Money makes the world go ’round – eine wichtiger Teil unseres Seins in der Welt wird vom Geld bestimmt. Und in diesem Teil, der auf alle Bereiche unseres Lebens einwirkt, steckt ein grundsätzlicher Fehler. Wenn dieser Fehler bleibt, wird er alle anderen Leistungen der menschlichen Kultur und des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts zerstören. Margrit Kennedy gehört zu den bekanntesten Verfechterinnen der Notwendigkeit eines anderen Geldsystems. Sie hat die Erkenntnisse von Grundlagenforschern wie Silvio Gesell und Helmut Creutz einer breiten Masse zugänglich gemacht. In ihrem Beitrag für Connection weist sie insbesondere auf die Notwendigkeit hin, dass die Erforscher einer neuen Geldordnung das nicht weiterhin ehrenamtlich tun können, und sie macht konkrete Vorschläge zur Veränderung. Hoffentlich wird ein Großteil davon bald Eingang finden in die politischen Programme wählbarer Parteien. Einer der Eckpunkte ihres Programms ist die Einführung von Komplementärwährungen: Wir brauchen den Euro nicht aufzugeben, wir können ihn ergänzen – wir müssen es wohl auch
Man stelle sich einmal vor, sämtliche Forschungseinrichtungen für Physik, Chemie, Biologie, Elektrotechnik oder Wasserwirtschaft in Deutschland wären seit zehn Jahren nur noch ehrenamtlich besetzt und von privaten Gruppen finanziert. Wäre das nicht eine Katastrophe für die Unabhängigkeit und Urteilsfähigkeit der Wissenschaftler, ihrer Forschungseinrichtungen und die Freiheit in dem, was sie publizieren dürfen? Völlig richtig. Und doch geschieht genau das seit zehn Jahren auf dem Gebiet des Geldes.
Ehrenamtliche Pioniere
Seit 2002 die erste Regionalwährung in Bremen startete sind alle diese Experimente – nunmehr über 70 Initiativen bundesweit – fast ausschließlich durch die Leistung Einzelner und kleiner Gruppen entstanden, und fast alle wurden ehrenamtlich getragen. Wenn Geld aber das Fundament unserer Wirtschaft ist und komplementäre Währungen hier als Forschungslaboratorien dienen, dann ist es eine Unterlassungssünde der Politiker diese Laboratorien zu ignorieren. Gleichzeitig ist dies eine phantastische Leistung von wenigen weitsichtigen Menschen, die damit zeigen, wie neue Geldentwürfe verschiedenen sozialen, kulturellen und ökologischen Zielen besser dienen können als das heutige Geldsystem.
Statt diese Experimente auf ihre Praxistauglichkeit in einem größeren Umfang hin zu überprüfen, sie wissenschaftlich zu begleiten, genauestens zu untersuchen und daraus Schlüsse zu ziehen, hören die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft immer noch nur auf diejenigen, welche die aktuelle Krise unseres Wirtschafts- und Währungssystems weder vorausgesehen noch mit akzeptablen Vorschlägen gelöst haben. Im Gegenteil. Und mit Ausnahme von einer kleinen Elite von Bank(st)ern, die enorm profitieren, kostet uns diese Krise von Tag zu Tag mehr.
Kurt Marti / 17. Mai. 2012 – Die Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen hat begriffen, dass ein Grund für die Schuldenkrise der einseitig verteilte Reichtum ist.
Es hat alles nichts genützt. Drei Tage vor den Wahlen in Nordrhein-Westfalen schlug das «ZDF heute journal» zur besten Sendezeit kräftig die Werbetrommel für den Sparkurs der CDU. Schon der Titel des ZDF-Beitrages liess keinen Zweifel offen: «Schuldenkrise wird zur Zeitbombe». Die Moderation des Beitrages überschlug sich im Krisen-Vokabular: «Schuldenberg von 232 Milliarden Euro», «Lauter kleine Griechenlands», «Teufelskreis» und «Szenen wie aus einem Wirtschafts-Thriller».
