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USA: Ist der Zerfall der sozialen und politischen Struktur absehbar ?

Verfasst von: krisenfrei - 11/04/2012

Die Zukunft der USA /2012-2016 (3. Teil) – Der Zerfall der sozialen und politischen Struktur

Der Niedergang der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Struktur der USA ist seit vierzig Jahren im Gang. In vorhergehenden Ausgaben des GEAB haben wir auf die bedeutsamen Brüche in der amerikanischen Entwicklung in den siebziger Jahren hingewiesen: Aufgabe des Goldstandards, Niederlage im Vietnamkrieg, Watergate. Auch waren die siebziger Jahre die letzten Boomjahre der großen Erfindungen und wissenschaftlichen Projekte in den USA wie Raumfahrt, Internet usw.

Vergleichende Entwicklung des Zuwachs an Investitionen in Ausstattung und Software und an Arbeitsplätzen (1960-2011) - Quelle: ZeroHedge, 11/2011

Vergleichende Entwicklung des Zuwachs an Investitionen in Ausstattung und Software und an Arbeitsplätzen (1960-2011) – Quelle: ZeroHedge, 11/2011

Insbesondere ein Aspekt scheint uns besonders bedeutend zu sein für die neue Epoche, die jetzt einsetzt, nämlich der Zerfall des Bildungssystems (1). Um nicht zu sehr in die Details zu gehen, kann man sich auf den Hinweis beschränken, dass mit der Einführung von Multiple Choice Prüfungen von der Grundschule bis zur Universität sich die Qualität der Bildung so verschlechtert hat, dass die Amerikaner, die heute jünger als 40 Jahre sind, nur noch eine sehr minderwertige Bildung genossen haben. Gleichzeitig führte es dazu, dass sich in der Bildung ein Zweiklassensystem entwickelt hat, das den Eliten des Landes, die sich die besten Schulen und Universitäten trotz steigender Kosten leisten konnten, ermöglichte, sich weiter von der Mittelschicht abzugrenzen. Zuletzt versetzte die zunehmende Profitorientierung (2) des Bildungssektors, gepaart mit der Zunahme von Fern- oder Heimunterricht, der Idee von der Notwendigkeit allgemein verbindlicher hoher Bildungsstandards im amerikanischen Bildungssystem einen tödlichen Schlag (3).

Amerikaner, die heute jünger als vierzig Jahre sind, sind viel weniger gebildet, viel weniger gut ausgebildet und sozial schlechter integriert als die älteren Generationen (4). Damit sind sie auf dem Arbeitsmarkt schlechter einsetzbar, sie kommen in einer globalisierten Welt mangels sprachlicher, geschichtlicher und kultureller Bildung schlechter zurecht und sie sind nicht in der Lage, vor den Herausforderungen moderner Wissenschaft (5) und Technik (6) zu bestehen. Das hat sogar Auswirkungen auf die so sehr beschworene Verteidigungsfähigkeit des Landes (7).

Das hat auch negative Auswirkungen auf das Funktionieren der Demokratie und der Politik des Landes. Denn die Bürger sind immer weniger in der Lage, Lüge von Wahrheit zu trennen, Information von Propaganda, Kompetenz von Demagogie (8). Die Vorwahlen der Republikaner für die Präsidentschaftswahlen 2012 ist dafür geradezu ein Schulbeispiel, wie Marc Pitzke im Spiegel vom 01/12/2011 über die Kandidatenriege schreibt: „Ein Verein von Lügnern, Demagogen und Dummköpfen.“ Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass ein solcher Haufen vor dreißig oder vierzig Jahren das Kandidatenaufgebot einer der beiden großen Parteien hätte sein können. Gerade weil in den siebziger Jahren die Qualität des Bildungssystems nach unten reformiert wurde, ist heute der Zerfall der demokratischen und politischen Struktur des Landes ist so weit fortgeschritten.

Diese Entwicklung, gepaart mit den Folgen der Krise, die wie jede Krise die Ungleichheiten noch verstärkt, da sie die Schwachen stärker in Mitleidenschaft zieht als die Starken, führt verstärkt zu einer Fragmentierung der amerikanischen Gesellschaft. Die Hoffnung, dass die Wahl eines schwarzen Präsidenten die Integration der Afro-Amerikaner befördern könnte, war sehr schnell vergangen. In der Krise sind die rassischen Minderheiten Latinos und Schwarze stärker betroffen als die Weißen (9). Während die Afro-Amerikaner, wie es jedenfalls scheint, vermehrt wieder in die südlichen Staaten zurückkehren (10), gelingt es den Latinos im Süd- Westen der USA immer präsenter und einflussreicher zu werden. In dieser Region herrscht heute ein Krieg der mexikanischen Drogenbanden gegen die staatlichen Autorität. Auf beiden Seiten der Grenze werden mehr Morde begangen, breitet sich Korruption und Drogenhandel aus. Weiße und Latinos grenzen sich voneinander ab. Und die amerikanischen Grenzbundesstaaten verabschieden zunehmend rigide Gesetze zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung.

Auch der Kampf um die wenigen Arbeitsplätze ist zwischen den Ethnien entbrannt. Die Tatsache, dass die Infrastruktur des Landes zerfällt, begünstigt auch den Zerfall der sozialen und politischen Struktur der Gesellschaft (11). Brücken, Straßen, Gleise, Flughäfen, Deiche, Dämme, Atomkraftwerke, Pipelines sind in einem so erbärmlichen Zustand, dass allein ihre Instandsetzung 2000 Milliarden Dollar verschlingen würde (12). Und alle wissen, dass der Kongress, in dem die Ideologen die Entscheidungen blockieren, diese Gelder nicht zur Verfügung stellen wird und angesichts finanziellen Schwierigkeiten des Landes es auch nicht könnte, wenn er wollte. Die Lage ist nicht neu. Aber während nichts passiert, zerfällt die Infrastruktur des Landes weiter.

 

Die Zukunft der USA /2012-2016 (3. Teil) - Der Zerfall der sozialen und politischen Struktur

LEAP/E2020 wies schon 2006 auf diesen unsäglichen Zustand der amerikanischen Infrastruktur und seine mittelfristig sehr negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die die soziale Struktur des Landes hin. Seither sind sechs Jahre vergangen und 2016 werden es zehn sein. Das ist ausreichend Zeit, um brüchige Brücken einstürzen und leckende Pipelines explodieren zu lassen. Menschen haben die Fähigkeit, sich an den schlechten Zustand der Dinge, die sie umgeben, zu gewöhnen und diese Situation für normal zu halten – bis zu dem Tag, an dem die Dinge tatsächlich zusammenbrechen. Wir gehen davon aus, dass es in den Jahren 2012 bis 2016 soweit sein wird.

Spannungen zwischen den verschiedenen Ethnien, Verfall der sozialen Bindungen, Demagogie, « Verunbildung » der Massen, Arbeitslosigkeit, Verarmung (13). All das lässt eine Entwicklung sehr leicht vorhersehen, die sich auch an den Ereignissen des Black Friday 2011 ablesen lässt: An dem Tag, der eigentlich nur die Zeit der Weihnachtseinkäufe einläuten soll, kam es zu Schießereien, Schlägereien, Krawallen, Menschen kamen ums Leben (14). Aber besonders Besorgnis erregend ist, dass der Verkauf in einer Warenkategorie im Vergleich zum Vorjahr um sagenhafte 32% zulegen konnte – Schusswaffen!

Was kann ein solcher gefühlter Bedarf an Schusswaffen in einem Land, in dem schon mehr als 200 Millionen im Umlauf sind, bedeuten? Für uns ist es der klare Nachweis, dass immer mehr Amerikaner (15) sich auf das Schlimmste vorbereiten (16). In der Massenpsychologie gibt es Phänomene, die eine sich selbstverstärkende Eigendynamik entfalten. Die Angst vor einem Abgleiten des Landes in eine allgemeine Gewalttätigkeit speist sich auch aus dem Wissen um die reduzierten Finanzmittel für die Polizei und der Vorahnung, dass die anwachsende Zahl der Armen auch ein Anwachsen der Gefahr für die Besitzenden mit sich bringt (17).

