Britischer Einflussagent? Harvard-Zögling!, Rockefeller-Vasall!, Anhänger Metternichscher Repressionen!, Jude!, CFR-Non-Resident Member!, Von John F. Kennedy gefeuerter Nuklearkrieger!, Radikaler Neomalthusianist?, Mörder?, Sowjetischer Spion?, Erpressbare Tunte?, Einer von JENEN, die Rakowskij im GPU-Verhör beschrieb?
Quelle: berlin-athen
Wann immer ein eloquenter, weltmännischer Lenker der Macht früherer Tage gesucht wird und der Veranstalter eines Symposiums, Polittalks oder einer Eröffnung bereit ist, mehrere zehntausend US-$ aufzuwenden, ist er da: Henry Kissinger. Der 1923 in Fürth geborene ehemalige Außenminister hat über Jahrzehnte die US-Außenpolitik geprägt wie kein anderer. Dabei ist er weltgewandter Akteur, ernstzunehmender Meinungsmacher und Freund der Großen und Mächtigen. Aber…
…Henry Kissinger ist ein Mörder!
Von einem Buch über einen Mann
Es ist zur Zeit nicht besonders Mode, über amerikanische Verbrechen zu diskutieren. Zu einer Zeit in der sich Politiker wie Journalisten gleichermaßen im Schwenken amerikanischer Flaggen zu überbieten suchen und die Frage nach Hintergründen des Hasses in den Hintergrund tritt, muss man sich als Kritiker amerikanischer Machtpolitik öfter polemisch verfärbte Anti-Amerika Vorwürfe gefallen lassen. Dabei sind die Indizien einer Kultur politischen Verbrechens erdrückend und wie Christopher Hitchens in seinem Buch „Die Akte Kissinger“ beweist, omnipräsent.
Dabei arbeitet er hier nur die Verbrechen Kissingers ab, die zweifelsfrei erwiesen sind:
„Ich möchte nur jene Vergehen Kissingers untersuchen, die als Grundlage für eine Strafverfolgung dienen können und sollten: wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Delikte gegen das allgemeine Rechtsverständnis oder internationales Recht, darunter Verschwörung zum Mord, Entführung und Folter.“
Auslöser dieses Buches war die Einstellung des Verfahrens gegen Augosto Pinochet, geisterkranker Sadist und menschenverachtender Ex-Putschistengeneral (und Rotarier, d.B.) in Chile. Denn im Zuge seines Prozesses kamen mehr und mehr Fakten ans Licht, die die Beteiligung Amerikas an Morden, Folter und dem „Verschwindenlassen“ beweisen. Henry Kissinger als damaliger Außenminister zeichnete sich aber nicht nur hier als Freund eines rechtsradikalen Regimes aus. Vielmehr behandelt „Die Akte Kissinger“, seine Verwicklungen in
– die vorsätzliche Tötung von Zivilpersonen in Indochina
– das vorsätzliche Einverständnis zum Massenmord und später zu Attentaten in Bangladesch
– die persönliche Anstiftung zur und Planung der Ermordung eines hohen Staatsbeamten in einem damals demokratischen Land (Chile)
– die persönliche Beteiligung an einem Plan, das Staatsoberhaupt des demokratischen Zypern zu ermorden
– die Anstiftung und Durchführung des Genozids auf Ost-Timor
– die persönliche Beteiligung an einem Plan, einen Journalisten, der in Washington D.C. lebte, zu entführen und zu töten
Als erstes Beispiel in seiner Beweisführung dient Hitchens der Vietnam-Krieg. Ende 1968 verhandelten in Paris die USA und Südvietnam mit Nordvietnam über einen Friedensvertrag. Zuhause tobte der Wahlkampf zwischen dem Demokraten Humphrey und dem Republikaner Nixon. Kissinger war mit von der Partie, als das Nixon-Team illegal die südvietnamesische Marionettenregierung anstiftete, die Verhandlungen zu verlassen. Man hatte ihr schlicht im Falle eines Wahlsieges von Nixon bessere Konditionen versprochen. Der Krieg dauerte weitere drei Jahre, wurde dann zu ähnlichen Bedingungen vom unter Nixon zum Nationalen Sicherheitschef avancierten Kissinger beendet. In der Zwischenzeit hatte Kissinger Kambodscha und Laos in Schutt und Asche legen lassen und weitere mindestens 20.000 US-Soldaten in den Tod geschickt.
