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Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Archive for 10. Mai 2011

Kaufe jetzt, zahle später!

Posted by krisenfrei - 10/05/2011

Von Michael Winkler

Kaufe jetzt, zahle später! (11.5.2011)

Im folgenden Artikel geht es um Griechenland, um andere europäische Länder, um Gier, Schulden und Bankrott, um menschliche Größe und bürokratische Kleinlichkeit. Wirtschaft und Mißwirtschaft werden angesprochen, die Demokratie und sogar die Zukunft.

Stellen Sie sich vor, Sie werden volljährig und beziehen ein eigenes Einkommen. Das passiert tagtäglich und die Folgen sind durchaus nicht spektakulär: Sie werden kreditwürdig. Jetzt lasse ich Sie auch noch heiraten und einen Hausstand gründen. Da fallen mir uralte Begriffe ein: Aussteuer und Mitgift. Die eigenen Ersparnisse, Hochzeitsgeschenke, Gaben der Eltern und Schwiegereltern, sowie die ominöse Aussteuer haben es früher erlaubt, einen eigenen Hausstand zu gründen. Wobei ich mit „früher“ ausnahmsweise nicht das ausgehende Mittelalter meine, sondern fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Die Familie zog in eine Neubauwohnung – damals wurde sehr viel gebaut – und richtete sich ein, so gut die Mittel es erlaubten. Die Wohnung wirkte zunächst spartanisch, nach und nach wurde hinzugekauft, der billige Kompromiß aus der Gründerzeit landete schließlich auf dem Sperrmüll. Nach zehn bis zwanzig Jahren war die Wohnung fertig eingerichtet.

Neben diesem konservativen Modell gab es das Modell des „Abstotterns“, der Ratenzahlung. Kaufe jetzt, zahle später – der vorgezogene Konsum. Ein Modell, das wunderbar funktioniert hat, in dieser Zeit. Die Wohnung war in kurzer Zeit komplett eingerichtet, durch das Wirtschaftswunder wuchs das Einkommen erfreulich an und hielt die Raten im erträglichen Rahmen.

Und dann kam die Zeit, in der dieses Modell weniger gut funktionierte, die Zeit nach 1990, die Gegenwart. Im Vertrauen darauf, daß sie die Kredite zurückzahlen könnten, wie es ihre Eltern getan haben, mit steigenden Einkommen, haben sich die Leute verschuldet. Nicht nur für eine Wohnungseinrichtung, sondern auch für ein schönes Auto und eine Urlaubsreise. Deficit spending, Geld ausgeben, das man nicht hat, das man aber in guten Zeiten wieder hereinwirtschaftet.

Beleuchten wir noch kurz, wozu das gepumpte Geld ausgegeben wurde: Es gibt da durchaus einen Bereich „Investitionen“: Ein Herd, um Essen zuzubereiten, spart Geld für Restaurants. Ein Kühlschrank erlaubt, Lebensmittel zu lagern und Sonderangebote zu nutzen. Beim Auto könnte man streiten, ob da nicht ein Fahrrad genüge. Allerdings erwarten viele Arbeitgeber „Mobilität“, also sind wir großzügig und rechnen es zum Investitionsbereich, zumindest mit dem Anteil, den „ein kleiner Gebrauchter“ kosten würde. Die zweite Kategorie dient dem Komfort, nennen wir sie „Kultur“: dazu zählen die Möbel und der Anteil des Familienautos, der zur Repräsentation draufgelegt wurde. Ja, man kann auf der Luftmatratze schlafen, die Kleider im Umzugskarton lagern und die ausgemusterte Campingausstattung der Schwiegereltern als Eßecke benutzen. Eine Massivholz-Schrankwand, eine Leder-Sitzgarnitur und ein Designer-Schlafzimmer sehen natürlich viel besser aus, eben kultivierter. Bleibt noch die Urlaubsreise, die unter „Verschwendung“ eingeordnet werden müßte. Der freundliche Ausdruck dafür ist „Konsum“.

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Negativ-Zinsen oder unendliche Staatsverschuldung ?

Posted by krisenfrei - 10/05/2011

Ich kann nicht umher, das Thema Negativ-Zins erneut aufzugreifen. Selbst ein Computer, der vor etwa 2 Jahren in den USA mit Daten zu Inflation und Wirtschaftslage gefüttert wurde, errechnete tatsächlich Minuszinsen! Die Forscher waren überrascht, denn Negativ-Zinsen gelten als undenkbar.

Willem Buiter, Professor an der London School of Economics, ist da allerdings anderer Meinung: „Es gibt keinen theoretischen oder praktischen Grund dafür, dass die Federal Funds Rate, der wichtigste US-Leitzins, nicht bei minus fünf Prozent oder wo auch immer liegen könnte“.

Sein Harvard-Kollege Greg Mankiw argumentiert ähnlich und vergleicht die Einführung negativer Leitzinsen mit der Erfindung negativer Zahlen: „Frühe Mathematiker haben die Idee negativer Zahlen für absurd gehalten“.

Leider wurde nicht näher darauf eingegangen, welche Fakten dem Computer eingeimpft wurden, um das Ergebnis von Negativ-Zinsen auszuspucken. Minuszinsen, so die einhellige Meinung, könnte dazu führen, dass die Sparer ihr Geld von den Banken abziehen und privat aufbewahren und somit das Geld dem Wirtschaftskreislauf fehlen würde.

Buiter und Mankiw sind überzeugt, dass sich dieses Problem lösen ließe, indem die Regierung z.B. einmal pro Jahr jeden zehnten Geldschein für ungültig erklären würde. Um die Menschen davon abzuhalten, Bargeld zu horten, schlägt Buiter folgendes vor: Bargeld müsse weniger wert sein als Geld auf dem Konto oder dem Sparbuch. „So entstünde eine Art Wechselkurs zwischen Münzen und Scheinen auf der einen und Kontoeinlagen auf der anderen Seite.“ Vorstellbar wäre in diesem Zusammenhang eine Bargeld-Steuer.

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