krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Archive for 3. April 2013

Beelzebub´s Triumph – Eine Tragödie in mehreren Akten

Posted by krisenfrei - 03/04/2013

von Susanne Kablitz

„Verschuldung ist nichts weiter als vorgezogener Konsum, der in der Zukunft ausfällt.“

Das waren die sehr zutreffenden Worte eines Dr. Hjalmar Schacht, der von 1923–1930 und von 1933-1939 Präsident der Deutschen Reichsbank war. Wahre Worte eines Mannes,  die seit den schlimmsten Wirtschaftsturbulenzen Deutschlands nichts von ihrer ewigen Gültigkeit verloren haben. Nun befinden wir uns wieder in wirtschaftlichen Turbulenzen, nur werden diese noch viel rauer und vernichtender als wir uns das in der Masse im Moment vorstellen können und noch viel weniger wahr haben wollen.

Die Summen mit den irrsinnig vielen Nullen, die in den letzten Jahren durch die Gazetten rauschen, sind für „normale“ Menschen nicht nachvollziehbar, viel zu abstrakt erscheinen „Rettungssummen“  und Schuldenstände. Schuldenstände,  die in %-Angaben zum „BIP“ gemessen werden und uns alle geradewegs in die vollständige Aufgabe jeglicher Freiheit führen werden.

Was ist das überhaupt, das „BIP“? Bei vielen Menschen stellt sich schon hier die völlige Ratlosigkeit ein. Die Frage nach der Relation zu den aufgehäuften Schulden führt dann zur endgültigen Kapitulation. Und hier schlägt die Stunde der Mächtigen, denn nichts ist verführerischer als Unwissenheit und Desinteresse der Betrogenen.

Seit Jahrhunderten haben Papiergeldversuche immer in totalem Chaos geendet; trotzdem setzt es sich durch, auch immer wieder.  Aber was hat eigentlich zum Siegeszug des Papiergeldes geführt, der jetzt einmal wieder sein bitteres Ende finden wird?

Vor einigen Jahrhunderten wurden Papierscheinchen nicht als Geld betrachtet, sondern lediglich als praktikabler Ersatz und als Beleg für das hinterlegte Edelmetall, das auch als Waren“geld“ bezeichnet werden konnte. Warengeld deshalb, weil hinter dem im Eigentum stehenden Edelmetalls ein echter Wertschöpfungsprozess stand.

Durch den Wertschöpfungsprozess hatte man Edelmetalle „verdient“, die nun als Sparleistung bei einem als seriös geltenden „Wertaufbewahrer“  hinterlegt wurden.  Bei Bedarf wurde das Papierzertifikat gegen den hinterlegten echten Wert, wie z.B. Gold wieder eingetauscht. Papier“geld“ war leichter und im täglichen Tauschprozess einfacher zu handhaben.  Dieses Papier“geld“ hatte Wert, da sich dahinter ein eben solcher tatsächlich verbag. Dieser tatsächliche Wert wurde gegen eine Gebühr und die Ausgabe des Zertifikates entweder für eine bestimmte Zeit sicher aufbewahrt oder an andere Menschen für eine vereinbarte Zeit ebenfalls gegen eine Gebühr ausgeliehen.

Die Zettel selber waren vollkommen wertlos, stellten sie doch einfach nur eine Quittung für den Verblieb oder den Verleih dar.

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Marktkommentar von Mack&Weise

Posted by krisenfrei - 03/04/2013

Marktkommentar – März 2013

Die Zwangsabwicklung eines aus EU-Sicht „falschen zypriotischen Geschäftsmodells“ und dessen Pleitebanken bestimmte seit Mitte März die Schlagzeilen. Obwohl es im Fall des system(un)relevanten Zyperns im Vergleich zu den bereits auf dem europäischen Rettungsroulette-Tisch liegenden Billionensummen „nur“ um „Peanuts“ – ein paar Milliarden Euro – ging, endete das zypriotische Drama mit einem wegweisenden Tabubruch in der Euro-Zone. Erstmals wurde in Europa das gesamte Bankensystem eines Landes geschlossen („Bankeinlagen sind eine sensible Sache, da muss man schnell handeln, daher macht man es am Wochenende.“, W. Schäuble) und Kapitalverkehrskontrollen etabliert. Großbanken werden zwangsabgewickelt, wobei auf Druck der Troika (EZB, EU-Kommission und IWF) Kontoguthaben, die über einen „großzügig“ gewährten „Eigentums-Freibetrag“ von 100.000 Euro hinausgingen, ohne jegliche demokratische Abstimmung – im Stile einer afrikanischen Bananenrepublik – zu einem großen Teil konfisziert wurden! Während die Euro-Retter eilig versicherten, dass es sich bei Zypern um einen Einzelfall handeln würde, und natürlich niemand die Absicht habe das Enteignungsmodell auf die anderen europäischen Pleitebanken zu übertragen, befand Eurogruppen-Chef Dijsselbloem, dass der Fall Zypern durchaus als Blaupause für andere Staaten (besser Banken) in der Not dienen könne!

