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Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Archive for 21. Januar 2014

Neusprech

Posted by krisenfrei - 21/01/2014

von Michael Winkler (466. Pranger)

Das Wort Neusprech stammt aus Orwells „1984“ und bezeichnet die Absicht des totalitären Staates, die Sprache so zu verändern, daß systemfeindliche Gedanken („Gedankenverbrechen“) gar nicht mehr formuliert werden können. Scheinbar wird vereinfacht, statt „gut, besser, am besten“ steht nun „gut, plusgut, doppelplusgut“. Letztlich reduziert der totalitäre Staat dadurch die Sprachvielfalt. In letzter Konsequenz, denn gerade über die Sprache entsteht Phantasie und werden Ideen geboren, führt das zur Verdummung und geistigen Versklavung des betroffenen Volkes.

Das Wort Toleranz war früher ein durch und durch positiv besetzter Begriff. Es steht für Duldung, Hinnehmen, Ertragen, dafür, daß die Mehrheit bereit ist, Minderheiten ihre Eigenheiten zu gestatten. Inzwischen ist Toleranz zur Forderung der Minderheiten geworden, daß die Mehrheit sich ihnen anzupassen hätte. Außerdem wird im Namen der Toleranz zur Verfolgung unerwünschter Minderheiten aufgerufen. Ob Merkel mit ihrer „Null Toleranz gegen Rechts“ oder die EU, die bereits diskutiert, „Intoleranz“ unter Strafe zu stellen – das Wort wurde zum seines Sinnes beraubten Kampfbegriff.

Auch das Wort „rechts“ ist inzwischen mutiert. Es gab einmal den rechten Weg, jemand war ein rechter Mann, alles im Sinne von aufrecht, richtig, gerecht. Mittlerweile gilt rechts als derart böse, daß man sich kaum noch traut, jemandem zu sagen, daß er an der Ampel rechts abbiegen soll. Rechte einzufordern, gilt ganz sicher inzwischen als rechts und damit unrecht. Und der Rechtsstaat ist im Kampf gegen Rechts natürlich längst auf der Strecke geblieben.

Die Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, sagt man uns. Diese Herrschaft übt das Volk mittels Wahlen aus, bei denen es seine Vertreter wählt. SEINE Vertreter? Was dürfen Sie denn wirklich ankreuzen? Parteien und die Vertreter dieser Parteien, die nur behaupten, Vertreter des Volkes zu sein. Auf die Parteiliste kommt, wer die Partei, nicht das Volk am besten vertritt. Und Sie dürfen nach Wahlprogrammen abstimmen, welche die jeweilige Partei nicht im geringsten binden und die mit der Schließung der Wahllokale Altpapier sind, gerade noch ein paar Cent fürs Recycling wert.

Abstimmen dürfen Sie heute allerorten, Sie dürfen bewerten, gerne auch in mehrere Bereiche aufgeschlüsselt. Aber was bringt das? Rufen Sie an, zahlen Sie 50 Cent aus dem deutschen Festnetz, und am Ende haben Sie allenfalls Ja oder Nein gesagt, jedoch keine eigene Idee dazu beigetragen. Wählen Sie einen Sänger oder ein Waschmittel, wählen Sie, wählen Sie! Aber bitte nur unwichtige Dinge, dort, wo es ankommt, werden Sie nicht gefragt. Die D-Mark wurde abgeschafft, der Vertrag von Lissabon unterschrieben, der ESM eingeführt, ohne das Volk zu befragen, von dem doch angeblich alle Staatsgewalt ausgeht.

Gerade die Parteien, die dem Volk jegliche Entscheidungen vorenthalten, nennen sich immer demokratisch. Parteien, die sich so sehr gleichen, daß jede mit jeder koalieren kann und keiner den Unterschied merkt, da jede Regierung das Land nur immer weiter in den Niedergang führt.

Meinungsfreiheit bedeutet heute, daß es jedem freisteht, die veröffentlichte Meinung nachzubeten. Meinungsvielfalt bedeutet, daß in allen Zeitungen dasselbe steht, alle Sender die Nachrichten aus demselben Blickwinkel betrachten. Washington, das uns abhört, uns als besetzte Kolonie behandelt, uns finanziell ausbeutet, unser Bundesbankgold eingesackt hat, ist gut, Moskau, das für uns ein verläßlicher Geschäftspartner war und ist, ist böse. Die Rebellen in Syrien, international unterstützte Terroristen, die tagtäglich Kriegsverbrechen verüben und Christen abschlachten, sind gut, die Regierung Assad, die um ihr Überleben kämpft, ist böse. Alle qualitätsfreien Massenmedien verbreiten die Regierungspropaganda.

Die Bundeswehr war gegründet worden, um dieses Land zu verteidigen. Sie wurde in die NATO integriert, die gemeinsam die freien Staaten der Welt verteidigen sollte. Die NATO ist längst ein Angriffsbündnis geworden, und die Bundeswehr fungiert im Rahmen dieses Bündnisses als Besatzungsarmee. Unsere Soldaten ziehen in unerklärte Kriege, um sicherzustellen, daß die CIA Nachschub für ihre weltweiten Drogengeschäfte bekommt. Dafür verteidigen wir unsere Freiheit am Hindukusch.

