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In welcher Welt leben Barroso, van Rompuy und Merkel eigentlich?

Verfasst von: krisenfrei - 23/10/2013

Tageskommentar 23. 10. 2013: fortunato,
In welcher Welt leben Barroso, van Rompuy und Merkel eigentlich?

von fortunato (fortunanetz)

Manchmal glaubt man seinen Augen und Ohren nicht zu trauen. Manuel Barroso spricht ernsthaft davon, den gesamten Balkan in die EU aufzunehmen und die Türkei noch dazu. Gleichzeitig behauptet van Rompuy, ohne auch nur rot zu werden, er habe Europa gerettet. Man fragt sich wirklich, was in den Köpf von Leuten wie Barroso und van Rompuy vor sich geht? Oder ist das alles nur noch gewollte Provokation? Sozusagen ein trotziges ‚Weiter so‘ im Angesicht des Scheiterns? Oder wissen die etwas, was sich der deutschen Öffentlichkeit und meinem bescheidenen Verstand bisher entzogen hat?

Barroso behauptet allen Ernstes, der gesamte Balkan und damit Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien sollten in die EU aufgenommen werden.

Die große Bevölkerungsmehrheit in diesen Ländern ist bitterarm. Nehmen wir als Beispiel Bulgarien. Der dortige Durchschnitts-Brutto-Monatslohn beträgt ca. 325 Euro… Brutto! Von einem Verdienst kann man in diesem Sinne gar nicht sprechen. Das Nachbarland Mazedonien liegt ebenfalls im Bereich der 300 bis 320 Euro Brutto im Monat. Wir sprechen hier von ‚offiziellen‘ Zahlen! Sehr oft liegen die Löhne noch tiefer. In dieser Berechnung wird auch nicht betrachtet, wer von diesen Gehaltsbeziehern einen Vollzeit-Job oder gar ein dauerhaftes langfristiges Arbeitsverhältnis besitzt. Auf einem ähnlichen Niveau bewegen sich Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, etc., also alle übrigen Balkanländer.

Zum Vergleich dazu soll hier einmal die Slowakei herhalten, weil dieses Land als ‚aufstrebendes und erfolgreiches Beispiel‘ gerne genannt wird. Die Slowakei hat den Euro. Nach den Angaben der dortigen Regierung liegt der durchschnittliche Brutto-Monatslohn in der Slowakei bei aktuell 805 Euro. Wer einmal in dem Land war, wird feststellen, dass der Westen des Landes, also die Region von Bratislava bis Zilina, eine recht wohlhabende Gegend ist, mit einem gut entwickelten Verkehrsnetz und großen Städten. Der Osten des Landes hingegen ist arm. Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch. Die meisten Regionen sind eher ländlich geprägt. Die Slowakei besitzt kein durchgehendes Autobahnnetz, obgleich das Land praktisch in der geographischen Mitte Europas liegt und zu Polen, Ungarn, Tschechien, Österreich und der Ukraine Grenzen hat. Es wäre das ideale Transitland, hat aber dafür kein Straßennetz. Zwar baut die Regierung an einer Autobahn, die das ganze Land durchziehen soll von Bratislava bis zur ukrainischen Grenze. Doch der Fortgang dieses Projektes geht aus Kostengründen nur schleppend voran und wird mittlerweile fast vollständig von der EU finanziert, weil das Land kein Geld dafür hat. Würde die Slowakei alles selbst bezahlen, würde es das ohnehin wackeligen Stabilitätskriterium der Neuverschuldung voll verfehlen. Doch das Land benötigt dieses Autobahnnetz aus wirtschaftlichen Gründen dringendst.

Wir erahnen, welch großer Entwicklungsabstand zwischen den Balkanländern und der Slowakei, und zwischen der Slowakei und Westeuropa besteht. Dennoch findet es Barroso eine gute Idee, alle Balkanländer in die EU aufzunehmen.

Während Länder wie Bulgarien oder Rumänien ‚lediglich‘ in ihrer ökonomischen Entwicklung weit abgeschlagen hinter Westeuropa liegen, gibt es auf dem Balkan Regionen, in denen es nach wie vor massive politische, ethnische und religiöse Konflikte gibt. Die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien sind sich noch lange nicht einig, was Grenzziehungen und territoriale Ansprüche anbetrifft. Das Kosovo ist zwar offiziell seit 2008 von Serbien unabhängig. Dessen ungeachtet stellen Serben immer noch Ansprüche auf das Territorium, insbesondere das Amselfeld. Albaner träumen immer noch davon, den Kosovo nach Albanien zu ziehen, weil die dort lebenden Kosovaren mehrheitlich Albaner sind. Barroso möchte dieses Pulverfass in die EU hinein nehmen, und dreimal dürfen sie raten, wer das dann bezahlt, wenn dieses Fass explodieren sollte…

