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Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Archive for 1. März 2013

Volle Kontrolle – uneingeschränkter Zugriff

Posted by krisenfrei - 01/03/2013

Eveline Widmer-Schlumpfs Bargeld-Verbot

Der aktuelle Freitags-Kommentar der «Schweizerzeit» vom 1. März 2013

Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Wer über grössere Beträge an Bargeld verfügt, steht in der Schweiz ab sofort unter generellem Geldwäscherei-Verdacht. So will es Eveline Widmer-Schlumpf verfügen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind rettungslos überschuldet. Sie sind pleite. Was dort als «Sparmassnahme» verkauft wird, zeitigt als Effekt bestenfalls eine geringfügige Verlangsamung des Schuldenwachstums.

Die gleiche Diagnose ist EU-Mitglied Griechenland, EU-Mitglied Spanien, EU-Mitglied Frankreich, EU-Mitglied Italien auszustellen.

Geldwäscherei-Verdacht

Die viel zu fett aufgeblähten, längst nicht mehr bezahlbaren Regierungsbürokratien all dieser rettungslos überschuldeten Staaten und mit Ihnen die EU-Zentralbürokratie in Brüssel reagieren auf ihre Verschuldung allesamt gleich: Sie, die Überschuldungs-Verursacher, die verbrecherischen Währungszerstörer wollen sich den vollen Zugriff auf die Vermögen sämtlicher ihnen ausgelieferter Untertanen sichern. Solch uneingeschränkten Zugriff haben sie faktisch bereits auf alle elektronisch verwalteten Vermögen aller Bankkunden in ihrem Herrschaftsgebiet. Zusätzlich wollen sie nicht mehr länger dulden, dass diejenigen, die über grössere Bargeldbestände verfügen, sich der Kontrolle durch die Staatsbürokratien entziehen können.

Deshalb dekretieren sie: Wer über Bargeld verfügt, steht generell und pauschal unter Geldwäscherei-Verdacht. Bargeld – insinuieren sie der Öffentlichkeit – könne nur haben, wer damit Illegales im Schilde führt. Deshalb müsse die Staatsbürokratie eingreifen. Deshalb das Bargeld-Verbot. Es sei «im Interesse der Öffentlichkeit» vonnöten.

Alles Lüge!

Wahrheit ist: Die an der Aushöhlung ihrer Währungen Schuldigen wollen ans Geld der Bürger. Auch an alles im Land bisher keiner Staatskontrolle unterworfene, vielmehr noch frei zirkulierende Bargeld. Das Mittel dazu: Jeder, der Bargeld besitzt, wird dem Generalverdacht der Geldwäscherei ausgesetzt.

«Hinreichender Anfangsverdacht» wird überflüssig

Bisher war im Rechtsstaat ein «hinreichender Anfangsverdacht» erforderlich, bis gegen jemanden ein Ermittlungsverfahren eröffnet werden konnte, in welchem auch alle vom Verdächtigten ausgehenden finanziellen Transaktionen und Anordnungen der Untersuchung durch die Ermittlungsorgane ausgesetzt wurden. Solch «hinreichender Anfangsverdacht» ist ab sofort nicht mehr erforderlich. Bargeld-Besitz ist Verdacht genug. Muss man gegenüber Gewaltverbrechern, gegenüber Mördern, gegenüber Räubern, gegenüber Vergewaltigern, solange diese nicht rechtmässig verurteilt sind, der Korrektheit halber immer das Wörtchen «mutmasslich» voransetzen, wenn man das ihnen angelastete Verbrechen beim Namen nennt, so ist gegenüber Vermögenden, die Bargeld besitzen, keinerlei «Mutmasslich-Einschränkung» mehr nötig.

Die Hauptschuldigen an der Staatsüberschuldung, die Staatsbürokratien nämlich, haben das Recht auf den Kopf gestellt. Bargeld-Besitz wird von vornherein kriminalisiert, weil – so ihre Konstruktion – Bargeld nur benutzen will, wer Geldwäscherei beabsichtige. So sichern sich die, welche schuldhaft die Staatsfinanzen zerrüttet haben, jederzeitig uneingeschränkten Zugriff auch auf bisheriges Barvermögen: Keine Finanztransaktion, keine Zahlung, keine Entgegennahme von Guthaben darf mehr geschehen, ohne dass dem gefrässigen Staatsapparat nicht volle Einsicht gewährleistet wird – mit dem Ziel gegebenenfalls uneingeschränkten Zugriffs.