Im freiesten Staat auf deutschem Boden gibt es mehr politische Häftlinge als zu DDR-Zeiten. Sind das Terroristen, die Bomben legen und Blutbäder anrichten? Nein, Terror geht eher von Linken und Islamisten aus. Die politischen Häftlinge haben weder zur Revolution noch zum Generalstreik aufgerufen, sondern nur gewagt, eine andere Meinung zur Geschichte zu haben. Sie haben es gewagt, die deutsche Erbsünde abzulehnen, die uns unentwegt seit siebzig Jahren eingeprügelt wird. Sie haben es gewagt, die Reeducation anzuzweifeln, die Gehirnwäsche im Namen der Freiheit.

Oh ja, wir dürfen von allen Früchten dieses Paradieses der Freiheit essen, nur nicht vom Baum der Erkenntnis. Wir dürfen jeden Götzen anbeten, solange wir uns nur vor dem Geßler-Hut des Holocausts verneigen. Wir dürfen verkünden, daß die Erde eine Scheibe ist, wir dürfen Versicherungen und Vermögensanlagen verkaufen, die wahre Geldvernichtungsmaschinen sind, wir dürfen jedem Massenmörder der Geschichte einen Altar errichten und ihn zum Gott erheben, solange dabei nichts zur Sprache kommt, was in Deutschland zwischen 1933 und 1945 geschehen ist, denn da gibt es eine festgelegte Meinung, die keinen Gott neben sich duldet. Ich bin der Herr, dein Holocaust. Du sollst keine anderen Ansichten über mich haben.

Eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt wird zum Einwanderungsland deklariert. Das Land, das einmal das beste Bildungssystem der Welt hatte, schafft es nicht mehr, genügend Fachkräfte heranzubilden. Kein Propaganda-Medium erwähnt den millionenfachen Abtreibungs-Holocaust… Oh, Verzeihung, das widerspricht dem ersten Gebot, natürlich ist das kein Holocaust, sondern die freie Entscheidung der Frauen, nach der Parole: Mein Bauch gehört mir! Kinder, die als Zellklumpen im Abfall landen, werden nie heranwachsen, um Facharbeiter zu werden und in die Rentenversicherung einzuzahlen.

Vor hundert Jahren, im deutschen Kaiserreich, lag die Analphabetenquote nahe Null, heute liegt sie bei etwa zehn Prozent. Dazwischen liegen ungezählte Artikel und Erkenntnisse der Pädagogik, Reformen und Durchbrüche im Schulsystem, eine grandiose Gerechtigkeit in der Bildung, die höhere Schulen für alle geöffnet hat. Ob Mengenlehre oder Rechtschreibreform, es wurde alles getan, um die bildungsfernen Schichten zu vergrößern. Wer heute einen Schulabschluß erlangt, der hat gezeigt, daß er diskutieren gelernt hat, doch ob er rechnen, schreiben, lesen kann, ist damit nicht dokumentiert. Oh ja, die Schulabgänger können mit dem Computer umgehen, sie wissen, wie man Ballerspiele startet, doch nicht, wie man dieses Gerät nutzt, um die eigene Kreativität zu entfalten.

Banken waren einmal stockseriöse Institute, die viel Geld haben, unsere Ersparnisse sicher verwahren und vermehren. Heute sind es windige Buden, die unsere Ersparnisse verzocken, sehr viel Geld kosten und ständig vor dem Bankrott gerettet werden müssen. Wer in die Hände einer Bank fällt, wird sein Vermögen los. Dank des Euros wissen wir, daß eine Währung ein Hütchenspiel ohne Gewähr ist, geeignet, um Staaten und Volkswirtschaften in den Zusammenbruch zu treiben. Was uns Sicherheit vermitteln sollte, wird zum Werkzeug der Enteignung.

Aktien, Zinsen, Währungen, Grund und Boden, Gold und Silber – nichts ist den Spekulanten heilig, alles ist relativ, unterliegt dem Wert des flüchtigen Augenblicks. Menschen und Schicksale zählen nichts, der Profit steht über allem. Das Kartenhaus strebt in die Höhe, wird zum Luftschloß, doch zu einem Palast voller Sklavengrüften, errichtet auf dem Elend ganzer Völker. Ein Viertel der Europäer unter 25 Jahren ist arbeitslos, doch die Aktienkurse streben von Allzeithoch zu Allzeithoch.

Die Realität wird ausgeblendet, sie ist das, was der Fernseher zeigt. Überschwemmungen in England, Waldbrände in Kalifornien, Hitzewellen in Australien, Harry Potter gegen Lord Voldemort, Raumschiff Enterprise zwischen den Sternen, Gemetzel 10.000 B.C., Duelle mit Laserschwertern – was ist real, was Inszenierung? Krawalle in Kiew, aber wo bleiben die Krawalle in Rom und Madrid, gegen die Regierungen der EUdSSR? Warum werden die in den Nachrichten verschwiegen?

