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Am Scheideweg, oder was die nächsten zwei Jahre bringen

Posted by krisenfrei - 13/01/2014

Tageskommentar 13. 01. 2014: fortunato,
Am Scheideweg, oder was die nächsten zwei Jahre bringen

von Michael Obergfell (fortunanetz)

Betrachtet man die aktuelle Krise in der Zeit von 2007 bis heute so stellt man fest, dass bisher praktisch alles getan wurde, um eine Lösung der anstehenden Probleme zu verhindern.

Schon die Immobilienblase der USA wurde durch eine Niedrigzinspolitik der Zentralbank hervorgerufen. Nach dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase versuchte die US-Regierung eine Fortsetzung der Konjunktur durch künstlich niedrige Zinsen. Werden billige Kredite zur Verfügung gestellt, so sind Anleihen nur niedrig verzinst und Aktien zu hoch bepreist, weil das Geld aus den Anleihemärkten in die Aktienmärkte fließt. So kann, wie im Fall der US-Immobilienblase, die Flucht des Geldes in andere Anlagetypen erfolgen. In den USA traf dies auf den Immobilienmarkt zu. Die Verwendung von Derivaten, die mit zu hoch bewerteten Immobilien besichert waren, lösten danach eine Krise des Finanzmarktes weltweit aus. Dem folgte nach der schockartigen Kontraktion des Finanzmarktes 2008/2009 eine weltweite und kurzfristige Rezession der Realwirtschaft. Diese wiederum legte eine dahinter liegende Staatsverschuldungskrise der wichtigsten Staaten der westlichen Welt schonungslos offen. So zeigte sich in den letzten Jahren eine komplexe und vielfältige Krise des gesamten Finanzsystems der westlichen Welt.

Die Antwort auf all die Probleme war und ist, dass die Regierungen Westeuropas und der USA ein komplexes System der Verschiebung der Konflikte erfanden:

Banken wurde für „too big to fail“ erklärt
Banken wurden Teilverstaatlicht (siehe HVB und Commerzbank)
Um keine schlechten Zahlen in den Büchern zu haben, wurden Bad Banks gegründet
Es wurde ein Sparbuchversprechen in Deutschland abgegeben
Die no-bailout-Klausel wurde gebrochen und es werden nun doch ganze Staaten mit finanziellen Mitteln unterstützt
Stabilitätskriterien des Maastricht-Vertrags werden nicht eingehalten
Wertlose Assets werden nach den „fair value Prinzip“ gebucht
Mit EFSF und ESM wurde versucht, eine Transferunion zu etablieren
Eine Sparerenteignung ist in der Diskussion und noch nicht vom Tisch
Eine Bankenunion soll vermögende Sparer in Haftung nehmen für Verluste fremdländischer Banken
Zinsgeschenke an Griechenland wurden vertuscht
Allen ist klar, dass die gewährten Hilfszahlungen nie zurück erstattet werden, also Geschenke sind
Die Krise wurde mehrfach für beendet erklärt
Mit Propaganda und Nebelkerzen wird versucht, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen
Die Leitzinsen sind in den USA und in Westeuropa nahe Null. Finanzmärkte sollen mit billigem Geld geflutet werden, damit durch eine stärkere Kreditvergabe die Konjunktur wieder anspringt
Die FED kauft monatlich für 85 Milliarden Dollar die eigenen Staatspapiere auf
Die EZB nimmt wertlose Staatsanleihen als Sicherheiten für neue Kredite an

 

Man könnte die Liste der Maßnahmen noch erweitern und im Detail auch Einzelaktivitäten darstellen. Es reicht aber auch anhand dieser Liste um einzusehen: Überall wurden nur Verschiebebahnhöfe und Potemkinsche Dörfer aufgebaut. Dahinter steht der Versuch, das etablierte System wie wir es vor der Krise kannten, aufrecht zu erhalten…

Wie erfolgreich diese Politik bis jetzt ist, kann man an der Entwicklung des Kreditvolumens in Europa sehen: Seit 19 Monaten schrumpft die Kreditvergabe. Im Klartext bedeutet dies: Die EZB und die Staaten der Eurozone betreiben eine Politik des billigen Geldes. Dieses kommt aber in der Realwirtschaft nicht an. Das sind deutliche Indikatoren für eine Depression in Euroland.