„Und dies alles war nur nötig, um Henry Kissinger nach vorne zu bringen. Es machte aus einem mittelmäßigen, opportunistischen Akademiker einen internationalen Potentaten. Seine herausragenden Eigenschaften waren schon von Beginn an vorhanden: Kriecherei und Doppelzüngigkeit, Machtverehrung und das völlige Fehlen von Skrupeln, das Verschachern alter scheinbarer Freunde für neue scheinbare Freunde… Kissingers Weltkarriere begann so, wie sie auch weiterhin verlaufen sollte. Sie verdarb die amerikanische Republik und die Demokratie, und sie forderte schwächeren und verwundbareren Gesellschaften eine ungeheuerliche Menge Menschenopfer ab.“
Christopher Hitchens hat effizient und tiefgehend recherchiert, Details zusammengetragen, ein paar neue Belege in bisher verschlossenen Archiven ausfindig gemacht und zahlreiche Interviews geführt und ausgewertet. Das Ergebnis, übrigens spannend und bissig geschrieben, liest sich wie ein Krimi.
Es ist insofern nicht nur die Charakterstudie eines Verbrechers (der aufgrund der amerikanischen Weigerung einen internationalen Strafgerichtshof einzuführen niemals seine gerechte Strafe erhalten wird) sondern die Charakterstudie einer Nation, die in Jahrzehnten internationalen Engagements so viel Schuld durch versteckte Verbrechen auf sich geladen hat, dass man sich wundert wann die Bushs und Kissingers dieser Welt wegen bestimmter Aussagen über Werte, Demokratie und Freiheit, endlich vom Blitz erschlagen werden.
Schwächen des Buchs:
Politik ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Und auch wenn das Buch zweifelsohne Verbrechen eines Mannes aufdeckt, der in ein Gefängnis und nicht in Talkshows gehört, ist die Vereinfachung politischer Tatbestände ein Wermutstropfen in der ansonsten gelungenen Präsentation des Pulitzer Preisträgers Hitchens. So bleibt die Frage ungeklärt, ob rein politisch die Vietnamverhandlungen 1968 überhaupt zum Erfolg hätten führen können, ohne von Kissinger torpediert zu werden. Diese Zusammenhänge werden nicht beleuchtet und so bleibt hiervon ein etwas bitterer Nachgeschmack.
Fazit:
Es ist keine Polemik, wenn man sich über die Zusammenhänge unserer „freien“ Welt unter Führung der USA öffentlich Gedanken macht. Christopher Hitchens hat hier ein ausgezeichnetes Buch vorgelegt, das in seiner Brisanz und seiner Aktualität fast alle politischen Dokumentationen in den Schatten stellt, die ich bisher gelesen habe. Es ist eine Abhandlung über eine Kultur des politischen Verbrechens, die sich durch die amerikanische Innen- und Außenpolitik zieht und in der Henry Kissinger ein willfähriger Wegbereiter faschistischer Marionettenregime, dem Massenmord an Unschuldigen und der Beseitigung unliebsamer Gegner war.
Christopher Hitchens, „Die Akte Kissinger“, Gebundene Ausgabe – 250 Seiten – Deutsche V.-A., Stgt., ISBN: 3421051771, 39,80 DM
Quelle: www.ciao.de/Die_Akte_Kissinger_Hitchens_Christopher_Test_2067983
Wer ist »Bor«?
In seiner Londoner Rede am 10. März 1982, die vom Centre for Strategie and International Studies (CSIS), Georgetown, veröffentlicht wurde, berichtet Henry Kissinger, daß er ein Gegner der
antikolonialistischen Politik des verstorbenen Präsidenten Franklin Roosevelt war. Gleichzeitig behauptet Kissinger, daß seit Präsident Roosevelts Tod alle amerikanischen Außenminister britische Einflußagenten gewesen seien. Er belegte dies mit der Tatsache, daß er als Außenminister unter den Präsidenten Nixon und Ford die Anordnungen des britischen Außenministeriums befolgt habe, ohne den amerikanischen Präsidenten zu unterrichten. Dieses Geständnis wird von schwerwiegenden Beweisen untermauert.
Nach Beendigung seines Militärdienstes wurde Henry Kissinger von einer Einheit des britischen Geheimdienstes an der Harvard-Universität übernommen, die in dieser Zeit finanzielle Unterstützung der Rockefeller-Familie erhielt. Er wurde dem britischen Geheimdienstprojekt Wilton Park unterstellt, das von John Wheeler-Bennett, dem Kopf des Royal Institute for International Affairs (Chatham House), ins Leben gerufen war. Die Einheit spezialisierte sich auf die Umerziehung ehemaliger Nationalsozialisten zu britischen Einflußagenten im Nachkriegsdeutschland. Die Abteilung der Harvard-Universität unterstand Professor William Yandell Elliot, einem langjährigen britischen Einflußagenten, der seit dem Zweiten Weltkrieg unter Schirmherrschaft und Leitung von John Wheeler-Bennett arbeitete.