Unsere Schulen erziehen uns, keine anderen Gedanken zu haben, die Propaganda-Medien halten alles von uns fern, was uns auf falsche Gedanken bringen könnte, und der Neusprech mit seinen untergeschobenen Bedeutungen sorgt dafür, daß wir unfähig werden, diese anderen Gedanken auszudrücken.

Wie können wir es wagen, in einem Rechtsstaat Gerechtigkeit zu fordern, wo doch die Gerechtigkeit die Grundlage des Rechtsstaates ist? Wie können wir es wagen, gegen die Demokratie zu sein, wo doch gerade die Demokratie ein Höchstmaß an Ausgleich und Bürgerbeteiligung mit sich bringt? Wie können wir es wagen, „rechte“ Gedanken zu hegen, wo doch der Fernseher Tag für Tag zeigt, welche Übel diese rechten Gedanken über die Welt gebracht haben? Wie können wir es wagen, am Euro zu zweifeln, wo doch der Euro und Europa allein dafür garantieren, daß keine Kriege mehr ausbrechen? Wie können wir es wagen, gegen Einwanderung zu sein, in einem schrumpfenden Volk, das seine Arbeitsplätze nicht mehr besetzen kann?

Die Kirche war einmal eine Macht gewesen in Europa, die Institution, die Moral und Gerechtigkeit für sich gepachtet hatte. Diese Kirche ist längst vor dem Judentum auf die Knie gefallen und bemüht sich, dem Islam bei jeder Gelegenheit die Füße zu küssen. Die Kirche bekommt ihre eigenen Probleme nicht in den Griff, ihre schwulen und pädophilen Priester. Zur geistigen, moralischen, spirituellen Führung ist sie nicht mehr fähig, nur noch dazu, inhaltsleere Rituale aufzuführen und das nachzupredigen, was ohnehin in den Propaganda-Medien steht.

Wir leben in einem Europa ohne Leitbild, ohne geistige Führung, ohne Vision. Die Politik dreht sich einzig und allein darum, die Untertanen unten zu halten und sich selbst in die Dienstwägen und Kanzlerairbusse zu setzen. Es geht nur noch um den Erhalt der eigenen Macht. Die Parteibonzen in „1984“ haben ein erbärmliches Leben, doch gegenüber den von ihnen Beherrschten sind sie privilegiert. Und sie haben die Macht über Leben und Tod.

Der erste Weltkrieg wird als die Urkatastrophe Europas angesehen, der Versailler Vertrag als der direkte Wegweiser in den nächsten, in den zweiten Weltkrieg. Die brutalen Reparationen, die das Deutsche Reich laut dem Versailler Vertrag in 42 Jahren leisten sollte, in der klaren Absicht der Sieger, Deutschland für alle Zeiten auszubluten, bezahlen wir heute in weniger als 15 Jahren. Es heißt nicht Tribute, sondern Exportüberschüsse, doch da diese nur mit uneinbringbaren Schuldscheinen bezahlt werden, sind es Tribute. Waren im Wert von 200 Milliarden Euro, die niemals wirklich bezahlt werden, sind letztlich Tribute in dreifacher Höhe, als sie damals in Versailles festgelegt worden sind. Der Neusprech hat andere Worte dafür gefunden, Worte, die viel schöner klingen und es verunmöglichen, die Wahrheit auszudrücken…

Rothschild, der die Währung eines Landes kontrollieren wollte, und dem dann die Gesetze dieses Landes gleichgültig wären, ist allgemein bekannt. Konfuzius weniger, der vor etwa 2.500 Jahren gesagt hat, daß er, um ein Land zu beherrschen, als erstes eine Sprachregelung einführen würde. Wenn das Volk die Worte mit jenem Sinn benutzen muß, den die Herrschenden festlegen, haben sie den Willen der Herrschenden verinnerlicht und sich unterworfen. Genau das wird derzeit mit dem Neusprech versucht, und genau diesen Gedanken hat Georges Orwell übernommen.

Es gibt nur ein kleines Problem: Deutsch ist die reichhaltigste und ausdrucksstärkste Sprache der Menschheit. Nicht umsonst wurde aus Deutschland das Land der Dichter und Denker. Die deutsche Sprache hat vielfältige Vergewaltigungen hinter sich. Es war einst schick, lateinische Begriffe zu übernehmen. Später haben wir Französisches adoptiert, heute drängt das Englische zu uns. Die deutsche Sprache hat diese Eindringlinge nicht nur überlebt, sie hat sie aufgenommen, wurde noch reicher und noch mächtiger. Alle Versuche der Eroberer und Besatzer, gegen diese Sprache vorzugehen, hat die Geschichte überrollt.

Es wird diesmal nicht anders sein. Wer heute glaubt, sich mittels Denglisch als gebildet darzustellen, wird in hundert Jahren als das beschrieben, was er tatsächlich ist: ein Angeber, dessen Intellekt nicht ausreicht, mit einem so edlen Werkzeug wie der deutschen Sprache umzugehen. Und wer den Neusprech benutzt, macht sich in den Augen der Nachwelt zum Idioten, der Dinge gesagt hat, ohne sie zu verstehen. Die paar Jahre, in denen Neusprech gilt, sind ein Nichts angesichts der Jahrhunderte und Jahrtausende, in denen sich unsere Sprache entwickelt hat.