 Da der gesamte europäische Bankensektor mit einer Bilanzsumme von 32,9 Billionen Euro (ca. 300% vom EU27-BIP) noch immer als völlig überdimensioniert und hoffnungslos überschuldet angesehen werden muss, ist spätestens jetzt klar geworden, dass die Sicherheit der Bankeinlagen der Bürger in Europa eine nicht mehr länger aufrechtzuerhaltende Illusion ist. Mit dem Tabubruch der EU-Rettungsdilettanten in Zypern hat sich aber auch obendrein die Gefahr von pleite beschleunigenden Bank-Runs in Europa, insbesondere in der Peripherie dramatisch erhöht. Denn welchen rationalen Grund gibt es für die Kontoinhaber Europas jetzt noch mit ihren auf 4,3 Billionen Euro bezifferten Sichteinlagen auch nur einen Tag länger im zinslosen Risiko bei einer „Brüsseler Hausbank“ zu verharren, statt sich den „gedruckten Eigentumsschutz“ in Form von Bargeld sofort ausliefern zu lassen.

Obwohl die Umstellung der Wirtschaft Zyperns auf das richtige – kein! – Geschäftsmodell die Marktteilnehmer zu Recht beschäftigte, wurden die wesentlich größeren Probleme an den Märkten unverändert komplett ausgeblendet. So herrscht im mit nunmehr 2,02 Billionen Euro rekordverschuldeten europäischen Schulden-Schwergewicht Italien und einer seit 6 Quartalen in Folge im Fall befindlichen Wirtschaft auch fünf Wochen nach der Wahl noch immer politischer Stillstand. Da, so der an der Regierungsbildung gescheiterte Wahlsieger Bersani, „derzeit nur ein Verrückter dieses Land regieren würde wollen“, könnten Neuwahlen nötig werden. Davon würden aber wahrscheinlich die „Falschen“, Grillos 5 Sterne-Partei und der sich in einem Umfragehoch befindliche Berlusconi, am meisten profitieren, so dass sich hier für Europa und den Euro ein Erdbeben andeuten könnte. Gleichzeitig setzt sich aber auch der Niedergang von Europas zweitgrößter und inzwischen mit 1,83 Billionen Euro (+116,9 Mrd. Euro p. a.) verschuldeten Volkswirtschaft – Frankreich – weiter fort (siehe Chart). Dass die Arbeitslosigkeit dort nunmehr den 22. Monat in Folge anstieg und mit insgesamt 4,998 Mio. Arbeitslosen den höchsten Stand seit Datenerhebungsbeginn 1996 erreichte, und der Haushalt des „neuen kranken Manns“ (Ex-Weltbankpräsident Zoellick) immer tiefer ins Defizit rutscht, sind absolut besorgniserregende Nachrichten für die Eurozone.

Hollande in Not - PMI Composite Output Index mit 4-Jahres-Tief!

Zwar melden die auf „deficit spending“ setzenden USA derzeit meist (noch) positive Konjunkturdaten, doch muss bei den bekannt flexiblen Statistiken und einer nunmehr erreichten Gesamtverschuldung von 106% zum BIP die Frage nach Schein und Sein dringender den je gestellt werden. Schließlich deuten sich weder bei der echten Arbeitslosigkeit noch bei den Armutszahlen irgendwelche Besserungen an! Und, obwohl sich die US-Regierung durch die Einigung im US-Haushaltsstreit ihre Finanzierung bis zum Ende dieses Fiskaljahres gesichert hat, ist nicht ansatzweise zu erkennen, wie lange die Billionendefizite noch scheinbar folgenlos von der Fed finanziert werden können.

