krisenfrei

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Archive for 19. November 2012

Kein Staat kann jemals ein Rechtsstaat sein

Posted by krisenfrei - 19/11/2012

Ein Zwischenruf von Roland Baader: Über das Elend der Wirtschaftswissenschaften und den Staat

von Apo Phil

Marktwirtschaft oder Kapitalismus funktionieren auch dann, wenn die Beteiligten ihr Wesen und ihre inneren und verborgenen Mechanismen nicht verstehen. Zum Glück ist das so, denn da es nur wenige Personen gibt, die fundierte Kenntnisse über die komplexe Natur und die spontanen Kräfte des Marktes ihr Eigen nennen, könnte Marktwirtschaft sonst nicht stattfinden. Wenn der Markt nur funktionieren würde, wenn die Beteiligten seine komplexen Regelmechanismen kennen und verstehen, könnte es ihn nicht geben. Es würde dann nur ein winziger Bruchteil der heutigen Menschenzahl leben – und diese wenigen würden buchstäblich noch auf den Bäumen hausen. Bereits die Steinzeitmenschen kannten nämlich arbeitsteilige Prozesse und den Tauschhandel, folgten also einfachen Grundstrukturen des Marktes.

Dieser eigentlich glückliche Umstand hat jedoch einen großen, verhängnisvollen Nachteil: Die Tatsache nämlich, dass kaum jemand erkennen, ermessen und beurteilen kann, welche immensen Schäden verursacht und welche Gefahren heraufbeschworen werden, wenn die Politik am unsichtbaren und unüberschaubar komplexen Uhrwerk der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung herumschraubt.
Das gilt leider auch mehr und mehr für die professionellen Ökonomen selber, die unsere philosophische Kunst im Verlauf der letzten 50 Jahre zu einer Schein-Naturwissenschaft und zu einer Scharlatan-Abteilung der Mathematik gemacht haben. Ein Resultat davon ist das geradezu perverse Faktum, dass es in Deutschland zwar kaum einen Ökonomen gibt, der nicht mit großer Hochachtung von Friedrich A. von Hayek als einem der bedeutendsten Nationalökonomen und Sozialphilosophen sowie einem herausragenden Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie reden würde, dass es aber zugleich in ganz Deutschland nicht einen einzigen Lehrstuhl für Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften gibt, der von einem Vertreter dieser Schule besetzt wäre. Das ist in etwa so, wie wenn es in unserem Land keinen einzigen Physikwissenschaftler geben würde, der etwas von Einsteins Relativitätstheorie versteht.

In den USA gibt es rund drei Dutzend Professoren und namhafte Autoren, die als Vertreter der Österreichischen Schule gelten können und damit implizit auch Protagonisten der freien Marktwirtschaft oder des „reinen” Kapitalismus sind (u.a. auch Hans-Hermann Hoppe). Sie und ihre Schüler nennen sich schlicht Austrians (Österreicher). Diese Schule geht auf die bedeutendsten Köpfe der Nationalökonomie im deutschsprachigen Raum zurück, die fast alle in Wien beheimatet waren oder dort im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts gelehrt haben. Die wichtigsten waren Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises, Friedrich A. von Hayek, Gottfried Haberler und Fritz Machlup. Die letzteren vier sind in die USA ausgewandert und haben dort lange Jahre oder gar Jahrzehnte gelehrt. In den europäischen Ländern (außer Deutschland) sind die Austrians wenigstens vereinzelt auf Lehrstühlen vertreten. Diese Schule verkörpert die einzig nicht-korrumpierbare Nachfolge der nationalökonomischen Klassik und wurde durch das Lügen- und Irrtumskonvolut des Lord Keynes (den sogenannten „Keynesianismus”) verdrängt, das den Politikern der Welt die angeblich „wissenschaftliche” Legitimation zur Defizit- und Schuldenanhäufung, zur beliebigen Geldschöpfung und zum endlosen Herumdoktern am Körper der Volkswirtschaften verliehen hat. Seither gelten die theoretischen Konzepte für die zerstörerischen Staatsaktivitäten der Geld- und Zinspolitik, der Fiskal- und Beschäftigungspolitik als „Wissenschaft”. Und die Ökonomen sind mit diesen Irrlehren zu mathematisierten Makro-Klempnern geworden, die sich einbilden können, Vertreter einer „harten” Wissenschaft zu sein (wie die Naturwissenschaftler), und die nun endlich ihr Image als nutzlose Philosophen ablegen und Karriere als begehrte „Weise” und „Sachverständigenräte” der politischen Gesellschaftsklempner-Kaste machen können.