Dekadenz und Verfall waren immer nur Episoden. Andere Völker mögen dadurch zu Grunde gegangen sein, doch Deutschland ist immer wieder auferstanden. Das sollten alle bedenken, die kurzfristigen Moden folgen, anstatt sich an zeitlosen Werten zu orientieren.

©Michael Winkler

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Glasnost im Kapitalismus?

Posted by krisenfrei - 21/01/2014

Hans See (sopos)

Bankenverbrechen haben eine lange Geschichte, die erst noch geschrieben werden muß. Jedes Mal werden ein paar »Bauern« geopfert, und die regierenden Kapitalparteien versprechen Reformen, um Ruhe und neues Vertrauen herzustellen. Bis zum nächsten »Rückfall«. Sicherheitsverwahrung für Bankbanditen ist nicht vorgesehen.

Auch die Deutsche Bank hat eine lange Kriminalgeschichte. Die Bank wurde 1871, mit dem Zweiten Reich, gegründet und erhielt damals ihren irreführenden Namen. Bis heute wird sie gelegentlich mit der Bundesbank verwechselt. Ihre Entwicklung ist beeindruckend, vor allem, wenn man die Verstrickungen in kriminelle Wirtschaftspraktiken und Regierungsverbrechen ausblendet. Über die Verbrechen, die ihr für die Zeit von 1933 bis 1945 angelastet werden, liegen erschütternde Untersuchungsergebnisse der OMGUS (Militärregierungsbehörde der Vereinigten Staaten in Deutschland) vor. Dort ist die Beteiligung der Bank und ihrer leitenden Mitarbeiter an den Nazi-Verbrechen nachgewiesen. OMGUS empfahl damals den Anklägern des Internationalen Militärtribunals in Nürnberg, »daß erstens die Deutsche Bank liquidiert wird, zweitens die verantwortlichen Mitarbeiter der Deutschen Bank angeklagt und als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden, drittens die leitenden Mitarbeiter der Deutschen Bank von der Übernahme wichtiger oder verantwortlicher Positionen im wirtschaftlichen und politischen Leben Deutschlands ausgeschlossen werden«.

Danach hätte die Geschichte der Deutsche Bank spätestens 1948 enden müssen, und der verhaftete Nazi-Banker Hermann Joseph Abs wäre nicht so bald freigelassen, sondern wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Die Deutsche Bank war Teil des Auschwitz-Kapitalismus. Doch zur Schließung des Geldinstituts kam es nicht. Auch nicht zur Verstaatlichung. Der Kalte Krieg änderte die Bewertung der Ermittlungsergebnisse. Die Abs-Biographie wurde umgeschrieben, bis der »Bankster« als Gegner der Nazis dargestellt werden konnte. Der DDR-Historiker Eberhard Czichon, der schon 1970 mit seinem Buch »Der Bankier und die Macht« einen ersten (allerdings zunächst nicht überzeugenden) Versuch gemacht hatte, die Geschichte der Deutschen Bank aufzuarbeiten, schaffte dies 1995 mit einer Erweiterung seines Werks. Der Titel wurde entpersonalisiert und lautet seitdem: »Die Bank und die Macht« (Verlag PapyRossa). Wer tiefer in das Thema einsteigen will, ist mit diesem Buch gut beraten. Wer DDR-Historikern nicht glauben mag, sei auf Hermannus Pfeiffers Bücher »Das Imperium der Deutschen Bank«, »Die Macht am Main« und »Die Macht der Banken« verwiesen.

Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise ist es in den USA endlich zu einigen Gerichtsverfahren gegen die Deutsche Bank gekommen. Auch die Europäische Union verhängte kürzlich enorme »Geldbußen« für Bankenverbrechen, so daß es endlich auch einige tonangebende deutsche Medien wagen, die illegalen Ausbeutungspraktiken dieser Bank und anderer Geldhäuser etwas kritischer als bisher zu beleuchten. Nun kann sich, wer will, Auflistungen des Strafregisters der Deutschen Bank im Internet zusammengoogeln. Selbst das wirtschaftsfreundliche Handelsblatt verfolgt seit längerem besorgt, wie Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank, billionenschwere US-Pensionsfonds plündern, Zins- und Währungsmanipulationen vornehmen und einen als Emissionshandel deklarierten Raubzug zur Erbeutung von Steuergeldern führten. Damit nicht genug.

Die Kapitalstrategen beschränken sich nicht mehr darauf, Privatpersonen, Gemeinden, Länder, Staaten in ihre Schuldenfalle zu locken und rigoros zu belügen und zu betrügen, auch nicht, Politiker und Beamte zu bestechen, ganze Regierungen zu kaufen, umweltzerstörende Großprojekte zu finanzieren, um Reiche noch reicher zu machen, auch wenn dabei Arme immer ärmer werden. Sie greifen auch nach der politischen Macht.

