Der wertvollste Spieler einer Mannschaft (vulgärdeutsch: MVP, most valuable player) ist jemand, der die ganze Mannschaft mitreißt, sie zum Sieg führt oder bei Bedarf auch treibt. In der Glanzzeit des FC Bayern war das Gerd Müller, derjenige, der geliefert hat, dessen Tore die Interviews eines Franz Beckenbauer ermöglicht haben.
Wechseln wir die Sportart. Der deutsche Name Korbball hat sich nicht eingebürgert, sie nicht Basketball zu nennen, wäre so anachronistisch wie „Gesichtserker“ für Nase. Wir wählen eine Jugendmannschaft, hochgewachsene, schlanke Jungen, 14 oder 15 Jahre alt, 1,80 oder 1,90 groß, nicht ganz ausgewachsen. Sie sind durchtrainiert, muskulös, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl, flink wie die Windhunde… Nun ja, Sie können sich die Bengel vorstellen.
Fragen Sie mich nicht, wie es geht, nehmen wir einfach an, Don Mafioso di Lampedusa hat der Liga ein Angebot unterbreitet, das diese nicht abschlagen konnte. Jedenfalls tritt Dirk Nowitzki der Mannschaft bei, „Dirkules“ in der Blüte seiner Jahre und seines Könnens. Natürlich ist er der wertvollste Spieler auf dem Feld, denn die „kleinen Jungs“ der gegnerischen Mannschaften haben ihm nichts entgegenzusetzen. Die Kraft, die Geschicklichkeit und die Erfahrung des Weltklasse-Athleten sind übermächtig, Dirk umspielt sie nach Belieben, ist unaufhaltsam im Angriff und beinahe unüberwindlich in der Verteidigung.
Für die Mannschaftsmitglieder ist es einfach: Ball annehmen, Nowitzki anspielen und schon stehen die Punkte auf der Anzeige. Die Mannschaft wird Meister, ohne einen einzigen Punktverlust. Bei der Meisterfeier haben sich die Jungs ein wenig verändert. Oh, sie sind noch immer hochgewachsen, und verglichen mit einem couchgewohnten Spielkonsolen-Virtuosen durchaus noch schlank, das geübte Auge erkennt jedoch die Veränderungen. Die Jünglinge sind schwerer geworden, und die zugelegten Pfunde bestehen nicht aus hartem, austrainiertem Muskelfleisch.
Die Zeit in der Nowitzki-Mannschaft bringt einem hoffnungsvollen jungen Basketball-Talent ein paar schöne Urkunden ein, die es ein Leben lang an die Wand hängen kann. In der nächsthöheren Altersklasse wird der Jugendliche jedoch nur schwer akzeptiert. Er ist kein Könner mehr, sondern ein Ballzuwerfer für den wertvollsten Spieler, ein Wasserträger. Wer nicht verweichlichen will, darf nicht in dieser Mannschaft spielen, trotz der Garantie auf den Meistertitel.
BLÖD und die Rabattjournaille: letzte moralische Instanz?
„Der Weise verlässt das Theater, sobald er sieht, dass Geschenke verteilt werden, weiß er doch, dass solche Kleinigkeiten teuer zu stehen kommen.“ (Seneca, „Moralische Briefe“ ep. 74)
Der von BLÖD und der Rabattjournaille vier Wochen lang auf allen Kanälen und in allen Gazetten angekündigte „große Crash“ im Fall des Bundespräsidenten aus Niedersachsen ist ausgeblieben. Bleibt nur der Eindruck, dass hier jemand von den gleichen Leuten abgeschossen werden soll, mit deren Hilfe er – wie auch immer – Karriere gemacht hat:
Der dramaturgische Höhepunkt für die ProIl-Hetzjournaille war wohl der Auftritt des früheren Honorarprofessors an der Fachhochschule Osnabrück Klaus Kocks (Berufung 2001 unter SPD-MP Sigmar Gabriel), PR-Berater und ehemaliger VW-Kommunikationschef. Der mutmaßte frech bei Maybrit Illner: „War der Geerkens-Kredit an Wulff evtl. gar ein Geschenk?“
Graf Kocks von der Gasanstalt ließ bei Maybrit Illner einen fiesen „500.000 Euro-Geschenk“-Testballon steigen, vermutlich wurde mit dem üblen Gerücht die Hetzkampagne im Hintergrund der Redaktionsstuben deutschlandweit schon vor Weihnachten eingeleitet. Anders ist der gegen Wulff mit sehr hoher Intrigen-Professionalitätorganisierte journalistische Furor kaum zu verstehen.
