Medien ignorieren «Der geplünderte Planet»
Verfasst von: krisenfrei - 14/08/2013
Das neue Buch sei ein Weckruf, erklärt Ian Johnson vom Club of Rome. Doch nur die «Schaffhauser Nachrichten» haben kurz berichtet.
Das neue Buch «Der geplünderte Planet – Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen» hat der Club of Rome im Juni in Berlin vorgestellt, doch war es dem Fernsehen und den grossen Zeitungen in der Schweiz keine Zeile wert. Das zeigt ein Blick in die Mediendatenbank. Im besten Fall warten diese Medien, bis das Buch im Oktober noch speziell in der Schweiz beworben wird.
Immerhin geht es um die Zukunft unseres Planeten. Unterstützt von einem 15-köpfigen internationalen Expertengremium liefert der italienische Chemiker und Analyst Ugo Bardi eine umfassende Bestandsaufnahme der Rohstoffsituation der Erde. Er zeigt auf, wie wir unseren Alltag, unsere Politik und unsere Art zu wirtschaften ändern müssen, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen.
Ian Johnson, Generalsekretär des Club of Rome, stellte den neuen Bericht vor als einen «Weckruf, der gehört werden muss». Der Norddeutsche Rundfunk meinte: «Dem neusten Club-of-Rome-Bericht fehlt alles Apokalyptische. Er ist eine nüchterne Bestandsaufnahme. Wir sollten es uns nicht leisten, diese zu ignorieren».
Auch modernste Technologien können keine neuen Lagerstätten schaffen
Trotz der Endlichkeit der Ressourcen auf der Erde ist für Autor Ugo Bardi klar, dass die mineralischen Ressourcen nicht so schnell ausgehen werden: «Aber auch wenn wir diese durch den Einsatz immer kostspieligerer und schädlicherer, unkonventioneller Verfahren weiter fördern können, so gelangen wir doch zusehends und unweigerlich an die ökonomischen Fördergrenzen mancher nicht-erneuerbarer Ressourcen.» Moderne Technologie ermöglichten zwar die Förderdauer von Mineralien zu erhöhen, aber sie könnten keine zusätzliche Lagerstätten schaffen.
Diese wirtschaftlichen Grenzen der Ausbeutung würden für eine Reihe Mineralien und Metalle, die für unsere Wirtschaft zentral seien, bereits in den kommenden Jahrzehnten erreicht. Bardi nennt ein extremes Beispiel: «Als der Abbau von Kupfer begann, lag die Durchschnittskonzentration (von Kupfer im abgebauten Gestein) in der Regel bei 15 Prozent. Heute liegt sie zwischen 0,5 und 1 Prozent.» Die weltweite Kupferproduktion könne ihr Maximum bereits 2023 erreichen. Nur in den vier Ländern Chile, Australien, China und Argentinien würden fast 95 Prozent des Kupfers weltweit abgebaut.
Wegwerfgesellschaft aufgeben und Sparsamkeit fördern
Wenn das Ausbeuten von Ressourcen immer teurer und teilweise unbezahlbar werde, könnten wir unseren Wohlstand nur halten, wenn wir diese Ressourcen nicht mehr verschwenden, sondern sparsam einsetzen und recyklen. Das setze einen tiefgreifenden Wandel unserer Gesellschaft voraus: «Durch den sparsamen Umgang mit dem, was übrig geblieben ist und mithilfe erneuerbarer Energien, kann die Zivilisation fortbestehen, sofern wir alle bereit sind, unsere verschwenderischen Gewohnheiten aufzugeben», erklärt der Autor.
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EINIGE WICHTIGE ERKENNTNISSE DES 33. «CLUB OF ROME»-BERICHTS:
- Die Erschöpfung der wichtigsten Energieträger, nämlich fossile Brennstoffe und Uran, wird bereits jetzt zu einem ernst zu nehmendem Problem. Bald wird das Maximum der konventionellen Ölförderung überschritten sein und das der anderen Öl- und Gaskategorien wird kurz darauf folgen. Die Kohleförderung könnte einige Jahre weiter zunehmen, bedeutet aber eine massive Schädigung der Umwelt. Was Uran betrifft, findet in diesem Jahrzehnt zwangsläufig ein Rückgang in der Förderung prinzipiell aller auf spezifischen Lagerstätten betriebenen Bergwerke statt.
- Metalle wie Kupfer, Zink, Nickel, Gold, Silber u. a. könnten ihr Fördermaximum in weniger als 20 Jahren erreichen. Einige mineralische Rohstoffe sind aufgrund ihrer industriellen Verwendung besonders kritisch: Es gibt keinen Ersatz für Platinmetalle in Fahrzeugkatalysatoren, Seltene Erden werden für Magnete benötigt und Gallium, Germanium und Indium sind unerlässlich für die Elektroindustrie. Die Vorräte dieser Rohstoffe könnten in naher Zukunft knapp werden.