Bosnien-Herzegowina ist ein Staat der aus mehreren Teilen besteht, einer davon ist die ‚Serbische Republik‘, nicht zu verwechseln mit dem Nachbarstaat Serbien, und der Region Bosnien und Herzegowina. In dem Land leben Serben, Kroaten, und Bosnier. Diese haben auch unterschiedliche Religionszugehörigkeiten, Die Kroaten sind römisch-katholisch, die Serben griechisch-orthodox und die Bosnier sind mehrheitlich Muslime sunnitischer Prägung. Kurzum: Bosnien-Herzegowina ist ein Kunststaat. Und den will Barroso gerne aufnehmen und zwar mit allen Problemen, die dieses Gebilde hat. Dreimal dürfen sie raten…. na sie wissen schon!

Kurzum: Barroso findet, dass die EU in der Lage ist, jene Konflikte zu lösen, die schon zum Ersten Weltkrieg und zur Tito-Diktatur geführt haben, und die jetzt erst in der Zeit um 1995 wieder in einen kriegerischen Konflikt mündeten…

Dass er dann auch noch der Meinung ist, die EU könnte ein Land wie die Türkei integrieren, das erstaunt noch mehr. Die Türkei hat eine Bevölkerung von ca. 80 Millionen Einwohnern und ist damit so bevölkerungsreich wie die BRD. Das Land ist aber einheitlich islamisch. Eine Aufnahme in die EU würde die EU zu einem der großen muslimischen Länder dieser Erde machen… Barroso sieht darin aber kein Integrationsproblem, mal abgesehen davon, dass auch die Türkei noch immer kein Land ist, das sich ökonomisch mit Italien oder Frankreich oder gar Deutschland vergleichen ließe. Das Gefälle ist immer noch riesig, nicht nur kulturell, sondern auch ökonomisch.

Barroso glaubt wohl wirklich, dass die EU stark genug ist das alles zu bewältigen… dabei sehen die Fakten derzeit alles andere als gut für die EU aus:

Von den 28 EU-Ländern halten 18 die Kriterien für die Neuverschuldung derzeit nicht ein. Deren Neuverschuldung ist höher als geplant. Selbst ein Land wie die Slowakei kämpft mit dieser Grenze von 3 Prozent herum… Praktisch keines der Euro-Länder hält das Stabilitätskriterium der Staatsschuldenquote von 60 Prozent Verschuldung zum BIP ein. Portugal beispielsweise verfehlt alle Sparziele komplett. Von Stabilitätskriterien kann das Land nur träumen.

Griechenland will beispielsweise nicht mehr sparen, weil sonst die Bevölkerung die Gefolgschaft verweigert und dann auch Neuwahlen anstehen.

Die EU befindet sich derzeit in der größten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Van Rompuy meint aber, er habe die EU gerettet, Barroso meint, man solle doch gleich den Balkan und längerfristig die Türkei aufnehmen… und das angesichts einer hinten und vorne nicht wirklich funktionierenden EU und einer kranken Währung namens Euro. Da fragt man sich schon, ob Barroso, van Rompuy und Co. nicht einfach nur in ihrer eigenen, ideologisch vorgeprägten Welt leben, die aber in einem echten Parallel-Universum liegt. Und Frau Merkel lebt womöglich auch in diesen Parallel-Universum, denn sie sagt zu allem Ja und Amen. Womöglich haben wir es nur noch nicht bemerkt, dass ‚Angie‘ aus einer anderen Wirklichkeit kommt, fragt sich ernsthaft,

fortunato

 

2 Antworten to “In welcher Welt leben Barroso, van Rompuy und Merkel eigentlich?”

  1. Avatar von fortunato

    fortunato said

    Ich muss noch einen kleinen Fehlerteufel korrigieren 🙂 Natürlich sind Rumänien, Bulgarien und Kroatien schon Mitglieder der EU… dies war von mir missverständlich formuliert… der Satz muss lauten: „Barroso behauptet allen Ernstes, der gesamte Balkan und damit zusätzlich zu Rumänien, Bulgarien, Kroatien auch noch Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien sollten in die EU aufgenommen werden. “ Beste Grüße

  2. Avatar von smash2102

    smash2102 said

    Hat dies auf smash2102 rebloggt und kommentierte:
    es macht mir Angst ,wenn ich den Gedankengängen dieser „Volksvertreter“ folge Herr hilf lass Weisheit regnen ,gib grosse Schüsseln und starke Arme .. 🙂

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