krisenfrei

Wer Gold und Silber hat, hat immer Geld!

Das Rentensystem steht vor einer Katastrophe

Geschrieben von krisenfrei - 05/09/2012

Nebelkerze private Zusatzversicherung

von Peter Ziemann

Die politisch von Ursula von der Leyen initiierte Kampagne über die Altersarmut lenkt unseren Blick auf das Thema Absicherung vor dem Älterwerden.

Das System der gesetzlichen Rentenversicherung basiert auf einem einfachen und eigentlich gut zu prognostizierenden System: Alle Einnahmen, welche die Rentenversicherung von den aktuellen Beitragszahlern erwirtschaftet, stehen der Summe der Rentner zur Verteilung bereit. Es werden keine Reserven gebildet, kein Kapitalstock wird aufgebaut, und die Rentenversicherung investiert das Geld ihrer Beitragszahler nicht gewinnbringend. Das hört sich auf den ersten Blick nach einem schlechten Modell an – dazu später mehr.

Die Ausgaben für die Rentner kann man anhand der aktuellen Sterbetafeln relativ genau prognostizieren. Wenn man den Topf aus Einnahmen bewertet mit den Beitragspunkten, die sich die aktuellen Rentner während ihres Arbeitslebens erworben haben, so kann man die zahlbaren Renten relativ einfach ermitteln.

Im Prinzip ist dieses System ein leistungsabhängiges Umverteilsystem, denn wenn jemand doppelt so hohe Beiträge während seines Arbeitslebens geleistet hat, dann bekommt er auch eine doppelt so hohe Rente. Das ist anders als beispielsweise in der gesetzlichen Krankenversicherung, wo jeder unabhängig von seinen Beiträgen die gleiche Leistung erhält.

Generationen-Vertrag nennt man dieses (Renten-)System, da die aktuell arbeitende Bevölkerung die aktuellen Rentner finanziert. Und wenn die Arbeitenden selbst in Rente gehen und die bisherigen Rentner verstorben sind, dann finanziert eben die jetzt geborene beziehungsweise in Schulausbildung befindliche Generation die zukünftigen Renten der Arbeitenden.

Auch hier kann man anhand der bereits Geborenen gut prognostizieren, wie viele Beitragszahler es in Zukunft geben wird. Und an dieser Stelle werden wir mit drei gravierenden Problemen konfrontiert, die den Einnahmen-Topf der Rentenversicherung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten kräftig schrumpfen lassen werden:

  • Die Bevölkerungs-Pyramide verschiebt sich durch die niedrige Geburtenrate immer mehr zu Lasten der Jungen und zu Gunsten der Alten. Viel mehr junge Beitragszahler müssen also für immer mehr alte Rentner zahlen. Wenn man von durchschnittlich 20 Jahren bis zum Berufseintritt ausgeht, dann sind für die nächsten 20 Jahre alle potentiellen Beitragszahler heute schon geboren. Da braucht man gar keine Theorien zur der weiteren Geburtenentwicklung aufstellen.

  • In Spanien, Griechenland und den anderen Südländern der Euro-Zone zeichnet sich eine Entwicklung ab, die auch auf Deutschland zukünftig stark durchschlagen wird: Eine hohe Jugendarbeitslosigkeit verbunden mit Niedrigsteinkommen (die haben wir in Deutschland ja bereits jetzt schon). Das heißt ein großer Teil der vermuteten Beitragszahler fällt aus oder kann wegen Niedrigeinkommen keine oder sehr geringe Beiträge für die Rentenkasse leisten.

  • Der Anteil der Migranten an der heranwachsenden Bevölkerung wird immer größer. Da diese Generation schlecht ausgebildet ist, werden große Teile als Beitragszahler ausfallen oder auch in nichtsozialversicherungspflichtige Jobs abwandern.

Diese drei Effekte multiplizieren sich. Dazu ein Beispiel:

Haben bislang 100 neue Beitragszahler bei 10% Arbeitslosigkeit durchschnittlich 500 Euro (für die Arbeitenden) in die Rentenkasse eingezahlt, dann betrugen die Einnahmen durchschnittlich 45.000 Euro. Bei 40 Beitragsjahren sind das 45.000 * 12 * 40 = 21,6 Millionen Euro.