Unvorstellbar, daß ein derart infam und perfekt abgestimmtes kriminelles Verhalten angeblich konkurrierender Banken durch Realisierung der LIBOR-Leitzins-Raubzüge und Währungsmanipulationen großen Stils nicht von der NSA-Überwachung und den deutschen Nachrichtendiensten bemerkt worden wären. Oder haben sie sie aufgedeckt? Darüber herrscht Schweigen. Der Verdacht ist nicht abwegig, daß zumindest die »systemrelevanten« Banken mit den Nachrichtendiensten kooperieren. In diesem Zusammenhang wäre es sicher – um einen Mainstream-Ausdruck zu bemühen – »zielfördernd«, noch einmal öffentlich und gründlich über jenen Mann, seine Ideen und sein Ende nachzudenken, der der Nachwelt das Zitat hinterließ, das Eberhard Czichon als Motto seinem Buch »Die Bank und die Macht« voranstellte: »Wir brauchen Berichterstattung und Kommentierung der Wirklichkeit, nicht der Unwirklichkeit. Wir müssen sagen, was ist. Bemühen wir uns also um Offenheit. Wir brauchen Glasnost für den Kapitalismus – auch und gerade für den Kapitalismus.«

Der Mann, der diesen Satz sagte, war Alfred Herrhausen. Moskaus Öffnung hin zur kapitalistischen Diktatur (Glasnost und Perestroika) wurde von der neuen Führung der Deutschen Bank als Chance gesehen, endlich den Sprung auf die Ebene der Top-Ten, der Global Player, zu schaffen. Czichon schreibt: »Für sein Global-Player-Ziel entwickelte Alfred Herrhausen eine neue Corporate-Culture-Strategie, mit der er einen Aufbruch in neue Gelddimensionen suchte. Herrhausen kaufte nun nicht mehr in Aktien, er kaufte ganze Unternehmen, er stieß dabei in die Höhen neuer Superlative vor.« (Czichon, S. 416)

Czichon erwähnt den kometenhaften Aufstieg der Deutschen Bank unter Herrhausen, der mit dem Ankauf der Londoner Investmentbank Morgan Grenfell weder in der Londoner Lombardstreet noch an der Wallstreet in New York »als Hilfe für ein notleidendes Geldhaus verstanden wurde«, und fügt unmittelbar hinzu, daß Herrhausens weitere Absichten, in der Community der Weltbanken »mitzugestalten«, an »der Explosion einer Hohlladungsmine« in Bad Homburg scheiterte. Er sagt nicht, man habe diesen Außenseiter unter den Bankern, diesen Moralisten unter den Chefs der Deutschen Bank, einfach umgebracht. Er nennt nur Gründe, die diesen Gedanken, auch den, es könnten ganz andere als linke Terroristen gewesen sein, nahelegen. Herrhausens Nachfolger Hilmar Kopper wird zitiert, der sagte, daß die Idee einer globalen Mega-Bank tot sei. Mit Herrhausen gestorben? Josef Ackermann und seine Nachfolger haben das strategische Ziel Herrhausens konsequent weiterverfolgt, und daß ihnen alle Mittel recht waren, das Ziel zu erreichen, wissen wir. Aber nicht etwa, weil unter Helmut Kohl, Gerhard Schröder oder Angela Merkel Glasnost für den Kapitalismus eingeführt worden wäre. Im Gegenteil. Wir wissen es, weil die Deutsche Bank unter Ackermann, Jain und Fitschen nicht einmal mehr davor zurückschreckt, sich mit der Macht, die die Bank unter Herrhausen errang, sogar auf Kosten von US-Bürgern mit kriminellen Methoden zu bereichern. Die Wirtschaftsspione der NSA könnten das übelgenommen haben.

Glasnost für den Kapitalismus, diese Forderung des bisher bedeutendsten Chefs der Deutschen Bank mit ihrer großen Kriminalgeschichte, einer Bank, die nach Auffassung der OMGUS-Finanzabteilung nach 1945 hätte liquidiert werden müssen, hat sich als illusionär erwiesen. Ebenso die wenigstens teilweise Entschuldung der unterentwickelten Länder, die Herrhausen gefordert hat. Herrhausens Ideen sind aber in der Welt und haben zumindest für diejenigen, die – wie Herrhausen – auch in den USA »mehr Markt wagen« wollen, einen großen Wert. Es ist – vereinfacht ausgedrückt – eine antimonopolistische Position. Aber gesetzt den Fall, der Bankenmonopolismus könne durch ein breites Bündnis gegen Bankenmacht, gebrochen werden, und Banker, die selbst von der zuständigen EU-Kommissarin öffentlich als »Bankster« beschimpft werden, könnten dereinst angemessen bestraft werden, so könnten diese Erfolge nie die radikalere Forderung nach wirtschaftsdemokratischen Kontrollen ersetzen.