Wir haben schon von den Schockwellen geschrieben, die eine weitere Serie von Bankinsolvenzen 2012 durch die Gesellschaft jagen wird. Ab 2013 gehen wir davon aus, dass aufgrund der hier geschilderten Entwicklungen sich eine allgemeine Atmosphäre unkontrollierter Gewalt über dem Land bilden wird. Das wird auch ein wesentlicher Grund sein, warum dann der Ruf nach einem starken Mann, der Gesetz und Ordnung wieder Geltung verschafft, lauter werden wird.

Wir treffen hier keine Aussage zu der außenpolitischen Lage der USA in den Jahren bis 2016. Wir haben bereits in der vorhergehenden Aussage des GEAB den Abzug der US-Truppen aus Europa für 2017 vorhergesagt. Wir erinnern daran, dass wir in den kommenden Jahren nicht davon ausgehen, dass die USA einen weiteren Krieg beginnen werden. Denn das Land hat heute nicht mehr die politischen, finanziellen und außenpolitischen Mittel, um sich in ein solches Abenteuer zu stürzen; bald wird es auch nicht mehr eine ausreichend schlagkräftige Armee besitzen. Wir sehen auch nicht, dass ein anderer Staat den bewaffneten Konflikt mit den USA suchen sollte. Wir gehen also davon aus, dass die Entwicklung in den USA unabhängig von geopolitischen Bedingungen und Veränderungen ablaufen wird.

Das heißt aber nicht, dass sich für die USA eine Zeit ohne außenpolitische Konflikte einsetzt. Dafür gibt es zu viele Spannungen mit Ländern wie Iran (18), China, Russland und anderen. Aber sie werden nicht militärisch ausgetragen, sondern mit geringerer Intensität (Cyberangriffe, Spionage, Sabotage usw.) Die aktuellen Bemühungen der Regierung Obama, einen Mini- Kalten Krieg mit China (19) anzuzetteln, wird aus zwei Gründen nicht von Dauer sein:

. Hintergrund dieser Bemühungen sind wahltaktische Überlegungen: Obama soll im Wahljahr als großer Staatsmann in Erscheinung treten.
. Es ist geradezu absurd, dass ein Land, das vor der Pleite steht, glaubt, es könne gegenüber seinem „Banker“ mit Drohgebärden auftreten; und der Banker ist zu allem Überfluss auch noch extrem gut bewaffnet.

 

Vergleichende Entwicklung der venezuelanischer Erdöllieferungen an die USA und China (in Millionen Fass/Tag) - Quelle: Wall Street Journal, 11/2011

Vergleichende Entwicklung der venezuelanischer Erdöllieferungen an die USA und China (in Millionen Fass/Tag) – Quelle: Wall Street Journal, 11/2011

Wir gehen zuletzt auch davon aus, dass 2013 bis 2015 die US- Verfassung unter dem Ansturm der Ereignisse, die im bestehenden Verfassungsrahmen nicht bewältigt werden können, verstärkt Ziel von Kritik und Reformforderungen wird. Die innenpolitischen Spannungen des Landes, seine außenpolitischen Probleme und der Grad an Misstrauen, Hass gar zwischen den verschiedenen Ethnien, sozialen Gruppen und religiösen Gemeinschaften machen ein Funktionieren der Gesellschaft nach den Regeln, die die Verfassungsväter vor 200 Jahren entworfen haben, immer schwieriger. Wie Großbritannien und Frankreich sind die USA eines der Länder mit der ältesten politischen Struktur und den ältesten Institutionen, die über Jahrhunderte nicht den modernen Entwicklungen angepasst wurden.

Das ist nicht etwa ein Vorteil dank eines Systems das sich über Jahrhunderte bewährt hat, sondern in Zeiten der Krise und des Übergangs in eine neue Epoche eine Behinderung, da nicht mehr zeitgemäß (20). Es ist daher auch kein Zufall, dass seit zwei Jahren eine Debatte über die Notwendigkeit verfassungsrechtlicher Reformen eingesetzt hat. Davor war dies ein Tabuthema. Die Verfassung war ein heiliger Text, und wer sie kritisierte, sah sich sehr schnell dem Vorwurf ausgesetzt, anti-amerikanisch zu sein. Heute wird von TP gefordert, den Geist der Verfassungsväter, der angeblich verschüttet ist, in einer wörtlichen Auslegung des Verfassungstextes wiederzuentdecken, während linke Strömungen wie OWS dafür eintreten, die Verfassung an die Bedingungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Die Debatte ist damit eröffnet. In privaten Unterhaltungen wäre dieses Thema vor gerade einmal drei oder vier Jahren undenkbar gewesen. Heute wird es in gebildeten Kreisen zu einem gängigen Thema.