Das insinuierte angebliche „Geschenk“ war ein krimineller Schuss in den Ofen: „Irrtum sprach der Igel und stieg von der Drahtbürste“. Die skandalöse Kocks-Schuldvermutung hat sich als Furz, Gasblase oder heiße Luft erwiesen, wie viele der markigen Sprüche des 1951 geborenen Oberhauseners, ein Kind des roten Ruhrpotts, das wie viele Andere im Dunstkreis der Schröder-SPD eine Karriere bei Hartz` VW gemacht hat, wo sich 2005 der berüchtigte VW-Betriebsräte-Rotlichtskandal ereignete. Womit die politischen Fronten im Fall des CDU-Mannes Wulff endgültig klar sind.
Der Berg der „zu 100 Prozent“ (Schönenborn im „Presseclub“) von der Presse mitgetragenen BLÖD-Vernichtungs-Kampagne gegen ihren vormaligen Günstling hat gekreisst und ein paar wenig possierliche Mäuse geboren.
Es ist immer verblüffend, was uns die »Obrigkeit« an Gedankengut vermittelt, auch wenn dieses in krassem Gegensatz zur eigentlichen Situation steht.
So liess uns der italienische Ministerpräsident Mario Monti Anfang Januar doch tatsächlich wissen, dass »die EU das schönste Projekt der Menschheit« sei. [1] Bei einem Treffen Montis mit Merkel in Berlin erklärte er am 11. Januar des weiteren, dass Italien nach der ersten Phase der Reformen zwecks Ausgleich seiner Staatsfinanzen wieder eine wichtigere Rolle in Europa spielen wolle. Gleichzeitig warnte er vor anti-europäischen Protesten in Italien, falls es für die Italiener in absehbarer Zeit keine greifbaren Erfolge ihrer Spar- und Reformbereitschaft gebe, wohl wissend, dass das restliche Europa an der Misere seines Landes keine Schuld trifft und die Anstrengungen in dieser Richtung ausschliesslich von den Italienern selbst zu erbringen sind, so dass Proteste der genannten Art keinesfalls dazu geeignet wären, hier Abhilfe zu schaffen. Auf die Frage eines Interviewers der Welt [Ausgabe vom 11. 1. 12], ob Italien wieder ein zentraler Player in der EU werden wolle, antwortete er: »In der Tat, das wollen wir. Und ich glaube, viele in Europa sind dieser Meinung. Wir sind ein starkes, ein stolzes Land, und wir haben eine im Prinzip effektive Wirtschaft.« [2]. Die Domäne Steuerflucht fand indessen keinerlei Erwähnung, auch wenn die Ankündigung Montis steht, dieses Jahr gezielt nach Steuerhinterziehern zu fahnden. Schätzungen zufolge wird in Italien die kaum vorstellbare Summe von jährlich 120 Milliarden € hinterzogen. [3] Natürlich tritt auch die Verschwendung ins Spiel, da Italien laut einer Erhebung vom 19. 5. 2011 18 Milliarden € für die 600.000 Limousinen der Politiker ausgab, Benzin und Gehälter der Fahrer eingeschlossen. »Stil hat eben seinen Preis«, vermerkte die Welt hierzu sinnigerweise. Der Schuldenberg Italiens wurde Ende September 2011 mit 1.9 Billionen € beziffert, was 120 % der Wirtschaftsleistung des Landes entspricht.
