krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Interview mit Thorsten Schulte (Der Silberjunge)

Posted by krisenfrei - 07/02/2011

Sehr geehrter Herr Schulte,

Sie sind Autor des neulich erschienenen Buches „Silber – das bessere Gold” und Chefredakteur von www.silberjunge.de.
Erlauben Sie mir bitte einige Fragen.

krisenfrei.de:
In Ihrem „InvestmentKompass“, Nr. 08 – 20. Oktober 2010, empfahlen Sie Optionen und Hebelprodukte auf Silber. Sind solche Produkte nicht gefährlich, falls der Silberpreis von bestimmten Stellen noch mal kräftig nach unten manipuliert wird, oder deren Emittenten pleite gehen sollten?

Thorsten Schulte:
Also zunächst einmal habe ich, nachdem ich Mitte 2008 als einer der ganz wenigen vor einem Deflationschock riet und den Kauf deutscher Staatsanleihen empfahl, seit Ende 2008 meinen Lesern den dringenden Rat gegeben, auf eine massive Reflationierung zu setzen. Daher habe ich geraten, alle Staatsanleihen zu verkaufen. Das ganze Jahr 2010 empfahl ich, von den liquiden Vermögenswerten (also ohne Immobilienbesitz) rund 65 Prozent in Gold und Silber anzulegen. Dabei sollte der Löwenanteil wirklich physisch in Silber investiert werden. 15 Prozent sollten demnach in Gold- und Silberminen „geparkt“ werden und maximal 5 bis 10 Prozent der liquiden Vermögensmittel in riskanten Hebelprodukten. Gemeint sind die von Ihnen angesprochenen Optionsscheine, Knock-out-Zertifikate oder Futures. Den Rest, also 10 bis 15 Prozent, würde ich derzeit als Barquote halten. Dies hab ich persönlich getan und fahre sehr gut damit.

Edelmetalle werden auch in den kommenden Jahren – von Unterbrechungen abgesehen – besser als Aktien performen. Die Gründe lege ich in meinem Buch hoffentlich überzeugt dar. Von Papiergeldansprüchen halte ich herzlich wenig in den kommenden Jahren – alles hat natürlich seine Zeit -, so dass ich doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein müsste, wenn ich nur 10 bis 20 Prozent meines Vermögens in Edelmetallen anlegen würde. Das dürften die vielen Bankberater gerne ihrer Kundschaft erzählen, aber durch ständiges Wiederholen werden solche Tipps nicht „besser“.

Aber nochmals zurück zu den Optionsscheinen. In bestimmten Marktsituationen wie im Februar 2010 informiere ich meine Leser darüber, dass ich auch derartige Produkte massiv einsetze. Denn sie können – richtig eingesetzt – große Gewinne erwirtschaften. Lang laufende Optionsscheine an der COMEX (New York Commodities) auf Silber, zu denen ich im letzten Jahr riet, haben sich prächtig entwickelt. Also wir können das eine tun und müssen deshalb das andere ja nicht lassen.

krisenfrei.de:
Sollten bewusste und langfristig orientierte Anleger, wenn sie schon Silber favorisieren, nicht besser physisches Silber in Form von Münzen (bei Münzen fallen nur 7% MwSt. an) kaufen?

Thorsten Schulte:
Langfristig orientierte Anleger sollten durchaus auch Optionen kaufen, um sich gegen Worst-Case-Szenarien abzusichern. Ich habe selbst großen Sparkassen und Banken solche Strategien mit Erfolg empfohlen in anderen Märkten, aber auch im Silber. Sie haben aber Recht, wenn wir über den Privatanleger reden, der von solchen Produkten keine Ahnung hat. Was der Bauer nicht kennt, dass frisst er auch nicht und das ist auch gut so. Man sollte solche Instrumente nur einsetzen, wenn man sie auch versteht. Dann können sie risikoreduzierend wirken. Aber nochmals: Auch ich habe den Großteil meiner Edelmetallinvestments in Barren und Münzen getätigt. Für den deutschen Anleger macht der Kauf von 1-Kilogramm-Silbermünzen wie Kookaburra, Koala, Cook Island oder Panda aufgrund des niedrigeren Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent am meisten Sinn. Barren sind ja mit 19 Prozent belegt. Aber hin und wieder war es sogar ein Rechenexempel, 30-Kilobarren zu erwerben. Da ich aber von großen Preissteigerungen überzeugt bin, neige ich eher zu 1-Kilobarren. Die institutionellen Anleger bevorzugen 5-Kilogramm und 15-Kilogramm-Barren. Ich habe vor wenigen Tagen noch eines der sichersten Zollfreilager in der Zentralschweiz besichtigen dürfen und konnte mich davon überzeugen.

krisenfrei.de:
Die Bundesrepublik Deutschland begibt ab 2011 weitere 10 Euro Silbermünzen als offizielles Zahlungsmittel. Diese haben dann nur noch einen Silberanteil von 625/1000. Auch wenn der Silbergehalt gegenüber den zuvor ausgegebenen Silbermünzen geringer ist, sollten dann die Silberfreunde diese weiterhin kaufen, falls sie denn welche bekommen? Wie ist Ihre Meinung zu den neuen Silbermünzen mit geringerem Silberanteil?

