – Pöbeln und Posen für ein paar Likes”

  1. lady146 said

    PETITION: Friedensvertrag für Deutschland

    An die Vereinten Nationen, Rußland, die USA, Großbritannien und Frankreich: Den ausstehenden Friedensvertrag zwischen den Alliierten und Deutschland.

    Hier geht es zur Petition
    http://brd-schwindel.org/petition-friedensvertrag-fuer-deutschland/
    (bitte auf Twitter usw. verbreiten) -danke-

  2. Sven Boernsen said

    Habe mir das Gespräch Lanz und Jörges versus Wagenknecht gerade in voller Länge angesehen. Die Positionen von Frau Wagenknecht kann ich nur bedingt teilen. Z.B., dass aus Osteuropa so viele Fachkräfte zu uns kommen, deckt sich nicht mit meiner Wahrnehmung.

    Fakt ist, Lanz und Jörges zeigen hier Kante: Gemeinsam und (so meine Wahrnehmung) auch abgesprochen versuchen sie die Person Wagenknecht zu demontieren. Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Man bekommt den Eindruck einer journalistischen Auftragsarbeit.

    Fazit: Ich mag sie alle 3 nicht.

  3. Jürgen Forbriger said

    Den Stern kaufe ich schon lange nicht mehr. Ich habe jetzt die Bestätigung dafür erhalten. Vielleicht wird der besser, wenn Sie den Jörges davon jagen. Aber da kommt ein anderer Schlimmverbesserer. Das System muß geändert werden -da meine ich Pressefreiheit wirklich.

  4. otto said

    Jörges findet alles korrekt. Wie hätte Jörges reagiert wenn Lanz ihn nach seinem Gehalt gefragt hätte.
    Wagenknecht war zumindest korrekt , ehrlich und nicht angebrannt auf diese Frage. Bei Jörges hätte es bestimmt anders ausgesehen. Jörges war schon mal besser. Seit 2-3 Jahren ist dieser Typ aber völlig von der Spur. Der glaubt noch immer das man einen toten Gaul wieder beleben kann.

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