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Die wirkliche “Achse des Bösen”

Posted by krisenfrei - 14/07/2012

Der Syrienkonflikt bringt Amerikas „Achse des Bösen“ ans Licht

Finian Cunningham

Die Völker der Erde sollten Syrien sehr dankbar sein. In dieser quälenden Zeit enthüllt das konfliktgepeinigte Land eine wichtige Wahrheit. Aus dem Blutvergießen, den Verwüstungen und dem Chaos, dem die Menschen in Syrien ausgesetzt sind, kann die Welt kristallklar eine entscheidende Tatsache erkennen – die Tatsache, wer und was die wirkliche Ursache der Gewalt ist.

Und diese wirkliche Ursache der Gewalt sucht nicht nur Syrien heim, sondern die ganze Welt.

Vergessen Sie die oft wiederholten Warnungen des Westens vor islamischen Extremisten, Schurkenstaaten, korrupten Regimes, autoritären Supermächten, die „der Feind“ der freiheitsliebenden Menschen sind. Es ist die amerikanische Regierung und deren Alliierte, die die wirkliche „Achse des Bösen“ bilden, die die Welt bedroht.

Das System der kapitalistischen Korruption, Eliten, die ausbeuten und sich bereichern, und die begleitende imperialistische Kriegstreiberei, die die Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierte aufrecht erhalten – das ist es, was Syrien und den Rest der Welt in Armut, Konflikte und an den Rand der Katastrophe treibt.

Ironischerweise ist es 10 Jahre her, dass Präsident George W. Bush, oder besser gesagt sein Redenschreiber die Phrase von der „Achse des Bösen“ prägte. In seiner Ansprache 2002 an die amerikanische Nation warnte Bush vor drei Ländern, die „aggressiv nach der Erlangung von Waffen der Massenvernichtung streben,“ welche „Terrorismus exportieren“ und von „ein paar wenigen Ungewählten“ regiert werden. Er bezeichnete Irak, Iran und Nordkorea als die „Achse des Bösen.“ 

Später erweiterte die Bush-Administration die „Mächte des Bösen,” die die Welt bedrohen, um Kuba, Libyen und Syrien.

Als arrogante, von der eigenen Einbildung berauschte Supermacht lieferte der amerikanische Präsident natürlich keinen Beweis für diese empörende Verleumdung – eine Verleumdung, die noch immer ein Element der Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika bildet, da sie nie offiziell widerrufen worden ist.

Wären die von Konzernen kontrollierten Medien des Westens wirklich unabhängig, wie sie behaupten, anstatt unterwürfige Sprachrohre für die mächtigen Eliten, dann hätten sie der grotesken Achse-des-Bösen-Verunglimpfung einige historische Richtigstellungen gegenüberstellen können. Die Medien hätten etwa bemerken können, dass der irakische Anführer Saddam Hussein in der Tat von den Vereinigten Staaten von Amerika nach einem mörderischen CIA-Putsch gegen Abdul Karim Qassim eingesetzt wurde. Als Bush junior seine berüchtigte Rede hielt, hatten die irakischen Menschen einen verheerenden Krieg hinter sich, ausgelöst 1991 durch seinen Vater Bush senior, sowie zehn Jahre durch die Vereinigten Staaten von Amerika angestiftete lähmende Wirtschaftssanktionen, die zum Tod von über einer Millionen irakischer Kinder führten, was die ehemalige Außenministerin der Vereinigten Staaten von Amerika Madeleine Albright einmal bezeichnete als „Preis, der es wert war, bezahlt zu werden,“ um den ehemaligen Klienten Amerikas loszuwerden.

Was den Iran betrifft, so hätten die angeblich der Wahrheit verpflichteten Organe des Westens die Öffentlichkeit informieren können, dass die iranische Regierung 1979 politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von der amerikanischen Tyrannei erlangt hatte, nachdem das iranische Volk den von Washington unterstützten Diktator Mohammed Reza Schah Pahlavi fortgejagt hatte. Der Schah mit seiner brutalen Geheimpolizei SAVAK war 1953 von den Vereinigten Staaten von Amerika als absoluter Monarch eingesetzt worden, nachdem die CIA und der britische MI6 die demokratisch gewählte Regierung des Premierministers Mohammed Mossadegh gestürzt hatten, da dieser es wagte, den persischen Reichtum an Erdöl zum Nutzen des Volkes zu vereinnahmen, statt ihn den Taschen der Kapitalisten des Westens zu überlassen.