Obwohl nicht im Fokus der Berichterstattung stehend, gewinnt der weltweite Währungskrieg allen G20-Gipfelbekundungen zum Trotz weiter an Schärfe. So findet beispielsweise Südkorea an der Geldflut Japans nun auch offiziell keinen Gefallen mehr und kündigte geeignete Gegenmaßnahmen an, während die BRICS-Staaten in Durban äußerten, ihren auf 282 Mrd. USD geschätzten Handel untereinander verstärkt ohne (!) den US-Dollar abwickeln zu wollen. „Unser Ziel ist es, die überholte internationale Finanzarchitektur zu verändern“, ließ Russlands Vertreter Margalow alle wissen und bestätigte damit den zunehmenden Vertrauensverlust in die (noch) Weltreservewährung.

Angesichts der sich verschärfenden Turbulenzen im weltweiten Finanzsystem erinnert der ungebrochene Optimismus der Aktienanleger, der den DAX zwischenzeitlich sogar über 8.000 Punkte trieb, sehr an die Rekordjagd der Märkte nach dem offensichtlichen Platzen der amerikanischen Immobilienblase, die die Märkte allerdings erst ein Jahr später kollabieren ließ. Wir halten wie OECD-Chef-Ökonom Padoen („… die Börsenkurse sind komplett aus den Fugen geraten.“) das Risiko auf diesen Niveaus für extrem hoch und sind davon überzeugt, dass vor allem die Edelmetalle über kurz oder lang von einem einsetzenden Vertrauensverlust in Gelddruckprogramme und Rettungsakrobatik profitieren werden.

Quelle: Mack&Weise

 

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Dramatisches SOS der Unternehmen Zyperns

Posted by krisenfrei - 03/04/2013

Infolge der Maßnahmen zur Sanierung des Bankwesens in Zyperns wurden zahllose Unternehmen praktisch über Nacht insolvent und sind von der Schließung bedroht.

Alle Unternehmen in Zypern schlagen Alarm und betonen, die Vernichtung des Marktes stehe vor den Toren. Sie erachten, dass mit der Schließung der Laiki Bank und den Regelungen, welche auf Basis der jüngsten Verordnungen der Zentralbank der Cyprus Bank aufgezwungen werden, die Unternehmen mit der Schließung konfrontiert sein werden. Die Unternehmer appellieren, zu Änderungen mit dem Ziel zu schreiten, Liquidität in den Markt zu leiten, bevor es endgültig zu spät sein wird.

Der neue Generalsekretär der Zyprischen Industrie- und Handelskammer (CCCI), Marios Tsiakkis, führte an, ein erster Blick auf die Anordnung der Zentralbank offenbare, dass nunmehr für jeden beliebigen Kontoinhaber das gesamte Guthaben blockiert ist, gleich ob er ein einfacher Bürger oder ein Unternehmer ist, und merkte an: “Wenn die Interpretationen aus der Verordnung wirklich diejenigen sind, die fast alle von uns wahrnehmen, ist eindeutig, dass von diesen Geldern, die mittels dieser Prozedur ‘geschnitten’ werden, praktisch nichts in die Wirtschaft zurückfließen wird.

Unternehmen wurden über Nacht ihrer Liquidität beraubt

Marios Tsiakkis betonte: “Über die – ein abgesichertes Guthaben darstellenden – € 100.000 hinaus wird der ungesicherte Betrag entweder in Form von Aktien oder in Form einer vorläufigen Sperrung blockiert, um festzustellen, ob der Schnitt von 37,5% zur Deckung der Kapitalbedürfnisse ausreicht und den verbleibenden Rest auf ein Festgeldkonto zu leiten, und die übrigen 40% werden ebenfalls blockiert. Dies bedeutet Null-Liquidität für den Geschäftsbetrieb der Unternehmen. Die Unternehmerwelt wird außer Stande sein, Löhne zu zahlen oder Produkte einzukaufen usw.

Weiter brachte er die Ansicht zum Ausdruck, “dass auf die Weise, auf die sich die ganze Situation gestaltet, die Cyprus Bank die Unternehmen nicht bedienen können wird. Mit den unvorhersehbaren Folgen für den Markt werden die Probleme nicht nur nicht gelöst werden, sondern sich vervielfachen.” Auch die Cyprus Bank werde unter diesen Gegebenheiten nicht funktionieren können, da sie kein Geld auf den Markt zu werfen vermögen wird, damit auch sie die geforderte Gewinnzone erreicht.

Hotels werden die Löhne nicht zahlen

Der Vorsitzende des Hotelier-Verbands Zyperns (ACTE), Akis Vavlitis, betont, das Ziel der Beschleunigung der Unterzeichnung der Kreditvereinbarung sei gewesen, dass es mit der Rekapitalisierung der Banken Liquidität auf dem Markt gibt. “Mit den Gegebenheiten, die wir heute vor uns finden, sind quasi beide großen Banken geschlossen worden“, meinte er und merkte an: “Es gibt Mitglieder von uns mit großen Hotelkomplexen, die auch mehr als 500 Personen beschäftigen und Schwierigkeiten haben werden, die Löhne des Monats März zu zahlen.