»Scheiße in seidenen Strümpfen«
Enge Mitarbeiter Kissingers in Harvard waren unter Elliot zum Beispiel Zbigniew Brzezinski, der unlängst zurückgetretene Premierminister Kanadas, Elliot Trudeau, und Kissingers enger Mitarbeiter in der ersten Zeit im Nationalen Sicherheitsrat unter Präsident Nixon, Daniel Ellsberg, der seine Berühmtheit mit den »Pentagon-Papieren« erlangte.
Wie sich Kissinger seine zukünftige diplomatische Karriere vorstellte, ging aus seiner damaligen Doktorarbeit hervor, in der er gelobte, sich in seiner künftigen Laufbahn an dem führenden Vertreter der feudalistischen »Heiligen Allianz« von 1815 bis 1848 zu orientieren: Clemens Fürst von Metternich. Seit dieser Zeit ist er tatsächlich diesem Gelübde treu geblieben, seine Karriere erinnert an den berüchtigten Talleyrand als auch an Napoleons bissige Bemerkung über die Gestalt dieses Politikers: »Scheiße in Seidenstrümpfen«.
Kissingers Ausbildung wurde am Londoner Tavistock-Institut fortgesetzt. Das Londoner Tavistock-Institut ist sowohl das Zentrum der Abteilung für »Psychologische Kriegführung im britischen Geheimdienst« als auch die Koordinierungsstelle für ein Netzwerk von Institutionen über sowjetische Studien in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und anderen Staaten. Untersuchungen ergaben, daß die Abteilung für russische Studien verschiedene linke Gruppierungen in Nordamerika und Westeuropa koordiniert, dazu gehören auch Sektionen trotzkistischer Organisationen.
Juniorpartner des CFR
Das Tavistock-Institut ist ein Ableger der Londoner Tavistock-Klinik von Brigadier John Rawling Rees und Dr. Eric Trist und erhielt seit den 30er Jahren viele finanzielle Zuwendungen der Rockefeller-Familie. Zusätzlich zu ihren anderen Funktionen erhielten das Tavistock-Institut und die Klinik die Kontrolle über die Berufsorganisationen der internationalen Psychoanalytiker und der Psychologen und Soziologen allgemein.
Wie George Franklin später bestätigte, unterstand Kissinger Franklins Anleitung, als er im New Yorker Council on Foreign Relations (CFR) sozusagen als Juniorpartner in Seminaren mitwirkte, bei denen es darum ging, Abmachungen zwischen Bertrand Russell und der Chruschtschow-Regierung in Moskau über strategische Fragen schmackhaft zu machen.
Die vorgestellte Doktrin wurde von den Teilnehmern dieser Seminare akzeptiert und später der Regierung der Vereinigten Staaten als »Flexible Response« unter Präsident John F. Kennedy und als Rüstungskontrolle und atomare Abschreckung unter der Kennedy- und Johnson-Regierung übergestülpt. Diese Tatsachen gehen aus einem unter Kissingers Namen erschienenen Buch mit einem Vorwort von Gordon Dean hervor, das die Diskussionen im CFR zusammenfaßt.
Der New Yorker Council on Foreign Relations (CFR) ist die wichtigste amerikanische Niederlassung des Londoner Chatham House und die Nachfolgeorganisation der »National Civic Federation« (NCF). Der NCF war wiederum der amerikanische Flügel des »Londoner Round Table«, aus dem das Chatham House nach dem Ersten Weltkrieg hervorging. Sowohl Bertrand Russell als auch H. G. Wells waren Mitglieder der ersten Round-Table-Organisation, Lord Alfred Milners Coefficients, manchmal auch Milners Kindergarten genannt.
Nachdem Russell sich vor dem Krieg von dieser Gruppe abgespalten hatte, versöhnte er sich nach dem Krieg wieder mit den Coefficients. Von daher stellte Kissingers Überwechsel vom britischen Chatham House zu Earl Russells Geheimverhandlungen mit Moskau keinen Bruch in seiner Karriere dar.
Über das CFR wurde Kissinger von McGeorge Bundy zum Berater der Kennedy-Regierung in den Nationalen Sicherheitsrat ernannt. Bundy, den Professor John Kenneth Galbraith als »Oberhaupt des Establishments« beschrieb, verließ seine Position im Nationalen Sicherheitsrat unter Johnson, um in der Ford Foundation linke Projekte zu steuern und finanziell zu unterstützen, dazu gehörte auch die spätere terroristische Weathermen-Gruppe. Kissinger wurde von der Regierung Kennedy gefeuert, wie verläßliche Quellen mitteilten, geschah dies auf Anordnung des Präsidenten selbst.