Was Nordkorea und seine zurückgezogene kommunistische Regierung betrifft, ungeachtet der Probleme, die sie hat, könnten die Medien des Westens das Achse-des-Bösen-Etikett Bushs zurechtrücken, indem sie darauf hinweisen, dass dieses asiatische Land gegen keinen seiner Nachbarn Krieg geführt hat und es keine nachweisbaren Verbindungen zum internationalen Terrorismus gibt. In der Tat kann Nordkoreas Geheimniskrämerei und Unterentwicklung in einem großen Ausmaß zurückgeführt werden auf Amerikas Aggressionskrieg auf der koreanischen Halbinsel in den frühen 1950ern, in dem die Menschen Nordkoreas gezwungen waren, in Höhlen zu leben, um dem Inferno des Flächenbombardements zu entgehen, das die Vereinigten Staaten von Amerika auf sie losließen. Offiziell leben die Menschen Nordkoreas noch immer unter der Drohung der Auslöschung durch die Vereinigten Staaten von Amerika, da Washington noch immer keinen Waffenstillstand unterzeichnet hat seit 1953, als die Kampfhandlungen endeten.

Die in Demutsposition liegenden Medien des Westens würden niemals das Offensichtliche zugeben: dass der wirkliche Grund für Washingtons Erschaffung einer „Achse des Bösen“ die Untermauerung seiner erlogenen Geschichte des neu begonnen „Kriegs gegen den Terror“ war. Die herrschende Klasse der Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierten brauchen einen Feind von außen, um ihren Militärismus und ihr aggressives Vorgehen nach außen zu rechtfertigen. Über vier Jahrzehnte lang bildete das „böse Sowjetreich“ den geeigneten Feind. Das erlaubte es den Vereinigten Staaten von Amerika und ihren Alliierten, Länder auf der ganzen Welt zu überfallen und zu besetzen im Namen des „Kampfes gegen den Kommunismus“ und der „Verteidigung der freien Welt,“ während die wirkliche, verborgene Agenda die Erlangung der Kontrolle über natürliche Rohstoffe für die Konzerne des Westens war. Von 1945 bis in die 1990er führten die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre europäischen Alliierten offene und verdeckte militärische Interventionen in mehr als 50 Ländern rund um die Welt durch, von Lateinamerika bis in die Karibik, von Afrika über den Mittleren Osten nach Asien. Das ist im Durchschnitt eine militärische Intervention im Jahr. Schätzungen zufolge beträgt die Zahl der Toten aus diesen von den Vereinigten Staaten von Amerika geführten Staatsstreichen, Subversionen, Stellvertreterkriegen und Kriegen wie dem gegen Vietnam weit über 10 Millionen Menschen. Ein vom Westen betriebener Holocaust im Dienst des Kapitals. 

Mit dem plötzlichen Zusammenbruch der Sowjetunion 1990-1991 mussten die Mächte des Westens einen neuen Feind erfinden, um ihr imperialistisches Vorgehen weiterhin zu rechtfertigen.

Das war der Beginn der Geschichte des „Krieges gegen den Terror” und dessen Variationen wie der „Achse des Bösen“ und den „Waffen der Massenvernichtung.“ An Stelle einer Friedensdividende, die dem Ende des Kalten Kriegs gegen die Sowjetunion Ausdruck verliehen hätte, durfte die amerikanische Doktrin der nationalen Sicherheit, die die Herrschaft des Westens dominiert, weiter bestehen, weil die Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierte jetzt einen „neuen Feind“ hatten. Billionen Dollar schwere Budgetausgaben für Militär wurden deshalb fortgeführt auf Kosten der sozialen Entwicklung, und, was entscheidend ist, die militärische Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten würde wieder im Namen der „Verteidigung der freien Welt“ erfolgen. Die Vereinigten Staaten von Amerika geben mehr aus für Militär als alle Länder der Welt zusammen genommen, sogar während ihre eigene Gesellschaft der sozialen Kernschmelze aufgrund von Verarmung entgegengeht.

Was die offizielle Ernennung der Achse des Bösen nicht enthüllt hat, war, dass die designierten Bösen bestimmte andere wichtigere Eigenschaften hatten. Sie sind, oder waren im Fall Libyens unabhängig von der Außenpolitik des Westens, und, ganz besonders scharfe Kritiker der Jahrzehnte langen Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika und Europas für die verbrecherischen Aggressionen Israels gegen die Palästinenser und andere Staaten des Mittleren Ostens. Darüber hinaus besitzen Irak, Iran und Libyen einige der größten Erdöl- und Erdgasreserven der Welt.  

Die Bezeichnung „Achse des Bösen” war daher nicht nur eine Möglichkeit, die anderenfalls obsolete nationale Sicherheitsdoktrin der Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierten aufrecht zu erhalten, sie diente auch dazu, die besagten Länder zu isolieren, dämonisieren und für einen „Regimewechsel“ vorzusehen – das ist ein Wechsel zu Regimes, die sich den wirtschaftlichen und politischen Diktaten Washingtons und des globalen Kapitals unterwerfen.

Von den ursprünglich sechs von der Bush-Administration nominierten Mitgliedern der Achse des Bösen sind Kuba und Nordkorea effektiv isoliert durch vom Westen verhängte Embargos, abgeschnitten von ausgeglichenen internationalen Beziehungen und Entwicklung. Von den restlichen vier wurden Irak und Libyen von Kräften unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika überfallen, zerstört und umorientiert, um den Interessen des Westens zu dienen. Die verbleibenden zwei sind Syrien und Iran, und beide werden mit Wirtschaftssanktionen und geheimen Angriffen des Westens zugeschissen.