Die grosse Versuchung

Dass Eveline Widmer-Schlumpf, Kontrollfreak, die USA und die EU bewundernde Volks-Umerzieherin – sobald ihr klar wurde, welche Eingriffsmöglichkeiten das Bargeld-Verbot den Besteuerungs-Bürokratien der USA und der EU-Zentrale eröffnet – der Versuchung kaum widerstehen würde, wie Washington und Brüssel per Geldwäscherei-Generalverdacht ans Geld der Bürger zu kommen, war zu erwarten.

Selbstverständlich tarnt sie ihre wahre Absicht heute noch: Das Bargeld-Verbot gelte, versucht sie zu besänftigen, bloss ab Fr. 100‘000. Gegenfrage: Wo hat das Bargeld-Verbot in der EU begonnen? Selbstverständlich auch bei hohen Beträgen. Und wo steht es heute? Mario Monti ist in Italien nicht zuletzt deshalb aus der Regierung gejagt worden, weil er Bargeld-Zahlungen ab Euro 1‘000 verboten hat. Weil er jeden, der über mehr als tausend Euro Bargeld verfügt, dem Generalverdacht der Geldwäscherei ausgesetzt hat.

Man hat auch in Italien bei höherem Betrag begonnen. Aber heute ist dort Bargeld-Zahlung von über Euro 1‘000 verboten. Und zu Brüssel läuft – längstens nachgewiesen – die Planung, Bargeld-Besitz überhaupt zu verbieten. Geldbewegung soll per EU-Dekret nur noch auf elektronischem, also jederzeit kontrollierbarem Weg gestattet sein. Das in Staaten, die sich vor kurzem noch als «freiheitlich» verstanden haben.

Der Franken: Gesetzliches Zahlungsmittel

In der Schweiz ist der Schweizer Franken gesetzliches Zahlungsmittel. Jeder Bürger, jede Bürgerin, jeder Einwohner, jede Einwohnerin, die nicht in einem auf rechtsstaatlichem Weg aufgrund «hinreichenden Anfangsverdachts» gegen sie eröffneten Ermittlungsverfahren stehen, haben das uneingeschränkte Recht, über Bargeld zu verfügen. Und alle haben sie das uneingeschränkte Recht, mit Bargeld Rechnungen zu bezahlen. Ohne Obergrenze!

Niemand, kein Staatsapparat besitzt ein irgendwie begründetes Recht, dazu Beschränkungen einzuführen. Es ist hierzulande das Recht jedes freien Menschen, für sich allein zu entscheiden, wie er Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Niemand darf willkürlich Obergrenzen setzen für Barzahlungen. Geldbesitz ist das Recht eines freien Bürgers. Wer dieses Recht einschränkt, handelt widerrechtlich. Wer Geldbesitz verbietet, zerstört ein Freiheitsrecht, das Recht nämlich, über ehrlich erworbenes Eigentum in Form von Bargeld in aller Freiheit zu verfügen.

Es sind die viel zu üppig ausgewucherten Staatsbürokratie-Apparate, welche die Überschuldung vieler Industriestaaten herbeigeführt haben. Diese mit dem Ziel des Überlebens freier Staaten endlich einzuschränken, wagen die im Würgegriff ihrer Bürokraten zunehmend erstickenden Entscheidungsträger in den Staaten offensichtlich nicht mehr. Die Staatsapparate sind für Regierungen tabu. Stattdessen werden die freien Bürger kriminalisiert. Wer über grosse Bargeldbeträge verfügt, ist von Anfang an Geldwäscher.

Mit Demokratie hat die Bargeld-Einschränkung nichts zu tun, mit Rechtsstaats-Zerstörung um so mehr.

Ulrich Schlüer

Quelle: schweizerzeit

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Bankeninsolvenzen: Von Island lernen, heißt siegen lernen

