krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Tatbestand des organisierten Verbrechens

Posted by krisenfrei - 08/08/2012

Marktkommentar – Juli 2012

˃˃Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen, unter Einflussnahme auf Politik, Massenmedien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.˂˂Wikipedia

Die offenkundig sogar auch von den Notenbanken (!) über Jahre hinweg geduldete Manipulation des von 16 großen – system(un)relevanten – Banken (z. B. Barclays, Lloyds, Deutsche Bank) ermittelten Referenzzinssatzes LIBOR (London Interbank Offered Rate), von dem weltweit ein Volumen von sagenhaften 500 Billionen USD an Finanzgeschäften (von Hypotheken über Kreditkarten bis hin zu Derivaten) abhängig ist, erfüllt augenscheinlich gemäß der eingangs zitierten Wikipedia-Definition nichts Geringeres als den Tatbestand des organisierten Verbrechens. Es bleibt daher im Interesse der Demokratie gerade wegen des leider inzwischen üblichen „Freikaufens“ der mit hoher krimineller Energie agierenden Bank(st)er (siehe auch Subprime-Verbriefungen oder forclosure-Skandal) zu hoffen, dass nicht der einstige deutsche Bankier M. A. Rothschild (1744-1812) am Ende recht behält: „Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“

Doch selbst wenn es noch eines letzten Beweises für die dringend notwendige Abwicklung der Pleitiers des Finanzsektors nach schwedischem oder noch besser nach isländischem Vorbild (mit Verurteilungen der Protagonisten!) bedurfte, „retten“ Politiker und Notenbanken das degenerierte Finanzcasino weiter „alternativlos“ mit beispiellosen billionenschweren Interventionen, und das natürlich letztendlich auf Kosten der Ersparnisse der ahnungslos gehaltenen Bevölkerung.

Spaniens Bad Banks

Es „gelte den Teufelskreis zwischen Bank- und Staatsrisiken zu durchbrechen und Ansteckungsgefahren zu vermeiden“, appellierte in schon beängstigender Einfältigkeit Finanzminister Schäuble an die eilig aus dem Urlaub zusammengerufenen Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die in überwältigender Mehrheit und ebenso frei von jeglicher Erkenntnis mal eben 100 „Rettungs“-Milliarden für den eine Bilanzsumme von 3,635 Billionen Euro (siehe Grafik) ausweisenden insolventen spanischen Banksektor abnickten. „Der eingeschlagene Weg ist nicht bequem, aber er ist so unvermeidlich wie erfolgsversprechend“ resümierte der Finanzminister das Abstimmungsergebnis, ohne dabei auch nur mit einer Silbe das bereits im Mai 2012 auf 155 Mrd. Euro (!) gestiegene Rekordvolumen zweifelhafter Kredite der spanischen Banken (8,95 % aller ausstehenden Kredite an private Haushalte und Unternehmen) zu erwähnen!

Von einem Durchbrechen des Teufelskreises zwischen Bank- und Staatsrisiken mit immer neuen Schulden kann natürlich niemals die Rede sein, solange die Insolvenz der – zu viel ist nicht genug – Bank(st)er nicht zugelassen wird. Und so sollte sich angesichts der von Deutschland übernommenen Haftungsrisiken für den Fall der Pleite der PIIGS-Staaten im Bereich von nunmehr rund 816 Mrd. Euro (!) niemand ernsthaft wundern, dass nun die erste Ratingagentur (Moody´s) den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des sich selbst immer stärker an der Schuldenkrise infizierenden Deutschlands (öffentlicher Schuldenstand Ende 1. Q 2012: 2.111,985 Mrd. Euro) auf „negativ“ setzte.

Doch aller Rettungs-Aktionismus in der Eurozone konnte im Juli den Anstieg der Renditen spanischer oder italienischer Staatspapiere nicht verhindern, denn schließlich drohte z. B. das rund ein Viertel des spanischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftende Katalonien offen mit seiner Zahlungsunfähigkeit bzw. warnte Premier Monti höchstpersönlich vor einem möglichen finanziellen Kollaps Siziliens! Da die Krise in Europa mit Italien und Spanien nunmehr auf zwei nicht rettbare Schuldenschwergewichte (insgesamt 2,721 Billionen Euro per Ende 1. Q 2012) übergesprungen ist, gleichen die Statements der Politik nun den Durchhalteparolen der sozialistischen Führer im Jahr 1989. „Frankreich und Deutschland sind fest entschlossen, alles zu tun, um die Euro-Zone zu schützen“, gelobten Hollande und Merkel ohne das „Wie?“ zu erläutern, nachdem auch EZB-Präsident Draghi drohte, alles zu tun, was nötig sei, um die Euro-Zone vor einem Kollaps zu schützen.

In der Hoffnung auf weitere Staatsanleihenkäufe der EZB reagierten die von (geld-)politischen Entscheidungen inzwischen fast vollständig abhängigen Märkte zwar kurzfristig euphorisiert, doch es wird immer deutlicher, dass sowohl die europäischen Führer als auch die Zentralbank immer weniger in der Lage sind, die ökonomischen und politischen Fliehkräfte in der Euro-Zone zu beherrschen. Damit wird ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone tatsächlich immer wahrscheinlicher, zumal der global einsetzende konjunkturelle Abschwung die Probleme noch erheblich verschärfen wird. Anders als 2009 sind allerdings die keynesianischen Methoden, den Abschwung via Geldpolitik oder Fiskalprogrammen hinauszuzögern, heute als weitgehend erschöpft anzusehen. Sollten dann die Notenbanken, insbesondere die EZB, die Erwartung der Marktteilnehmer durch einen als wahrscheinlich gelten müssenden Einstieg in die unbegrenzte Staatsfinanzierung via Druckerpresse erfüllen, gehen wir davon aus, dass auf dem Weg nach „Weimar“ besonders Edelmetalle als auch die entsprechenden Edelmetallaktien profitieren werden. Angesichts der Jo-Jo-Börsen bleiben wir weiter defensiv positioniert und halten insbesondere an unseren Bestände an liquiden kurzfristigen Bundesanleihen fest. Trotz des Ratingagentur-Warnschusses betrachten wir diese zurzeit weiter als einen „sicheren Hafen“, auch weil die deutschen Papiere nicht zuletzt von einem Auseinanderbrechen der Währungsunion als Spekulation auf die Wiedereinführung einer nationalen Währung profitieren könnten.

Quelle: Mack & Weise
 

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