Mittel- und langfristig ist dies auf jeden Fall gut für das Land, seine Entwicklung und notwendige Anpassung (21); aber kurzfristig trägt diese Diskussion zu den wachsenden Zweifeln der Amerikaner an ihrem System bei, da es offensichtlich macht, wie den Eliten die Kontrolle des Landes entgleitet. Wenn dann bestimmte Ereignisse die Menschen in Zorn versetzen, ist damit der Boden für einen Umsturz der bestehenden Ordnung bereitet. Und wir sagen voraus, dass es an Gründen für Volkszorn in den nächsten Jahren keinen Mangel geben wird in einem Land, das zahlungsunfähig und unregierbar ist.

——–
Noten:

(1) Quelle: NPR, 16/03/2010

(2) Die Qualität der von den Universitäten vergebenen Abschlüsse ist keinerlei ernsthaftem Prüfungsverfahren unterworfen. Quelle: New York Times, 22/11/2011

(3) Was die « Eliteuniversitäten » angeht und das immer wieder genutzte Argument, sie wären die besten weltweit, verweisen wir auf unsere Antizipation aus der 18. Ausgabe des GEAB : „Wert der internationalen Universitätsabschlüsse: Welche Wahl ist heute zu treffen, um einen Abschluss zu machen, der auch noch in zwanzig Jahren international anerkannt ist?“ Vier Jahre später sind wir der Auffassung, dass diese Vorhersage heute noch richtiger ist als damals. Sie wird auch unterstützt von anderen Studien wie z.B. die, die am 26.10.2011 von der hervorragenden Webseite criseusa veröffentlicht wurde. Sie trägt den Titel: „Die Krise und die Universitätsausbildung in den USA: Die Mythen von der amerikanischen Intelligenzökonomie“.

(4) Dieser Aspekt umfasst zwei Elemente: Die weniger privilegierten Schichten, die heute die große Mehrheit der Mittelklasse umfassen, können sich nur unter immer größeren Anstrengungen leisten, ihre Kinder auf die besten Universitäten zu schicken. Die Lage verschlechtert sich noch in der Krise, weil die Einkommen zurückgehen und die Studiengebühren steigen. Damit nimmt auch die soziale Vielfalt der nachwachsenden Mitglieder der Elite ab. Und weil der soziale Aufstieg über die Schule nicht mehr funktioniert, bleiben dem Land viele Talente unentdeckt. Die USA sind aber nicht der einzige westliche Staat, der vor einer solchen Entwicklung steht. Aber neben Großbritannien ist er sicherlich dasjenige, in dem diese Entwicklung vor so langer Zeit eingesetzt und damit solche Ausmaße erreicht hat.

(5) Der wachsende Glaube an den Kreationismus, nach dem Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen habe, und das Leugnen der Evolutionstheorie ist ein weiteres bezeichnendes Beispiel für die um sich greifende Verunbildung.

(6) Die Tatsache, dass die Zahl der Studenten in wissenschaftlichen und technischen Fächern zurückgeht, während sie bei Finanz- und Management- Studiengängen und Jura zunehmen, entlarvt die offiziellen Reden über die Bedeutung der Wissenschaften als reine Lippenbekenntnisse.

(7) Im Irakkrieg hat man mitverfolgen können, was passiert, wenn Soldaten bis in die höchsten Ränge keinen blassen Schimmer von der Kultur eines fremden Landes oder der Komplexität einer fremden Gesellschaft haben. Als Ergebnis davon verlassen die Amerikaner ein Land, das sie überwiegend als Besatzer wahrgenommen hat und nicht als Befreier. Die Art und Weise, wie die USA im Irak aufgetreten sind, hat dem Ansehen Amerikas in der Region dauerhaft und weitgehend geschadet. Dabei ist doch der Mittlere und Nahe Osten doch für Washington von hoher strategischer Bedeutung. Quelle: Washington Post, 12/12/2011

(8) Andy Xie schreibt in einem hervorragenden Artikel in Caixin vom 09/12/2011, dass das amerikanische Bildungssystem schon seit mehreren Jahrzehnten die unverdienten Privilegien bestimmter sozialer Schichten festigt und dafür die Allgemeininteressen schädigt.

