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Archive for 21. Juni 2012

Die Verteidigung des Euro: ein österreichischer Ansatz

Posted by krisenfrei - 21/06/2012

Eine andere Meinung

Die Verteidigung des Euro: ein österreichischer Ansatz

Mit einer Kritik der Fehler der EZB und des Interventionismus aus Brüssel

Jesus Huerta de Soto am 21. Juni 2012

1. Einleitung: das ideale Geldsystem

Die Theoretiker der Österreichischen Schule haben große Anstrengungen unternommen, um das ideale Geldsystem einer Marktwirtschaft zu erläutern. Auf theoretischer Ebene haben sie eine Konjunkturtheorie entwickelt, die erklärt, wie ein wiederkehrender Zyklus durch eine nicht durch reale Ersparnisse gedeckte Kreditausweitung generiert wird. Diese Kreditausweitung durch ein auf Teildeckung operierendes Bankensystem wird von den Zentralbanken organisiert. Aus historischer Perspektive haben die Theoretiker das evolutionäre Entstehen des Geldes erklärt und ausgeführt wie die Zwangseingriffe des Staates angefeuert von mächtigen Interessengruppen die natürliche Evolution der Bankinstitutionen vom Markt entfernt und korrumpiert haben. Aus ethischer Perspektive haben sie die juristischen Erfordernisse und Prinzipien des Eigentumsrechts im Hinblick auf Bankverträge gezeigt. Diese Prinzipien entstehen aus dem Marktgeschehen selbst und sind gleichzeitig für sein Funktionieren unerlässlich.[1]

Die Schlussfolgerung der theoretischen Analyse ist, dass das aktuelle Geld- und Bankensystem mit einer echten Marktwirtschaft nicht kompatibel ist, an allen durch das Unmöglichkeitstheorem des Sozialismus erklärten Defekten leidet und eine kontinuierliche Quelle von finanzieller Instabilität und wirtschaftlichen Störungen ist. Mithin ist ein grundlegender Neuentwurf des globalen Geld- und Finanzsystems unerlässlich, welcher die uns quälenden Probleme bei der Wurzel packt. Dieser Entwurf sollte auf den folgenden drei Reformen basieren: (a) eine Wiedereinführung einer 100 prozentigen Reservedeckung als essentielles Prinzip des Privateigentumsrechts in Hinblick auf alle Gelddepositen und ihre Äquivalente; (b) die Abschaffung aller Zentralbanken, welche nach der vorherigen Reform (a) zu unnötigen Kreditgebern letzter Instanz werden und die als wahrhaftige Organe zentraler Finanzplanwirtschaft eine kontinuierliche Quelle von Instabilität sind. Dabei müssen auch die Regelungen für ein gesetzliches Zahlungsmittel und das sich kontinuierlich ändernde Gewirr an administrativen Regulierungen verschwinden, welches sich aus diesen ableitet; und (c) die Rückkehr zum klassischen Goldstandard, als einzigen weltweiten Geldstandard, der eine durch die staatlichen Kräfte nicht manipulierbare monetäre Basis bietet und fähig ist, den Inflationsgelüsten der verschiedenen sozialen Akteure ein Korsett anzulegen und sie zu disziplinieren.[2]

Die vorstehenden Ansätze erlauben nicht nur, wie gezeigt worden ist, die uns quälenden Probleme an der Wurzel zu lösen und damit ein noch nie dagewesenes ökonomisches und soziales Wachstum nachhaltiger Art anzustoßen, sondern haben auch den Vorteil zu indizieren, ob Reformenteilstücke in die richtige Richtung weisen. Zudem erlauben die Vorschläge ein besseres Urteil über die verschiedenen Alternativen der Wirtschaftspolitik für die uns umgebende reale Welt. Ausschließlich aus dieser Perspektive, aus den konjunkturellen Gegebenheiten und dem „Machbaren“, ist unsere Analyse der relativen „Unterstützung“ des Euro zu verstehen. Die vorliegende Arbeit versucht aus der Sicht der Österreichischen Schule ein solche Analyse zu entwickeln.

2. Die Österreichische Tradition der Verteidigung fester Wechselkurse gegen einen monetären Nationalismus und flexible Wechselkurse

Die Ökonomen der Österreichischen Schule haben, solange das ideale Geldsystem noch nicht erreicht worden ist, es stets als einen von vielen Ökonomen – vor allem der Chicagoer Schule – begangenen schweren Fehler der Wirtschaftstheorie und der politischen Praxis betrachtet, flexible Wechselkurse in einem Umfeld monetären Nationalismus zu verteidigen, so als ob diese mehr im Einklang mit einer Marktwirtschaft stünden.

Im Gegensatz dazu ist für die Österreicher, solange die Zentralbanken nicht abgeschafft und der klassische Goldstandard mit einer 100 prozentigen Reservedeckung nicht wiedereingeführt worden ist, alles zu unternehmen, damit sich das gültige Geldsystem sowohl in seiner Funktion als auch in seinen Ergebnissen dem Ideal annähert. Dies erfordert den monetären Nationalismus soweit als möglich zu begrenzen; die Möglichkeit zu beenden, dass jedes Land eine autonome Geldpolitik entwickelt; und der inflationären Politik der Kreditausweitung ein so enges Korsett wie möglich anzulegen. Dadurch wird ein monetärer Rahmen geschaffen, der die ökonomischen, politischen und sozialen Akteure, und im Besonderen die Gewerkschaften und andere Interessengruppen, die Politiker und die Zentralbanken so weit es geht diszipliniert.

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In der Eurofalle

Posted by krisenfrei - 21/06/2012

Wie die inneren Widersprüche der europäischen Währungsunion den Krisenverlauf in Europa prägen

Norbert Trenkle und Ernst Lohoff

1.

Schon häufig ist thematisiert worden, dass die europäische Gemeinschaftswährung sowohl ordnungspolitisch-institutionell als auch strukturell eine währungsgeschichtliche Anomalie darstellt. Seit den Anfängen des modernen Geldwesens im 19. Jahrhundert waren in der kapitalistischen Welt Währungsraum und wirtschafts- und haushaltspolitischer Bezugsrahmen deckungsgleich und sind es immer geblieben. Ob Schweizer Franken, US-Dollar oder chinesischer Renminbi, auch heute noch gilt sonst überall die gleiche Ordnung: eine für die Geldpolitik zuständige Zentralbank, ein einziger für die Wirtschafts- und Haushaltspolitik verantwortlicher Souverän. Die europäische Gemeinschaftswährung sprengt diese Kongruenz. Im Euroraum stehen einer Zentralbank gleich 17 Regierungen und Parlamenten gegenüber.

Hinzu kommt noch ein weiterer, grundsätzlicherer Aspekt: In der Vergangenheit wurden unter einem gemeinsamen Währungsdach immer nur Gebiete vereint, die sich entweder bereits auf einem halbwegs vergleichbaren Produktivitätsniveau befanden oder die Einführung einer gemeinsamen Währung fügte sich in einen umfassenderen volkswirtschaftlichen Formierungsprozess ein, der eine Vereinheitlichung der Lebens- und Verwertungsbedingungen zum Inhalt hatte. Diese Formierungsprozesse waren nicht überall im gleichen Maße erfolgreich. Im Geltungsgebiet der Deutschen Reichsmark und später der D-Mark kam es zu einer weitgehenden Einebnung des Produktivitätsgefälles. In dem der italienischen Lira blieb dieser Prozess auf halben Weg stecken. In Tito-Jugoslawien erwiesen sich die Produktivitätsunterschiede innerhalb des Landes als vollends unüberwindbar, was schließlich zum Verlust sowohl der staatlichen wie der Währungseinheit beitrug (vgl. Lohoff 1996). Mit dem Euro aber wurden erstmals getrennte Währungsgebiete zusammengeschlossen, ohne dass überhaupt irgendwelche Anstalten zur Schaffung eines kohärenten wirtschaftspolitischen Funktionsraums mit einheitlichem Produktivitätsniveau unternommen wurden. Dabei klafften die Verwertungsbedingungen und Produktivitätsniveaus schon bei der Einführung des Euro weit auseinander. Euro-Mitglieder wie die Niederlande, Deutschland oder Österreich spielten schon vor 10 Jahren in der Weltmarktkonkurrenz in einer ganz anderen Liga als Portugal, Spanien oder gar Griechenland.1

2.

Als in den 1990er Jahren über die Euro-Einführung diskutiert wurde, sprachen vor allem gewerkschaftsnahe Ökonomen angesichts dieser Ausrichtung der Maastricht-Verträge von einem fundamentalen Baufehler. Das Währungsunionskonzept, auf das sich Europas Regierungen unter deutsch-französischer Federführung verständigt hatten, stehe auf den Kopf. Für ein stabiles europäisches Haus müsse zuerst als Basis eine Sozial- und Wirtschaftsunion geschaffen, erst dann könne als Abschluss ein gemeinsames Währungsdach errichtet werden. Die Vertreter solcher „krönungstheoretischer“ Vorstellungen hatten im Hinblick auf die Konkurrenz an den Gütermärkten durchaus Recht. Mit der Einführung einer Gemeinschaftswährung gaben die im Produktivitätswettlauf zurückbleibenden Volkswirtschaften das einzige Instrument aus der Hand, mit dem sie das heimische produzierende Gewerbe gegen die überlegene Konkurrenz der Partnerländer schützen konnten. Verfügen schwächere Volkswirtschaften über eine eigene Währung, besteht die Möglichkeit, im Bedarfsfall durch Abwertungen die Konkurrenzsituation zu verbessern. Innerhalb eines gemeinsamen Währungsraums hingegen führt das dauerhafte Auseinanderdriften der Produktivitätsentwicklung unweigerlich zur Deindustrialisierung der schwächeren Volkswirtschaften und zur Ausbildung immer extremerer Ungleichgewichte in der Handelsbilanz.

Trotzdem war die Einführung des Euro weder eine politische Fehlentscheidung noch ein Projekt der überlegenen Länder um ihre Konkurrenzposition auf Kosten der anderen Länder zu stärken, wie derzeit von gutmeinenden Verteidigern der südlichen Länder kolportiert wird. Zum einen handelt es sich bei der „krönungstheoretischen“ Vorstellung um ein Trugbild. Um das zwischen Ländern wie Spanien und Deutschland bestehende Entwicklungsgefälle auch nur halbwegs einzuebnen, hätte es über Jahrzehnte hinweg einer gigantischen innereuropäischen Umverteilungspolitik bedurft, die nicht nur politisch undurchsetzbar und mit dem damals herrschenden neoliberalen Zeitgeist unvereinbar, sondern für die Weltmarktposition der führenden europäischen Volkswirtschaften höchst kontraproduktiv gewesen wäre. Zum anderen ging die Euro-Einführung auch keineswegs einseitig auf Kosten der Südschiene – ansonsten wären die ja auch gar nicht so versessen darauf gewesen teilzunehmen. Diese haben vielmehr mit längerfristigen Nachteilen auf den Gütermärkten eine ganz entscheidende Verbesserung ihrer mittelfristigen Position auf den Geld- und Kapitalmärkten erkauft. Anders formuliert: Der auf den Kopf stehenden Bauplan der Währungsunion war insofern auf seine Weise völlig angemessen, als sich in ihm nur die spezifische Systemlogik des „inversen Kapitalismus“ (Lohoff/Trenkle 2012, S. 216 ff.) widerspiegelt, also jener kapitalistischen Epoche, in der die Akkumulation von fiktivem Kapital an den Finanzmärkten zum zentralen Motor der kapitalistischen Dynamik geworden ist, weil ein selbst tragender Boom auf der Ebene des Realkapitals nicht mehr möglich ist. Der Euro ist ein Unikat unter den Währungen, weil er überhaupt erst als ein genuines Kind dieser Epoche das Licht der Welt erblickte. Seine „Baufehler“, sind nichts anderes als Anpassungen an die verrückten Bewegungsgesetze eines Kapitalismus, in dem die Finanzindustrie die Rolle der Basisindustrie innehat. In dem Maß wie der inverse Kapitalismus als ganzes in die Krise gerät, muss daher unweigerlich auch die Erfolgsgeschichte der neuen Währung enden. Sie gerät in die Krise nicht nur in dem Sinne, wie alle Währungen in der Krise stecken, sondern auf spezifische Weise, in der ihre merkwürdige innere Struktur massiv zum Problem wird.

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Die moralische Abscheulichkeit von Sanktionen

Posted by krisenfrei - 21/06/2012

Jacob G. Hornberger

Eine vor kurzem in der New YorK Times veröffentlichte Kolumne unter dem Titel “Pinched and Griping in Iran” (Abgehärmt und unzufrieden im Iran) von Nicholas D. Kristof zeigt, wie unterschiedlich Mitmacher im Vergleich zu uns Libertären denken, besonders wenn es um Außenpolitik und moralische Grundsätze geht. 

Kristof fährt im Iran herum und berichtet über seine Erfahrungen in dem Land. In seinem Artikel konzentriert er sich auf die schrecklichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen, die die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Iran verhängt hat. (Deren europäische HiWis und Untertanen machen auch mit, d.Ü.)

Während Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika manchmal gerne behaupten, dass ihre Sanktionen gegen ausländische Regierungsvertreter gerichtet sind, könnte nichts weniger der Wahrheit entsprechen. Sorgfältig dokumentiert Kristof, wie die iranischen Menschen die Hauptlast der Sanktionen tragen. Er schreibt:

Weitgehend aufgrund der Sanktionen sperren Fabriken zu, verlieren Arbeiter ihre Arbeitsplätze, bricht der Handel zusammen und steigen die Preise. Das wirkt sich verheerend aus auf die Geldtasche des durchschnittlichen Iraners – und auf den Stolz.

Offen gesagt haben die Sanktionen die beabsichtigten Wirkungen: sie haben erstaunliches wirtschaftliches Leid für die Iraner zur Folge und erzeugen Unzufriedenheit. 

Kristof fährt dann fort mit besonderen Beispielen von Menschen, die unter den Auswirkungen der Sanktionen leiden.

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Andreas Popp – Plan B für Einsteiger

Posted by krisenfrei - 21/06/2012

Wirtschaft ist auch ohne Krise möglich!
Einfach nur anschauen.

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