krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

  • Dezember 2013
    M D M D F S S
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    3031  
  • Buch

  • Archiv

  • Spam blockiert

In der Rating-Oper

Verfasst von: krisenfrei - 04/12/2013

Tageskommentar 04. 12. 2013: fortunato,
In der Rating-Oper

von fortunato (fortunanetz)

Als die amerikanischen Rating-Agenturen damit begannen, Griechenland, Spanien und Portugal in ihrer Bonität teilweise bis auf Ramschniveau herunter zu stufen, gab es in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit einen Aufschrei des Entsetzens. ‚Die bösen Amerikaner!‘, wurde da gerufen. Jeder schimpfte über die Rating-Agenturen. Und dann kam ein unglaublich produktiver Vorschlag aus der Politik: ‚Wir gründen eine europäische Rating-Agentur!‘ Das sollte dann sozusagen ein Gegen-Rating sein. Wenn also eine US Rating-Agentur Portugal auf C stufte, dann würde in Europa irgendwo an einem illustren Ort eine illustre Gruppe von Experten dem ‚hohen C‘ aus den USA ein Stakkato-artiges ‚AAA plus‘ dagegen singen und es käme dann nur darauf an, wer lauter singt. Das wäre dann ein akustisch schönes Arbeitsbeschaffungsprogramm geworden, vorausgesetzt man hätte gut singende Finanzexperten gefunden.

Aber Merkel und Steinbrück mussten feststellen: Singen ist kein Bestandteil der volkswirtschaftlichen Ausbildung! Und schon allein aus diesem Grund wurden wir alle von Merkels und Steinbrücks ‚Rating-Oper‘ verschont. Fortunanetz-Leser waren aber schon damals schlauer und wussten, was wirklich der Grund dafür war und ist, dass eine europäische Rating-Agentur in dieser Lage keinen Sinn macht: In den USA gibt es aufgrund der vielen Wirtschaftspleiten seit langem ein Gesetz, wonach jedes Land und jedes Unternehmen sich einem Rating unterziehen muss, wenn es in den USA Geld besorgen will. Jede Ausgabe von Aktien und Firmenanleihen, sowie jede Emission von Staatsanleihen ist ein solcher Vorgang. Und um den amerikanischen Markt vor ‚unsoliden‘ Emittenten zu schützen, wurden eben diese Ratings eingeführt. Hat der Emittent einer Anleihe eine schlechte Bonität, muss er mehr Zinsen bezahlen, wenn er am amerikanischen Kapitalmarkt Geld beschaffen möchte. Je schlechter das Rating, desto höher seine Zinszahlung auf seine Schuldpapiere. Das schützt den Gläubiger vor dem möglichen Ausfall seines verliehenen Geldes und es zwingt den Schuldner zu soliderem wirtschaften.

Schon aus diesem Grund war eine europäische Rating-Oper a la Merkel nur eine dümmliche Ausrede oder im schlimmsten Fall sogar eine Ausgeburt der Allmachtsphantasien mancher Euroretter, die immer noch davon träumen, dass ein zentralistisch geeintes und geführtes Groß-Europa eine globale Macht sein könnte, die den anderen Groß- und Supermächten dieser Welt einmal so richtig zeigt, was eine Harke ist! Mangels singender Volkswirte haben wir uns aber zum Glück einmal weniger blamiert.

Heimlich, still und leise haben nun die US Rating-Agenturen wieder zu geschlagen. Diesmal traf es die Niederlande. Die Niederlande? Den Musterschüler? Das stabile, kleine Ländchen an der Nordsee mit den vielen fleißigen Niederländern, die immer gelobt wurden, weil sie alles besser machten als die Deutschen? Die, die der Nordsee das Land abgetrotzt haben? Ja genau diese Niederländer sind gemeint!

Der interessierte Leser erfährt, dass die Niederlande eine Immobilienblase haben, die nun geplatzt ist. Das klingt erst einmal recht ‚amerikanisch‘, denn auch in den USA wurde ja die Krise von 2007/2008 genau durch eine solche ‚Immobilienblase‘ die geplatzt ist, ausgelöst. Stehen wir nun vor einer neuen Krise? Diesmal einer Krise die aus den Niederlanden kommt?

Da können sie aus mehreren Gründen beruhigt sein. Erstens ist der niederländische Immobilienmarkt (angeblich) nicht groß genug um eine solche Erschütterung auszulösen. Zweitens ist die Krise nicht neu. Es ist immer noch die alte Krise, nämlich die von 2007/2008.

Aber warum haben die Niederländer eine Immobilienblase? Auch hier gibt es Parallelen zur Immobilienblase in den USA. Da die EZB den Leitzins künstlich niedrig hält, um den Pleitestaaten der Eurozone eine weitere Verschuldung ohne zu hohe Zinsen zu ermöglichen, haben die Niederländer dieselben Probleme wie wir Deutsche und wie damals die US-Amerikaner. Bei niedrigen Zinsen herrscht Anlagenotstand. Aktien steigen oder sind schon gestiegen, denn niedrige Zinsen erzeugen auch Blasen am Aktienmarkt. Die Hauspreise steigen, weil die Anleger nicht entspart werden wollen, sondern in ‚Sachwerte‘ flüchten. Neue Anleihen haben niedrigste Zinsen. Sparbücher lohnen sich gar nicht. Am liebsten möchte man dann einfach sein Geld ausgeben. Sparen wird ja eh schon bestraft und die neuen ‚Regeln‘ um Sparer zu enteignen sind auch kein Anreiz dafür, das Geld zur Bank zu bringen. Niedrige Zinsen erzeugen Blasen, auch im Immobilienmarkt. Und in den Niederlanden gab es diese Immobilienblase schon lange, eben weil die Niederländer nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Und Draghi’s wilde Träume, auch einmal den Negativ-Zins für Sparer auszuprobieren um diesen so richtig zur Kasse zu bitten, machen die Sache nicht besser, sondern verstärken den aktuellen Trend zu Blasenbildungen noch. Die Eurorettung wird auf diese Weise zum Problem!

Überteuerte Immobilienmärkte brechen meistens dann zusammen, wenn die Immobilienbesitzer ihre Kredite nicht mehr bezahlen können, weil zum Beispiel ihre Geschäfte in der realen Welt nicht mehr so funktionieren wie geplant. Und genau das ist den Niederländern jetzt passiert. Da hilft auch kein Fleiß und keine Stabilität und keine Marktorientierung. Wer das Geld nicht mehr hat um seine Immobilienkredite zu bedienen, muss letztlich verkaufen. Und da hilft es auch nicht, ganz laut ‚AAA plus‘ zu singen,

meint
fortunato

——————————————————————-

Ja, die Blasenbildung in fast allen Bereichen ist schon weit vorangeschritten. Mit Inflation hat das selbstverständlich nichts zu tun. Die EU-Propagandamedien weisen ja ständig daraufhin, dass die Inflation in der EU bei etwa zwei Prozent liegt. Die Asset-Inflation aber liegt weit im zweistelligen Bereich, wie wir bei Aktien, Immobilien, Energie, Lebensmittel … sehen. Irgendwo muss das viele Geld ja schließlich hin.

Nicht selten ist man gut beraten, wenn man das kauft, was keiner haben will – wie z.B. zurzeit Gold und Silber. Diese Sachwerte (echtes Geld) sind von einer Blasenbildung noch weit entfernt.

=>Think Tank warnt vor steigender Inflation

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

 
Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten