krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Archive for 10. Februar 2013

Konsequent pervers

Posted by krisenfrei - 10/02/2013

Volker Bräutigam

Das Gebot „Du sollst nicht töten“ (1. Mose 9, 5-6) ist bereits im Alten Testament mehrmals formuliert, in den Büchern Mose und in den Psalmen. Im Neuen Testament gehört es als Jesus-Wort zum theologischen Kern: „Wer das Schwert nimmt, der soll durch
das Schwert umkommen.“ (Matthäus 26, 52 und zahlreiche weitere NT-Fundstellen: in der Apostelgeschichte, bei Jakobus, in der Offenbarung). Wie christliche Militär-„Seelsorger“ ihren Beruf ausüben können, ohne ihrer uniformierten Gemeinde das menschlichste aller biblischen Gebote permanent vorzuhalten, bleibt ihr pfäffisches Geheimnis. Ihre Hohen Priester, der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann und sein katholischer Kollege Franz-Josef Overbeck, haben der christlichen Perversion jüngst die Krone aufgesetzt. Sie schlugen dem Bundeskriegsminister Thomas de Maizière (CDU) vor, in Potsdam einen Ehrenhain für die in Afghanistan ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldaten zu errichten.

Nach dem Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch im nächsten Jahr sollen die Denkmäler im zentralen „Camp Marmal“ in Masar-i-Scharif, im Feldlager Kundus sowie im Außenposten „Observation Point North“ bei Baghlan abgebaut werden. Ein viertes Ehrenmal aus dem einstigen Lager Faisabad, das die Bundeswehr im Oktober geräumt hat, ist bereits in einen Container verpackt, bestätigte das Einsatzführungskommando in Potsdam. Da soll nun würdigerer Umgang her. „Potsdam ist der zentrale Ort, von dem aus alle Auslandsmissionen der Bundeswehr gesteuert werden“, begründete Oberchrist Dutzmann laut der Tageszeitung Märkische Allgemeine seinen geschichtsvergessenen Vorschlag. Das Kriegsministerium prüft den zur Zeit.

Wir haben – Karl Theodor zu Guttenbergs Erbe – eine Berufsarmee. Zum Berufsbild des Söldners gehört, zu töten und zu vermeiden, selbst getötet zu werden. In Afghanistan haben, seit Gerhard Schröder sich zum Komplizen des US-Massenmörders George W. Bush machte, 52 BW-ler diesem Berufsbild nicht voll entsprochen. Sie kehrten in Leichensäcken vom Hindukusch zurück. Laut ministerieller Statistik starben 34 von ihnen „durch Fremdeinwirkung“ und 18 aufgrund „sonstiger Umstände“, z.B. bei Hubschrauberabstürzen, beim unsachgemäßen Umgang mit Waffen sowie – in drei Fällen – von eigener Hand.

Diese Toten zu beweinen ist den hinterbliebenen Angehörigen vorbehalten. Das förmliche Trauern hingegen gehört zu den selbst auferlegten repräsentativen Aufgaben unserer parlamentarischen Heuchler. Deren propagandistischen Zwecken und emotionalem Bedürfnis nach öffentlicher Exculpation sollen die Tafeln mit den Namen und Daten der „Gefallenen“ sowie das davor jeweils organisierte Zeremoniell dienen.

Diese Politiker sind zu verachten. Die Hinterbliebenen sind zu bedauern. Mitleid mit ihren Toten jedoch kann ich nicht empfinden. Es verbittert nur, dass unsere Berufsarmee zunehmend und zynischerweise aus sonst beruflich weitgehend chancenlosen jungen Leuten gebildet wird, darunter überproportional viele aus den wirtschaftlich benachteiligten östlichen Bundesländern. Im Auslandseinsatz und für hohe Soldzulagen werden sie zu abhängigen Killermaschinen verkrüppelt – letzten Endes ebenfalls Opfer deutschen imperialistischen Wahns. Warum wohl haben sich seit 1998, praktisch dem Beginn der Auslands-Kampfeinsätze – Gerhard Schröders und Joseph Fischers Erbe! – 20 deutsche Soldaten selbst das Leben genommen?

