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Archive for 28. Februar 2012

LINKE für Kriegstreiberin Klarsfeld … und für Griechenland

Posted by krisenfrei - 28/02/2012

Kein Wunder, dass die Partei nicht aus dem Loch kommt

Nie waren die Zeiten günstiger für eine entschlossene Opposition in diesem Land. Das Kartell der Altparteien lässt das traditionelle Farbenspiel sausen und wird für alle erkennbar zu einer Einheitspartei, die geschlossen hinter dem Präsidentschaftskandidaten Gauck und für die Euro-Rettung steht.

Was macht DIE LINKE aus dieser Situation? Stellt sie einen entschiedenen Kritiker des Euro-Wahns als Alternative zu Gauck auf? Schachtscheider oder Hankel etwa, oder meinetwegen Wagenknecht? Nein. Sie macht das Schlimmste draus: Sie nominiert Beate Klarsfeld, eine Kriegshetzerin gegen Iran! Der Bonus, die einzige Anti-Kriegs-Partei zu sein, wurde im Handstreich verspielt. Vielleicht noch schlimmer als das Faktum selbst: Lafontaine, der diesen Wahnsinn verhindern wollte und Ende letzter Woche offen gegen Klarsfeld opponierte, wurde von Gysi überspielt. Damit sind die Machtverhältnisse in der Partei klar. Kannste vergessen.

Und dann gestern die Abstimmung zur neuen Griechenland-Hilfe. Merkel verliert ihre Kanzlermehrheit, gut so. DIE LINKE aber kann das nicht für sich verbuchen, weil sie – obwohl sie geschlossen dagegen stimmte, was eigentlich sehr gut ist! – nicht im deutschen Interesse argumentierte (für die Verteidigung unserer Demokratie, unseres Sozialstaates, unserer Steuerzahler) – sondern als Anwalt griechischer Interessen auftrat! Ein typisch linker Fehler, den es auch in der Vergangenheit immer wieder in Deutschland gab: Dass die Genossen selbst da, wo sie recht hatten und hätten punkten können, als Vertreter ausländischer Interessen auftraten und sich damit isolierten. Diese “ausländischen Interessen” waren in der Vergangenheit vorzugsweise sowjetische; dass man sich jetzt als Griechenland- und (schlimmer noch) USA/Israel-Partei geriert, setzt dem Ganzen die Krone auf. Erinnert sich niemand an linke Patrioten wie Bebel, Thälmann, Willy Brandt? An die ruhmreichen kommunistischen Parteien wie die KPI oder KPF, die immer unter ihrer natonalen Trikolore auftraten? An die griechischen Kommunisten, die auch heute noch ihr Vaterland verteidigen? An Che, Fidel, Cavez mit ihrem Slogan “Patria o muerte”?

Wer was Vernünftiges lesen will zur aktuellen Euro-Krise, greift zur März-Ausgabe von COMPACT-Magazin, wo Prof. Wilhelm Hankel den Artikel veröffentlicht hat “Euro-Crash: Sind wir Deutschen wieder schuld?”. Da wird eine Perspektive für Deutschland aufgezeigt, die auch den Griechen und allen anderen Nationen nützt. “Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein”, heißt es bei Brecht/Eisler.

Quelle: http://juergenelsaesser.wordpress.com/

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Wirtschaftsdiktatur

Posted by krisenfrei - 28/02/2012

Frei Betto

Die Armut betrifft in den 27 Ländern der Europäischen Union bereits 115 Millionen Menschen, also fast 25 % der Bevölkerung, und bedroht weitere 150 Millionen Einwohner.

In Spanien beläuft sich die Arbeitslosenquote auf 22,8 %. Griechenland und Italien sind einer blanken Intervention ausgesetzt und werden von Premierministern regiert, die vom IWF ausgesucht worden sind. Irland und Portugal sind insolvent. In Belgien und Großbritannien bestätigen die Straßendemonstrationen, dass „die Feier vorbei ist“.

Jetzt will die Zentralbank der Europäischen Union für jedes Land, das in der Krise steckt, einen Wirtschaftsprüfer bestimmen, um das Budget zu kontrollieren. Das ist die Offizialisierung der Wirtschaftsdiktatur. Großbritannien und die Tschechische Republik stimmten dagegen. Aber die anderen 25 Länder nahmen die Festlegung an. Es bleibt herauszufinden, ob Griechenland, das erste Land auf der Liste der Wirtschaftsdiktatur, akzeptieren wird, unter Verlust seiner Souveränität seine Buchhaltung einer externen Kontrolle unterziehen zu lassen.

Die gegenwärtige internationale Krise ist aber viel tiefgreifender. Sie lässt sich nicht als Finanzturbulenz zusammenfassen. In der Krise befindet sich ein zivilisatorisches Paradigma, das auf dem Glauben beruht, es könne ein uneingeschränktes Wirtschaftswachstum auf einem Planeten mit unendlichen Ressourcen geben … Dieses Paradigma identifiziert Glück mit Reichtum, Wohlergehen mit Anhäufung materieller Güter, Fortschritt mit Konsumismus. Alle Dimensionen des Lebens — des unseren und des Lebens des Planeten — durchleben heute einen beschleunigten Prozess der Kommerzialisierung. Der Kapitalismus ist das Reich des unendlichen Verlangens, das auf den Widerspruch gestoßen ist, sich auf einem endlichen Planeten, mit begrenzten Naturressourcen und einer beschränkten Bevölkerungskapazität angesiedelt zu haben.

Die Logik der Akkumulation ist autoritärer als alle in der Geschichte bekannten diktatorischen Systeme, denn sie ignoriert die kulturelle Vielseitigkeit, die biologische Vielfalt und begeht den schweren Fehler, die Menschheit aufzuteilen in diejenigen, denen die letzten Fortschritte von Wissenschaft und Technik zugänglich sind, und jene, die keinen Zugang haben. Daher rührt ihr verheerendster Aspekt: Die Akkumulation und der Besitz des Reichtums in Händen einiger Weniger wird möglich durch die Besitzaufgabe und den Ausschluss Vieler.

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