Betrachtet man das Gesamtbild, so stellt man fest: Die Schulden der Staaten sind gestiegen. Der Finanzmarkt hat ebenfalls riesige Bestände fauler Papiere und Kredite im Gepäck. Die Maßnahmen um einen Crash zu verhindern haben zwar bisher gegriffen, doch wie man an der Kreditvergabe sehen kann, springt das Wirtschaftswachstum nicht an.

Und damit stellt sich die Frage: Was geschieht, wenn die derzeitige Politik des billigen Geldes und der verschobenen Insolvenzen auf Dauer nicht durchzuhalten ist, weil die Realwirtschaft schrumpft?

Anhand der Bedeutung des Quantitative Easing der USA kann man deutlicher sehen, um was es geht:

Exportnationen wie Deutschland, Japan und China, aber auch praktisch alle anderen Nationen der Erde benötigen Rohstoffe. Rohstoffe werden in Dollar gehandelt. Daher benötigen sie den Dollar als die wichtigste Devise schlechthin. Devisen erwirtschaftet man durch Exporte. Daher benötigt jedes Land zur Entwicklung seiner Wirtschaft Dollardevisen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Und so kam es, dass mehr als 60 Prozent der weltweiten Devisenreserven in Dollar gehalten werden. Die meisten Länder der Erde deponieren ihre riesigen Dollarreserven, indem sie mit den angehäuften Dollars US-Staatsanleihen kaufen. Der daraus entstehende Kreislauf führt normalerweise zu Stabilität. Die durch die Dollarhegemonie für die USA zwangsläufig negative Handelsbilanz wird ausgeglichen durch den Kauf von US-Staatsanleihen. Dies wiederum hält den Wert der US-Staatsanleihen stabil und macht aus diesen sozusagen einen „sicheren Hafen“ für Anleger, weil alle Welt will dass der Dollar und die US-Staatsanleihen stabil sind. Ein perfekter Kreislauf.

Mit der aktuellen Krise ist dieses jahrzehntelang stabile Modell in Gefahr. Die FED kauft derzeit jeden Monat für 85 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen der USA auf. Damit stützt sie den Wert der US-Anleihen, den Wert des Dollars und versucht zugleich damit die US-Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Versagt diese Politik, so wird darunter nicht nur die Stabilität der Anleihen und der Wert des Dollars leiden, sondern es stellt den Dollar als Weltleitwährung in Frage. Versagt die Politik des billigen Geldes und der verschobenen Insolvenzen dauerhaft, müssen die großen Exportnationen zu einem System übergehen, bei dem bilateraler Handel ohne den Dollar wieder üblich wird. Und dabei entsteht das Problem, dass es dann womöglich keinen festen Referenzwert mehr gibt wie bisher. Als es noch keine Weltleitwährung gab, war Gold der Referenzwert, ob er dies jemals wieder sein kann oder wird, weiß aber definitiv niemand.

Vor diesem Hintergrund stehen uns folgende Optionen für den Ausgang der Krise zur Verfügung, wenn die Rettungspolitik versagt:

1. Langsamer Verfall des Dollars und der US-Staatsanleihen im Rahmen einer schleichenden Depression. Schrittweise Übergang zu einem Finanz-System ohne Dollar.
2. Plötzlicher Verfall des Dollars und der US-Staatsanleihen, Staatspleite der USA, Chaos an den Weltmärkten. Was sich dann danach etabliert und wie das geschieht, kann niemand sagen!
3. Langsamer Verfall des Dollars und der Dollarhegemonie, schleichende Depression, aber Aufrechterhaltung des alten Systems mit Waffengewalt durch die USA, frei nach dem Motto: Jeder der den Dollar nicht mehr als Weltleitwährung anerkennt, wird mit Krieg bedroht.

 

Sollte diese letzte Option Realität werden, dann hätte die aktuelle Krise zeitlich verzögert einige Jahre später einen großen Krieg im Gepäck.

Welche Variante am Ende Realität wird, sehen wir nach meiner Meinung in den Jahren 2014 und 2015,

meint
Michael Obergfell (aka fortunato)

 

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