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Zwei Wirbelstürme und das Ende Amerikas

Posted by krisenfrei - 19/11/2012

GEAB N°69 ist angekommen! Von Katrina zu Sandy: Zwei Wirbelstürme und das Ende Amerikas, wie wir es kannten

Wie LEAP/E2020 es seit mehreren Monaten vorhersagt, ist der große Schock für die Weltwirtschaft und die globale politische Stabilität sehr wohl im Herbst 2012 in Form eines symbolträchtigen Ereignisses hereingebrochen, über das in den Geschichtsbüchern nachzulesen sein wird: Wirbelsturm Sandy. In der politischen Antizipation als Methode, auf die die Arbeiten von LEAP/E2020 gründen (1), ist Sandy unter zwei Gesichtspunkten wichtig: Zum einen ist es ein Ereignis, das wie ein Wassertropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, bei den Menschen angesichts der angestauten Probleme die Überzeugung entstehen lässt, dass es so nicht weitergehen kann, dass Dinge sich grundlegend ändern müssen; zum anderen ein Ereignis, das die Perspektive der Menschen verändert und den Blick auf die neue Wirklichkeit freigibt – denn man muss immer unterscheiden zwischen der Realität einer umfassenden Veränderung (die sich zumindest seit 2008 vollzieht) und dem Moment, an dem diese Veränderung endlich im kollektiven Bewusstsein als solche angekommen ist – was hier konkret bedeutet, dass erst jetzt den Menschen bewusst wird, dass Amerika nicht mehr das ist, was es einmal war.

Oktober 2012 wird damit in die Geschichtsbücher als der Zeitpunkt eingehen, an dem das Amerika der Nachkriegszeit und des ausgehenden 20. Jahrhunderts unterging. Der 29. Oktober 2012, der Tag, an dem der Wirbelsturm Sandy über New York hereinbrach, auf den Tag genau 83 Jahre nach dem Schwarzen Dienstag der Weltwirtschaftskrise, die 1929 begann, legt vor den Augen der Welt den wahren Zustand der amerikanischen Gesellschaft und ihres herausragenden Symbols, die Stadt New York, bloß. Die Kehrtwende der großen Medien weltweit ist erstaunlich, die alle am Morgen nach einem Wahltag, der fast überall auf der Welt Anlass zu Freude gab, mit Schlagzeilen aufmachten von einem Amerika „das sich verändert habe“, „gespalten sei“, ein „Dritte-Welt- Land“, „in der Sackgasse“, „vor dem Untergang“ usw. (vgl. unten die Liste der Links). Sandy hat die Fassaden des alten Amerikas unserer Nostalgie endgültig zum Einsturz gebracht und den Blick auf das wahre Amerika freigegeben.

Sandy bestätigt alle Vorhersagen, die LEAP/E2020 seit sechs Jahren über den Niedergang der USA verfasst hat und insbesondere die, die wir in der 65. Ausgabe des GEAB veröffentlichten (2); sein Wüten markiert den Eintritt in die letzte Etappe des Zusammenbruchs des amerikanischen Systems. Der Sturm wütet im Finanzzentrum der Welt und richtet das allgemeine Augenmerk auf das Unvermögen der größten Stadt des mächtigsten Lands der Welt, sich gegen einen „kleinen“ Wirbelsturm zu rüsten, der auch noch Tage vorher angekündigt worden war. Das ist wirklich das Ende des Amerikas, das die Welt kannte und je nach Standpunkt, bewunderte, verabscheute oder fürchtete.

Wie wir im Januar 2006 vorhersagten, ist die „Dollarmauer“ (3) im Verlauf der letzten sechs Jahre brüchig geworden. Sandy hat diese brüchige Mauer mit voller Kraft getroffen, und dahinter kam ein „König ohne Kleider(4)“ zum Vorschein. Die Verwüstung von New Orleans im Jahr 2005 ist die Entsprechung zur Kernschmelze von Tschernobyl in der Sowjetunion im Jahr 1986, als die ganze Welt fassungslos zusah, wie planlos die Krisenbekämpfung ablief und in welch schlechtem Zustand die Wirtschaft war. Und die Dollarmauer ist die Entsprechung zur Berliner Mauer. Zwei Jahre nach deren Fall brach auch die UdSSR zusammen. Die Dollarmauer fiel der Krise zum Opfer und 2013 wird das Jahr werden, in der das Amerika der Nachkriegszeit und des 20. Jahrhunderts zusammen bricht.