Die Staatschulden sind die verweigerten Steuern der Reichen
Das Krisenszenario wurde dramaturgisch untermalt vom Gejammer des Schuldenmanagers und des Stadtkämmerers von Essen. In einem weiteren Beitrag der Sendung «ZDF Zoom» ging es im selben Ton weiter. Der neoliberale «Bund der Steuerzahler» verkündete das Evangelium des Sparens. Gegenrede gab es keine. Zwei Tage nach den beiden ZDF-Sendungen übernahm «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens den CDU-Werbe-Spot unter dem Titel: «Griechische Verhältnisse in Deutschland». Am Schluss platzierte der sorgenvolle SF-Kommentator gar einen versteckten Wahlaufruf für die CDU: «Man macht weiter in der Schuldenwirtschaft, so lange es noch geht. Wenn nicht die Wahl am Wochenende etwas daran ändert».
Die Wahlen in Nordrhein-Westfalen wurden hochstilisiert zu einem Votum für mehr oder weniger Schulden, für die SPD oder für die CDU. Die Wählerschaft liess sich vom Schuldenberg des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und der Gemeinden in der Höhe von 232 Milliarden aber nicht beeindrucken. Denn vielen ist mittlerweile klargeworden: Die Schulden des Landes Nordrhein-Westfalen und auch von ganz Deutschland sind nichts anderes als die verweigerten Steuern der Reichen.
2 100 Milliarden Schulden und 7 500 Milliarden Nettoprivatvermögen
Jahrelang sorgte die Schuldenuhr des «Bundes der Steuerzahler» in Deutschland für Schlagzeilen. Letztes Jahr setzte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Verdi mit der Reichtumsuhr einen Kontrapunkt. Die gesamte Schuld der Bundesrepublik Deutschland liegt laut Eurostat bei rund 2 100 Milliarden Euro (siehe Link unten). Dieser Schuld steht ein Nettoprivatvermögen der Deutschen von 7 500 Milliarden gegenüber (siehe aktuelle Reichtumsuhr unten).
Allein das reichste Zehntel verfügt über 4700 Milliarden und könnte die Gesamtverschuldung Deutschlands locker zweimal begleichen. Beim Nettoprivatvermögen handelt es sich um das Vermögen aller Privatpersonen ab 17 Jahren, abzüglich der Verbindlichkeiten. Das Nettoprivatvermögen und seine Verteilung wurde vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung ermittelt (siehe Erläuterungen zur Reichtumsuhr unten).
Wenn man das Nettoprivatvermögen der 10 Prozent reichsten Deutschen auf die Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen umrechnet, ergibt das 1 000 Milliarden, also mehr als das Vierfache der Verschuldung in der Höhe von 232 Milliarden. Alle diese Zahlen zeigen eines ganz klar auf: Finanzielle Mittel sind genügend vorhanden, es fehlt allein die gerechte Verteilung.
GEAB N°65 ist angekommen! Umfassende weltweite Krise / 2. Halbjahr 2012 – Vier Faktoren voller Sprengkraft treffen zusammen : Banken-Börsen-Renten-Schulden
Euroland macht sich, insbesondere dank der Wahl des neuen Präsidenten Frankreichs Francois Hollande, die LEAP/E2020 schon seit vielen Monaten vorhersagte, daran, sich bis Ende 2012 ein mittel – und langfristiges politisches, wirtschaftliches und soziales Gemeinschaftsprojekt zu geben. Währenddessen bleiben die Operateure an den internationalen Finanzmärkten Gefangene ihrer Reflexe, mit denen sie nur auf die kurzfristigen Aspekte wie die Kapriolen der griechischen Politik, die Zweifel am Entstehen einer Eurolandgovernance und auf die Staatsschuldenrisiken reagieren.Zur selben Zeit verflüchtigt sich in den USA die Illusion vom Aufschwung (1), verstärken sich erneut die Sorgen über die Solidität des amerikanischen Finanzsektors (die Verluste von JPMorgan haben dies eindrücklich vor Augen geführt) und den Grad der öffentlichen Verschuldung. Angesichts dieser Problemanhäufung fürchten immer mehr Banker und Unternehmer, dass dem Land äußerst schwere Zeiten bevorstehen (2).
In Großbritannien sieht es nicht besser aus: Das Land steckt wieder in einer Rezession, die Eindämmung der öffentlichen Defizite ist gescheitert und die Menschen beginnen, gegen die Sparpolitik aufzubegehren – obwohl ihnen das Schlimmste erst noch bevorsteht (3).