Akis Vavlitis erklärte, dass diese Hotels in den letzten Jahren voller Elan waren und etliche von ihnen mit den beiden zyprischen Großbanken zusammenarbeiteten. Nun seien sie wegen des große “Haircuts” ihrer Guthaben in die Knie gezwungen worden. Er führte an, dass die Lieferanten keine Schecks mehr akzeptieren, um Produkte zu liefern. “Sie wollen, dass die Bezahlungen in bar erfolgen. Da jedoch ein Mangel an Liquidität herrscht, wie sollen die Hoteliers ihre laufenden Bedürfnisse bezahlen?

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Wer regiert eigentlich (in) Europa?

Posted by krisenfrei - 03/04/2013

von Gerhard Spannbauer (krisenvorsorge

Italien

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano kündigte vor einigen Tagen seinen Rücktritt an. Der Grund war nicht schlechte Laune oder Amtsmüdigkeit, sondern ein ganz vernünftiger: Nach endlosem Verhandeln, Locken und Gezerre waren alle Parteien an der Aufgabe gescheitert, eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Beppe Grillo, der unerwartete Überraschungssieger der Wahl, hatte tatsächlich sein Versprechen gehalten, mit keiner der Parteien zu koalieren. Italien treibt führungslos dahin.

Nach der italienischen Verfassung darf der Präsident nicht in den letzten Monaten seiner Amtszeit – und die stehen gerade aus Altersgründen an – das Parlament auflösen. Daher hatte Napolitano klugerweise beschlossen, kurz vor dem Ende seines Präsidentschaftsmandates zurückzutreten, um Neuwahlen zu ermöglichen.

EZB-Chef Mario Draghi fand das gar keine gute Idee, und war darin mit Mario Monti einer Meinung. Angeblich treibt die beiden die Sorge um, die Finanzmärkte könnten nervös reagieren, wenn der alte Präsident jetzt auch noch sein Amt niederlegt. Wahrscheinlich aber fürchten die Mario Brothers aber eher, dass Beppe Grillo bei einer Neuwahl noch mehr Stimmen auf sich vereinigen und die stärkste Partei werden könnte. Die Aussicht, mit dem EU- und Euro-Kritiker und Goldman-Sachs-Feind Grillo als italienischen Regierungschef umgehen zu müssen, ist ein Alptraum für die beiden Goldman-Sachs-Banker. Also griff Draghi zum Telefon und erklärte Präsident Napolitano einmal die Sachlage. Dieser entschloss sich spontan, seinen Rücktritt zu widerrufen. Ein schönes Beispiel dafür, wer eigentlich in Italien regiert.

Die EZB (Goldman Sachs) hat möglicherweise auch schon weitere Pläne für Italien in der Schublade. Bella Italia hat nicht nur immense Staatsschulden, auch die Unternehmen und Privatleute sind hoffnungslos überschuldet. Fast sieben Prozent aller Kredite bei den italienischen Banken werden gar nicht mehr bedient (zum Vergleich: in Deutschland sind es 3%). Die gegenwärtige Patt-Situation in dem regierungslosen Land lädt ja geradezu zu einer „Machtübernahme“ durch die EZB ein, zumal eine Neuwahl den Technokraten Monti völlig ins Abseits drängen würde. Ein Sanierungsfall für die neuen, brachialen Methoden in Euroland?

Spanien

Hier ist die Verschuldungsrate noch höher: Sowohl die Staatsschulden laufen aus dem Ruder, als auch die der kleinen und mittelständischen Unternehmen und der privaten Kreditnehmer. Das iberische Bankensystem steht akut vor dem Kollaps. Die Bürger, die gestern noch den gesunden Mittelstand stellten, rutschen scharenweise in beängstigendem Tempo in die Armut ab. Täglich werden tausende säumige Hypothekenschuldner aus ihren Häusern und Wohnungen zwangsgeräumt. Über elf Prozent der der Bankkredite sind uneinbringbar.

Frankreich

Präsident Hollande wurstelt derweil sein Land immer tiefer in den Schuldensumpf. Er versucht, sein zorniges Volk durch „Wohltaten“ und gigantomanische Projekte zu besänftigen.

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