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Atomenergie: Arto Lauri, 2. Interview

Posted by krisenfrei - 21/02/2012

Dieses Interview mit Arto Lauri wurde am 14.08.2011 in Olkiluoto, Finnland, aufgenommen.

Interviewer: Wir befinden uns hier auf der Insel Olkiluoto. Sie können das Atomkraftwerk sehen, dort ist Reaktor 1 und dort Nummer 2. Wir machen ein Interview mit dem Anti-Atom-Aktivisten Arto Lauri. Sie haben früher für die Nuklearindustrie gearbeitet, würden Sie uns von Ihrem Werdegang dort erzählen?

Arto Lauri: Gern, ich habe über 30 Jahre dort gearbeitet, habe 1977 angefangen. Zu dieser Zeit waren diese Reaktoren noch in Bau. Ich begann als Techniker. Sie begannen damit, uns über Nuklearenergie zu unterrichten. Die Schulungen dauerten über ein Jahr. Die TVO (Finnischer Nuklearkonzern) unterwies uns in die Elektroniksysteme des Kraftwerks. Ich beherrschte all die hunderte von Schalt- und Sicherheitssystemen beider Reaktoren. Ich arbeitete ungefähr 10 Jahre in dieser Position. Ich wechselte dann in das Zugangskontrollsystem. Von 1000 Mitarbeitern wurden 3 dafür ausgewählt.

Interviewer: Wie sind Sie ein Anti-Atom-Aktivist geworden?

Arto Lauri: Ich kannte da diesen 35 Jahre alten Typen, der einmal ein großer Befürworter der Atomenergie war. Eines Tages kam er zu mir und sagte: „Das wird das letzte Mal sein, dass wir uns treffen“. Er erzählte mir, dass er während des vergangenen Jahres dreimal Blutkrebs gehabt habe, und seine Zeit jetzt wohl abgelaufen sei. Ich habe -zig Arbeitskollegen verloren, die alle vor der Rente an verschiedensten Krebsarten gestorben sind. Das hat mir die Augen über das System geöffnet.

Interviewer: Gehört die Atomenergie der Vergangenheit an? Was sind die Risiken der Atomenergie?

Arto Lauri: Sie gehört definitiv der Vergangenheit an, das ist Kriegstechnologie der 1940er Jahre. Es gibt keinerlei Positives daran. ABB Atom hat uns gelehrt, dass die Nukleartechnik eine Industrie ist, bei der die Gewinn- und Verlustrechnung bzgl. Energie niemals positiv war. Ab 2008 war sie 5x negativ in bezug auf die Energiebilanz. Was das Risiko betrifft, würde ich den Atommüll nennen. Jede produzierte Kilowattstunde häuft sich in unserer Biosphäre an und lenkt unsere Umwelt in Richtung kritische Masse. Die Nukleartechnik wird ihre Anwender töten, wie Einstein es unmissverständlich aussprach.

Interviewer: Sind Sie auf Ihrem Weg als Aktivist mit Zensur konfrontiert worden? Wie gehen Sie mit Kritik an der Anti-Atom-Bewegung hier in Finnland um?

Arto Lauri [lacht gequält]: Es gibt nichts als Zensur auf diesem Gebiet. Als ich anfing, überreichte mir das Innenministerium eine telefonbuchgroße Notiz, die besagte, dass ich keinerlei vertrauliche Informationen veröffentlichen dürfe. Das Innenministerium untersteht übrigens direkt dem finnischen Geheimdienst.

Interviewer: Hätten Sie weitere Beispiele für Zensur?

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