Silber hoch im Kurs
Verfasst von: krisenfrei - 26/04/2011
Gestern, am Ostermontag, wurde der Silberpreis im asiatischen Handel bis knapp unter die Marke von 50 USD getrieben. Das erschien den Silberdrückern vorerst dann doch zu viel des Guten. Momentan, während ich dies hier schreibe, notiert der Silberpreis bei 46,70 USD bzw. ca. 32 Euro. Am 03. Januar 2011 notierte die Feinunze Silber bei 30,93 USD bzw. 23,11 Euro. Der Preis der Silberunze ist somit in knapp 4 Monaten um gut 60 Prozent gestiegen. Sehr beachtlich! Der Preis der Goldunze konnte im gleichen Zeitraum lediglich um etwa 6,5 Prozent zulegen.
Woran mag das liegen?
Das hat sicherlich mehrere Gründe. Einer davon ist zumindest, dass Silber im Vergleich zu Gold weit unterbewertet war – was allerdings nicht heißen soll, dass Gold zum jetzigen Zeitpunkt zu teuer sei. Es wird immer darauf hingewiesen, dass der Preis der Feinunze Gold inflationsbereinigt über 2.000 USD betragen müsste. Es würde aber zu weit führen, in diesem Kontext näher darauf einzugehen.
Der folgende Chart zeigt das Gold/Silber Ratio, welches in letzter Zeit im historischen Vergleich viel zu hoch war und sich jetzt einem eher angemesseneren Verhältnis von etwa 30 (1 Unze Gold kostet 30 mal so viel wie 1 Unze Silber) nähert.

Wobei nicht auszuschließen ist, dass das Gold/Silber Ratio in Zukunft weiter nach unten tendiert, möglicherweise Richtung 25. Dies dürfte vorerst aber nicht so einfach sein, denn erstens sind die kommenden Sommermonate nicht gerade die EM-Monate und zweitens ist bei diesem rasanten Anstieg bei Silber die Gefahr einer Korrektur von 10 oder 20 Prozent durchaus vorhanden.
Wer aber Silber in physischer Form besitzt, sollte seine Bestände unbedingt halten, denn durch die MwSt. und „die Spanne zwischen An- und Verkauf kommen bei einem Kauf/Verkauf/erneuter Kauf schnell über 30 Prozent zustande, die durch solche Aktionen verloren gehen.“ Siehe: Silber-das bessere Geld ?
Und nun? Wie geht es weiter?
Einen nochmaligen Anstieg des Silberpreises vom jetzigen Zeitpunkt von ca. 60 Prozent wird es m.E. innerhalb der nächsten 4 Monate nicht geben. Dann nämlich würde Ende August der Preis der Feinunze Silber bei etwa 80 USD liegen. Unter normalen Umständen halte ich ein derartiges Szenario für ausgeschlossen. Aber was ist schon normal bei der Geldvermehrung der Zentralbanken!
Die USA, sowie die EU, bekommen ihr Staatsschuldenproblem nicht in den Griff. Griechenland und Irland stehen vor einer Umschuldung und Portugal hat vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass die Schulden in 2010 höher ausgefallen sind, als angenommen. Solche Nachrichten treiben natürlich die Preise der Edelmetalle nach oben.
Die bedeutenden Währungen, sei es der USD, der Euro, das Pfund oder der Yen sind reine Papierwährungen und durch NICHTS gedeckt. Gold und Silber sind quasi eine „Kontra“-Währung gegenüber diesen Schwundwährungen, die durch Inflation und Geldvermehrung regelmäßig an Wert verlieren. Gold und Silber hingegen wird immer seltener und kann nicht unendlich – wie Papiergeld – vermehrt werden.
Und genau das ist das Problem. Niemand weiß, wann dieses Schwundgeld die Staaten so weit verschuldet bis nichts mehr geht (rien ne va plus). Wenn es so weit ist, gehören nur die zu den Gewinnern, die Gold und Silber physisch besitzen. Was spielt es dann noch für eine Rolle zu welchen Preisen man Gold und Silber gekauft hat! Gar keine, denn dann ist dieses „Echtes-Geld„ nicht mehr zu bekommen.
Person A hat 100.000 Euro
Person B hat 100 Kilo Silber
Welche Person wird einen Währungscrash besser überleben?
Was meinen Sie?

Silber: Der zerbrochene Krug | Der klare Blick said
[…] Thema passt ein Artikel von krisenfrei: Silber hoch im Kurs. // Haftungsausschluss/Disclaimer: Für Inhalte, insbesondere Einschätzungen und […]
Hans Kolpak said
Wer Silber hat, ist besser dran – unabhängig von der Menge. Fast bin ich geneigt zu fragen, ob Sie ihre Leser veräppeln wollen. Doch 99 Prozent der Schafe stehen in der Schlange, um ihre Sparguthaben zu verschenken. Da ist solch eine Scherzfrage angemessen.
Schon als Kind fragte ich mich, wie ich wohl die Jahre von 1945 bis 1953 gestaltet hätte. Jetzt bin ich in einer historischen Situation, die ebenfalls die nächsten Jahrzehnte prägt. Dem Internet verdanke ich einen Informationsfluß, den es früher nicht gab. Immerhin bin ich Jahrgang 1953 und erlebe eine äußerst spannende Zeit.
Tipp: Ich blase jeden Euro raus, auch für Zahlungen, die erst in Wochen oder Monaten fällig sind. Alles klar?
krisenfrei said
Hallo Hans,
ich beabsichtige nicht, meine Leser zu veräppeln. Wie oft habe ich bereits darauf hingewiesen, sein Erspartes von der Bank abzuholen und in „Echtes Geld“ umzuwandeln. Dazu zählen für mich in erster Linie die EMs (Silber, Gold, Platin, Palladium) und Ackerland.
Deine Entscheidung, Zahlungen, auch wenn sie erst in Wochen oder Monaten fällig werden, jetzt schon vorzunehmen, halte ich für richtig. Je früher, desto besser. Was weg ist, ist weg. Irgendwann sind diese Papierschnipselchen, auch Euro genannt, so oder so wertlos. Deshalb, je weniger man davon hat, desto weniger kann man verlieren.
Jedes ungedeckte Geld ist früher oder später zum Scheitern verurteilt.
Als Ökonom müsste Heli-Ben eigentlich auch etwas von Mathematik verstehen. Scheint mir aber nicht so. Alle Staatsschulden sind auf unser Zinsgeldsystem zurückzuführen und unterliegen einer Exponentialfunktion. Erst geht es ganz langsam und zum Schluss ganz schnell. Dann macht es nur noch Peng und das war es dann. Das Volk ist verarmt und das gleiche Geldspielchen geht wieder von vorne los.
Mittlerweile sind wir an dem Punkt angekommen, wo es ganz schnell gehen kann. Je steiler die Exponentialkurve, desto lauter der Knall. Mag vielleicht noch ein paar Jahre gut gehen, aber entsprechende Vorsorge sollte man jetzt schon treffen.
Max Keiser: russischer Milliardär will Silbermarkt kornern | Der klare Blick said
[…] Krisenfrei hat einen schönen und lesenswerten Artikel über Silber geschrieben: Silber hoch im Kurs […]