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Im Iran bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an

Posted by krisenfrei - 19/11/2012

Im Iran bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an

Die den iranischen Banken und Finanzinstituten auferlegten Sanktionen könnten eine humanitäre Krise auslösen

 Von Muhammad Sahimi und Eskandar Sadeghi-Boroujerdi
Al Jazeera, 30.10.12

( http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2012/10/20121023101710641121.html )

Während ihrer am Montag letzter Woche geführten Debatte über Außenpolitik waren sich Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney darin einig, dass die dem Iran von den USA und ihren Verbündeten auferlegten lähmenden Sanktionen so lange andauern müssen, bis die Islamische Republik ihre atomaren Ambitionen aufgibt.

 Beide scheinen sich auch die ständig wiederholte Forderung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu zu eigen gemacht zu haben, dass „dem Iran nicht erlaubt werden dürfe, die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen zu erwerben“, und dass mit der Erlangung dieser Fähigkeit eine „rote Linie erreicht wäre“, die unter keinen Umständen überschritten werden dürfe. Vorher hatte Netanjahu noch gefordert, „dem Iran dürfe keinesfalls erlaubt werden, Atombomben zu erwerben“.

„Die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen“ wird dabei absichtlich unscharf und schwammig definiert; mehrere Analysten behaupten sogar, die Islamische Republik besitze bereits diese Fähigkeit, weil sie über alle Komponenten verfüge, die ihr den Bau einer Bombe ermöglichen würden, falls sie das wünsche. Sobald ein Land die Anreicherungstechnologie beherrscht, wird allgemein davon ausgegangen, dass es dann nur noch die politische Entscheidung zum Bau von Atomwaffen treffen muss.

 Die Geheimdienste Israels und der USA sind übereinstimmend der Meinung, dass der Iran diese politische Entscheidung noch nicht getroffen hat. Der entscheidende Grund für diese Annahme ist natürlich die Tatsache, dass der Iran den Atomwaffensperrvertrag / NPT unterzeichnet hat und seine gesamten Anreicherungsanlagen von der International Atomic Energy Agency / IAEA überwachen lässt; wenn der Iran angereichertes Uran für den Bau einer Bombe abzweigen wollte, müsste er den NPT kündigen. Wenn er das täte, würden natürlich überall auf der Welt die Alarmglocken schrillen und wahrscheinlich ein sofortiges militärisches Eingreifen des Westens auslösen.

 Im Westen wird nur über wechselnde und vage roten Linien geredet, die den Propagandanebel durchziehen, in den die westliche Sicherheitsrhetorik den Iran einhüllt; kein einziges Wort fällt über die Notlage und das Leiden des iranischen Volkes, das keinerlei Einfluss auf die von der Führung der Islamischen Republik getroffenen Entscheidungen hat. Dabei zeichnet sich bereits ab, dass die Sanktionen, die wegen der unnachgiebigen Haltung der iranischen Regierung verhängt wurden, das Potential zum Auslösen einer humanitären Katastrophe haben.

„Kluge“ und „gezielte“ Sanktionen

 Die fehlende Rücksichtnahme auf die Versorgungslage der iranischen Bevölkerung muss – zumindest was den US-Präsidenten angeht – überraschen, weil seine Regierung und die Europäischen Union / EU, als sie gemeinsam die Sanktionen gegen den Iran verhängten, der Welt versprachen, diese „klug und gezielt“ einzusetzen.

Sie versicherten, dass sich die Sanktionen nicht negativ auf das tägliche Leben der Millionen Iraner auswirken würden, von denen viele gegen die Politik der iranischen Regierung opponieren.

 Die jetzt mit voller Wucht greifenden Sanktionen treffen aber vor allem die Bevölkerung, die angeblich verschont werden sollte; die westliche Politik gegenüber dem Iran fügt dessen entmachteter Bevölkerung, die nicht nur daheim, sondern jetzt auch im Ausland rechtlos geworden ist, zusätzliche „Kollateralschäden“ zu. De facto gibt es sehr deutliche Anzeichen dafür, dass es zu einer humanitären Katastrophe kommen könnte, die genau so bedrohlich wie ein militärischer Angriff wäre.

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