 

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Das ewige Problem der Menschen auf der Erde

Posted by krisenfrei - 21/01/2014

Die Menscheit leidet unter dem Syndrom der bipolaren Störungen: Abwechselnde unlogische ökonomische Glückseligkeit (Eudaimonia) oder manische Betrübtheit

Dr. Georg Chaziteodorou

 von Dr. Georg Chaziteodorou (berlin-athen)

In unserem Universum kämpfen ununterbrochen und ohne Sieger die astrophysikalischen Armeen gegeneinander die von folgenden Führungskräfte geleitet werden: Schwerkraft, elektromagnetische kraft, schwache- und starke Kernkraft, Entropie und Thermodynamik (1). Auch wenn manche Menschen fälschlicherweise meinen, dass unser Planet ein Planet der Wirtschaft ist, wird er sich nie der Schwerkraft entziehen können. Alles was der Mensch tut, denkt und erfährt, findet in irgendeiner Raumregion während irgendeines Zeitintervalls statt. Es gibt nur einen Willen, er ist blind, anfangs- und endlos, ziellos, gleichgültig, weder sinnvoll noch widersinnig, sinnlos, riesig, eingepresst in Raum und Zeit, zerbröckelt in unzähligen Gestalten, die er wiederum vernichtet, um neue zu bilden, sie wieder zu vernichten und immer so weiter in alle Ewigkeiten. Die Ewigkeit der alten Hellenen hat unendlich viele Sekunden. Das was wir Zeit nennen beinhaltet räumliche und wahrnehmbare Kontinuität d.h. das bewegliche Bild der Ewigkeit von Plato, die Entelchie (Fortdauer) von Aristoteles, die Einheit von Leibnitz, die Natura Naturara von Spinoza, das Entstehen und das nur wieder von Heraklit und Hegel, die Dauer von Bergeson, das Percipi von Bergeley, die Präposition Hussereks usw. Die ganze kosmologische Entstehung versteckt sich im Ausdruck des pythagorischen Astrophysikers Philolaos: «Es ist die Harmonie der Verbindung von vielseitigen Mischungen und vernünftig auseinander gehenden zusammenhängenden Besonnenheiten»(2).

Der Mensch ist auf der Erde und innerhalb unseres Universums ein Teil des Ganzen und besitzt im hierarchisch und nach Maßstab entstandenem Kosmos seinen Platz. Er ist ein Teil und nicht der Herrscher der Natur. Seine Geschichte ist größtenteils ein gewebter Knotenpunkt, in welchem die Fäden der Raumzeit enden. In diesem Knotenpunkt sind soziale, kulturelle und wirtschaftliche Faktoren verzahnt, die nicht durchschaubar und deshalb nicht leicht erklärbar sind. Epochal aber betrachtet bleibt ihr tieferer Sinn unverändert gleich.
Dass die Menschen die Welt so und nicht anderes sehen, und dass manche Dinge intuitiv zu begreifen sind, andere dagegen schwer, liegt daran, dass auch das menschliche Gehirn selbst durch Evolution entstanden ist. Es ist ein Bordcomputer, der sich entwickelt hat, den Menschen das Überleben in einer Mittelwelt zu erleichtern, in der die Objekte, die für deren Überleben von Bedeutung waren, weder besonders groß noch besonders klein sind. Es hat sich in der Evolution so entwickelt, dass es dem menschlichen Körper hilft, sich in seiner Umwelt zurechtzufinden und zwar in dem Größenmaßstab, indem dieser Körper funktioniert.

Die Natur und die Mathematik haben keinen moralischen Charakter. Nicht aber was mathematisch erfasst wird, ist auch logisch. Für die Festlegung der Dimensionen erfand das menschliche Gehirn die Grenzparameter, unendlich Groß, unendlich Klein und die Null. Die angewandte Mathematik basiert also auf unbeweisbaren Axiomen und diese sind unlogisch, weil sie weder bestimmen, noch lassen sie die Gesetze der Natur entstehen, sondern versuchen die bereits verordneten Gesetze der Natur zu erklären und auszudrücken.

Wenn eine mathematische Beziehung falsch ist, widerspricht diese den Gesetzen der Natur und verfälscht die allgemeine Logik. Wenn z.B. eine Maschine dazu verwendet wird, irgendwelche Produkte herzustellen und diese werden danach verkauft, so fallen durch den Verkauf Einnahmen in Form von Umsatzerlösen an. Welchen Anteil davon rechnet man dann der Maschine zu? Welchen Anteil hingegen den Personen, welche die Maschine bedienen? Welchen Anteil den Rohstoffen? Welchen Anteil dem Gebäude, in welchem die Maschine sich befindet, und welchen Anteil dem Grundstück, auf dem das Firmengebäude steht?

Alle diese Fragen sind wissenschaftlich nicht eindeutig lösbar. Die Zurechnung von Umsatzerlösen zu den einzelnen Bestandteilen einer Leistung, wie der Erzeugung eines Produktes, erfolgt immer rein willkürlich. Jede dafür denkbare Hypothese oder Theorie kann durch einige Argumente gestützt, durch andere aber auch angegriffen werden. Daher sind solche Bewertungstheorien niemals falsifizierbar und aus diesem Grund auch nicht Bestandteil der empirischen Wissenschaft.

Bis heute wird die vollkommen veraltete doppelte Buchhaltung beibehalten und das ist das Kernproblem der Wirtschaft. Nur die doppelte Buchhaltung und die aus ihr abgeleiteten Bilanzen ermöglichen es den finanziellen Eliten mit ihren mittelalterlichen Spielen fortzufahren und mit Zahlen, die immer manipulierbar sind, Politik und Bevölkerung auch weiterhin zu verwirren. Der für die Öffentlichkeit schädliche Glaube an Buchhaltung und Bilanzierung wird solange bestehen bleiben, wie die Studierenden in Hochschulen zum Auswendiglernen der Buchungsvorgänge und Gesetzestexte gezwungen werden(3).