Bei der Anfang Januar in Cortina d’Ampezzo vorgenommenen Fahndung sassen am Tag vor Silvester die Steuerinspektoren in den Geschäften, Hotels und Restaurants neben den Kassen. Wie Hans-Jürgen Schlamp im Spiegel vom 7. 1. festhielt, »ging der Umsatz steil in die Höhe. Restaurants nahmen das Doppelte vom Vortag ein und das Dreifache vom Vor-Silvestertag 2010. Bei Luxusboutiquen vervierfachte sich der Absatz sogar. ›Wir sind offenbar gut fürs Geschäft‹, so die Kontrolleure, wobei sie ironisch grinsten. Sie sind davon überzeugt, dass die Registrierkassen dank ihrer Präsenz ausnahmsweise ehrlich gefüttert wurden. Sonst, so der schlimme Verdacht, wären drei Viertel der Einnahmen wie üblich als Schwarzgeld kassiert worden.« Hinzu kommt, dass die italienische Regierung auch mit Betrug aus den eigenen Reihen zu kämpfen hat. Wie ein Polizeibericht für die Jahre 2009 bis 2011 jetzt aufdeckte, arbeiten Tausende von Finanzbeamten nebenher illegal als Steuerberater. Die Beamten verwenden ihre Fachkenntnisse bezüglich des italienischen Steuersystems nicht etwa dafür, um dem Staat zu mehr Geld zu verhelfen, sondern um den Italienern die besten Tricks zur Steuergestaltung zu zeigen – aus erster Hand und natürlich gegen Bares. Einem Bericht des Corriere della Sera zufolge soll es sich dabei um eine geradezu boomende Branche handeln: Mit illegalen Tätigkeiten der Finanzbeamten wurden in diesen drei Jahren mehr als 20 Millionen € Gewinne auf Kosten der Staatskasse von fast 55 Millionen Euro erzielt. [4]
Es ist eine altbekannte Erscheinung, lieber James, dass in einem Hause, in dem ein Schwerkranker liegt, meist eine einzige Person den ganzen Ernst der Krankheit nicht erkennt, nämlich der Kranke selbst. Er glaubt sich leidlich wohl zu befinden, sobald er etwas Appetit hat. Wie diesem Kranken, so geht es auch den Völkern, die am Gelde krank sind, am Verfall ihrer Währung leiden: Weil sie essen, trinken und Geschäfte machen wie früher, glauben sie es könne nicht so schlimm um sie bestellt sein; der Niedergang des Geldwerts sei ja freilich unangenehm und habe manche üblen Folgen, aber schließlich gebe es ernstere Krankheiten für ein Volk. Besehe man nämlich die Sache bei Licht, so sei die ganze Währungsfrage im Grunde nur ein harmloses Multiplikations-Exempel. Man müsse einfach alle seine Ausgaben mit 5 oder 10 oder 20 multiplizieren, entsprechend der Geldentwertung bzw. der Steigerung der Preise. Sachlich habe das gar nichts zu bedeuten, denn jede Ausgabe des Einen sei eine Einnahme des Andern, und demnach stiegen auch die Einnahmen auf das 5, 10 oder 20 fache. Man müsse sich nur daran gewöhnen, allen Zahlen im Verkehrsleben eine Null anzuhängen. Diese harmlose Auffassung kann man vielfach äußern hören. Und in der Tat: Schadet es einem Volke viel, wenn es mit dem großen statt mit dem kleinen Einmaleins rechnet, und wenn alle seine Umsätze sich verzehnfachen? Schließlich ist doch auch zehnmal so viel Geld im Lande wie früher, um die Umsätze zu bewältigen. Die Aufblähung aller Ziffern ist ja überhaupt erst die Folge dieser gewaltigen Geldzunahme.
Dieser Harmlosigkeit, mein Sohn, kann man gar nicht nachdrücklich genug entgegentreten, denn die Unkenntnis, die sich in ihr äußert, grenzt ans Verbrecherische. Es ist schlimm genug, wenn ein Volk in ahnungslosem Leichtsinn die schiefe Ebene der Inflation hinuntergleitet. Wenn es dann aber die Folgen, die dieses Hinab gleiten mit sich bringt, geflissentlich ignoriert oder ihnen die beste Seite abzugewinnen sucht, statt dem Staat in die Zügel zu fallen und rechtzeitig zu bremsen, so eilt das Volk seinem Verhängnis entgegen. Denn um es in dürren Worten zu sagen: Der Verfall seiner Währung ist wohl das größte Unglück, das ein Volk treffen kann. Selbst ein verlorener Krieg bringt ihm nicht so schweren unmittelbaren Schaden, wie der Ruin seines Geldwesens.
Die Leute, die in der ganzen Frage nur ein belangloses Rechenexempel erblicken, übersehen nämlich einige begleitende Momente des Währungsverfalls. Sie übersehen vor allem den einen, bedeutungsvollen Umstand: Die Entwertung des Geldes, also die Multiplikation der Ausgaben, trifft die Gesamtheit. Das Gegenstück hierzu, die Steigerung der Einnahmen, kommt aber nur einem Bruchteil der Bevölkerung zugute, diesem freilich in solchem Maße, dass das Verhältnis zwischen Einnahme und Ausgabe sich bei ihm ganz außerordentlich verbessert. Und zwar ist es in der Hauptsache das Kapital, soweit es Sachwerte besitzt, das in dieser Weise profitiert. Auf der anderen Seite, die von der Geldentwertung lediglich das Moment der Ausgabensteigerung kennen lernt, befinden sich aber, abgesehen von den Rentnern, die besonders schwer geschädigt werden, in der Hauptsache die geistig und körperlich arbeitenden Klassen, die Beamten und die Staatspensionäre.
Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an die frühen Rundfunkjahre. Da lebten die Fernsehleute noch in Wohnungen, Häusern oder einige auch schon mal in Villen. Heute residieren die Macher von ARD und ZDF in Schlössern und Palästen. Auf unsere Kosten. Und alle scheinen das normal zu finden.
Wieso stört das scheinbar niemanden? Der Grund könnte sein, dass sich viele von uns den Reichtum dieser Leute überhaupt nicht vorstellen können. Die Fülle ihres Besitzes ist einfach zu galaktisch. Um diesen Reichtum zu verstehen, muss man neben den kalten Zahlen Vergleichsbeispiele zur Hand nehmen. Ich vergleiche gerne die Gagen und Gehälter der öffentlich-rechtlichen Protagonisten mit dem gesetzlichen Bundeskanzlergehalt. Zur Referenz: Das
Bundeskanzlergehalt in Deutschland ergibt sich aus § 11 Abs. 1 Bundesministergesetz und besteht aus den Grundbezügen plus Dienstaufwandsentschädigungen von zusammen insgesamt rund 250.000 Euro pro Jahr, also einer viertel Million.
Hier nun das Einkommen unserer Fernsehleute:
HEUTE-Moderator Kleber liegt mit seinen 600.000 Euro/Jahr immerhin noch weit über dem doppelten Gehalt von deutschen Bundeskanzlern.
Der nette Günther Jauch moderiert ja seit September 2011 bei der ARD einen dieser langweiligen Polittalks. Hierfür erhält seine Firma 4487 Euro pro Minute! Viele Menschen müssen ein ganzes Jahr hart dafür arbeiten, was das Unternehmen Jauch in gerade mal drei Minuten von der ARD bekommt. Um aber bei den Bundeskanzlergehältern zu bleiben: Nach einer einzigen 60-Minuten-Sendung hat er 269.220 Euro eingeheimst, also mehr als das Jahresgehalt eines Bundeskanzlers. Bei 40 Sendungen pro Jahr sind das 10.768.800 Euro oder, besser gesagt, 43 Bundeskanzlergehälter. Rechnet man das symbolisch hoch, bekommt die Produktionsfirma des Moderators von der ARD soviel wie alle 27 Europastaatschefs zusammen, plus nochmal 16 Bundeskanzlergehälter oben drauf.
Die Show geht weiter! Ich beobachte die Zerstörung eines Imperiums. Alle Imperien müssen irgendwann untergehen. Das ist natürlich. Und die Natur steckt eine Zeitbombe in alles, was sie schafft.
Das US-Imperium ist auch zum Untergang verurteilt. Wie alle anderen, die vor ihm gegangen sind. Es ist durch die Natur selbst zum Untergang verurteilt – verurteilt durch die Götter, zu scheitern und zu sterben.
Nichts davon sollte Sie überraschen. Wir haben diesen Film schon gesehen. Hunderte Imperien sind gekommen und gegangen. Wir wissen, wie der Film endet. Mehr oder weniger. Was wir sicher wissen, ist, dass die USA Pleite gehen werden. Es gibt kaum einen anderen möglichen plausiblen Ausgang.
Ich habe mir die Zahlen so oft angesehen, dass ich die nicht wiederholen brauche. Ja, es ist wahr, dass die Politiker noch die Rettung bringen könnten…wenn sie den Willen dazu hätten. Sie könnten die Steuern auf eine Einheitssteuer von 10% senken…und nur soviel ausgeben, wie sie an Steuern einnehmen. Das wäre aus wirtschaftlicher Sicht die Rettung.
Aber dafür ist es zu spät – politisch. Imperien haben ihre eigenen Leben. Sie gehen nach vorne…expandieren…geben Geld aus…dehnen sich aus…bis sie – Boom! – zu weit gehen. Imperien gehen nicht zurück.
Einige gehen nur Pleite. Andere werden im Krieg besiegt.
Alle enden in einem Desaster.
Nur ein US-Präsidentschaftskandidat spricht sich dafür aus, die Finanzen der Nation wirklich zu retten und das Imperium einen Rückzug antreten zu lassen, um ein Desaster zu vermeiden.