Diese Woche wiederholten Russland, China und Iran den vernünftigen Vorschlag, dass dem syrischen Volk gestattet werden muss, seine eigene Zukunft ohne fremde Einmischung zu bestimmen. Sogar Kofi Annan, der Sondergesandte der Arabischen Liga, der in der Vergangenheit eifrig den Regierungen des Westens gefällig war, scheint diesen Vorschlag zu unterstützen. Tatsächlich einigte er sich während seines Besuchs in Teheran diese Woche mit dem iranischen Außenminister Ali Akhbar Salehi dayrauf, dass die Einmischung des Westens in die Angelegenheiten Syriens und die Zufuhr von Waffen aufhören muss.

Welche Position vertreten die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Alliierten? Jede innersyrische Lösung zurückweisend haben Washington, London, Paris und ihre Alliierten Türkei und die Monarchien der Golfregion versprochen, die finanzielle und materielle Unterstützung für die bewaffneten Gruppen zu verstärken, die über die letzten 16 Monate hinweg eine Kampagne der terroristischen Subversion betreiben. Die von den Vereinigten Staaten von Amerika angeführte Achse besteht darauf, dass der syrische Präsident Bashar Al Assad auf ihren Zuruf sofort gehen muss. Wie eine Mafianutte sagte die Außenministerin der Vereinigten Staaten von Amerika Hillary Clinton, dass Russland und China für ihre (vernünftige) Haltung „einen Preis zahlen“ werden müssen. Clinton gab dann die finstere Warnung von sich, dass Assads „Tage gezählt sind“ und dass im Fall, dass es zu keiner politischen Veränderung im Sinn Amerikas kommt, die Menschen in Syrien vor einem „katastrophalen Angriff stehen, der nicht nur für Syrien sehr gefährlich sein wird, sondern für die Region.“ 

Das ist die geistige Haltung und Sprache eines faschistischen Schurkenstaates.

Was in Syrien vor sich geht, ist eine herzzerreißende Tragödie. Eine positive Sache jedoch, die sich vor dem Leiden abzeichnet, ist die leuchtende für die Welt erkennbare Wahrheit darüber, wer wirklich die „Achse des Bösen“ bildet. Die Worte eines amerikanischen Präsidenten kommen zurück und geistern herum in einer Weise, die er sich nie vorgestellt hat. Denn was die Welt in Syrien beobachtet, ist die amerikanische Achse des Bösen. Diese Wahrheit zwingt uns, zurückzublicken auf die letzten Jahrzehnte und die letztliche Ursache von Gewalt, Konflikt und Kriegen in der jüngsten Geschichte zu erkennen. Diese Wahrheit zwingt uns, die Gegenwart zu betrachten mit offenen Augen dafür, warum Armut, sozialer Verfall und Elend Hand in Hand gehen mit unermesslichem Reichtum der Elite, mit Macht und Kriegstreiberei. Die Achse der Mächte unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika, die einer globalen Elite dienen, plündern ihre eigenen Gesellschaften und alle anderen, die ihren Herrschaftsansprüchen im Weg stehen.

Diese Wahrheit kann uns befreien. 

Quelle: antikrieg

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3 Antworten to “Die wirkliche “Achse des Bösen””

  1. […] Quelle: Finian Cunningham für antikrieg – gefunden bei Krisenfrei […]

  2. […] Quelle: Finian Cunningham für antikrieg – gefunden bei Krisenfrei […]

  3. rolli.51 said

    Das Aggressivität und Angriffskriege schon immer ein Privileg des Imperialismus war, lehrt die Geschichte. In der Schule habe ich gelernt, daß es eine Gesetzmäßigkeit ist, wenn das Kapital sich ständig und immer wieder in einem bestimmten Prozess vermehren muß… Das tut es, sowohl durch die Ausbeutung des Menschen im eigenen Lande als auch durch das Anzetteln von Kriegen gegenüber anderen Völkern, um sich an deren Ressourcen zu laben..Damit hält es die Existenz eines längst maroden Systems der kapitalistischen Gesellschaft aufrecht. Und noch eine Erkenntnis: je weiter und tiefer der Imperialismus in die Krise gerät, um so aggressiver wird er, nach innen und nach aussen. Menschenrechte werden mit Füssen getreten, Lügenkampagnen gegen eine immer breiter werdende demokratische Front sind an der Tagesordnung, Menschen, die sich gegen das Kapital und gegen die Interessen der Herrschenden stellen, werden bedroht, eingeschüchtert, verhaftet oder vernichtet. Wann schaffen wir es endlch, uns international gegen die globale Kapitalflut zu organisieren und dem imperialistischen Treiben ein Ende zu bereiten?

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