In Japan geht angesichts einer stagnierenden Wirtschaft und nachlassender Exporten vor dem Hintergrund der weltweiten Rezession (4) wieder das Gespenst einer Überschuldung des Landes um.
Angesichts dieser allgemeinen Lage geht LEAP/E2020 davon aus, dass im 2. Halbjahr 2012 mit großer Wahrscheinlichkeit vier Faktoren zusammentreffen, die für die Volkswirtschaften der westlichen Staaten viel Sprengkraft enthalten: Banken, Börsen, Renten und Schulden.
Für Banker, Investoren, Spekulanten, Unternehmer und Politiker wie auch für die große Masse der Menschen bringt dies bedeutende Risiken für ihre Finanzen wie auch ihre Fähigkeit, für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu bleiben, mit sich.
In dieser 65. Ausgabe des GEAB stellen wir unsere Antizipationen zu diesen vier Faktoren voller Sprengkraft für das 2. Halbjahr 2012 vor; auch bringen wir Ratschläge, wie ihre negativen Folgen minimiert werden können. Weiterhin präsentieren wir unsere neue Antizipation zu den Folgen der umfassenden weltweiten Krise auf die internationale und europäische Sprachenlandschaft bis 2030, um somit Eltern und Kindern wie auch Bildungseinrichtungen zu ermöglichen, schon heute bei der Fremdsprachenwahl die richtige Entscheidung zu treffen.
Euro, Dollar und Gold im Wechselspiel der Geopolitik (Erster Teil) Wir sitzen in der Falle
Von Dr. Bruno Bandulet, Bad Kissingen D
Den hier abgedruckten Vortrag hielt der deutsche Währungsexperte Bruno Bandulet am 4. Februar 2012 auf dem Kongress des Kopp-Verlags. Die «Schweizerzeit» publiziert das Referat in zwei Teilen. Im ersten Teil wird zunächst der Fehlentscheid der Schaffung des Euro kommentiert. Danach werden Verschwörungstheorien rund um die amerikanische Bank «Goldman Sachs» sowie die Rolle Deutschlands als Zahlmeister der EU beleuchtet.
Die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman hat ein Buch geschrieben, das berühmt wurde. Es trägt den Titel: «Die Torheit der Regierenden». Sie unterscheidet vier Arten von Missregierungen: Zwangsherrschaft, Selbstüberhebung (als Beispiele nennt sie Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg), Unfähigkeit und Dekadenz (wie im Alten Rom) und als vierte Variante der Missregierung: Torheit und Starrsinn.
Torheit der Regierenden Letzteres definiert sie als «politisches Handeln, das den Eigeninteressen des jeweiligen Staates und seiner Bürger zuwiderläuft».
Genau dies traf zu auf die Euro-Politik der Regierung Kohl/Waigel/Genscher. Der Regierung Merkel sind mildernde Umstände zuzubilligen. Angela Merkel muss eine Suppe auslöffeln, die sie sich nicht selbst eingebrockt hat. Sie ist konfrontiert mit den Konsequenzen der grössten Fehlentscheidung der deutschen Politik seit 1945: dem Beschluss vom Dezember 1991, die Deutsche Bundesbank zu entmachten, die D-Mark abzuschaffen und eine europäische Einheitswährung einzuführen, die damals noch ECU heissen sollte.
Es wird oft behauptet, die Maastrichter Beschlüsse vom Dezember 1991 und das Ende der Deutschen Mark seien der Preis für die Wiedervereinigung gewesen. Das ist so nicht richtig, auch wenn ein Zusammenhang mit der Wiedervereinigung bestand. Richtig ist, dass der französische Präsident François Mitterrand anfangs versucht hatte, die Wiedervereinigung zu verhindern. Als dies misslang, verlangte er von Helmut Kohl die Zustimmung zur Einheitswährung als Preis für sein Plazet zur Wiedervereinigung. Richtig ist aber auch, dass die Franzosen schon vor dem Fall der Berliner Mauer die D-Mark beseitigen wollten, weil ihnen die finanzielle Macht der Deutschen Bundesbank und das sogenannte deutsche Zinsdiktat missfielen.