Aktuelle Thesen zu Anleihen, Aktien, Gold und Silber
Allmählich müsste sich ja herumgesprochen haben, dass Ratingagenturen mit den Euro-Ländern ein durchsichtiges Spielchen treiben. Wie jetzt Standard & Poor’s mit der Ankündigung, die Bonität Frankreichs und anderer Länder des Euro-Raums herabzustufen. Da haben sich Italien und Spanien gerade über Anleihen zu unerwartet günstigen Konditionen frisches Geld besorgt, und schon geraten die Franzosen ins Visier.
Die Nachfrage der Investoren nach den Staatsanleihen der Italiener und Spanier war so groß, dass es beiden Euro-Ländern möglich gewesen wäre, noch mehr Geld zu bekommen. Der Erfolg ihrer Auktion bestätigt den Optimismus im Hinblick auf die Euro-Rettung, den ich hier seit einigen Wochen verbreite, zuletzt mit der Bemerkung, Zentralbanker und Politiker würden sich zu einer gemeinsamen Problemlösung durchwursteln. So weit die gute Nachricht, der Attacke gegen Frankreich zum Trotz.
Bei aller aktuellen Euphorie ist allerdings festzuhalten, dass 1. Anleihen Schuldverschreibungen sind, die in diesem Fall den Schuldenstand beider Länder weiter nach oben treiben, 2. hier wie eine schmerzstillende Spritze nur vorübergehend wirken, während der dauerhafte Heilungsprozess noch aussteht, und 3. die laufenden Zinsen und die späteren Tilgungen der Anleihen irgendwie aufgebracht werden müssen.
Letzteres – ganz abgesehen vom schon bestehenden Schuldendienst – allein mit Steuererhöhungen in Italien und Spanien zu schaffen, ist illusorisch. Denn im Zweifel wird sich die Bevölkerung beider Länder das nicht gefallen lassen und, wie bereits geschehen, demonstrierend durch die Straßen ziehen. Diesbezüglich drängt sich ein Vergleich mit Griechenland auf, wo die Demonstrationen bisher am heftigsten waren: Für Griechenland muss Deutschland keinen großen Scheck zücken, weil das Euro-Schicksal nicht von diesem Land abhängt. Wohl dagegen für Italien und Spanien, falls die Steuer- und sonstigen Reformen in diesen beiden Ländern nicht den erhofften schnellen Erfolg bringen. Denn einen Abschied Italiens oder Spaniens vom Euro würde die Gemeinschaftswährung nicht verkraften.
Im 18. Jahrhundert gab es in der jetzigen USA (die damals noch eine britische Kronkolonie war) bereits florierende Systeme, welche auf Papiergeld beruhten, welches von der Regierung in Umlauf gesetzt wurde. Diese Systeme waren sehr erfolgreich, ganz besonders das in den „mittleren Kolonien” verwendete – in Pennsylvania, Delaware, New York und New Jersey.
Das System der „mittleren Kolonien” basierte auf den sogenannten Darlehenskassen. Eine Darlehenskasse (eine sogenannte Hypothekenbank) brachte Papiergeld in Umlauf und verlieh es an die Einwohner (i.d.R. gewöhnliche Farmer) zu niedrigen Zinsen. Eigentümer der Darlehenskasse war die Regierung. Die Kredite wurden abgesichert auf Grundbesitz, Tafelsilber und andere harte Vermögenswerte. Das neu in Umlauf gebrachte und an Kreditnehmer verliehene Geld floss bei der Rückzahlung der Schulden an die Regierung zurück, so dass eine zu starke Aufblähung der Geldmenge ausgeschlossen wurde. Auch die zu zahlenden Zinsen flossen an den Staat und dienten zu dessen Finanzierung, so dass nahezu keinerlei Steuern erhoben werden mussten, so die Autorin Ellen Brown.
Im Jahre 1764 nutzte schließlich die „Bank of England” ihren Einfluss beim britischen Parlament und erreichte die Verabschiedung eines Währungsgesetzes, das es jeder britischen Kolonie (also auch der heutigen USA) untersagte, eigenes Geld zu drucken. Damit wurden die Siedler gezwungen, alle Steuern an England in Gold und Silber zu bezahlen, welches sie sich gegen Zinsen bei den Bankern leihen mussten. Für diese Entwicklung gab es mehrere Gründe. Der Hauptgrund war, dass die britischen Bankiers kein Geldsystem in den Kolonien haben wollten, welches ohne ihr Gold auskam und welches von der dortigen Regierung selbst in Umlauf gebracht wurde, da sie an diesem System nicht mitverdienen konnten.