(9) Quelle: New York Times, 28/11/2011

(10) Quelle: New York Times, 24/03/2011

(11) Bei genauer Betrachtung ist Bildung auch Teil der Infrastruktur eines Landes

(12) Quelle: Greenbiz, 19/05/2011

(13) Quelle: New York Times, 18/11/2011

(14) Quelle: MSNBC, 25/11/2011

(15) Seit Beginn der Krise haben Waffenkäufe zugenommen.

(16) Quelle: Guardian, 15/12/2011

(17) Um der Arbeitslosigkeit zu entkommen, wandern inzwischen viele Amerikaner ins Ausland ab. Quellen: CNBC, 06/12/2011; RT, 08/12/2011

(18) Bis 2016 werden die USA gezwungen sein, ihre bedingungslose Unterstützung für Israel zu überdenken. Zum einen, weil insofern die Forderungen von TP und OWS sich überschneiden, die beide das Militärbudget und Auslandseinsätze begrenzen wollen; zum anderen, weil das Ende des Dollars als Weltwährung für den Kauf von Rohstoffen, einschließlich Erdöl, dazu führen wird, dass sich die USA diese auch finanziell bedingungslose Unterstützung nicht mehr leisten können werden.

(19) Quellen: William Pfaff, 22/11/2011; People’s Daily, 01/12/2011

(20) Man kann mitverfolgen, wie Großbritannien angesichts der Lockungen eines auf dem Kontinent entstehenden neuen Staatsgebildes auseinander zu brechen droht; die Regierungskoalition steht vor dem Aus und Schottland und Wales drohen mit Austritt (Quellen: Scottish TV, 12/12/2011; Wales Online, 07/12/2011). Und was die Aussichten für Frankreich angeht, stimmen wir vollkommen mit den Analysen und Vorhersagen Franck Biancheris in der französischen Ausgaben seines Buchs Nach der Krise – Auf dem Weg in die Welt von Morgen über die Lage und die Entwicklungen Frankreichs überein (die entsprechenden dreißig Seiten fehlen in den anderen Sprachversionen): Er sagt bis 2020 ein schwere Krise des französischen politischen Systems voraus, wenn es dem Land nicht gelingt, seinen Pariser Zentralismus zu überwinden und die Machtpole über das ganze Land zu verteilen und in die großen regionalen Hauptstädte zu verlegen. Eine wachsende Mehrheit der Franzosen gestehen den Pariser Eliten, deren effektive Macht angesichts der europäischen Integration nur noch sehr relativ ist, nicht mehr das Recht zu, selbstherrlich zu definieren, was Frankreich ist und was die Franzosen wollen. Und dieses ineffiziente System ist darüber hinaus auch noch sehr kostspielig. Das System, ein Erbe der Revolution und des Empire, also wie die Verfassung der USA Ende des 18. Jahrhunderts entworfen, ist den Herausforderungen einer modernen Welt, die sich unter dem Ansturm der Krise schnell verändert, nicht mehr gewachsen.

(21) Auch wenn die Mitarbeiter von LEAP/E2020 überwiegend Europäern sind, erlauben wir uns dennoch in der Rubrik Empfehlungen, gewisse Ideen für die Verfassungsdiskussion in den USA vorzulegen; dies insbesondere, weil uns viele unserer amerikanischen Leser dazu ermutigt haben.

Mardi 10 Avril 2012

Quelle: leap 2020

Eine Antwort to “USA: Ist der Zerfall der sozialen und politischen Struktur absehbar ?”

  1. Avatar von A. Brexler

    A. Brexler said

    Wieder die gleiche Litanei wie in allen anderen Beiträgen von LEAP 2020 auch: Die USA und Großbritannien stehen kurz vor dem Zusammenbruch, während der Euro und die EU eine glänzende Zukunft vor sich haben.

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