Thorsten Schulte:
Der Silbergehalt der neuen 10-Euro-Gedenkmünzen liegt bei 10 Gramm Silber. Bei einem Silberpreis von 21,5 Euro je Unze komme ich auf einen reinen Silberwert der neuen Gedenkmünzen von 6,91 Euro. Selbst wenn ich die Mehrwertsteuer berücksichtige, kann das doch gegenwärtig keinen Sinn machen. Ich kaufe lieber weiterhin meine 1-Kilogramm-Münzen mit reinem Silber. Aber jedem das seine. Die alten Münzen habe ich im Jahre 2010 selbstverständlich auch erworben. Aber bei denen lag der Silbergehalt noch bei 16,65 Gramm. Die Befürworter erzählen mir gern das Argument, dass die Münze ja einen Wert von 10 Euro habe auch bei einer Deflation, die die Silberpreise stark einbrechen lassen würde. Kommt es zur Inflation, wird der Materialwert des in der Gedenkmünze enthaltenen Silbers in die Höhe schnellen.

Grundsätzlich bin ich ja ein Fan optionaler Strategien. Aber diese mit Gedenkmünzen umzusetzen ist – mit Verlaub – nicht der Königsweg. Vor drei oder vier Jahren habe ich reines Silber gekauft, denn die Aufpreise gegenüber dem reinen Materialwert lagen gigantisch hoch. Ein Beispiel: Am 28. Juni 2006 kosteten 16,65 Gramm Silber, erworben über den Kauf einer kanadischen Maple Leaf mit 31,1 Gramm anteilig 4,98 Euro. Bei einer Gedenkmünze zahlte ich allerdings 10 Euro für 16,65 Gramm Silber. Ein Aufpreis von über 100 Prozent. Ich habe Ihnen dazu einen Chart aufbereitet. Sie erkennen darin auch, warum es der Bundesfinanzminister im letzten Jahr plötzlich so eilig hatte mit der Reduzierung des Silbergehalts von 16,65 auf 10 Gramm.

Das vollständige Interview finden Sie hier:
http://krisenfrei.de/Sordon_InterviewmitThorstenSchulte.pdf

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3 Antworten to “Interview mit Thorsten Schulte (Der Silberjunge)”

  1. Goldhamster said

    Lange nicht mehr so ein gutes Interview gelesen. Danke!
    Die pdf-Datei habe ich mir runtergeladen.
    Morgen lege ich meinen Kollegen dieses Interview auf den Schreibtisch.
    Ob die dann immer noch sagen: „Was willst du denn mit Silber, damit kannst du dir doch nichts kaufen?“
    Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

  2. Sehr interessantes Interview, vielen Dank dafür!

    Ich kann allen nur empfehlen, das ganze Interview als PDF zu ziehen.

  3. Lieber Thorsten Schulte,

    immer wieder lese ich gerne von Ihnen. So auch dieses Interview, was mich jedoch zu einem Kommentar veranlasst (reizt).

    Ich bin vollkommen bei Ihnen und überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren noch viel Spaß mit Edelmetallen (physisch und derivatemäßig – wer möchte) haben werden.

    Alles andere wäre ja auch doof, wenn Sie nicht Ihre Überzeugung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln für sich entsprechend persönlich umsetzen würden. Diese Kenntnis steht jedoch nicht jedem zur Verfügung und ist auch nicht für Jeden geeignet.

    Das hilft mir als Berater jedoch kaum weiter. Ich habe es nämlich mit mindestens vier(fünf) Kategorien von Anlagermentalitäten zu tun.

    Der Anleger ist von der Notwendigkeit zur Investition in Silber zu überzeugen. Welche Arugmente glauben Sie, überzeugt jemanden?

    Ich möchte es kurz machen:

    1. 10-Euro-Schein in „realen Wert“ umzutauschen. Glauben Sie mir, es ist Pioneerarbeit, den normalen Bürger davon zu überzeugen, einen 10-Euro-Schein in eine 10-Euro-Münze zu tauschen. Das Einzige, was ihn überzeugt ist die Tatsache, dass er nichts falsch machen kann. Er tauscht nämlich nicht einen 10 EURO-Schein in eine 10-Euro-Münze sondern er tauscht bedrucktes Papier im Wert von 0,02 EURO in einen inneren Silber-Wert von EURO 6,91 (innerer Wert). Kann das mal jemand prozentual ausrechnen? Dass diese Aussage provokant ist, ist mir klar – sonst brauchte ich es ja auch nicht schreiben.

    2. Die Krisenvorsorger – denen nützt nicht Ihre Bemerkung, dass Kilomünzen und -barren erheblich preiswerter sind als ihre oz-Kollegen. Diese Menschen wollen einen Realwert in der Hand, um im Währungs- und Chrash-Szenario für sich und die Familie beim Bäcker oder Fleischer einkaufen gehen zu können. (in den 20-er Jahren konnte man für eine oz-Silber eine 4-köpfige Familie eine Woche lang ernähren).
    Die vielleicht einige Prozent billiger erworbenen Kilomünzen oder -barren sind da weniger hilfreich.

    3. Die Kapitalanleger – dass sind die Menschen, die sich von steigenden Silberpreisen Gewinne erhoffen. Eine ganz andere Spezies, als die vorgenannten.
    Aber auch sie investieren ausschließlich in Physischem (u.a. in Granulat in einem Zollfreilager).

    4. Die langfristig anlegenden Edelmetallaktien-fonds Investoren (die meisten).

    5. Der Kategorie der Spieler und Derivate“investoren“ wünsche ich in einem manipulierten Markt viel Glück – damit habe ich nichts am Hut.

    Auf meiner Internetseite http://www.eisel-gmbh.de habe ich bereits 2006 über den Erwerb von 10-EURO-Münzen geschrieben. Damals war der Materialwert noch ca. 5 Euro. Heute hat er den Wert von 10 EURO überschritten. Und genau dieses, wird auch der neuen, silberabgespeckten Münze auch passieren. Es wird halt nur ein biserl dauern.

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