Das erlassene Verbot führte nun zum Ruin der Kolonien, da bisher drei Viertel der gesamten Geldmenge aus Papierwährung bestanden hatte. Durch das plötzlich fehlende Geld brach infolgedessen auch die Wirtschaft zusammen, da niemand mehr finanzielle Mittel zum Kauf von Gütern besaß. Daraufhin beschloss die empörte Bevölkerung in einem revolutionären Akt das Verbot der britischen Krone zu ignorieren und weiterhin eigenständig Geld zu drucken und in Umlauf zu bringen. Die beleidigte britische Krone konterte mit einem Wirtschaftskrieg gegen die Papierwährung. Beispielsweise überschwemmte sie den Markt in den Kolonien mit Falschgeld. Ganze Schiffsladungen von Falschgeld wurden auf den Markt geworfen. Schließlich brach die Papierwährung der Kolonien, der „Continental”, zusammen. Der eigentliche Grund war nicht mal die Überschwemmung mit „Blüten”, vielmehr waren die anschließenden Spekulationen um die Währung ausschlaggebend.
Interview mit dem Staatsrechtler Prof. Wieland zum Thema Wahlen und Wahlbeteiligung.
Die Meinungen zu diesem Thema gehen weit auseinander. Dazu ein paar Zitate:
„Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sagen.“(Graffito)
„Wenn Wahlen irgend etwas verändern würden, wären sie schon längst verboten.“ (Unbekannt)
„Wenn du die Wahl hast zwischen zwei Übeln, wähle keines von beiden.“ (Charles Haddon Spurgeon (1834-92), engl. baptist. Prediger)
„Jedes Jahr müßte ein Wahljahr sein. Im Wahljahr gibt es keine Steuererhöhungen.“ ( Lothar Schmidt (*1922), dt. Politologe u. Hochschullehrer)
„Merkwürdigerweise fühlt sich der Wähler nicht verantwortlich für das Versagen der Regierung, die er gewählt hat.“ (Alberto Moravia (1907-90), ital. Schriftsteller)
„Wahlen sind manchmal die Rache des Bürgers. Der Stimmzettel ist ein Dolch aus Papier.“ (David Lloyd George (1863-1945), brit. Politiker, 1916-22 Premiermin. )
Letztendlich ändern Wahlen nichts. Lediglich der Trog wird ausgetauscht, die Schweine bleiben die Gleichen!
Ich weise seit Jahren darauf hin, dass die Finanzkrise nicht von gierigen Bankern, Spekulanten oder amerikanischen Immobilienkäufern verursacht wurde, sondern dass unser Geldwesen als solches tiefgründig zerstört ist.
Leider ist der Prozess soweit fortgeschritten, dass es eine einfache – und „schmerzfreie“ – Lösung nicht mehr geben kann. Das schrieb die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, quasi die „Notenbank der Notenbanken“) bereits Anfang 2010:
„Es gibt jetzt praktisch keinen Ausweg aus dieser Situation. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, die diese Krise unbekannten Ausmaßes verhindern könnten:
Massive Steuererhöhungen und eine brutale Verringerung der Staatsausgaben. Beides würde die weltweite Wirtschaft allerdings zugrunde richten“.
Wir erleben, dass die Politik mit einem Stückwerk an vergeblichen Maßnahmen genau diese beiden Wege einschlägt und damit die oben genannte Konsequenzen eintreten. Es werden harte Sparmaßnahmen aufgelegt, Steuern und Abgaben erhöht, die die Wirtschaft weiter abwürgen.
Die Griechen, Isländer, Spanier, Ungarn etc. können ein Lied davon singen. Noch scheinen Deutschland und die anderen exportstarken EU-Länder eine Insel der Seligen zu sein, aber seien Sie sicher, lange wird dieser glückliche Umstand auch für uns nicht mehr andauern.
Die stagnierenden Wirtschaften stellen ein großes Problem dar
Dieser Rückgang der Wirtschaftsleistung ist nicht nur in Griechenland, sondern auch in Spanien und den meisten anderen Problemländern eine ernsthafte Angelegenheit. Weil eine Rezession selbst die größten Sparanstrengungen aufzufressen droht, werden die Rufe nach Konjunkturmaßnahmen und damit weiteren Schulden wieder lauter.