Der Fuß in der Regierung Reagan
In den 60er Jahren bis zu seinem Eintritt in die Regierung Nixon stand Kissinger in sehr enger Verbindung zu den Geheimverhandlungen der Pugwash-Konferenz mit der sowjetischen Regierung. Später, während seiner Amtszeit im Nationalen Sicherheitsrat und im Außenministerium, betrieb Kissinger mehr oder weniger beständig die Politik eines Einflußagenten des britischen Foreign Office und des britischen Geheimdienstes SIS. Gleichzeitig war er ein Einflußagent, der seine Stimme zugunsten der strategischen Abkommen erhob, die in den Pugwash-Geheimverhandlungen mit Moskau vereinbart worden waren.
Nach seiner Rede vom 10. Mai 1982 vor dem Londoner Chatham House baute Kissinger eine Geschäftspartnerschaft mit seinem früheren Mentor, Lord Carrington, und anderen auf, die Kissinger Associates Inc. Carrington war damals gerade als britischer Außenminister zurückgetreten, jetzt ist er gerade zum Generalsekretär der Nato ernannt worden.
Hauptaufgabe von Kissinger Associates ist es, die Schuldenverhandlungen mit lateinamerikanischen und anderen Ländern dafür auszunutzen, den betroffenen Ländern wie Mexiko, Brasilien und Argentinien Bedingungen aufzuzwingen, die im Stil der britischen Kolonialpolitik die Nationen bis aufs Mark ausbluten.
Ungefähr im Oktober 1982 hatte Kissinger wieder einen Fuß in der Regierung Reagan und nutzte diesen Einfluß auf die Regierung leidlich aus, die amerikanische Regierung zum Erfüllungsgehilfen für Kissinger Associates zu machen.
Die Tatsachen bezüglich Kissingers Aktivitäten als sowjetischer Einflußagent konzentrieren sich hauptsächlich auf seine Verbindungen zu Organisationen wie die Pugwash-Konferenz, das Aspen-Institut und David Rockefellers Dartmouth-Konferenz.
Die Pugwash-Konferenz wurde 1957 von dem ehemaligen Rockefeller-Schützling Cyrus Eaton ins Leben gerufen. Sie sollte dazu dienen, Bertrand Russells Geheimabkommen mit der sowjetischen Regierung unter Nikita Chruschtschow unter Dach und Fach zu bringen. Das Abkommen sah Moskau als Zentrum eines Weltreiches, das über die Grenzen der sowjetischen Einflußsphäre hinausreichen sollte, die Stalin in Jalta zugestanden worden war.
Strategie der atomaren Abschreckung
Diese Vereinbarung wurde im Jahre 1958 auf der zweiten Pugwash-Konferenz in Quebec der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es handelte sich um die Eröffnungsansprache des Russell-Sprechers von der Oppenheimer Fraktion, Dr. Leo Szilard vom »Bulletin of the Atomic Scientist«. Um das Moskau versprochene Reich zu garantieren, sollten die anglo-amerikanischen Mächte dazu gebracht werden, eine Strategie der atomaren Abschreckung zu akzeptieren.
Grundlage dieser Doktrin war die Entwicklung von Atomwaffenarsenalen durch beide Supermächte, die zur vollständigen Zerstörung des Gegners in einem allgemeinen Krieg ausreichen würden, während gleichzeitig die amerikanische Entwicklung von Raketenabwehrsystemen gestoppt werden sollte.
Zweitens war man übereingekommen, den Fortbestand des Moskauer Reiches durch eine flexible Handhabung lokaler Kriege – zum Beispiel Vietnamkrieg – zu gewährleisten und auch örtliche begrenzte Atomkriege – Doktrin der abgestuften Vergeltung und Flexible Response – in die Kalkulation mit aufzunehmen.
Kissinger und anderen war jedoch bekannt, daß die sowjetische Militärdoktrin und militärische Aufrüstung seit 1962 unbeirrt darauf ausgerichtet war, die Sowjetunion darauf vorzubereiten, einen Atomkrieg gegen die geschwächten Vereinigten Staaten führen und gewinnen zu können. Kissinger arbeitete beharrlich an dem Ziel, diese Strategien zu verwirklichen und die USA und die Nato von der Tatsache abzulenken, daß die Sowjets in schwerwiegenden und wiederholten Fällen die mit. den Nato-Mächten vereinbarten Abkommen verletzten.
Kissinger handelte auch als sowjetischer Einflußagent in Verbindung mit Projekten, die von dem Aspen-Institut gefördert wurden. Das Aspen-Institut wurde von einem fanatischen Neumalthusianer, Dr. Robert M. Hutchins, dem ehemaligen Präsidenten der Rockefeller-Universität von Chicago, gegründet. Hutchins war auch zeitweilig Vorsitzender der Ford Foundation und des Fund for the Republic.
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