Die Stadt Essen leiht sich täglich bis zu 800 Millionen Euro bei Banken. Sie ist nur eine von zahlreichen verschuldeten Kommunen in NRW. Bei einer Pleite müsste das Land einspringen.
Waren die 26 Trillionen Dollar als “Rettungsschirm” eigentlich genug, um das herrschende Wirtschaftssystem zu “retten” ? Erfahren Sie die schockierende Antwort im 2. Auszug aus D. Wilcock’s Artikel “Defeating the Greatest Cover-Up of All Time”, zu lesen auf www.divinecosmos.com
Am 15.05. konnte man in einigen Pressorganen lesen, dass der WWF eine Studie veröffentlicht hat, nach der die Menschen, wenn sie sich nicht am Riemen reißen, 2030 schon 2 Planeten brauchen, um ihren Ressourcenhunger zu stillen. 2050 sollen es dem Bericht nach bereits 3 Planeten sein.
Sicher, das mag übertrieben sein, doch vielleicht auch nicht und wir alle sollten uns klar machen, dass wir eben nur diesen einen Planeten haben. Und es sind die als reich bezeichneten, also westlichen Länder, die in dieser Studie über die Ressourcenverschwendung an oberster Stelle stehen.
Einen Tag später wird dann über den “Antrittsbesuch” von Hollande bei Merkel spekuliert, dass sich wohl die beiden über eine “Wachstumsstrategie” im Fiskalpakt unterhalten würden und dort zumindest zu einer Annäherung kommen müssten, bei der beide ihr Gesicht wahren können.
Nun, meine Meinung zu dem Thema setze ich als bekannt voraus. Der Fiskalpakt ist die letzte Übertragung staatlicher Hoheitsrechte an die EU und damit die letzte Stufe, bevor man die vereinigten Staaten von Europa ausrufen kann. Die Überschuldung der Europäischen Staaten ist die logische Folge des kapitalistischen Wirtschaftssystems, das auf leistungslose Einkommen durch Zinseinnahmen aufbaut, damit ein exponentielles Anwachsen der Vermögen bewirkt, in dessen Folge immer größere Geldmengen nach Anlagemöglichkeiten mit möglichst hoher Verzinsung suchen und letztendlich nur noch die Staaten in der Lage sind, Investitionsmöglichkeiten anzubieten. Das wiederum bedingt, dass alle Staaten, die einen ein wenig schneller als andere nach mathematischen Regeln als überschuldet gelten müssen, weil sie die erforderlichen Zinsen nicht mehr zahlen können. Damit diesen Staaten geholfen werden kann, soll der ESM gegründet werden und damit der wiederum unangreifbar wird, soll er zu einem supranationalen Gebilde mit eigener Gesetzgebung, absoluter Immunität und einer im Text versteckten Befehlsautorität über Staaten ausgestattet werden, die sich in seine Fänge begeben. Was das heißt, kann man am großen Vorbild “IWF” sehen, der seit nunmehr 60 Jahren auf die gleiche Weise die Entwicklungsländer ausblutet, indem er für die Bewilligung von “Hilfe” neben den Zinsen Forderungen stellt, die nur den ehemaligen Kolonialmächten zugutekommen, Landverkauf zu Spottpreisen, Zerschlagung jeglicher kleinbäuerlichen Kulturen zugunsten in westlicher Hand befindlicher Monokulturen, ausschließlich für den Export bestimmt, Zwang, soziale Standards bis auf nahe Null herunterzuschrauben, kurz, Voraussetzungen zu schaffen, dass eine Land, einmal in den Fängen dieses parasitären Systems, sich nie mehr erholen kann. Es ist die Fortsetzung des Kolonialismus, denn auch früher waren es Unternehmen, die Länder kolonisierten und damals noch offen dafür das Militär der Kolonialherren nutzten. Heute machen sie das versteckt und sie haben sich nun Europa als Ziel auserkoren.
… die Nase voll von der Bevormundung durch die EU?
Dabei geht es nicht um Europa an sich, sondern um die Machenschaften, Gesetze …, die uns die Eurokratten aus Brüssel auferlegen.
Im folgenden Interview nehmen zwei Mitglieder der “Partei der Vernunft” Stellung dazu.
Ist der Euro für Deutschland noch schlimmer als Versailles?