Es ist vielmehr ein geistiges Manipulationswerkzeug engstirniger wirtschaftlicher Religionen, die damit seit 6.000 Jahre ihre Schäfchen durch Gehirnwäsche unterdrücken. Die finanziellen Massenvernichtungswaffen der Wirtschaftskrise, die 2006 begann und noch andauert, basierten und wurden auf falschen mathematischen Ansätzen entwickelt. Die heutige Welt der Wirtschaft ist das Produkt der wirtschaftlichen Entwicklung von sechs Jahrtausenden. Mathematik ohne Geschichte kann zu wirtschaftlichen Megakatastrophen führen, wie die Finanzderivate und der Verfall der Wirtschaftssitten zeigten. Statt die Lebensbedingungen der Menschen an die Gesetze des Lebens (Tugend, Werte, Prinzipien und Ideale) anzupassen, wurden diese zerstört. Wenn man die Geschichte kennt, weist man auch, dass der Handel mit Optionen und Terminkontrakten von Chicago keinesfalls eine neue Erfindung ist.

Diese welche auch in den zwanziger Jahren bei den Börsen boomten, gab es schon bei den alten Hellenen. Was es damals nicht gab sind die neuen künstliche Produkte bzw. Instrumente wie CDS, Zinsswaps, Währungsswaps, Total Return Swaps, Kreditaus Kreditausfallswaps, Potrofolioversicherungen, Hedge-Fonds Long Term Capital Management (LTCM), Long-Short-Hedge-Strategie, wahnsinnige Private Equity und vieles anderes mehr. Im Sommer 2007 kam wahrscheinlich das endgültige «Aus» für das auf falsche Mathematik basierende explosive Wachstum der Hedgefondsbranche. In den Wochen vom 15. Juli bis zum 15. August 2007 brachen die komplexen Finanzmarktmodelle der Investitionsbanken reihenweise zusammen, weil mathematisch nicht erfassbar ungeahnte Vorfälle auftraten. Die mathematischen Berechnungsmodelle waren anhand von Daten der Vergangenheit getestet worden. Bei diesem wirklichkeitsfremden Zustand der angeblichen Finanzgenies sind Billionen US-Dollar verwettet worden.

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Geldwesen als Schulfach

Posted by krisenfrei - 21/01/2014

von Gerhard Breunig (PDV)

Bei der vergangenen Bundestagswahl versuchten sich erstmals einige wenige Parteien gegen den Euro zu positionieren. Während es den meisten nur um ein “Raus aus dem Euro” ohne Systemveränderung ging, fordert die Partei der Vernunft in einem Brief an die Kultusminister der Länder die Aufnahme des Themas “Geld und Geldwesen” in die Lehrpläne an den deutschen Schulen.

Ziel dieses offenen Briefes ist es, die bundesweite Diskussion um das bestehende Finanzsystem in Gang zu setzen und den Bürgern mögliche sinnvolle Alternativen zum jetzigen System näher zu bringen. Nachfolgend finden Sie den vollständigen Text aus dem offenen Brief der Partei der Vernunft.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das deutsche Sprichwort „Geld regiert die Welt“ ist sicher auch Ihnen wohl bekannt. Tatsächlich dreht sich in unserer modernen Gesellschaft sehr vieles um das liebe Geld. Unser Leben wird durch Geld entscheidend geprägt und beeinflusst. Nicht einmal Politik und Wirtschaft beeinflussen unser Leben so stark wie die Verfügbarkeit und die Qualität des Geldes. Bei fast allen Entscheidungen des Lebens, egal ob in der Familie oder im Beruf, spielt Geld eine bedeutende, wenn nicht sogar die alles entscheidende Rolle.

Unser Wohlstand und unser soziales Ansehen sind vom zur Verfügung stehenden Geld direkt abhängig. Die Versorgung im Alter mit ausreichenden Geldmitteln ist von absolut existentieller Bedeutung. Der in den Medien sehr weit verbreitete Begriff „Altersarmut“ beschreibt nichts anderes als den „Mangel an verfügbarem Geld im Alter“, der den Lebensabend ganzer Generationen negativ beeinflusst. Kein anderes Thema ist für uns Bürger so allgegenwärtig wie Geld. Kein anderes Thema wird aber auch in der Bildungspolitik so stiefmütterlich behandelt wie „das liebe Geld“.

Ist es nicht sehr merkwürdig und äußerst befremdlich, dass Bildung im Bereich des Geldwesens in unseren Schulen trotz seiner immensen gesellschaftlichen Bedeutung, nirgendwo auch nur ansatzweise stattfindet?

In den aktuellen Lehrplänen ist es in keinem einzigen Bundesland vorgesehen, unseren Kindern zu erklären wie unser Geld entsteht. Nirgends wird gelehrt, woher sich sein Wert ableitet und mit welcher Legitimation den Bürgern staatliches Papiergeld wie beispielsweise der Euro, als einzig gültiges Zahlungsmittel vorgeschrieben wird.

