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Flucht der Unternehmen aus Griechenland

Posted by krisenfrei - 16/10/2012

Der Beschluss der Firmen Coca-Cola 3E und FAGE, ihren Sitze in das Ausland zu verlegen, bringt erneut das Thema der Unternehmensflucht aus Griechenland auf die Bühne.

Das Thema der “Flucht” großer sowie auch schnell wachsender griechischer Firmen, die sich entscheiden, ihren Sitz in das Ausland zu verlegen, brachte erneut der Beschluss der FAGE AG – einer der ältesten und historischsten Molkereibetriebe des Landes – und der Coca-Cola 3E auf die Bühne, Aktiengesellschaften im Ausland zu gründen, die auch die Muttergesellschaften für alle Aktivitäten ihrer Konzerne darstellen werden. Und all dies in einem Moment, wo der Markt noch seine Wunden aus dem Rückzug großer multinationaler Konzerne aus dem Land – mit dem jüngsten und “lautstärksten” jenen der französischen Supermarkt-Kette Carrefour – leckt (siehe auch Carrefour zieht sich aus Griechenland zurück).

Die obigen Gesellschaften sind nicht die ersten, die das Ausland trotz der Tatsache zu ihrem Sitz wählen, dass sie in Griechenland sowohl ihre Aktivitäten als auch die Produktion ihrer Produkte beibehalten. Speziell im Bereich der Firmen, die in den digitalen Technologien aktiv sind, stellt in den letzten drei Jahren die Verlegung ihres Firmensitzes in das Ausland schon fast eine Einbahnstraße dar.

Abwanderung weiterer Konzerne ins Ausland

Die Beispiele sind etliche: der Konzern Printec, einer der aktivsten auf dem Gebiet der Automatisierung von Geschäftsvorgängen mit Präsenz in ganz Osteuropa und Umsätzen von über 85 Mio. Euro hat seinen Sitz auf Zypern. Schnellstens wachsende Firmen aus dem Raum der Anwendungen für die Mobiltelefonie, wie Velti, InternetQ und Globo, haben ihren Sitz in Ländern wie Großbritannien – sowohl weil ein großer Teil ihrer Umsätze aus ihren internationalen Aktivitäten herrührt, als auch, weil sie dazu verpflichtet waren, um an internationalen Börsenmärkten wie dem Londoner AIM notiert zu werden.

Wie Marktfaktoren anführen, ist nicht auszuschließen, dass auch andere große griechische Konzerne zu entsprechenden Zügen schreiten werden. Wie beispielsweise seitens der Unternehmensleitung der S&B Mineralindustrie bekannt gegeben wurde, erwägt sie die Möglichkeit der Schaffung einer neuen Holding-Gesellschaft, die ihren Sitz im Ausland haben wird. Weiter gab es in der Vergangenheit Statements von Gesellschaften wie den Konzernen Mytilineos und Intralot, welche die Möglichkeit der Verlegung ihres Sitzes offen ließen. Entsprechende Erklärungen machte auch die Papastratos.

Ebenfalls sehr populär scheinen in den letzten Monaten Nachbarländer wie Bulgarien und Zypern zu werden, bezüglich welcher nicht zu vergessen ist, dass sie Mitgliedstaaten der Europäischen Union darstellen. Zu betonen ist allerdings, dass fast alle Firmen ihre Verwaltungsbüros und den größten Teil ihrer Produktion hinsichtlich der Produktion und Lösungen in Griechenland beibehalten. Wie Marktfaktoren anführen, erfolgt jedoch ab dem Moment, wo sie ihren Sitz in ein anderes Land verlegen, die Besteuerung ihrer – und zwar nicht nur aus den inländischen Aktivitäten herrührenden – Gewinne und Dividenden in dem Land, in dem sich ihr Sitz befindet – mit allem, was dies für Griechenland und seine Wirtschaft bedeutet.

Warum Unternehmen aus Griechenland fortziehen

Laut den Funktionären der Gesellschaften und Konzerne, welche ihren Sitz in das Ausland verlegen, beschränken sich die – wie von vielen irrig angenommen, allerdings auch nicht unwesentlichen – ausschlaggebenden Gründe nicht nur auf die tiefe wirtschaftliche Rezession oder den “eigensinnigen” steuertechnischen Rahmen in Griechenland:

Anhaltende tiefe Rezession

Die wirtschaftliche Rezession hat den signifikanten Rückgang der inländischen Einnahmen vieler international orientierter Firmen zur Folge. Beispielsweise entfallen auf Griechenland gerade einmal 15% der Einnahmen des Konzerns Printec, der seinen Sitz auf Zypern hat, und es gibt auch viele entsprechende Beispiele.

