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Archive for 29. August 2012

Vollbeschäftigung in Marinaleda

Posted by krisenfrei - 29/08/2012

Rächer der Entrechteten und Friedensutopist

von Matthias FeCC: comcinco / flikr.com commons.wikimedia.orgrsterer

In der aktuellen Ausgabe des Newsletters des beachtenswerten Hamburger Verlags Edition Nautilus (siehe Interview mit Verleger Lutz Schulenburg in Oya 12) wurde ich auf eine ganz besondere Geschichte aus Spanien aufmerksam: »Juan Manuel Sánchez Gordillo, ›anarchistischer Bürgermeister‹ des andalusischen Dorfes Marinaleda, ergreift Partei gegen die ungerechte Verteilung der Krise und verteidigt eine Protestaktion, bei der Familien ihre vollen Einkaufswagen an den Supermarktkassen vorbeischoben, ohne zu bezahlen«, heißt es darin. Es gehe darum, auf die Armut im Land aufmerksam zu machen, erklärte der Bürgermeister gestern in einem Bericht im Deutschlandfunk.

Der moderne Robin Hood mit dem notorischen Palästinensertuch sitzt für die sozialistische Partei »Izquierda Unida« (Vereinigte Linke) im andalusischen Regionalparlament. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Sánchez Gordillo (60) Bürgermeister von Marinaleda. Nach dem Ende des Francoregimes baute der kämpferische Anarchist und visionäre Träumer in der Nähe von Sevilla ein selbstverwaltetes Städtchen mit einer Gemüsekooperative und Wohnungsbaugenossenschaft auf. Bisher entstanden dort 350 Wohnhäuser, die für einen symbolischen Preis gepachtet, jedoch nicht verkauft werden dürfen. In Marinaleda gibt es Vollbeschäftigung. Fast jeder arbeitet für gleichen Lohn in der Kooperative, das Land ist im Gemenschaftsbesitz. Marinaleda hat keine Polizei, und die Straßenreinigung wird alle paar Wochen von den Einwohnern in freiwilligen Aktionen übernommen. Sánchez Gordillo bezeichnet sein Städtchen als »Friedensutopie«.

Ebenso wie der sagenumwobene Rächer der Witwen und Weisen lebt auch Sánchez Gordillo nicht ungefährlich: Er hat sieben Gefängnisstrafen abgesessen und überlebte zwei Anschläge, einen von einem Rechtsextremisten und einen von einem amoklaufenden Polizisten. Am 16. August begab sich Sánchez Gordillo auf dreiwöchigen Protestmarsch in Richtung Madrid, um gegen das Sparprogramm der Regierung zu demonstrieren. Auf dem Weg will er Banken besetzen und Lokalverwaltungen zum Ausstieg aus Sparmaßnahmen bewegen.

Mehr über das utopische Städtchen und seinen Bürgermeister ist in dem soeben auf Deutsch in der Edition Nautilus erschienen Buch »Pfade durch Utopia« von Isabelle Fremaux und John Jordan und dem auf DVD beiliegenden Dokumentarfilm zu erfahren. Buch und Film beleuchten utopische Gemeinschaftsprojekte in Europa, darunter ein Londonder Klimacamp, besetzte Fabriken in Serbien, die dänische Freistadt Christiania und die Lebensgemeinschaft ZEGG in Bad Belzig. John Jordan und Isabelle Fremeaux befinden sich derzeit mit Buch und Film auf Deutschland-Tournee.

Quelle: oya

Weitere Infos über Marinaleda im Interview mit uhupardo

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Interview mit uhupardo

Posted by krisenfrei - 29/08/2012

Interview mit uhupardo

 

krisenfrei.de
Sehr geehrte Damen und Herren von Uhupardo,
Sie betreiben den deutschsprachigen Blog uhupardo mit überwiegend spanischen Themen. Was hat Sie dazu veranlasst, spanische Probleme für deutschsprachige Leser ins Netz zu stellen? Lag es vielleicht daran, dass die deutschen Systemmedien sich ziemlich zurückhalten, was die vielfältigen Probleme in Spanien anbetrifft?