Reduziert sich durch den schrumpfenden Nachwuchs die Zahl der Beitragszahler von 100 auf 80 bei 40% Arbeitslosigkeit und durchschnittlich 350 Euro (für die Arbeitenden) an die Rentenkasse, dann betragen die Einnahmen nur noch 16.800 Euro. Die zukünftig heranwachsenden Beitragszahler erwirtschaften also nur noch 37 Prozent der Beiträge der derzeit heranwachsenden Beitragszahler. Man kommt auf insgesamt 16.800 * 12 * 40 = 8,064 Millionen Euro.

Da rollt eine finanzielle Einnahmen-Katastrophe auf die Rentenversicherung zu.

Wenn man jetzt noch die Ausgaben-Seite betrachtet – mit immer mehr Rentnern, die immer länger leben, dann kann man sich ausmalen, wie das System in seinen Grundfesten erschüttert werden wird: Aus bislang 100 Rentnern mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 17 Jahren werden plötzlich 150 Rentner mit einer Lebenserwartung von 25 Jahren. Macht bei durchschnittlich 1.000 Euro Rente insgesamt Ausgaben für die Rentner von derzeit 1.000 * 12 * 100 * 17 = 20,4 Millionen Euro. Und zukünftig von 1.000 * 12 * 150 * 25 = 45 Millionen Euro.

Also werden zukünftig nur noch (20,4 M * 8,064 M) / (21,6 M * 45 M) = 0,1692, also 16,9 % Real-Rente (d.h. zu heutigen Preisen bemessen) mit diesem System bezahlbar sein. Vielleicht sind die Zahlen auch nicht so schlimm und wir kommen auf 25 Prozent. Das ist aber nur noch ein Viertel der heutigen Rente. Und damit müssen Krankenkasse, Miete und Lebensmittel bezahlt werden.

Nun kommt die Politik mit der Idee, das System durch Mitteln aus dem Bundeshaushalt stützen zu wollen. Aber dieses Geld kann nur aus Steuereinnahmen kommen, die im Wesentlichen durch die aktuellen Beitragszahler bestritten werden können. Das kann für einige Jahre das Problem maskieren – aber auch nicht beseitigen.

Da kommt die private Zusatzversorgung ins Spiel. Wobei diese in dem oben geschilderten Fall in extremis 75 bis 83% der Rentenzahlungen erbringen müsse. Erneut sprechen wir von realen Renten, d.h. nach Abzug der Effekte des Verfalls der Währung gegenüber den Real-Gütern.

Zum einen ist dies natürlich nur für sehr wenige leistbar. Zum anderen fließen diese Gelder auch nur in den Konsum des Staates – damit werden nämlich die Defizite der Staatshaushalte ausgeglichen.

Das ist ein noch schlechteres System wie das der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei der besteht zumindest ein Anspruch auf Arbeitsleistung der nachfolgenden Generation – natürlich nur, wenn diese nicht unter den Lasten zusammenbricht und revoltiert.

Im System der Staatsschulden erwirtschaftet der Staat zwar Steuern – aber mit diesen können nur die laufenden Ausgaben gedeckt werden. Aber keine Altschulden abbezahlt. Ergo ist jede Einzahlung in dieses System zukünftig verlorenes Geld.

Dass überhaupt noch Altschulden gedeckt werden, liegt daran, dass sich noch genügend Zahler finden, die den Staat mit ausreichend Geld an Neuschulden ausstatten, damit dieser seine Altschulden bezahlen kann (das System ist in Griechenland, Spanien, Italien etc schon gekippt – deshalb übernehmen die Notenbanken durch bloßes Gelddrucken die Funktion der fehlenden Neuschulden-Geber).

Es ist einsichtig, dass dieses Pyramidenspiel oder Schneeballsystem kollabieren wird, wenn die Zahler für die Neuschulden im Verhältnis zu den Altschuldnern ausbleiben.

Deshalb ist in dem System der derzeitig praktizierten privaten Altersversorgung die Wahrscheinlichkeit groß, einen Totalverlust zu erleiden.

Die Politik macht also deshalb so viel Theater, weil sich nicht mehr genug Neueinzahler für das System der Staatsverschuldung finden. So komisch das klingen mag: Die gesetzliche Rente ist wirklich sicher – aber nur auf einem Kaufkraftniveau von zukünftig 17 bis 25 Prozent.

Die private Rente wird dagegen perspektivisch zu einem Totalverlust führen.

Quelle: bullionaer

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