Wir erfahren nichts über die Funktionsweisen und Aufgaben der Zentralbank, nichts über das Geschäftsbankensystem und nichts über die Geldschöpfung.

Da sich der Staat das Bildungsmonopol angeeignet hat, obliegt es auch den staatlichen Stellen, hier für die nötige Ausbildung unserer Kinder Sorge zu tragen und mögliche Alternativen aufzuzeigen.

Obwohl Kinder in unserem Land bereits mit 7 Jahren „beschränkt geschäftsfähig“ sind und oft schon in diesem Alter über einen Geldvorrat verfügen, der es ihnen ermöglicht selbst über kleine Käufe zu entscheiden, wird ihnen staatlicherseits der Erwerb des eigentlich zwingend nötigen Grundwissens über Geld verwehrt. Die Informationen enden in der Regel mit der Werbung für den jährlichen Weltspartag, an dem das erste Konto für unsere Kinder eröffnet wird.

Weil auch die Eltern in der Regel nicht über ein fundiertes Geldwissen verfügen, ist der tatsächliche Bildungsstand der deutschen Bevölkerung in diesem Bereich als äußerst gering anzusehen.

Möglicherweise wird das Thema Geldwesen in unseren Schulen auch ganz bewusst verschwiegen. Der erfolgreiche Unternehmer Henry Ford prägte schließlich schon vor über 90 Jahren den Satz: „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Welcher Politiker möchte schon für eine Revolution verantwortlich sein und die Bürger trotz dieser latenten Gefahr aufklären?

Dies alles lässt doch vermuten, dass seitens des Staates überhaupt kein Interesse daran besteht, dem Gros der Bürger die Zusammenhänge wirklich näher zu bringen. Das mittelalterliche Prinzip „halt Du sie dumm, ich halt sie arm“ scheint auch nach Jahrhunderten noch die Devise der Regierenden in unserem Land zu sein.

Dabei war gerade der deutschsprachige Raum vom frühen 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts einmal führend auf diesem Gebiet. Viele große Vordenker kamen in dieser Zeit aus Deutschland und Österreich. In dieser Zeit entstand die Österreichische Schule der Nationalökonomie, auf deren Ideen und Grundsätzen später wesentliche Teile der Politik Ludwig Erhards beruhten. Leider wird die Österreichische Schule der Nationalökonomie unseren Schülern und auch unseren Studenten seit vielen Jahren als sinnvolle Alternative komplett vorenthalten. Dabei wird gerade der Politik des viel gepriesenen Kanzlers Ludwig Erhard ein großer Anteil am Wirtschaftswunder im Nachkriegsdeutschland zugeschrieben.

Leider wurde dieser Vorsprung an Wissen durch den Mangel an geeigneter Bildung leichtfertig verspielt. Es gibt an Deutschlands Universitäten keinen einzigen Lehrstuhl mehr, der sich direkt mit der Österreichischen Schule der Nationalökonomie befasst, obwohl mit Friedrich August von Hayek deren wohl bekanntester deutschsprachige Vertreter im Jahre 1974 sogar mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde .

Ludwig von Mises, ein weiterer exzellenter Vertreter dieser Lehre, sagte früh die Weltwirtschaftskrise 1929-1933 voraus. Auch vor der gegenwärtigen weltweiten Krise warnten die heutigen Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie schon lange vor deren Ausbruch.

Es ist also nicht verwunderlich, dass selbst gut ausgebildeten erwachsenen Bürgern in Deutschland das nötigste Grundwissen zum Thema Geld und Geldwesen fehlt. Wir erfahren in der Schule viele Dinge, die wir im weiteren Leben weder brauchen noch nutzen. Caesars Kriegen und Napoleons Eroberungen werden unzählige Unterrichtsstunden gewidmet. Wir lernen, wie man die 26. Quadratwurzel aus Pi errechnet obwohl 90% der Schüler das später nie mehr brauchen.

Über so essentiell wichtige Dinge wie die Entstehung unseres Geldes und über den sinnvollen Umgang damit, erfahren wir hingegen nichts.

Ich sehe hier die Kultusminister der Länder klar in der Pflicht. Der Bildungsauftrag des Staates muss sich umgehend dieses wichtigen Themas annehmen und die Lehre des Geldwesens als Pflicht in den Lehrplänen aller Schulen verankern.

Auch sehe ich es als dringend geboten an, alternative Modelle des Geldwesens in den Schulen und an den Universitäten breit gefächert zur Diskussion zu stellen. Eine funktionierende Demokratie darf solche Bildungsdefizite nicht zulassen. Wissen ist unser größtes Kapital und gleichzeitig der wichtigste „Rohstoff“, den wir in Deutschland besitzen.

Es ist nicht mehr länger hinnehmbar, dass den Menschen dieses Wissen ohne erkennbaren Grund seitens des Staates vorenthalten wird. Ich fordere daher dringend Aufklärung, warum die Kultusminister der Länder dieses wichtige Thema seit Jahrzehnten aus den Lehrplänen der Republik ausklammern und komplett verschweigen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Breunig
Bundesgeneralsekretär

 

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