Uhupardo
Wir haben  private und berufliche Verbindungen zwischen Spanien und Deutschland und in beiden Ländern lange gelebt. So gab es die Chance, spanische Anliegen in deutscher Sprache aufzubereiten und so hoffentlich auf beiden Seiten Verständnis zu fördern. Nicht einmal über riesige Protest-Aktionen in Madrid wird in den deutschen Massenmedien nennenswert berichtet, da war Handlungspotential. Aktuell ist vor allem Berlin federführend in der fatalen Kaputtspar-Politik Europas (während die viel mehr verschuldeten USA immer mehr Netto-Schulden machen), deswegen ist es uns wichtig, deutschsprachige Leser über Spanien zu informieren und immer wieder die Beziehungen zwischen beiden Ländern aufzuzeigen.

 

krisenfrei.de
Im Juni 2012 gab es eine Interview-Anfrage von Ihnen an mich. Ich war sehr überrascht davon. Was hat Sie zu diesem Interview mit krisenfrei bewogen?

Uhupardo
Ihre Seite krisenfrei.de ist beinahe unverzichtbar, wenn man sich über die aktuelle Lage informieren will. Da die Beiträge täglich handverlesen und in der Anzahl überschaubar sind, eine wirklich gute Quelle. Derjenige, der diese Seite betreibt, muss zwangsläufig mit der Zeit einen besseren Überblick gewonnen haben als fast jeder andere. Deswegen das Interview. Wie sich danach am grossen Leserinteresse zeigte, das immer noch besteht, war das die richtige Idee.

 

krisenfrei.de
Es ist noch nicht lange her (November 2011), da hat die spanische Bevölkerung ein neues Parlament gewählt. Liest man Ihre Blogbeiträge, so ist zu vermuten, dass die spanischen Bürger nach noch nicht einmal einem Jahr Regierungszeit von Rajoy und seiner PP die Nase gehörig voll haben. Ist damit zu rechnen, dass Rajoy seine Amtszeit von vier Jahren nicht übersteht?

Uhupardo
Die politisch nicht besonders gebildete Bevölkerung – darin unterscheiden wir uns nicht zu Deutschland – hat kein Programm gewählt, denn es gab keins. Rajoy hat sich auch im Wahlkampf um jede klare Aussage herum gedrückt. Die Idee war so schlicht wie absehbar falsch, weil damals ganz andere wirtschaftliche Voraussetzungen herrschten: „Damals unter Aznar ging´s uns gut, jetzt nicht mehr so, also zurück zur Partido Popular.“
Jetzt hat Rajoy von den wenigen Wahlversprechen alle gebrochen bis auf eins: die Rentensenkung kommt noch. Es ist beinahe ausgeschlossen, dass der Regierungschef seine Legislaturperiode zu Ende bringen kann. Im Lande gärt es so deutlich wie nirgendwo anders in Europa, wie Sie unserer Berichterstattung sicher entnommen haben.

 

krisenfrei.de
Ja, es ist nicht zu übersehen, die spanische Gemütsseele kocht. Ich war vor etwa 30 Jahren über ein Jahrzehnt lang jedes Jahr 1-2 mal in Spanien und habe sehr freundliche und lebenslustige Menschen kennengelernt. Mein symbolischer Eindruck der spanischen Mentalität war: Der spanische Stier ist ein freundliches und lebenslustiges Wesen, reizt du ihn, nimmt er dich gnadenlos auf seine Hörner!
Trifft mein Eindruck zu und welche Möglichkeiten hätte die spanische Bevölkerung, Rajoy vom Regierungsthron zu stürzen?

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Der Staat hat Angst

Posted by krisenfrei - 29/08/2012

von Michael Winkler (396. Pranger)

Es ist schon einige Zeit her, da habe ich einen Tierfilm gesehen. So eine Art Eidechse – ich bin kein Biologe, also fragen Sie besser nicht, was das genau gewesen war – kriecht ins Bild, bäumt sich auf und faucht. Die ist aber übel drauf, habe ich mir gedacht, ein wahres Bild von Aggression und Wehrhaftigkeit, dem man besser nicht zu nahe kommt. In der nächsten Einstellung war selbige Eidechse bereits erlegt und wurde gerade aufgefressen. Sie war demnach gar nicht aggressiv gewesen, sondern hatte das nur vorgetäuscht, um übermächtige Gegner abzuschrecken. Zu ihrem Leidwesen hat es nicht funktioniert.