Posted by krisenfrei - 01/03/2013

Auszug aus dem GEAB-Bericht Nr. 72

Angesichts des zu erwartenden Schocks gehen wir davon aus, dass viele Länder, und unter ihnen auch die USA, sich bei der nächsten Bankenkrise ein Vorbild an Island nehmen werden und Banken nicht mit viel frischem Geld retten, sondern sie in die Pleite gehen lassen werden (14). Ein Beispiel dafür lieferte schon Irland, das die Bank IBRC liquidierte, und es dürfte Schule machen. „Wie Irland seine Bankenlast in nur einer Nacht abwarf“, lautete die bewundernde Schlagzeile von La Tribune (15). Die isländische Methode bietet sich immer mehr als die adäquate Lösung bei einer neuen Bankenkrise an, und dies aus den folgenden Gründen: Zum einen scheint dies viel besser zu wirken als die Rettungsschirme, die in anderen Ländern aufgespannt wurden, wenn man sich ansieht, wie auf welch gutem Weg Island ist, sich von seiner Finanzkatastrophe zu erholen. Zum anderen fehlen den Staaten inzwischen schlichtweg die Mittel, um die Banken noch einmal zu retten. Und schließlich ist es doch recht offensichtlich, dass es für jede Regierung sehr verlockend ist, mit einer Maßnahme, die in der Bevölkerung mit viel Beifall aufgenommen würde, einen Teil ihrer Schulden und „toxische Werte“ abstoßen zu können, die ihre Volkswirtschaft belasten.Diese Banken, die als „too big to fail“ gelten, sind nämlich Inhaber von riesigen Forderungen gegen westliche Staaten und Privatpersonen; aus ihnen ziehen sie ihren Profit und auf sie bauen sie ihre Macht. In vorhergehenden Ausgaben des GEAB haben wir bereits eine Parallele gezogen zwischen einer Bank wie z.B. Goldman Sachs und den Templern (16), einem Orden von Mönchssoldaten im 13. Jahrhundert, der sich auf Kosten des Staates übermäßig bereichert hatte, bis er vom König Frankreichs Philippe dem Schönen zerschlagen und sein Vermögen eingezogen wurde. Einige geplante Maßnahmen, von denen man in den Medien lesen kann, weisen schon in diese Richtung. So wollen einige Staaten z.B. die Banken zwingen, Geschäftsbanken und Sparkassen zu trennen (17); dies würde in der Tat dazu führen, dass die Probleme der ersten nicht auf die zweiten durschlagen würden. Genauso kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die vielen, gegenwärtig gegen große Banken ganz zu Recht anhängige Klagen oder verhängte Strafen (Barclays usw. (18)) ein Mittel der Regierungen sind, an das Geld der Banken zu kommen, um es wieder dem Staat oder der Realwirtschaft zuzuführen.

Sicherlich werden die Regierungen der großen Länder nicht aktiv am Untergang einer Bank arbeiten; aber eines ist sehr wohl sicher: Heute und in der weiteren Zukunft sind die Motivation der Behörden und die finanziellen Mittel, die sie aufwenden würden, um Banken vor einer Pleite zu retten, himmelweit von der und denen entfernt, die sie 2008 und 2009 aufwandten. Sollten dennoch einige der „too big to fail“- Banken Gnade vor den Augen der Regierungen finden, wie Bank of America, die in großen Schwierigkeiten stecken soll (19), so ist jedoch sicher, dass die Verantwortlichen so weitgehend wie möglich zur Kasse gebeten würden.

Aber unabhängig von den Maßnahmen, für die sich die Regierungen in nächster Zeit entscheiden werden, wird dieser neue Schock, den wir schon in der 62. Ausgabe des GEAB vorhergesagt hatten („2013 : Ende der Vorherrschaft des US-Dollars als wichtigstes Zahlungsmittel des Welthandels“) den Machtverlust der USA beschleunigen und die Vorherrschaft des Dollars als wirksamstes Mittel amerikanischen Einflusses in der Welt brechen.

Quelle: leap2020

 

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Eine Lösung der globalen Krise

Posted by krisenfrei - 01/03/2013

Eine Lösung der globalen Krise – Thomas H. Greco Jr.

GELD UND SCHULDEN: Teil II: Freiheit und das monetäre Ideal Copyright © 1988 Thomas H. Greco Jr. [Dieser Artikel ist die Überarbeitung eines Kapitels aus einem in Vorbereitung befindlichen Buch mit dem Titel: „Nach dem Crash: Wiederaufbau von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Übersetzung aus dem Amerikanischen: N.N., Sept. 1988]

Die Beilegung der internationalen Schuldenkrise Die weltweite Schuldenexplosion ist das Ergebnis der Tatsache, dass das Geld- und Finanzwesen sich fest in der Kontrolle eines transnationalen Bankenkartells befindet, welches ein faktisches Monopol unterhält. Die Zentralbanken der wichtigsten westlichen Staaten erschaffen das Geld (Kredit) auf der Grundlage der Verschuldung von Regierungen, Unternehmen und Individuen im Wesentlichen aus der Luft. Indem die Banken diese „Verschuldung“ mit Zinsen (Wucherzinsen) belasten, welche in sich schon ungerecht sind, haben sie Vermögen und Macht in ihren Händen konzentriert, während sie die Gesamtverschuldung ansteigen lassen.

Die Schuldner als Ganzes sind in eine unmögliche Situation gebracht worden. Mit dem Versuch, den Zahlungsforderungen der Banken nachzukommen, haben viele Schuldnerländer ihren Völkern Härten auferlegt, die unbeschreibliches Leid verursachten und viele an den Rand des Verhungerns brachten. Weiter sind sie durch den Zwang zur Produktionsexpansion für den Export gezwungen worden, ihre physische Umwelt zu demütigen.

Die derzeitige Situation ist nicht mehr tragbar, weder moralisch, politisch, noch ökonomisch oder ökologisch. Soziale Gerechtigkeit, Weltfriede und das blosse Fortbestehen des Lebens auf diesem Planeten sind abhängig von einer vollständigen Umstrukturierung der Praktiken im Geldwesen und der Buchhaltung der Unternehmen. Allgemein umrissen werden folgende Massnahmen für erforderlich angesehen:

1. Als aller erstes muss unser derzeitiges „Schulden-Geld“ System aufgegeben werden. Es muss ein vollständig neues Geldsystem eingeführt werden. Es sollte

1) auf der Produktion von Vermögen gegründet sein, nicht auf Schulden,
2) frei sein von jeglichen Monopolkontrollen und staatlichen Einmischungen und
3) lokal nach vereinbarten Praxisstandards verwaltet werden.
2. Zweitens müssen derzeitige Bankforderungen („Schulden“) innerhalb relativ kurzer Zeit ausgeglichen und eliminiert werden, so dass neue, gerechte Vereinbarungen zukünftig die Oberhand gewinnen.

Im Interesse eines harmonischen Übergangs vom heutigen ungerechten, ausbeuterischen und dysfunktionellen Geldsystem zu einem gerechten und freien Geldsystem wird vorgeschlagen, dass sowohl „Gläubiger“ Banken als auch „Schuldner“ Länder, -Unternehmen und individuelle „Schuldner“ folgende Bedingungen zur Rückzahlung von Krediten akzeptieren, welche früher von den Banken verlängert wurden:

1. (Wucher) Zinsen sollen sofort abgeschafft werden.
2. Die Rückzahlung der ursprünglich aufgenommenen Kreditsumme an die Banken muss neu festgesetzt werden, so dass sie nur einenvernünftigen Teil des Einkommens ausmacht. Bei unterentwickelten Ländern sollten dortige Härten gelindert, und die Schuldenrückzahlung auf einen vernünftigen Prozentsatz am Ertrag reduziert werden, so dass keine übermässige Not für die Bevölkerung des Schuldnerlandes entsteht.
3. Die Rückzahlungen von unterentwickelten Staaten müssen in Form von Naturalien (was immer diese Länder als Exportprodukte in den letzten Jahren etabliert haben) erlaubt sein.
4. Der Preis, zu welchem diese Güter gegen die ausstehende Schuld verrechnet werden, sollte bei dem zum Verrechnungsdatum gültigen Marktpreis oder bei einem Durchschnitt jüngster Marktpreise (über die letzten 5 Jahre etwa) angesetzt werden (bei dem höheren vonbeiden).
5. Jede „Zins“-Zahlung, die schon oder noch geleistet wurde / wird, soll als Rückzahlung der ursprünglich aufgenommenen Kreditsumme angerechnet werden.

Die „Ätherisierung“ des Geldes Wie Mark Kinney in einer so scharfsinnigen Weise aufzeigt, ist jede zivilisatorische Phase auf neuen Kommunikationsmedien gegründet, welche mit neuen Formen von „typischer Konzeptualisierung“ und „integrativem Denken“ einhergeht. Die daraufhin neu auftauchenden Verhaltensmuster sind vom „Element des Austauschs“ abhängig. Jede zivilisatorische Phase bedarf der Entwicklung eines Austausch – Elementes, welches zu ihren anderen Elementen passt.

Kinney zitiert Arnold Toynbee’s Behauptung, dass die Menschheit ständig ihre Methoden „ätherisiert“, um mit weniger Aufwand mehr zu erreichen. Das bedeutet, dass jedes neue Kommunikationsmedium seinen Vorläufer übertrifft, indem es grössere Informationsmengen von grösserer Präzision mehr Menschen über grössere Entfernungen mit weniger Aufwand zugänglich macht.

Ganz klar ist das der Fall, wenn wir Entwicklungen in den Kommunikationstechnologien über die letzten paar Jahrhunderte und insbesondere die computerisierten Telekommunikationskanäle betrachten, die explosionsartig im letzten Jahrzehnt auf der Bildfläche erschienen sind. Unsere Methoden sind deutlich nicht nur in ihrer Form sondern auch in ihrem Gehalt „ätherisiert“ worden. Information wird mit zunehmendem Mass abstrakt und symbolisch, und das Übertragungsmedium ephemerisch (flüchtig, energetisch, unkonkret). Wir sehen also eine Weiterentwicklung von physischen, informationstragenden Objekten über handgeschriebene und gedruckte Dokumentation, welche physisch transportiert wird, zu elektrischen und magnetischen Impulsen, die mit Kabel und Radio/TV übertragen werden.

Das Schlüsselelement, welches in der momentanen Transformationsstufe fehlt, ist ein der Situation angemessenes Austausch – Element. Das Tauschmedium, mit welchem wir alle vertraut sind, und welches in der Tat unser Leben dominiert, ist das Geld.

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Europa enteignet erstmals die Gläubiger einer Bank

Posted by krisenfrei - 01/03/2013

Von Sebastian Jost und Karsten Seibel

Das hat es selbst in Griechenland bislang nicht gegeben: Die niederländische Regierung hat über Nacht Anleihen der Bank SNS für wertlos erklärt. Das bedeutet für Privatanleger den Totalverlust.

Fassungslos hielt Martin Schröder (Name geändert) den Brief in der Hand. Darin eröffnete die Bank ihrem Kunden aus Südbaden, dass die größte Position in seinem Wertpapierdepot über Nacht wertlos geworden war.

80.000 Euro hatte der Künstler in Anleihen der holländischen Bank SNS Reaal investiert. Und nun das: Die niederländische Regierung habe die Anleihen für wertlos erklärt, teilte die Bank Anfang Februar mit.

Die Papiere wurden ersatzlos eingezogen, ohne Entschädigung. Schröder war enteignet, sein Geld weg.

Die Immobilienbank SNS ist eine von vielen Banken, die im Zuge der Finanz- und Euro-Krise verstaatlicht werden mussten. Der Unterschied: Diesmal soll der Steuerzahler die Zeche nicht allein bezahlen. Deshalb bittet die niederländische Regierung zumindest bestimmte Gläubiger zur Kasse.

Am Montag segnete der Staatsrat in Den Haag dieses Vorgehen als rechtmäßig ab – und statuierte damit ein Exempel, das die Besitzer von Bankanleihen in ganz Europa alarmieren muss. “Der Markt wird vollkommen durcheinander gewürfelt werden”, prophezeit Joachim Felsenheimer, Rentenexperte beim Vermögensverwalter Xaia.

Der Fall SNS könnte Schule machen

Schon bei früheren Bankenrettungen mussten Eigentümer und Gläubiger einen gewissen Beitrag zur staatlichen Sanierung leisten. Doch nie ging eine Regierung so radikal vor wie bei SNS. Im Falle Griechenlands etwa wurden nur die Besitzer von Staatsanleihen an der Rettung des Landes beteiligt, die Gläubiger der Banken blieben sogar völlig schadlos.

Bei SNS verloren nun Aktien und nachrangige Anleihen ihren Wert vollständig. “Eine Komplettvernichtung der Investments ist schon ein exorbitanter Einschnitt”, sagt Marc Hellingrath, Fondsmanager für Bankanleihen bei Union Investment.

Und der Fall SNS könnte Schule machen. So wird in Kreisen der Bundesregierung auf genau dieses Beispiel verwiesen, wenn es darum geht, wie man mit den angeschlagenen zyprischen Banken umgehen sollte.

Maßgeblich bestimmt wird die Debatte unter den europäischen Regierungen ausgerechnet von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem – der als niederländischer Finanzminister gerade die harte Linie bei SNS Reaal fährt. Nun sollen also auch in Zypern Anleihenzeichner zur Kasse gebeten werden, womöglich sogar vermögende Sparkunden der Banken.