- Die moderne Landwirtschaft ist von Phosphor abhängig, da es ein lebenswichtiges Element für das Pflanzenwachstum ist und durch keine anderen Elemente oder Substanzen ersetzt werden kann. Da sich 75 Prozent des bekannten, abbaubaren Phosphatvorkommens in Marokko und der Westsahara befinden, entwickelt sich Nordafrika zunehmend zu einem geopolitischen Brennpunkt. Ein mit dem extensiven Einsatz von Phosphor in der Landwirtschaft verbundenes Problem ist die Erosion fruchtbaren Bodens als eine langfristige Bedrohung für die Landwirtschaft.
- Australien, Kanada, Kasachstan, Russland, Brasilien und Südafrika gehört der Grossteil der bekannten Uranvorkommen.
- Chile produziert ungefähr 35 Prozent des weltweiten Kupfers, und China produziert mehr als 30 Prozent des weltweiten Zinks.
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Zum Dossier «Wir hängen am Tropf von Rohstoffen»

neuesdeutschesreich said
Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.
einkritischerblick said
Der Club of Rome ist doch nichts weiter als ein „Think Tank“ (und ein ziemlich mieser dazu), der irgendwelchen wirtschaftlichen Interessen dient. Ich glaube jeder in Deutschland hat die Nase gestrichen voll vom „Ökowahnsinn“, der, initiiert durch die Politiker-Marionetten und angestossen von solchen Interessensverbänden wie dem Club of Rome, vor allem in Deutschland um sich greift.
Was hat denn die Energiewende gebracht, samt Umstieg auf „Erneuerbare Energien“ wie Windkraft und Biosprit? Die Windkraft kriegt man nicht gescheit angebunden (s. Nordsee Windparks u.a.), und muss stattdessen Kohlestrom für teuer Geld aus dem Ausland beziehen. Die Verbraucher stöhnen unter den ständig wachsenden Energie-Mehrkosten.
Dass wertvolles Ackerland für unnötige Spritproduktion verschwendet wird und deshalb die Grundnahrungsmittel viel teurer werden, wird dabei auch ignoriert – zumindest von den Gutmenschen, denen diese Teuerung nicht wie bei anderen Menschen an der Lebensgrundlage zehrt.
Schau dir doch mal die Mitgliederliste des Club of Rome an. Leute wie Liz Mohn? Oh ja, die merkt es noch nicht einmal, wenn die Lebensmittel 1000% teurer werden. Höchstens dann, wenn sich die Bevölkerung weltweit um ein paar Millionen „Kunden“ von Bertelsmann reduziert.
Solche Leute haben gut reden. Und ich wette, die fährt auch nicht mit dem Fahrrad zu irgendwelchen Meetings. Warum sollte sich also irgendeine Zeitung dafür interessieren??
Ein letzter Punkt: Laut dem Club of Rome gibt es zuviele Menschen auf dem Planeten, und sie haben sich die Reduzierung der Bevölkerung gross auf die Fahne geschrieben. Das Problem ist: sie fangen nicht bei sich an. Keiner von denen wählt den Freitod, um als gutes Beispiel voranzugehen! Es sollen wohl die anderen anfangen.
Wo fängt man also damit an? Probleme aufzeigen ist toll, vor allem die, die jeder kennt, wie z.B. Umwelt- und Resourcenprobleme. Alleine an den Lösungen mangelt es, da scheint irgendwie nix zu kommen. Biosprit? Windräder? Hahaha… eine einzige Abzocke der Dummen.
Und wie reduzieren wir die Bevölkerung, und auf welche Menge? Mal sehen…. Bill Gates würde sicher etwas dazu einfallen, vielleicht mittels Impfstoffen, für die er sich so toll einsetzt, der Gute.
Ich wüsste eine gute Möglichkeit, mit der JEDER anfangen kann, und die 100% zielführend ist, zumindest, was die Schonung der Resourcen angeht. Fahrt einfach euren Konsum zurück. Kauft Bedarfsorientiert, nicht Wunschorientiert. Man muss einfach nicht jeden Scheiss haben. Man kann seine Sachen auch lange benutzen und muss sie nicht permanent durch neue Ersetzen. Kauft lokal, weniger beim Supermarkt oder Diskounter. Esst gesünder, esst Gemüse und ein bisschen weniger Fleisch.
Kauft man lokal, müssen die Waren nicht um die halbe Welt gefahren werden. Man stützt die Wirtschaft und entzieht den riesen Firmen, welche die Umwelt zerstören, die Grundlage. Werdet bescheidener und werdet Menschen – hört auf, ausschliesslich Konsumenten und Verbraucher zu sein.
Dann müssen nämlich superreiche und Einflussreiche Menschen nicht die Zeit nehmen, und sich darüber unterhalten, was der Rest der Menschheit machen sollte, um die Probleme zu lösen, die sie selbst (also die Superreichen) massgeblich mit verursacht haben. Dann wären die vielleicht überhaupt gar nicht so reich und einflussreich wie sie es sind, und könnten weniger Probleme verursachen, die andere dann lösen sollen – natürlich immer im Namen des Guten.
krisenfrei said
Vielen Dank für diesen guten Kommentar!
Sven Boernsen said
BRAVO!