Die Verschlechterung der Umsätze, aber auch die negativen Aussichten bezüglich des Verlaufs der Nachfrage in den nächsten Jahren befinden sich unter den Gründen, die bei der Entscheidung etlicher Multis wie der deutschen Supermarkt-Kette Aldi zu Buche schlugen, die sich trotz der ungeheuren Investitionen in den Ausbau des Netzes ihrer Läden klammheimlich innerhalb weniger Monate nach ihrem offiziellen Debüt auf dem griechischen Markt zurückzog.

Bedürfnis nach Seriosität

In den letzten Jahren dürfte das Bild Griechenlands im Ausland nicht als das bestmögliche charakterisiert werden, und dies beeinträchtigt nicht nur die potentiellen Investoren, aber auch die Kunden. Es gibt nicht wenige Fälle, in welchen die Lieferanten von den griechischen Firmen Vorkasse für ihre Bestellungen verlangen, während es auch ein Problem mit den Akkreditiven griechischer Banken gibt.

Die Existenz des Auslandssitzes hat zum Resultat, dass eine Gesellschaft als amerikanisch, britisch oder luxemburgisch charakterisiert und das Problem gelöst wird. Beispielsweise ist es kein Zufall, dass – auch die – die Intrasoft International, Tochtergesellschaft der Intracom Holdings, ihren Sitz in Luxemburg hat.

Auf der Suche nach Kapital im Ausland

Kapitalschöpfung und Börse. Es geht um den Grund, auf den sich hauptsächlich die neuen Firmen berufen, die in Griechenland in Erscheinung treten, und speziell jene, die sich im Raum der digitalen Technologien bewegen. Die existierende Schwierigkeit bei der Auffindung von Investoren aus Griechenland, welche den Gegenstand verstehen, mit dem sie sich beschäftigen, treibt derartige Unternehmen dazu, in den Vereinigten Staaten nach Kapital zu suchen.

Die amerikanischen Investment-Fonds fordern jedoch, dass sich der Sitz der Gesellschaft, in welche sie investieren werden, in der Nähe ihrer Geschäftsräume befindet. Ein solches Beispiel ist die Pinatta, eine griechische Gesellschaft, die jedoch ihren Sitz in Silicon Valley in Nordkalifornien hat, weil ihre Investoren sie dort haben wollten.

Notierung an Börsen im Ausland

Gleichermaßen bedeutsam ist auch das Bedürfnis nach einem Gang an die Börse. Gesellschaften wie Velti, Globo und InternetQ starteten zwar in Griechenland und ihre zentralen Geschäftsräume befinden sich in Chalandri und Marousi, ihr Sitz liegt jedoch im Fall der ersten auf Jersey Island und der beiden anderen in London.

Der Grund ist der Umstand, dass Velti im Nasdaq und Globo und InternetQ am Londoner AIM-Markt notiert sind. Hinsichtlich der Gründe, nicht die Athener Börse vorgezogen zu haben, lautet die gegebene Antwort, dass die griechische Börse bezüglich der Technologie-Firmen ganz einfach vollständig verschmäht wird.

Sieben Gründe für die Verlegung des Firmensitzes

Zusammenfassend fokussieren sich die Entscheidungen zur Verlegung des (Haupt-) Sitzes griechischer oder / und in Griechenland aktiver Firmen und Konzerne auf sieben Hauptgründe:

  • Die Rezession und die unheilvollen Prognosen über den Verlauf des BIP.
  • Das negative Bild Griechenlands auf den internationalen Märkten. – Die größere Internationalisierung der Umsätze.
  • Die Schwierigkeit bei der Schöpfung von Kapital und Einführung bei ausländischen Börsen.
  • Der feindliche und sich kontinuierlich ändernde Rahmen der Besteuerung.
  • Die bürokratischen Hürden, welche die Investitionen verzögern.
  • Die in vielen ausländische Ländern gebotenen Investitionsanreize.

(Quelle: Imerisia)

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Quelle: gr-blog

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