“Die im gestrigen Bericht erwähnten, von dem US-Ökonomen Paul Krugman zur Rettung des Euros von Deutschland eingeforderten Transferzahlungen werden nun langsam von Finanz-Experten in ihrer Höhe eingeschätzt.
Bislang teilten mit mir nur wenige Kommentatoren die Einschätzung, dass die Einführung des Euros für Deutschland eine Fortsetzung des Diktats von Versailles mit anderen Mitteln sei – ein Versailles 2.0.
Nun kommt der Chefstratege Jamil Baz des britischen Vermögensverwalters GLG Partners zu einer ähnlichen Einschätzung. Unter der Überschrift Höhere Zahlungen als nach Versailles gab Jamil Baz die folgende Prognose ab: Sollten die Krisenländer in der Währungszone bleiben, müsste allein Deutschland rund acht Prozent seines Brutto-Inlandsproduktes jährlich in die Peripherie überweisen. “Nur zur Erinnerung: Nach dem Versailler Vertrag, der zur Hitler-Diktatur führte, waren es 3,5 Prozent.” Letztlich empfahl Baz, eine Deflation in Kauf zu nehmen und die Volkswirtschaften aufzuräumen.
Versuchen wir diese Zahlen einmal in den Kontext der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 und der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahr 1933 zu setzten.
Im ursprünglichen Versailler Diktat vom Juni 1919 wurden Deutschland bis zum Jahr 1921 Reparations-Lasten von 20 Milliarden Goldmark – das entspricht 7.000 Tonnen Gold aufgelastet. Im Januar 1921 wurde die Gesamtsumme der Reparationen auf 269 Milliarden Goldmark – das entspricht nun in etwa 100.000 Tonnen Gold – festgelegt. Man muss berücksichtigen, dass diese 100.000 Tonnen Gold mehr als die Hälfte des bis zum heutigen Tage geförderten Golds entsprechen.
Griechenland hatte eine Experten-Regierung und Italien leidet ebenfalls unter einer solchen. Jetzt gerade, während ich diesen Text schreibe, sitzen die Politiker in Athen mit ihrem Staatspräsidenten zusammen, um über eine erneute Experten-Regierung zu verhandeln. Die Demokraten, die Parteibonzen, haben es nicht geschafft, sich untereinander zu einigen. Jetzt rufen sie, wie nach einer unglücklichen Schulhof-Rauferei, nach ihrem Papa.
Es ist bezeichnend und zugleich ein Armutszeugnis für den Dienstwagenadel, sich diese Expertise nicht zuzutrauen. Das Endstadium einer Parteiendemokratie, der Zerfall, wird durch den Mangel an Sachverstand beschleunigt. Ein Monarch, ein Diktator und sogar eine Einheitspartei wird Fachministerien mit Fachleuten besetzen, zumindest auf Beamtenebene. Günstlinge und verdiente Parteigenossen erhalten Orden und schöne Titel, werden aber auf Posten abgeschoben, auf denen sie keinen Schaden anrichten können.
In einer Demokratie – und nach einer Revolution – ist das anders. Die Griechen haben es etwas intensiver getrieben als die BRD, das Prinzip durch- und zersetzt jedoch alle Parteidemokratien. Zuallererst gilt das Gesetz der führenden Null, also des Ministers, der keine Ahnung hat, aber ein guter Parteisoldat ist. Er oder sie hat dem großen Genossen Parteivorsitzenden gute Dienste geleistet, und wenn der jetzt Kanzler oder Premierminister wird, bekommt der Parteisoldat sein Ämtchen. Natürlich gelten noch Hintergrundregeln. Bayern hat sieben Regierungsbezirke, aus jedem muß mindestens ein Minister kommen. Die Bundesregierung tariert zwischen Ost und West, evangelisch und katholisch, Arbeitern und Selbständigen, Männlein und Weiblein und den Landesverbänden der größten Regierungspartei.
Die führende Null gelangt auf den Chefsessel und sie sei konservativ. Ihrer eigenen Unfähigkeit bewußt, vertraut sie vor allem konservativen Parteigängern in ihrem Ministerium, die damit verbesserte Aufstiegschancen haben. Es ist nicht gut, dem Chef zu widersprechen, insbesondere, wenn man die besseren Argumente dank überlegener Fachkenntnisse vorbringt. Deshalb werden die Ja-Sager tendenziell schneller befördert als die Experten, die sich auskennen.