Betrachten wir ein anderes Auslaufmodell der Evolution, einen alt gewordenen Dinosaurier, der sich überlebt hat: die BRD GmbH, die sich so gerne als Staat bezeichnet. Seien wir gnädig und billigen ihr diesen Begriff zu, denn solange das Deutsche Reich, der tatsächliche Staat, mangels Organen nicht funktioniert, ist diese Simulation das, was die staatlichen Aufgaben erfüllt. Leider behauptet diese BRD GmbH auch, eine Demokratie zu sein, und das ist sie ganz und gar nicht.

Ich halte die Demokratie nicht für die ideale Staatsform, dafür ist sie zu anfällig für Manipulationen und Demagogen. Man kann eine Demokratie jedoch so konstruieren, daß sie ihrem eigenen Anspruch der Volksherrschaft gerecht wird. In der BRD ist das mitnichten der Fall. Der jeweilige Abgeordnete repräsentiert die Bewohner seines Wahlkreises. Haben Sie diesen Abgeordneten ausgesucht? Nein, das hat die jeweilige Partei getan. Haben Sie dem Abgeordneten gesagt, wie er in Ihrem Namen abstimmen soll? Nein, das schreibt ihm seine Partei vor, die ihm bekanntlich das Gewissen ersetzt. Hat das Volk in der BRD jemals seinen Kanzler gewählt? Natürlich nicht, gewählt wird der Herrscher von den Parteien. Haben Sie, die Wähler, die diesen Herrschaften das Gehalt bezahlen, die Richter und Staatsanwälte ausgesucht? Oh, nein, darüber bestimmen die Ministerien, auch über die Beförderungen, also letztlich die Parteien.

Im Ergebnis ist das keine Herrschaft des Volkes, sondern eine Herrschaft der Parteien, die in sich wiederum nicht demokratisch, sondern eher wie eine Geheimgesellschaft organisiert sind, also eine Loge bilden. Eine Demokratie funktioniert von unten nach oben, die in der Mehrheit des Volkes konzentrierte Macht wird schrittweise nach oben delegiert, unter Auflagen und gegen Verpflichtungen. In der BRD GmbH und allen „westlichen“ Demokratien gibt es unten, an der Basis, keinerlei Macht, sondern nur die Auflagen, die oben als Gesetze beschlossen worden sind, und zudem die Verpflichtungen, mit Steuern, bei Bedarf auch mit dem gesamten Eigentum und mit Leib und Leben für das einzustehen, was oben, ohne Einfluß des Volkes entschieden wurde.

Glauben Sie, daß der amerikanische Ex-Soldat, der als Krüppel ins angebliche Mutterland der Demokratie heimgekehrt ist, dafür gestimmt hat, gegen Afghanistan in den Krieg zu ziehen? Er mag nach jenem 11. September im patriotischen Überschwang mitgebrüllt haben, als ihm die Propaganda-Medien erklärt haben, die Afghanen seien schuld, daß ein inoffizieller Mitarbeiter der CIA namens Osama bin Laden Saudi-Araber dazu angestiftet hat, mit zwei Flugzeugen drei einem Juden gehörende und bestens versicherte Gebäude zum Einsturz zu bringen. Ja, vielleicht war er damals jung und verblendet genug gewesen, doch als er seinen Marschbefehl bekommen hat, wird er darüber schon anders gedacht haben.

Meinungsvielfalt in einem demokratischen Staat bedeutet, daß jedes Regierungsmitglied frei entscheiden kann, ob es Jawohl, Sehr wohl oder Zu Befehl, Frau Bundeskanzler sagt. Das ist nicht etwa der Ausdruck des Respekts gegenüber der Bundeskanzlerin, sondern schlicht und einfach der Sachzwang des Regierens. Die Damen und Herren, die angeblich regieren und alles bestimmen, haben längst begriffen, daß sie bei weitem in der Unterzahl sind. Sie können es sich nicht leisten, untereinander uneins zu sein. Aus demselben Grund haben wir in der BRD keine Opposition mehr, sondern sechs sozialistische Einheitsparteien im Bundestag, die sich in ihren Zielen und Absichten nur noch bei genaustem Hinsehen unterscheiden lassen.

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