So weit ging Dijsselbloem bei SNS Reaal noch nicht. Sparkunden blieben ebenso verschont wie die Besitzer von erstrangigen Anleihen, im Finanzjargon “senior” genannt. Die Enteignung trifft nur nachrangige Anleihen, die prinzipiell immer mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet sind und dafür auch eine höhere Verzinsung versprechen.

Früher waren wenigstens 20 Prozent Entschädigung drin

Diese Anleihen wären ohnehin wertlos gewesen, wenn der Staat nicht eingegriffen hätte und die Bank in die Pleite gerutscht wäre, argumentierte der Finanzminister. Allerdings: In früheren Insolvenzfällen waren bei Nachrang-Anleihen immer noch wenigstens 20 Prozent Entschädigung drin.

Und in der Finanzkrise hatten sich die Gläubiger an noch weitaus geringere Einschnitte gewöhnt, weil die Last der Steuerzahler trug.

Das zu ändern, sei längst überfällig gewesen, sagt Finanzprofessor Dirk Schiereck von der Technischen Universität Darmstadt. “Es war politisch immer schwieriger zu rechtfertigen, warum der Steuerzahler einspringen muss, während Kapital, das eigentlich haften sollte, in der Praxis doch nicht haftet.”

Er rechnet deshalb damit, dass es Nachrang-Gläubigern auch bei künftigen Bankenrettungen ähnlich ergehen wird wie bei SNS.

“In Spanien hätte es eigentlich schon bei diversen Sanierungsfällen enorme Haircuts geben müssen”, sagt auch Fondsmanager Hellingrath. Die Regierung habe davor zurückgeschreckt, weil Nachranganleihen dort in großem Umfang von Privatanlegern gehalten würden.

SNS-Papiere waren dagegen eher etwas für institutionelle Investoren – Pech für die wenigen Privatanleger wie Martin Schröder.

Die Finanzierungskosten werden sicher steigen

Was die Staatshaushalte entlasten soll, könnte die Banken ordentlich Geld kosten: “Die Finanzierungskosten werden mit Sicherheit steigen”, sagt Felsenheimer.

Schließlich dürften sich die Investoren das höhere Risiko mit höheren Zinsen ausgleichen lassen. Das sei aber nur ein Nachholeffekt: “Bisher haben die Zinsen das Ausfallrisiko bei Nachranganleihen nicht angemessen gespiegelt.”

Dass der Anleihenmarkt komplett zusammenbricht, erwartet Felsenheimer nicht. “Jeder Fall wird einzeln analysiert werden”, meint auch Hellingrath. Das heißt aber: Banken mit schwacher Kapitalausstattung dürften es an den Kreditmärkten noch schwerer haben als bisher.

Und diese Unruhe bleibt womöglich nicht auf Nachranganleihen beschränkt. In Anlageforen wird bereits sorgenvoll darüber spekuliert, dass künftig auch “Senior”-Papiere nicht mehr sicher sein könnten.

Schließlich deuten politische Absichtserklärungen darauf hin, dass man eine breite Gläubigerbeteiligung bei Sanierungsfällen anstrebt.

Dann aber geht es ans Eingemachte, denn erstrangige Anleihen bilden neben Pfandbriefen das Finanzierungs-Rückgrat aller Banken, die wenig eigene Spareinlagen haben.

Schleusen der Zentralbanken sind weit geöffnet

“Im Moment dürften keine Engpässe entstehen, weil die Schleusen der Zentralbanken weit geöffnet sind”, sagt Bankenprofessor Schiereck. Danach drohe aber eine Zweiklassengesellschaft – mit Banken, die noch Geld bekommen, und anderen, die keines mehr bekommen.

Eine mögliche Lösung für die Anleihenmärkte findet sich indes im Reformkonzept der Liikanen-Kommission: Sie schlägt unter dem Stichwort “Bail-in-Bonds” vor, die Banken zur Ausgabe spezieller Anleihen zu zwingen, die im Krisenfall in Eigenkapital umgewandelt werden würden.

Diese Anleihen wären für die Banken sehr teuer – doch dafür gäbe es stets eine weitere Brandmauer, ehe auch Senior-Anleihen leiden. “Dann könnte sich jeder Investor entscheiden”, sagt Schiereck, “wie viel Risiko er sich einkaufen will.”

Quelle: globalecho

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Diesbezüglich kann ich mich nicht oft genug wiederholen.

Holen Sie ihr Geld von der Bank

 

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