Lassen wir die Regierung wechseln, jetzt ist der Chef ein Sozialist. Der erkennt schnell, was in seinem Ministerium falsch gelaufen ist: die Parteigänger der Sozialisten warten alle auf ihre Beförderung. Dazu müssen ein paar Parteigänger der Konservativen aus dem Weg geräumt werden, sie werden auf unwichtige Posten abgeschoben. Mit ihnen geht die Erfahrung, die sie in den letzten Jahren gewonnen haben.
Natürlich hat der Chef das Recht, neue Posten für Parteifreunde zu schaffen. Ebenso natürlich sollen das keine Pöstchen sein, bei denen man von früh bis spät arbeiten muß und obendrein Fachkenntnisse erforderlich sind. Stellen Sie sich vor, Sie müßten den ganzen Tag Zeitungen lesen. Artikel, in denen Frauen besonders gut wegkommen, schneiden Sie aus und heften sie, fein säuberlich auf Papier geklebt, in einem Ordner ab. Artikel, in denen Frauen negativ dargestellt werden, sammeln sie ebenfalls und heften sie in einen zweiten Ordner. Lesen müssen Sie können, schreiben wäre ganz nützlich, mehr brauchen Sie nicht als Frauenbeauftragte.
Urs P. Gasche / 13. Mai. 2012 – Es ist eine Frage der Zeit, bis die Finanzblase platzt. Es drohen planlose Umschuldungen von Staaten oder eine Hyperinflation.
Noch suhlen wir uns in falscher Sicherheit. In bequemen Polstersesseln vor dem Fernseher nehmen wir von den Verwerfungen in den europäischen Ferienländern Kenntnis: Regierungen stürzen; Löhne sinken um zwanzig bis fünfzig Prozent; Renten werden gekürzt; die Preise von Lebensmitteln steigen; Regierungen stürzen; soziale Unrast macht sich breit; ein Grossteil der Jugend ist arbeitslos. «Eine Generation ohne Zukunft gefährdet Europas Stabilität», titelte die NZZ.
Wir blättern weiter zum Sport oder zur Stil-Beilage.
Gefahren sind beängstigend real
Noch spüren die Schweizer in ihrem Alltag wenig vom Gewitter, das sich zusammen braut. Aus dem Nichts werden Hunderte von Milliarden Euros geschaffen, um bei Sparern und Gläubigern die Illusion zu wecken, Banken und Versicherungen blieben liquid und könnten unsere Guthaben und Renten auch in Zukunft jederzeit auszahlen. Doch «bereits heute», räumte Walter Kielholz, Präsident des Versicherungskonzern SwissRe und Verwaltungsrat der Credit-Suisse ein, «zahlen die Sparer die Zechen für die politisch gewollte Überflutung der Märkte mit Liquidität.»
Wer soll noch glauben, dass das Finanz-Kartenhaus stabil bleibt, wenn ausgerechnet Länder wie Spanien und Italien für den Billionen-Euro-Rettungsfonds selber eine Garantie übernommen haben? Fast verzweifelt greift Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, zur Sprache der Militärs, um Zweifler mit der «erhöhten Feuerkraft» des IWF zu beruhigen.
Jeden Metzger würde man Konkurs gehen lassen
Einem überschuldeten Metzger würde niemand ständig noch mehr Geld leihen, damit er wenigstens die Zinsen seiner bisherigen Schulden begleichen kann, in der Hoffnung, der abgemagerte Metzger könne eines Tages zu einer Grossmetzgerei wachsen und dann den ganzen aufgehäuften Schuldenberg samt Zinsen zurückzahlen. Man würde den Metzger in Konkurs gehen lassen, auf Kosten seiner Gläubiger, die dem Metzger unvorsichtigerweise oder mit falschen Gewinnhoffnungen Geld geliehen hatten.
Im Fall Griechenland rechnet niemand damit, dass dieses Land seine Schulden je zurückzahlen kann. Trotzdem übergoss man das Land mit Milliarden, damit Banken und Versicherungen als Gläubiger fein raus sind.