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ESM (Effiziente-Staaten-Manipulation)

Posted by krisenfrei - 10/02/2013

Von Zigorio

Jetzt ist er da, der ESM. Mittlerweile ein paar Monate alt und verhält sich wie ein Säugling. Er schreit nach Futter, bekommt es in Milliardenhöhe – wird aber trotzdem nie satt. Die finanzielle Nahrung wandert in den Verdauungstrakt und wird dort in den undurchsichtigen Gedärmen verwertet. Unten raus kommt, wie bei allen Babys, der braune Rest. Bei Säuglingen wird er den ordentlichen Abfallentsorgungen zugeführt. Beim ESM hingegen wird die finanzielle Fäkalmasse dem Volk als wirtschaftlicher Dünger verkauft und den Banken in den Rachen gestopft, als seien sie Mastvieh. Geschmacksnerven besitzen die Geldinstitute schon lange nicht mehr, sonst würden sie zwischendurch realisieren, mit was sie gefüttert werden. Aber denen ist es egal, wie’s schmeckt…Hauptsache, es hat genug von dem braunen Zeug.

Seit Oktober 2012 dürften etliche, politischen Landkarten neu gemalt werden. Sonst hat sich für das Volk nichts zum Positiven verändert. Der Otto Normalbürger hat immer noch seinen Job oder Hartz IV, die Spareinlagen des Volkes schlummern (angeblich)  auf den Bankkonten und die suggerierte „Konsumfreiheit“ jedes Einzelnen scheint auch nicht beschnitten worden zu sein.

Warum also die ganze Hysterie um den ESM? Ist ja nix passiert, strahlt die Supernanny Merkel grinsend  ins Volk. Der Bundesonkel Gauck setzte damals seine geschichtsträchtige Unterschrift auf das umstrittene Papier, als würde er einen Kaufvertrag unterschreiben. Im Prinzip hat er genau das gemacht. Mit seiner Signatur hat der Bundespräsident einen milliardenschweren Deal unterzeichnet, der einerseits die finanzielle Autonomie des von ihm repräsentierten Staates einer übergeordneten Macht überträgt und andrerseits noch eine Zahlungsbereitschaft von 190 Mia. zusichert. Als Gegenleistung bekommt er ein Stimmrecht im Gouverneursrat – toller Deal. 190 Mia. für ein paar Stühle. Die müssten eigentlich aus purem Gold sein. Daher ein Appell an Herrn Gauck  in eigener Sache:

Lieber Herr Gauck, wenn das Stimmrecht im ESM von eingezahlten Geldern abhängig ist, dann grenzt dies schon an Korruption und zudem ist der Preis doch ein wenig überteuert, nicht? Es wäre sicher günstiger gegangen – finanziell und vertraglich. Gönnen Sie sich das Zitat von Woodrow Wilson:

“Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherrschender Männer unterworfen ist.”

Woodrow Wilson 1919,  28. Präsident der USA

 

Gruselkabinett

Um die Verbindlichkeiten des ESM und dessen Machtinstrumente nochmals zu verdeutlichen, sind hier ein paar Auszüge aus dem Vertrag:

Art. 2, Abs. 7 ESMV

“Die Stimmrechte eines jeden ESM-Mitglieds, die von dessen Beauftragten oder dem Vertreter des Letztgenannten im Gouverneursrat oder im Direktorium ausgeübt werden, entsprechen der Zahl der Anteile, die dem betreffenden Mitglied gemäß Anhang II am genehmigten Stammkapital des ESM zugeteilt wurden.”

Klassischer Stimmenkauf. Mitspracherecht im ESM basiert nicht rein auf der Mitgliedschaft, sondern ergibt sich aus der Menge des einbezahlten Betrages. Demokratie?

Art. 15, Abs. 1 ESMV

“Der Gouverneursrat kann beschließen, Finanzhilfe mittels Darlehen an ein ESM-Mitglied speziell zum Zwecke der Rekapitalisierung von Finanzinstituten dieses ESM-Mitglieds zu gewähren.”

Im Klartext heisst das, alle Banken von ESM-Mitgliedern können zocken was das Zeugs hält. Bei Verlust bekommen sie Geld vom ESM. Wenn man genau hinschaut sieht man das Perfide an der Sache: Das ESM-Mitglied (Staat) bekommt ein Darlehen vom ESM. Der Staat gibt das Geld weiter an die marode(n) Bank(en). Die Finanzinstitute sind wieder flüssig und können unbedarft weitermachen. Der Staat hingegen haftet für das Darlehen, welches er vom ESM erhalten hat. Sollte die Bank ihren Verpflichtungen gegenüber dem Staat für dessen Finanzhilfe nicht nachkommen und oder wieder sich verzocken … beginnt das Spiel von vorne.  Die Rechnung bezahlen darf schlussendlich immer der Staat als Bürge, respektive die Steuerzahler. Aktuelle Wirtschaftsberichte über die schlechte Rückzahlungsmoral der Banken bestätigen, dass es so kommen wird. Den Rest des Beitrags lesen »

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