krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Professor Hankel ist verstorben

Posted by krisenfrei - 19/01/2014

Tageskommentar 19. 01. 2014: fortunato,
Professor Hankel ist verstorben

von Michael Obergfell (fortunanetz)

Nach Angaben seiner Ehefrau verstarb Prof. Wilhelm Hankel am Mittwoch, den 15.01.2014 in einer Klinik in Köln im Alter von 85 Jahren.

Dies nehme ich mit großem Bedauern zur Kenntnis. Meine Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.

Viele kennen Professor Hankel als unermüdlichen Kritiker der Eurorettungspolitik. Er konnte aber auch auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück blicken. Er war Chefvolkswirt der KfW, Chef der Hessischen Landesbank und als Ministerialdirektor im Bundesministerium für Wirtschaft unter Karl Schiller einer der maßgeblicher Erfinder des Bundesschatzbriefes.

Ich erlebte Prof. Hankel als einen Menschen, dem vor allem die Geldwertstabilität am Herzen lag. Das war sicherlich eine Hauptmotivation, ab einem bestimmten Zeitpunkt gegen den Euro und die Eurorettungspolitik zu opponieren. An seinen Bemühungen, mit Hilfe des Bundesschatzbriefes Sparer am Staat zu beteiligen und auch dem „kleinen Mann“ gute und vor allem sichere Möglichkeiten zu bieten, um sein Geld zu investieren konnte man sehen, dass ihm die Sparer doch sehr am Herzen lagen. Geldwertstabilität und sicherer Vermögensaufbau waren in seinen Augen (zu Recht) wesentliche Treiber der sozialen Marktwirtschaft.

Unter den Menschen die ein sehr erfolgreiches Leben gelebt haben, gehörte Hankel zu denjenigen die sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhten. Sicherlich hätte er mit Beginn des Rentenalters im Garten sitzen und auf seine Leistungen zurück blicken können. Doch Prof. Hankel gab keine Ruhe als er sah, dass mit der Euroeinführung seine wichtigsten Anliegen, die Geldwertstabilität und die damit verbundene Sicherheit der Sparvermögen gefährdet waren.

Er war jahrelang bekannt dafür, dass er zusammen mit anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie z. B. Peter Gauweiler, Prof. Starbatty, Prof. Nölling und Prof. Schachtschneider und Anderen durch Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die jeweilige Bundesregierung (egal ob CDU oder SPD) in die Schranken zu weisen versuchte. Teilweise hatte er damit auch Erfolg. Dennoch sehen wir heute, mit welcher Unermüdlichkeit die offizielle Politik die von Prof. Hankel vertretenen Werte auch weiterhin abschaffen will.

Neben den Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht trat Prof. Hankel auch durch eine lange Reihe von Artikeln und Reden hervor, in denen er ebenso unermüdlich auf den Erhalt der Geldwertstabilität drängte, wie die Bundesregierungen diese zerstören wollten. Dabei erreichte er es immer, sein Anliegen in einer allgemein verständlichen Sprache darzustellen. Er ließ dafür eine lange Reihe von Anfeindungen über sich ergehen und nahm einen Spießrutenlauf in der Öffentlichkeit in Kauf.

Oft wurde Prof. Hankel ignoriert oder falsch dargestellt und manchmal sogar diffamiert. Doch steter Tropfen höhlt den Stein! So hat Prof. Hankel unter anderem auch mich inspiriert, in den Kampf gegen die verfehlte Eurorettungspolitik einzutreten. Mehr als 1000 Webseiten allein auf Fortunanetz sind Zeugnis dafür, dass Hankels Weckrufe nicht wirkungslos verhallt sind.

Vor allem in den letzten drei bis vier Jahren zeigte sich, dass seine Mahnungen nicht grundlos waren. Heute wissen wir, dass der Euro ganze Länder ruiniert hat, dass er die Staatsverschuldung der Staaten der Eurozone beschleunigte, die Arbeitslosigkeit beförderte und vielen Menschen die wirtschaftliche Perspektive nahm. Wir wissen auch, dass mit Bankenunion, Sparerenteignung und ständigen Erhöhungen von Steuern und Abgaben die „Rettung“ dieser Währung verbunden sein wird mit riesigen Vermögensverlusten der Sparer. Dies wird Angestellten und Selbständigen große Einkommensverluste einbringen. Doch die ersten Früchte von Hankels Aufklärung kann man in Deutschland heute auch schon sehen. Die politische Landschaft hat sich schon verändert und wird sich auch weiterhin verändern. Leider wird ihm nicht mehr vergönnt sein, die endgültigen Ergebnisse seiner Bemühungen zu erleben.

Im persönlichen Gespräch mit Prof. Hankel fiel mir vor allem sein überaus feiner und feinsinniger Charakter auf, der so gar nicht zu dem Image passt, das sich so mancher Linker von ihm zusammen gebastelt hat. Besonders gefiel mir Hankels positive Haltung zu Kant und zur Aufklärung. Für ihn stand im Mittelpunkt, dass man selbst denken und sich nicht ein X für ein U vormachen lassen soll. In der Tat wäre schon viel gewonnen, wenn jeder sorgfältig prüfen würde, was da so in puncto Eurorettung, aber auch bei anderen Themen der öffentlichen Debatte „abgesondert“ wird. Es würde dann schneller klar werden, wer da alles versucht mit Scharlatanerie die deutsche Bevölkerung auf ein Narrenschiff zu locken und mit unbekanntem Ziel auf die Reise zu schicken. Doch diese Aufgabe kann einem weder Prof. Hankel noch sonst jemand abnehmen. Selbst denken muss man schon selbst! Daran führt letztlich kein Weg vorbei.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Prof. Hankels geistiges Erbe bei möglichst vielen Menschen weiter lebt, indem es möglichst viele „Selbstdenker“ in die Welt bringt,

meint
Michael Obergfell (aka fortunato)

 

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